{"id":14300,"date":"2012-12-20T02:51:40","date_gmt":"2012-12-20T00:51:40","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14299"},"modified":"2012-12-20T02:51:40","modified_gmt":"2012-12-20T00:51:40","slug":"ix-r-3-09-teilabfindung-fuer-arbeitszeitreduzierung-als-entschaedigung-zweck-des-par-34-abs-2-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-3-09-teilabfindung-fuer-arbeitszeitreduzierung-als-entschaedigung-zweck-des-par-34-abs-2-estg\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;3\/09 &#8211; Teilabfindung f&uuml;r Arbeitszeitreduzierung als Entsch&auml;digung &#8211; Zweck des &sect; 34 Abs. 2 EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.8.2009, IX R 3\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Teilabfindung f&uuml;r Arbeitszeitreduzierung als Entsch&auml;digung &#8211; Zweck des &sect; 34 Abs. 2 EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Zahlt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer eine Abfindung, weil dieser seine Wochenarbeitszeit aufgrund eines Vertrags zur &Auml;nderung des Arbeitsvertrags unbefristet reduziert, so kann darin eine beg&uuml;nstigt zu besteuernde Entsch&auml;digung i.S. von &sect; 24 Nr. 1 Buchst. a EStG liegen (Klarstellung der Rechtsprechung).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) war bei der X AG (AG) mit einer w&ouml;chentlichen Arbeitszeit von 38,5 Stunden besch&auml;ftigt. Am 2. M&auml;rz des Streitjahres (2004) schlossen die AG und die Kl&auml;gerin einen Vertrag zur &Auml;nderung des Arbeitsvertrages und &auml;nderten darin die Wochenarbeitszeit ab dem 24. Februar 2004 um 19,25 Stunden unbefristet auf 19,25 Wochenstunden. In einer Nebenabrede zum Arbeitsvertrag vom gleichen Tag vereinbarten sie, dass die Kl&auml;gerin f&uuml;r die Reduzierung der Wochenarbeitszeit eine Teilabfindung von 17.459,24 EUR erhalten sollte. Die AG zahlte die Abfindung im Streitjahr in einer Summe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr beantragte die Kl&auml;gerin die beg&uuml;nstigte Versteuerung der Teilabfindung als Entsch&auml;digung f&uuml;r mehrere Jahre. Dies lehnte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ab und erfasste die Teilabfindung in vollem Umfang als Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diese Auffassung vertrat auch das Finanzgericht (FG). Eine zu au&szlig;erordentlichen Eink&uuml;nften f&uuml;hrende Entsch&auml;digung i.S. von &sect; 24 Nr. 1 Buchst. a i.V.m. &sect; 34 Abs. 2 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) liege nicht vor, weil das ihr zugrunde liegende Arbeitsverh&auml;ltnis zwischen der Kl&auml;gerin und der AG nicht beendet worden sei. Nach der Aktenlage k&ouml;nne auch nicht ausgeschlossen werden, dass die Arbeitszeitreduzierung auf einem Entschluss der Kl&auml;gerin beruhe. Auch eine beg&uuml;nstigte Versteuerung nach &sect; 34 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 4 EStG komme nicht in Betracht. Die Teilabfindung sei keine Verg&uuml;tung f&uuml;r eine mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeit, sondern f&uuml;r deren zuk&uuml;nftige Reduzierung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen richtet sich die Revision der Kl&auml;gerin, die sie auf Verletzung materiellen Rechts st&uuml;tzt. Auch die Teilaufgabe einer T&auml;tigkeit sei als Aufgabe oder Nichtaus&uuml;bung einer T&auml;tigkeit i.S. des &sect; 24 Nr. 1 EStG zu beurteilen. Der Fall sei vergleichbar mit einer &Auml;nderungsk&uuml;ndigung. Die Kl&auml;gerin habe dabei unter Druck ihrer Arbeitgeberin gehandelt, die auf diese Weise ihre Personalkosten habe reduzieren wollen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        das angefochtene Urteil und die Einspruchsentscheidung des FA aufzuheben und die Einkommensteuer 2004 unter Ab&auml;nderung des Einkommensteuerbescheides f&uuml;r 2004 vom 29. August 2005 unter Ber&uuml;cksichtigung der Tariferm&auml;&szlig;igung nach &sect; 34 EStG auf den Abfindungsbetrag der Kl&auml;gerin von 17.459,25 EUR entsprechend festzusetzen.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        die Revision zur&uuml;ckzuweisen.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist begr&uuml;ndet; die angefochtene Entscheidung ist nach &sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckzuverweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Das FG hat unzutreffend die Voraussetzungen einer beg&uuml;nstigt zu besteuernden Entsch&auml;digung nach &sect; 24 Nr. 1 Buchst. a i.V.m. &sect; 34 Abs. 2 Nr. 2 EStG verneint und damit diese Vorschriften verletzt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Als au&szlig;erordentliche Eink&uuml;nfte kommen danach Entsch&auml;digungen i.S. des &sect; 24 Nr. 1 EStG in Betracht. Eine Entsch&auml;digung nach &sect; 24 Nr. 1 Buchst. a EStG wird als Ersatz f&uuml;r entgangene oder entgehende Einnahmen gew&auml;hrt. Sie muss deshalb unmittelbar durch den Verlust von steuerbaren Einnahmen bedingt sowie dazu bestimmt sein, diesen Schaden auszugleichen und auf einer neuen Rechts- oder Billigkeitsgrundlage beruhen (vgl. die st&auml;ndige Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211;, z.B. BFH-Urteil vom 10. Juli 2008 IX R 84\/07, BFH\/NV 2009, 130, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                So verh&auml;lt es sich, wenn &#8211;wie hier&#8211; der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmer abfindet, weil dieser seine Wochenarbeitszeit aufgrund eines Vertrags zur &Auml;nderung des Arbeitsvertrags unbefristet reduziert. Diese &#8211;auch hier so genannte&#8211; Teilabfindung dient als Ersatz f&uuml;r die durch die Verminderung der Arbeitszeit entgehenden Einnahmen und beruht mit dem &Auml;nderungsvertrag auf einer neuen Rechtsgrundlage. Denn damit erf&uuml;llt der Arbeitgeber keine Leistung im Rahmen des bisherigen Rechtsverh&auml;ltnisses, sondern entgilt die in der Reduzierung der Wochenarbeitszeit liegende Leistung des Arbeitnehmers.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Es ist entgegen der Auffassung des FG und der Revisionserwiderung unerheblich, ob das Arbeitsverh&auml;ltnis zwischen der AG und der Kl&auml;gerin auf reduzierter Grundlage fortbesteht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Das Gesetz verlangt in &sect; 24 Nr. 1 Buchst. a EStG nicht, das zugrunde liegende Rechtsverh&auml;ltnis (hier: Arbeitsverh&auml;ltnis) m&uuml;sse g&auml;nzlich beendet werden. Der Arbeitnehmer muss seine T&auml;tigkeit nicht in vollem Umfang aufgeben. Das Gesetz setzt lediglich voraus, dass Einnahmen wegfallen und dass daf&uuml;r Ersatz geleistet wird. Dies ist der Fall, wenn die Parteien des Arbeitsvertrags eine Verminderung der Arbeitszeit vereinbaren, die Vollzeitbesch&auml;ftigung des Arbeitnehmers also in eine Teilzeitbesch&auml;ftigung &uuml;berf&uuml;hren und der Arbeitnehmer daf&uuml;r abgefunden wird. Der Senat folgt insoweit der &uuml;berwiegenden Auffassung, wie sie im Schrifttum z.B. f&uuml;r eine &Auml;nderungsk&uuml;ndigung vertreten wird (vgl. insbesondere Offerhaus, Deutsche Steuerzeitung 1994, 225, 227; Geserich, in: Kirchhof\/ S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect; 24 Rz B 38; Sieker, in: Kirchhof\/ S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect; 34 Rz B 80; Mellinghoff in Kirchhof, EStG, 8. Aufl., &sect; 24 Rz 11; Horn in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect; 24 EStG Rz 41 Stichwort &quot;&Auml;nderungsk&uuml;ndigung&quot;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Der BFH hat einen Fall wie den Streitfall mit Abfindung f&uuml;r eine Verminderung der Arbeitszeit um die H&auml;lfte noch nicht entschieden. Insoweit weicht der Senat nicht von der Rechtsprechung anderer Senate ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                (1) Sollte die Rechtsprechung des XI. Senats (vgl. z.B. die BFH-Urteile vom 10. Oktober 2001 XI R 54\/00, BFHE 197, 54, BStBl II 2002, 181, und vom 12. April 2000 XI R 1\/99, BFH\/NV 2000, 1195, m.w.N.) jedoch so verstanden werden, wie dies das FG und das FA in dem Sinne getan haben, eine Entsch&auml;digung setze voraus, das zugrunde liegende Arbeitsverh&auml;ltnis m&uuml;sse &#8211;in vollem Umfang&#8211; beendet werden (anders aber &#8211;ohne Begr&uuml;ndung im Sinne der oben dargestellten Grunds&auml;tze&#8211; BFH-Urteil vom 29. Oktober 1998 XI R 63\/97, BFHE 188, 143, BStBl II 1999, 588, bei Ausgleichszahlungen aus Anlass einer betriebsinternen Umsetzung auf einen geringer entlohnten Arbeitsplatz), k&ouml;nnte der erkennende Senat dem nicht folgen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                (2) Wenn der XI. Senat auf den Zusammenhang des &sect; 24 Nr. 1 Buchst. a EStG mit den Tatbest&auml;nden des &sect; 24 Nr. 1 Buchst. a bis c EStG wie auch zu den in &sect; 34 Abs. 2 Nr. 1 EStG aufgef&uuml;hrten Tatbest&auml;nden abstellt, die zu erkennen g&auml;ben, dass eine Entsch&auml;digung die Beendigung der Eink&uuml;nfteerzielung verlange (so insbesondere in seinem Urteil in BFH\/NV 2000, 1195), f&uuml;hrt dies zu einer nicht systemgerechten Verengung des Kontextes: Wie die ebenso durch &sect; 34 Abs. 2 Nr. 3 und 4 EStG beg&uuml;nstigten Eink&uuml;nfte zeigen, verlangt das Gesetz eben nicht generell die Aufgabe der bisherigen Erwerbst&auml;tigkeit (so zutreffend Sieker, a.a.O.). &Uuml;berdies k&ouml;nnen im Binnensystem des &sect; 24 Nr. 1 EStG die Voraussetzungen der anderen Vorschriften (n&auml;mlich &sect; 24 Nr. 1 Buchst. b und c EStG) nicht zur Voraussetzung des hier ma&szlig;gebenden &sect; 24 Nr. 1 Buchst. a EStG gemacht werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ferner bedarf es einer restriktiven Interpretation des Entsch&auml;digungsbegriffs nicht. Dem Zweck des &sect; 34 Abs. 2 EStG, die Auswirkungen des progressiven Tarifs abzuschw&auml;chen (vgl. dazu Sieker, a.a.O., EStG &sect; 34 Rz A 1, A 151 ff.) gen&uuml;gt es, wenn die Zuordnung der Eink&uuml;nfte zum Katalog des &sect; 34 Abs. 2 EStG von einem besonderen Ereignis abh&auml;ngig gemacht (so zutreffend Geserich, a.a.O.) und nur dann beg&uuml;nstigt besteuert werden, wenn es zu einer Zusammenballung von Eink&uuml;nften kommt (vgl. dazu BFH-Urteil vom 9. Oktober 2008 IX R 85\/07, BFH\/NV 2009, 558, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                (3) Einer Vorlage an den Gro&szlig;en Senat nach &sect; 11 Abs. 3 FGO wegen Abweichung von der Rechtsprechung des XI. Senats bedarf es schon deshalb nicht, weil die Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r Entsch&auml;digungen i.S. von &sect; 24 Nr. 1 EStG bei Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit nach dem Gesch&auml;ftsverteilungsplan des BFH f&uuml;r das Jahr 2009 (BStBl II 2009, 175) auf den IX. Senat (vgl. dort A. Sachliche Zust&auml;ndigkeit der Senate, IX. Senat Nr. 1 Buchst. f) &uuml;bergegangen ist (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 30. November 2005 I R 128, 129\/04, BFH\/NV 2006, 1261; Brandis in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 11 FGO Rz 5, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben hat das FG, indem es darauf abgestellt hat, ob das Arbeitsverh&auml;ltnis zur G&auml;nze entfallen ist, eine Entsch&auml;digung unzutreffend abgelehnt. Das Urteil ist deshalb aufzuheben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Sache ist nicht spruchreif. Das FG wird in einer neuen Verhandlung und Entscheidung zu pr&uuml;fen haben, ob die Kl&auml;gerin bei der &Auml;nderung ihres Arbeitsvertrags unter rechtlichem, wirtschaftlichem oder tats&auml;chlichem Druck gehandelt hat (vgl. zu diesem Erfordernis die st&auml;ndige Rechtsprechung des BFH, z.B. BFH-Urteil vom 11. Januar 2005 IX R 67\/02, BFH\/NV 2005, 1044, m.w.N.). Das Vorliegen oder Nichtvorliegen dieses Merkmals muss das FG feststellen. Es reicht nicht aus, wenn das FG &#8211;wie im Streitfall&#8211; das Nichtvorliegen lediglich nicht f&uuml;r ausgeschlossen h&auml;lt und nur vermutet, dass die Initiative zur Vertrags&auml;nderung von der Kl&auml;gerin ausgegangen sei. Das FG wird ferner ermitteln m&uuml;ssen, ob es im Streitjahr zu einer Zusammenballung der Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin gekommen ist (vgl. dazu insbesondere das BFH-Urteil in BFH\/NV 2009, 558).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.8.2009, IX R 3\/09 Teilabfindung f&uuml;r Arbeitszeitreduzierung als Entsch&auml;digung &#8211; Zweck des &sect; 34 Abs. 2 EStG Leits&auml;tze Zahlt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer eine Abfindung, weil dieser seine Wochenarbeitszeit aufgrund eines Vertrags zur &Auml;nderung des Arbeitsvertrags unbefristet reduziert, so kann darin eine beg&uuml;nstigt zu besteuernde Entsch&auml;digung i.S. von &sect; 24 Nr. 1 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-3-09-teilabfindung-fuer-arbeitszeitreduzierung-als-entschaedigung-zweck-des-par-34-abs-2-estg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;3\/09 &#8211; Teilabfindung f&uuml;r Arbeitszeitreduzierung als Entsch&auml;digung &#8211; Zweck des &sect; 34 Abs. 2 EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14300","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14300","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14300"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14300\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14300"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14300"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14300"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}