{"id":14301,"date":"2012-12-20T06:29:34","date_gmt":"2012-12-20T04:29:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14301"},"modified":"2012-12-20T06:29:34","modified_gmt":"2012-12-20T04:29:34","slug":"viii-r-5-07-ablaufhemmung-nach-erstattung-einer-selbstanzeige-verjaehrungshemmende-wirkung-einer-fahndungspruefung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-5-07-ablaufhemmung-nach-erstattung-einer-selbstanzeige-verjaehrungshemmende-wirkung-einer-fahndungspruefung\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;5\/07 &#8211; Ablaufhemmung nach Erstattung einer Selbstanzeige &#8211; verj&auml;hrungshemmende Wirkung einer Fahndungspr&uuml;fung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.7.2009, VIII R 5\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Ablaufhemmung nach Erstattung einer Selbstanzeige &#8211; verj&auml;hrungshemmende Wirkung einer Fahndungspr&uuml;fung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ermittlungen der Strafsachen- und Bu&szlig;geldstelle des Finanzamts stellen keine Ermittlungen der mit &quot;der Steuerfahndung betrauten Dienststellen der Landesfinanzbeh&ouml;rden&quot; i.S. des &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO dar und f&uuml;hren daher nicht zur Ablaufhemmung nach dieser Vorschrift.<\/p>\n<p>2. Wurde die Einleitung des Steuerstrafverfahrens wegen des Verdachts bestimmter, in der Einleitungsverf&uuml;gung ausdr&uuml;cklich genannter Steuerstraftaten dem Steuerpflichtigen bekannt gegeben, dann ist der Ablauf der Festsetzungsfrist gem&auml;&szlig; &sect; 171 Abs. 5 Satz 2 AO nur f&uuml;r diejenigen Steueranspr&uuml;che gehemmt, wegen deren vermeintlicher Verletzung das Strafverfahren tats&auml;chlich eingeleitet und die Einleitung dem Steuerpflichtigen bekannt gegeben wurde.<\/p>\n<p>3. Der zeitlich auf ein Jahr begrenzte Umfang der Ablaufhemmung, die durch die Erstattung einer Selbstanzeige gem&auml;&szlig; &sect; 171 Abs. 9 AO ausgel&ouml;st wird, kann durch Steuerfahndungsermittlungen, die erst nach Ablauf der ungehemmten Festsetzungsfrist aufgenommen wurden, nicht mehr erweitert werden.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob f&uuml;r das Streitjahr 1992 Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten und der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) damit am Erlass eines ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheids gehindert ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) gaben ihre Einkommensteuererkl&auml;rung 1992 am 13. September 1993 beim FA ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger war als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer Tochtergesellschaft der X-Firma nichtselbst&auml;ndig besch&auml;ftigt. Im Rahmen der Errichtung einer Y-Fabrik im Z-Staat erhielt er im Streitjahr 1992 von Mittelsm&auml;nnern eine Zahlung von ca. 1 Mio. DM. Das Geld transferierte er auf ein ausl&auml;ndisches Bankkonto einer ihm zuzurechnenden Liechtensteinischen Stiftung. In seiner Einkommensteuererkl&auml;rung blieben der Empfang der Zahlung und der Zufluss von Kapitalertr&auml;gen auf dem Auslandskonto unerw&auml;hnt. Vergleichbare Zahlungen und Zinszufl&uuml;sse erhielt der Kl&auml;ger auch in anderen Jahren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Am 5. November 2003 offenbarte er sich gegen&uuml;ber den Finanzbeh&ouml;rden im Rahmen einer Selbstanzeige. Am selben Tag fand au&szlig;erdem eine Besprechung im Finanzamt f&uuml;r Steuerstrafsachen und Steuerfahndung A-Stadt (im Folgenden: Strafsachen-FA) in Anwesenheit des Vorstehers, einer Mitarbeiterin der Strafsachen- und Bu&szlig;geldstelle (StraBuSt) und der Bevollm&auml;chtigten der Kl&auml;ger statt. Mit Schreiben vom 12. November 2003 leitete das Strafsachen-FA gegen&uuml;ber den Kl&auml;gern ein Steuerstrafverfahren wegen des Verdachts der Einkommensteuerhinterziehung 1999 bis 2002 ein. Zugleich forderte es &quot;zur steuerlichen Auswertung entsprechende Aufstellungen und Unterlagen ab dem Veranlagungsjahr 1992 bis 2001&quot; an. Am 30. Januar 2004 nahm die Steuerfahndung ihre Ermittlungen auf.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA wertete die Selbstanzeige in dem streitigen Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid 1992 vom 9. Juni 2005 aus.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                W&auml;hrend der hiergegen eingelegte Einspruch erfolglos blieb, gab das FG mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2007, 735 ver&ouml;ffentlichten Urteil der Klage statt. Die zehnj&auml;hrige Festsetzungsfrist des &sect; 169 Abs. 2 Satz 2 der Abgabenordnung (AO) sei am 31. Dezember 2003 abgelaufen. Eine Hemmung der Verj&auml;hrung sei bis zu diesem Zeitpunkt nicht erfolgt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Revision vertritt das FA die Auffassung, dass der Ablauf der Festsetzungsfrist im Streitfall gem&auml;&szlig; &sect; 171 Abs. 5 AO im Zusammenwirken mit &sect; 171 Abs. 9 AO gehemmt gewesen sei. Das Finanzgericht (FG) habe beide Gesetzesbestimmungen verletzt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Strafsachen-FA habe im November 2003 ausdr&uuml;cklich Unterlagen bez&uuml;glich der Einnahmen ab dem Jahr 1992 angefordert. Hierbei habe es sich um eine Ermittlungsma&szlig;nahme der Fahndungsbeh&ouml;rden gehandelt, wodurch eine Hemmung der Verj&auml;hrung gem&auml;&szlig; &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO ausgel&ouml;st worden sei. Ferner habe das FG festgestellt, dass die Ermittlungen der Steuerfahndung am 30. Januar 2004 begonnen hatten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Hemmungstatbestand des &sect; 171 Abs. 5 Satz 2 AO sei im Streitfall ebenfalls einschl&auml;gig. Zwar habe die Einleitungsverf&uuml;gung zutreffend lediglich die strafrechtlich noch nicht verj&auml;hrten Jahre ab 1999 erfasst. Dies bedeute jedoch nicht, dass in steuerlicher Hinsicht lediglich Konsequenzen f&uuml;r diese Jahre gezogen werden d&uuml;rften.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Schlie&szlig;lich f&uuml;hre &sect; 171 Abs. 9 AO im kumulativen Zusammenwirken mit den Regelungen in Abs. 5 der Vorschrift zur Hemmung. Die Selbstanzeige der Kl&auml;ger aus dem November 2003 habe zun&auml;chst die einj&auml;hrige Hemmung gem&auml;&szlig; &sect; 171 Abs. 9 AO ausgel&ouml;st. Im Laufe der Jahresfrist seien dann &#8211;jedenfalls durch die Aufnahme der Ermittlungen durch die Steuerfahndung im Januar 2004&#8211; die Voraussetzungen der Hemmung gem&auml;&szlig; &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO herbeigef&uuml;hrt worden. Innerhalb des &sect; 171 AO gebe es keine Hemmungstatbest&auml;nde h&ouml;heren oder minderen Ranges. &sect; 171 Abs. 9 AO stelle insbesondere keine abschlie&szlig;ende Spezialregelung f&uuml;r den Fall der Selbstanzeige dar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger beantragen, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist nicht begr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass der Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung dem Erlass des angegriffenen Einkommensteuer&auml;nderungsbescheids entgegenstand.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die &Auml;nderung einer Steuerfestsetzung ist nicht mehr zul&auml;ssig, wenn die Festsetzungsfrist abgelaufen ist (&sect; 169 Abs. 1 Satz 1 AO). Die Frist betr&auml;gt f&uuml;r die hier in Rede stehende Einkommensteuer regul&auml;r vier Jahre (&sect; 169 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 AO). Soweit die Steuer hinterzogen worden ist, greift die zehnj&auml;hrige Festsetzungsfrist gem&auml;&szlig; &sect; 169 Abs. 2 Satz 2 AO ein.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Beginnen die mit der Steuerfahndung betrauten Dienststellen der Landesfinanzbeh&ouml;rden vor Ablauf der Festsetzungsfrist beim Steuerpflichtigen mit Ermittlungen der Besteuerungsgrundlagen, so l&auml;uft die Festsetzungsfrist insoweit nicht ab, bevor die aufgrund der Ermittlungen zu erlassenden Steuerbescheide unanfechtbar geworden sind. Das Gleiche gilt, wenn dem Steuerpflichtigen die Einleitung des Steuerstrafverfahrens bekannt gegeben worden ist (&sect; 171 Abs. 5 Satz 1 und 2 AO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Voraussetzung f&uuml;r die verj&auml;hrungshemmende Wirkung der Fahndungspr&uuml;fung ist, dass Ermittlungshandlungen vor Ablauf der Festsetzungsfrist tats&auml;chlich vorgenommen worden sind. Dar&uuml;ber hinaus muss f&uuml;r den Steuerpflichtigen erkennbar sein, dass in seinen Steuerangelegenheiten ermittelt wird. F&uuml;r Steueranspr&uuml;che, die nicht Gegenstand der Fahndungspr&uuml;fung waren, kann keine Ablaufhemmung eintreten (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 9. M&auml;rz 1999 VIII R 19\/97, BFH\/NV 1999, 1186, und vom 13. Februar 2003 X R 62\/00, BFH\/NV 2003, 740). Die Ablaufhemmung endet nur dann, wenn aufgrund der Pr&uuml;fung Steuerbescheide ergangen und diese unanfechtbar sind. Die zeitliche Grenze f&uuml;r den Erlass von &Auml;nderungsbescheiden im Anschluss an Fahndungsma&szlig;nahmen wird durch den Eintritt der Verwirkung gezogen (BFH-Urteil vom 24. April 2002 I R 25\/01, BFHE 198, 303, BStBl II 2002, 586).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Erstattet der Steuerpflichtige vor Ablauf der Festsetzungsfrist eine Anzeige nach &sect; 371 AO, so endet die Festsetzungsfrist nicht vor Ablauf eines Jahres nach Eingang der Anzeige (&sect; 171 Abs. 9 AO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Danach war im Streitfall die Festsetzungsfrist zum Zeitpunkt des Erlasses des Einkommensteuer&auml;nderungsbescheids am 9. Juni 2005 bereits abgelaufen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die Einkommensteuererkl&auml;rung 1992 wurde im Jahr 1993 abgegeben. Damit fiel der Beginn der Festsetzungsfrist gem&auml;&szlig; &sect; 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AO auf das Jahresende 1993. Nach den von den Beteiligten nicht in Zweifel gezogenen tats&auml;chlichen Feststellungen des FG hatten die Kl&auml;ger eine Einkommensteuerhinterziehung begangen. Die gem&auml;&szlig; &sect; 169 Abs. 2 Satz 2 AO zehnj&auml;hrige Festsetzungsfrist endete damit regul&auml;r am 31. Dezember 2003.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Der Ablauf dieser Frist wurde im Streitfall allein durch den Eingang der Selbstanzeige vom 5. November 2003 gem&auml;&szlig; &sect; 171 Abs. 9 AO f&uuml;r die Dauer eines Jahres gehemmt. Bei Erlass des streitigen &Auml;nderungsbescheids im Juni 2005 war die Jahresfrist jedoch bereits abgelaufen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Andere Hemmungstatbest&auml;nde sind nicht verwirklicht worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Die Einleitung des Steuerstrafverfahrens hat den Ablauf der Festsetzungsfrist nicht gem&auml;&szlig; &sect; 171 Abs. 5 Satz 2 AO gehemmt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Strafsachen-FA hat im Streitfall die Einleitung des Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts der Einkommensteuerhinterziehung in vier rechtlich selbstst&auml;ndigen F&auml;llen &#8211;1999 bis 2002&#8211; bekannt gegeben. Diese Ma&szlig;nahme beeinflusste nur den Fristenlauf f&uuml;r die Steueranspr&uuml;che der betreffenden Jahre, nicht aber f&uuml;r den streitgegenst&auml;ndlichen Steueranspruch 1992. Wegen des Verdachts der Steuerstraftat &quot;Einkommensteuerhinterziehung 1992&quot; wurde kein Ermittlungsverfahren eingeleitet und die Einleitung bekannt gegeben. Bereits deshalb ist die Vorschrift des &sect; 171 Abs. 5 Satz 2 AO tatbestandlich nicht gegeben. Denn so wie sich die Steuerfahndungspr&uuml;fung i.S. des &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO gegenst&auml;ndlich auf einen bestimmten Steueranspruch beziehen muss, um die Frist zur Festsetzung dieses Anspruchs offen zu halten (BFH-Urteil in BFH\/NV 1999, 1186), so greift auch der Tatbestand des &sect; 171 Abs. 5 Satz 2 AO nur in Bezug auf denjenigen konkreten Steueranspruch ein, der durch eine im Ermittlungsverfahren n&auml;her aufzukl&auml;rende Straftat verletzt worden sein soll (vgl. BFH-Urteil vom 14. April 2005 XI R 83\/03, BFH\/NV 2005, 1961; Frotscher in Schwarz, AO, &sect; 171 Rz 65a). Verj&auml;hrungsrechtlich will das Gesetz damit sicherstellen, dass die im Zuge des eingeleiteten Steuerstrafverfahrens gewonnenen Erkenntnisse bei der Festsetzung des betroffenen Steueranspruchs Ber&uuml;cksichtigung finden (vgl. BFH-Urteil vom 29. April 2008 VIII R 5\/06, BFHE 222, 1, BStBl II 2008, 844, zu der vergleichbaren Vorschrift des &sect; 239 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO). Erkenntnisgewinn in diesem Sinne verspricht aber nicht irgendein Steuerstrafverfahren, sondern nur ein solches, das gerade wegen der vermeintlichen Verletzung eines bestimmten Steueranspruchs eingeleitet wurde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Bis zum 31. Dezember 2003 hat die Steuerfahndung nicht mit der Ermittlung von Besteuerungsgrundlagen i.S. des &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO begonnen. Denn nach den von der Revision nicht angegriffenen und damit bindenden tats&auml;chlichen Feststellungen des FG ist im Jahr 2003 allein die StraBuSt des Strafsachen-FA t&auml;tig geworden. Die von ihr ergriffenen Ma&szlig;nahmen &#8211;die Anforderung von Unterlagen und vor allem die Informationsgewinnung durch Befragung des Vertreters der Kl&auml;ger anl&auml;sslich des Gespr&auml;chs an Amtsstelle&#8211; stellen zwar entgegen der Auffassung des FG gewichtige Ermittlungshandlungen dar, doch stellt &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO nach seinem eindeutigen Wortlaut auf &#8211;dem Steuerpflichtigen erkennbare&#8211; Ermittlungen der mit der Steuerfahndung betrauten Dienststellen der Landesfinanzbeh&ouml;rden ab. Daran fehlt es vorliegend.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Entgegen der Ansicht der Revision k&ouml;nnen die Ermittlungen der StraBuSt nicht der Steuerfahndung zugerechnet werden, auch wenn der Landesverordnungsgeber StraBuSt und Steuerfahndung in einem eigenst&auml;ndigen Strafsachen-FA organisatorisch verselbstst&auml;ndigt hat (vgl. Seipl in Beermann\/Gosch, AO &sect; 404 Rz 7, zur Organisationsstruktur). Der Bundesgesetzgeber hat in der hier allein ma&szlig;geblichen Verj&auml;hrungsvorschrift des &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO die ausdr&uuml;ckliche Entscheidung getroffen, dass nur Ermittlungen der Steuerfahndungsdienststellen, nicht aber anderer Untergliederungen einer Finanzbeh&ouml;rde, wie z.B. der StraBuSt, der Betriebspr&uuml;fungsstelle, der Vollstreckungsstelle, oder Ermittlungen des Finanzamts schlechthin eine Hemmung ausl&ouml;sen k&ouml;nnen. Die danach zwingend erforderliche Abgrenzung darf durch eine wie auch immer geartete Zurechnung nicht unterlaufen werden, es sei denn der Bundesgesetzgeber ordnete die Durchbrechung der in &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO gesetzten Regel selbst an. In der AO findet sich aber keine Norm, wonach Ermittlungen anderer Dienststellen der Landesfinanzbeh&ouml;rden der Steuerfahndung als eigene verj&auml;hrungshemmende Ermittlungen zuzurechnen sind. Vielmehr trennt die AO, wie sich aus den Regelungen in &sect;&sect; 208 Abs. 3 und 404 AO ergibt, Aufgaben und Befugnisse der mit der Steuerfahndung betrauten Dienststellen der Landesfinanzbeh&ouml;rden streng von den Aufgaben und Befugnissen sonstiger Dienststellen oder des Finanzamts als solchem.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Die im November 2003 erstattete Selbstanzeige stellt nach herrschender Meinung, der sich der Senat anschlie&szlig;t, keinen Antrag i.S. des &sect; 171 Abs. 3 AO dar und f&uuml;hrt daher nicht zu einer Ablaufhemmung nach dieser Vorschrift (Kruse in Tipke\/ Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 171 AO Rz 12; Pahlke\/Koenig\/C&ouml;ster, Abgabenordnung, 2. Aufl., &sect; 171 Rz 27; Urteil des FG Bremen vom 7. September 2006&nbsp;&nbsp;1 K 69\/06, EFG 2006, 1883; im Ergebnis gleicher Auffassung auch Ruban in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 171 AO Rz 17; Balmes in: K&uuml;hn\/ v.Wedelst&auml;dt, 19. Aufl., AO, &sect; 171 Rz 21, jeweils zur Berichtigungserkl&auml;rung nach &sect; 153 AO). Der Gesetzgeber hat den Fall des Eingangs einer Selbstanzeige oder einer Berichtigungserkl&auml;rung gem&auml;&szlig; &sect; 153 AO in der Sonderregelung des &sect; 171 Abs. 9 AO erfasst. Dieser Norm k&auml;me keine Bedeutung mehr zu, wenn man jede Selbstanzeige als Antrag i.S. des &sect; 171 Abs. 3 AO beurteilen w&uuml;rde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                dd) Die im Januar 2004 und damit innerhalb der Jahresfrist des &sect; 171 Abs. 9 AO begonnenen Ermittlungen der Steuerfahndung haben keine weitere zeitlich unbegrenzte Ablaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO ausgel&ouml;st. Vielmehr richtet sich der zeitliche Umfang der Hemmung allein nach der Sonderregelung des &sect; 171 Abs. 9 AO. Der dort vorgesehene zeitliche Rahmen kann durch Steuerfahndungsermittlungen, die erst nach Ablauf der ungehemmten Festsetzungsfrist aufgenommen wurden, nicht mehr erweitert werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Senat schlie&szlig;t sich damit der in der Literatur einhellig vertretenen Auffassung an (Ruban in HHSp, &sect; 171 AO Rz 100; Kruse in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 171 AO Rz 84; Balmes in: K&uuml;hn\/v.Wedelst&auml;dt, a.a.O., &sect; 171 Rz 91; Pahlke\/Koenig\/C&ouml;ster, a.a.O., &sect; 171 Rz 139; Klein\/R&uuml;sken, AO, 9. Aufl., &sect; 171 Rz 93).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                (1) Der Wortlaut des &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO ist allerdings nicht eindeutig. Mit der Formulierung &quot;vor Ablauf der Festsetzungsfrist&quot; k&ouml;nnte die regul&auml;re ungehemmte Frist (so Pahlke\/ Koenig\/C&ouml;ster, a.a.O., &sect; 171 Rz 62 und 109; Hartmann in Beermann\/Gosch, AO &sect; 171 Rz 33 und 57) oder auch die bereits anderweitig &#8211;hier: gem&auml;&szlig; &sect; 171 Abs. 9 AO&#8211; gehemmte Frist gemeint sein.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                (2) Dagegen f&uuml;hrt die Auslegung des &sect; 171 Abs. 9 AO nach seinem Wortlaut, der Entstehungsgeschichte, dem Zweck und der systematischen Funktion zu dem Ergebnis, dass der Gesetzgeber f&uuml;r die kurz vor Eintritt der Verj&auml;hrung bei den Finanzbeh&ouml;rden eingehende Selbstanzeige (&sect; 371 AO) oder Berichtigungserkl&auml;rung (&sect; 153 AO) eine verj&auml;hrungsrechtliche Sonderregelung geschaffen hat, deren Rechtsfolgen nicht durch die Verkn&uuml;pfung mit dem Hemmungstatbestand des &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO unterlaufen werden d&uuml;rfen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Hemmungstatbestand des &sect; 171 Abs. 9 AO kommt nicht zum Tragen, wenn die dort vorgesehene Jahresfrist vor Ablauf der regul&auml;ren Festsetzungsfrist endet. Auch verdr&auml;ngt diese Regelung grunds&auml;tzlich nicht andere Hemmungstatbest&auml;nde, deren Voraussetzungen vor Ablauf der regul&auml;ren Festsetzungsfrist verwirklicht wurden (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 22. Januar 1997 II B 40\/96, BFHE 181, 571, BStBl II 1997, 266; vom 14. M&auml;rz 2005 II B 11\/04, BFH\/NV 2005, 1340; vom 25. Juli 2007 V B 39\/07, BFH\/NV 2007, 2071; vom 14. September 2007 VIII B 20\/07, BFH\/NV 2008, 25; zu Ausnahmen vgl. unter II.2.c cc der Gr&uuml;nde dieses Urteils). Danach besteht der Zweck des &sect; 171 Abs. 9 AO allein darin, die Finanzbeh&ouml;rde in die Lage zu versetzen, die k&uuml;rzer als ein Jahr vor Ablauf der Festsetzungsfrist eingehende Selbstanzeige ohne Zeitdruck pr&uuml;fen und eine etwaige Bescheid&auml;nderung innerhalb eines Jahres veranlassen zu k&ouml;nnen. Um die erforderliche Auswertung der Selbstanzeige oder der Berichtigungserkl&auml;rung gem&auml;&szlig; &sect; 153 AO sicherzustellen, gew&auml;hrt der Gesetzgeber dem Fiskus bewusst eine Auswertungsfrist von einem Jahr (BFH-Urteil vom 28. Februar 2008 VI R 62\/06, BFHE 220, 238, BStBl II 2008, 595; Lohmeyer in Pump\/Leibner, Abgabenordnung, Kommentar, &sect; 171 Rz 52; vgl. auch Protokoll Nr. 22\/11 der Arbeitsgruppe &quot;AO-Reform&quot; des Finanzausschusses, Deutscher Bundestag, 6. Wahlperiode 1969, 6. Ausschuss). Eine zeitlich unbegrenzte Ablaufhemmung hat der Gesetzgeber hingegen gerade nicht geschaffen. Er ging vielmehr davon aus, dass die Pr&uuml;fung der Berichtigungserkl&auml;rungen innerhalb der Frist des &sect; 171 Abs. 9 AO stattfindet und danach die Festsetzungsverj&auml;hrung eintritt. Die Bew&auml;ltigung der Auswertungsarbeiten innerhalb eines Jahres ist objektiv auch ohne weiteres m&ouml;glich, da eine Selbstanzeige i.S. des &sect; 371 Abs. 1 AO nur vorliegt, wenn das Finanzamt durch die Angaben in der Berichtigungserkl&auml;rung in die Lage versetzt wird, ohne langwierige gro&szlig;e Nachforschungen die zutreffende Steuer &#8211;gegebenenfalls im Sch&auml;tzungswege&#8211; festzusetzen (vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 5. September 1974&nbsp;&nbsp;4 StR 369\/74, Neue Juristische Wochenschrift 1974, 2293; BFH-Beschluss vom 10. Juni 2005 VIII B 324\/03, Steuer-Eildienst 2005, 2149; Klein\/Gast-deHaan, a.a.O., &sect; 371 Rz 8).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit R&uuml;cksicht auf den vorgenannten Gesetzeszweck des &sect; 171 Abs. 9 AO ist es nicht zul&auml;ssig, den Tatbestand des &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO, der ohne vorherigen Eingang der Selbstanzeige f&uuml;r sich betrachtet keine verj&auml;hrungshemmende Wirkung entfalten w&uuml;rde, mit Abs. 9 der Vorschrift in der von der Revision geltend gemachten Weise zu kombinieren. Denn die erforderliche &Uuml;berpr&uuml;fung und Auswertung der Selbstanzeige f&auml;nde dann nicht innerhalb der vom Gesetzgeber eigens hierf&uuml;r vorgesehenen und als ausreichend erachteten Auswertungsfrist des &sect; 171 Abs. 9 AO statt, sondern in den &#8211;nur vom Rechtsinstitut der Verwirkung gezogenen&#8211; zeitlichen Grenzen des &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO (vgl. BFH-Urteil in BFHE 198, 303, BStBl II 2002, 586). Diese Gesetzesbestimmung ist zudem nach ihrem eigenen Zweck nicht auf die vorliegend zu beurteilende Konstellation zugeschnitten. Denn mit der zeitlich unbegrenzten Hemmung gem&auml;&szlig; &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO soll die Verwertung der Ergebnisse langwieriger Ermittlungen der Fahndungsdienste in F&auml;llen unaufgekl&auml;rter Steuerkriminalit&auml;t verj&auml;hrungsrechtlich abgesichert werden. Dagegen besteht die Funktion des &sect; 171 Abs. 9 AO darin, die steuerliche Ber&uuml;cksichtigung von Informationen zu erm&ouml;glichen, die ein &quot;reuiger Steuers&uuml;nder&quot; in qualifizierter Form selbst an das Finanzamt geliefert hat, um in den Genuss der Straffreiheit zu gelangen. Einer zeitlich unbegrenzten Hemmung bedarf es nach der Einsch&auml;tzung des Gesetzgebers gerade nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.7.2009, VIII R 5\/07 Ablaufhemmung nach Erstattung einer Selbstanzeige &#8211; verj&auml;hrungshemmende Wirkung einer Fahndungspr&uuml;fung Leits&auml;tze 1. Ermittlungen der Strafsachen- und Bu&szlig;geldstelle des Finanzamts stellen keine Ermittlungen der mit &quot;der Steuerfahndung betrauten Dienststellen der Landesfinanzbeh&ouml;rden&quot; i.S. des &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO dar und f&uuml;hren daher nicht zur Ablaufhemmung nach dieser &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-5-07-ablaufhemmung-nach-erstattung-einer-selbstanzeige-verjaehrungshemmende-wirkung-einer-fahndungspruefung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;5\/07 &#8211; Ablaufhemmung nach Erstattung einer Selbstanzeige &#8211; verj&auml;hrungshemmende Wirkung einer Fahndungspr&uuml;fung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14301","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14301","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14301"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14301\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14301"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14301"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14301"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}