{"id":14346,"date":"2012-12-20T06:45:45","date_gmt":"2012-12-20T04:45:45","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14346"},"modified":"2012-12-20T10:20:40","modified_gmt":"2012-12-20T08:20:40","slug":"iv-r-55-06-anwendung-des-par-173-abs-1-ao-bei-personengesellschaften-aenderung-einer-gewinnverteilung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-55-06-anwendung-des-par-173-abs-1-ao-bei-personengesellschaften-aenderung-einer-gewinnverteilung\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;55\/06 &#8211; Anwendung des &sect; 173 Abs 1 AO bei Personengesellschaften &#8211; &Auml;nderung einer Gewinnverteilung"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.6.2009, IV R 55\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Anwendung des \u00a7 173 Abs 1 AO bei Personengesellschaften &#8211; \u00c4nderung einer Gewinnverteilung<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Bei der einheitlichen und gesonderten Feststellung von ertragsteuerrechtlichen Besteuerungsgrundlagen einer Personengesellschaft kommt es f\u00fcr die Frage, ob eine nachtr\u00e4glich bekannt gewordene Tatsache i.S. des \u00a7 173 Abs. 1 AO zu einer h\u00f6heren oder niedrigeren &#8222;Steuer&#8220; f\u00fchrt, nur auf die \u00c4nderungen der Besteuerungsgrundlagen an. Die steuerlichen Auswirkungen in den Folgebescheiden sind nicht ma\u00dfgeblich.<\/p>\n<p>2. Ob sich die Besteuerungsgrundlagen erh\u00f6hen oder verringern, ist bei der Feststellung von ertragsteuerrechtlichen Besteuerungsgrundlagen einer Personengesellschaft nicht f\u00fcr die Gesellschaft insgesamt, sondern f\u00fcr jeden einzelnen Feststellungsbeteiligten getrennt zu beurteilen.<\/p>\n<p>3. Bei einer nachtr\u00e4glich bekannt gewordenen, steuerrechtlich beachtlichen Gewinnverteilungsabrede sind die Voraussetzungen des \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 1 AO erf\u00fcllt, soweit sich die Gewinnanteile erh\u00f6hen. Der Bescheid ist nach \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 2 AO zu \u00e4ndern, soweit sich die Gewinnanteile verringern.<\/p>\n<p>4. Auf ein grobes Verschulden am nachtr\u00e4glichen Bekanntwerden einer Gewinnverteilungsabrede kommt es nicht an (Aufgabe der im Urteil vom 7. Mai 1987 IV R 33\/85, BFH\/NV 1987, 775 vertretenen Auffassung).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4ger und Revisionsbeklagten (Kl\u00e4ger) waren im Streitjahr (2000) die Gesellschafter einer (inzwischen vollbeendeten) GbR, deren Gegenstand die Planung technischer Geb\u00e4udeausr\u00fcstung war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>In der Feststellungserkl\u00e4rung f\u00fcr das Streitjahr erkl\u00e4rte der Kl\u00e4ger zu 1. f\u00fcr die GbR laufende Eink\u00fcnfte in H\u00f6he von insgesamt 17 708 DM, welche in H\u00f6he von 12 649 DM auf den Kl\u00e4ger zu 1. und in H\u00f6he von 5 059 DM auf den Kl\u00e4ger zu 2. verteilt wurden. Der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) stellte mit Bescheid vom 21. Februar 2002 unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung in dieser H\u00f6he und Verteilung Eink\u00fcnfte fest. Das FA forderte in diesem Bescheid die Kl\u00e4ger u.a. dazu auf, die Gewinnverteilung zu erl\u00e4utern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Daraufhin beauftragten die Kl\u00e4ger den Bevollm\u00e4chtigten, einen <a title=\"Steuerberater\" href=\"http:\/\/steuerberater.biz\/\">Steuerberater<\/a>. Dieser erstellte eine berichtigte Feststellungserkl\u00e4rung: Die Kl\u00e4ger erkl\u00e4rten nunmehr Eink\u00fcnfte in H\u00f6he von insgesamt 64 026 DM, die zu gleichen Teilen auf die Kl\u00e4ger aufgeteilt wurden (je 32 013 DM). Das FA \u00e4nderte dementsprechend die Feststellungen mit Bescheid vom 14. Oktober 2002 und hob zugleich den Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung auf. Der \u00c4nderungsbescheid wurde bestandskr\u00e4ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 22. Januar 2003 beantragten die Kl\u00e4ger eine abweichende Gewinnverteilung: Dem Kl\u00e4ger zu 1. seien insgesamt 44 013 DM und dem Kl\u00e4ger zu 2. insgesamt 20 013 DM zuzurechnen. Zur Begr\u00fcndung f\u00fchrten sie aus, die GbR resultiere aus einer missgl\u00fcckten GmbH-Gr\u00fcndung. F\u00fcr diese Vorgr\u00fcndungsgesellschaft gebe es keinen Gesellschaftsvertrag. Nach Durchf\u00fchrung der Veranlagung f\u00fcr das Streitjahr habe sich herausgestellt, dass hinsichtlich der Gewinnverteilung eine m\u00fcndliche Absprache existiere, welche noch nicht beachtet worden sei. Hiernach seien vom erzielten Gewinn vorab dem Kl\u00e4ger zu 1. ein Betrag von 40 000 DM und dem Kl\u00e4ger zu 2. ein Betrag von 16 000 DM zuzuordnen. Der dann verbleibende Gewinn in H\u00f6he von 8 026 DM sei anschlie\u00dfend auf beide Kl\u00e4ger je zur H\u00e4lfte aufzuteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA lehnte mit Bescheid vom 29. Januar 2003 den Antrag auf \u00c4nderung ab. Eine \u00c4nderung nach \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 2 der Abgabenordnung (AO) sei nicht m\u00f6glich; denn es liege grobes Verschulden vor, da die Gewinnverteilungsabrede dem FA nicht mitgeteilt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Klage war erfolgreich. Das Finanzgericht (FG) hat zur Begr\u00fcndung in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 7 ver\u00f6ffentlichten Urteil ausgef\u00fchrt, nach der \u00dcberzeugung des Senats h\u00e4tten die Kl\u00e4ger bereits zu Beginn ihrer T\u00e4tigkeit keine h\u00e4lftige, sondern eine hiervon abweichende Gewinnverteilung einschlie\u00dflich Vorabgewinnanteilen vereinbart. Der Bescheid sei nach \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 2 AO zu \u00e4ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r\u00fcgt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left: 36;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left: 36;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4ger beantragen sinngem\u00e4\u00df,<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left: 18;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left: 18;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Voraussetzungen f\u00fcr eine \u00c4nderung des Feststellungsbescheides nach \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 1 und Nr. 2 AO liegen vor. Auf ein grobes Verschulden der Kl\u00e4ger kommt es nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. a) Nach \u00a7 173 Abs. 1 AO sind Steuerbescheide aufzuheben oder zu \u00e4ndern,<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left: 18;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>1.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0soweit Tatsachen oder Beweismittel nachtr\u00e4glich bekannt werden, die zu einer h\u00f6heren Steuer f\u00fchren,<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left: 18;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0soweit Tatsachen oder Beweismittel nachtr\u00e4glich bekannt werden, die zu einer niedrigeren Steuer f\u00fchren und den Steuerpflichtigen kein grobes Verschulden daran trifft, dass die Tatsachen oder Beweismittel erst nachtr\u00e4glich bekannt werden. Das Verschulden ist unbeachtlich, wenn die Tatsachen oder Beweismittel in einem unmittelbaren oder mittelbaren Zusammenhang mit Tatsachen oder Beweismitteln i.S. der Nr. 1 stehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left: 18;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Diese Vorschrift gilt f\u00fcr die gesonderte Feststellung sinngem\u00e4\u00df (\u00a7 181 Abs. 1 Satz 1 AO). Dies bedeutet deren Anwendung unter Beachtung der Besonderheiten des Feststellungsverfahrens (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 16. September 1987 II R 178\/85, BFHE 151, 8, BStBl II 1988, 174, unter 1. der Gr\u00fcnde; vom 16. September 1987 II R 237\/84, BFH\/NV 1988, 690, unter 3.a der Gr\u00fcnde; BFH-Beschluss vom 16. September 1987 II R 261\/83, BFH\/NV 1988, 689).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Danach kommt es f\u00fcr die Frage, ob eine nachtr\u00e4glich bekannt gewordene Tatsache zu einer h\u00f6heren (\u00a7 173 Abs. 1 Nr. 1 AO) oder niedrigeren (\u00a7 173 Abs. 1 Nr. 2 AO) &#8222;Steuer&#8220; f\u00fchrt, bei der einheitlichen und gesonderten Feststellung von ertragsteuerrechtlichen Besteuerungsgrundlagen einer Personengesellschaft nach \u00a7 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a AO darauf an, ob und wie sich die Besteuerungsgrundlagen f\u00fcr jeden einzelnen Feststellungsbeteiligten erh\u00f6hen oder verringern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) F\u00fcr Bescheide \u00fcber die Einheitswertfeststellung hat der BFH entschieden, dass von einer konkreten Pr\u00fcfung des steuerlichen Folgeergebnisses, das je nach Steuerart unterschiedlich sein kann, abzusehen ist (BFH-Urteile in BFHE 151, 8, BStBl II 1988, 174, unter 1. der Gr\u00fcnde; in BFH\/NV 1988, 690, unter 3.a der Gr\u00fcnde; BFH-Beschluss in BFH\/NV 1988, 689). Ebenfalls ist bei Zerlegungsbescheiden f\u00fcr die Gewerbesteuer auf den Zerlegungsanteil und nicht auf die &#8211;insgesamt&#8211; eintretende steuerliche Wirkung bei dem Steuerpflichtigen bzw. dem Zerlegungsberechtigten abzustellen (BFH-Urteile vom 24. M\u00e4rz 1992 VIII R 33\/90, BFHE 168, 350, BStBl II 1992, 869, unter 2.c dd der Gr\u00fcnde; vom 12. Mai 1992 VIII R 45\/90, BFH\/NV 1993, 191, unter II.2.d bb der Gr\u00fcnde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Auch f\u00fcr die einheitliche und gesonderte Feststellung von ertragsteuerrechtlichen Besteuerungsgrundlagen einer Personengesellschaft gem\u00e4\u00df \u00a7 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a AO sind die steuerlichen Auswirkungen in den Folgebescheiden f\u00fcr die \u00c4nderung nach \u00a7 173 Abs. 1 AO nicht ma\u00dfgeblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(1) Nach \u00a7 179 Abs. 2 Satz 2, \u00a7 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a AO werden einkommensteuer- und k\u00f6rperschaftsteuerpflichtige Eink\u00fcnfte und mit ihnen im Zusammenhang stehende andere Besteuerungsgrundlagen gesondert und einheitlich festgestellt, wenn an den Eink\u00fcnften mehrere Personen beteiligt und die Eink\u00fcnfte diesen Personen steuerlich zuzurechnen sind. Nach diesen Vorschriften sind insbesondere die von einer Personengesellschaft erzielten Eink\u00fcnfte sowie deren Verteilung auf die Gesellschafter im Wege der gesonderten und einheitlichen Feststellung zu erfassen. Im Rahmen dieser Feststellung ist auch \u00fcber die Art der erzielten Eink\u00fcnfte zu entscheiden (Beschluss des Gro\u00dfen Senats des BFH vom 11. April 2005 GrS 2\/02, BFHE 209, 399, BStBl II 2005, 679, unter C.1. der Gr\u00fcnde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Diese Vorschriften bezwecken, in verfahrensrechtlich gestufter und abschichtender Weise die notwendigen Entscheidungen verbindlich vorzugeben, um auf dieser Grundlage die Folgebescheide erlassen zu k\u00f6nnen (Beschluss des Gro\u00dfen Senats des BFH in BFHE 209, 399, BStBl II 2005, 679, unter C.3.b aa der Gr\u00fcnde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(2) Diesem Zweck entsprechend kommt es f\u00fcr die Frage, ob eine nachtr\u00e4glich bekannt gewordene Tatsache i.S. des \u00a7 173 Abs. 1 AO zu einer h\u00f6heren oder niedrigeren &#8222;Steuer&#8220; f\u00fchrt, nur auf die \u00c4nderungen der Besteuerungsgrundlagen an. Die sich aus dem Folgebescheid ergebenden Konsequenzen sind hierf\u00fcr ohne Bedeutung (Anwendungserlass zur Abgabenordnung &#8211;AEAO&#8211; Nr. 10.2 zu \u00a7 173; v. Wedelst\u00e4dt in Beermann\/Gosch, AO \u00a7 173 Rz 39; v. Groll in H\u00fcbschmann\/Hepp\/Spitaler, \u00a7 173 AO Rz 150; Pahlke\/ Koenig, Abgabenordnung, 2. Aufl., \u00a7 173 Rz 92; W\u00fcllenkemper, Deutsche Steuerzeitung 1993, 206, 208; vgl. BFH-Urteile vom 30. Oktober 1986 III R 163\/82, BFHE 148, 208, BStBl II 1987, 161, unter a der Gr\u00fcnde; vom 5. Dezember 2002 IV R 58\/01, BFH\/NV 2003, 588, unter 2.a der Gr\u00fcnde; einschr\u00e4nkend: Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, \u00a7 173 AO Rz 59; Brandis in Tipke\/Kruse, a.a.O., \u00a7 181 AO Rz 4 zu \u00a7\u00a7 172 bis 177).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>25<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(3) Dem steht das BFH-Urteil vom 5. Juni 1962 I 95 und 110\/60 S (BFHE 76, 282, BStBl III 1963, 100) nicht entgegen. In dieser Entscheidung hat der BFH zwar ausgef\u00fchrt, f\u00fcr die Frage, ob eine nach der Rechtsprechung f\u00fcr eine \u00c4nderung nach \u00a7 222 Abs. 1 der Reichsabgabenordnung erforderliche neue Tatsache &#8222;von einigem Gewicht&#8220; vorliege, sei bei der einheitlichen Gewinnfeststellung und beim Gewerbesteuermessbescheid der sich aus den Feststellungen ergebende Steuerbetrag gegebenenfalls zu sch\u00e4tzen. Dies betrifft aber nicht die Frage, wie bei der einheitlichen und gesonderten Feststellung der Begriff der h\u00f6heren oder niedrigeren Steuer i.S. des \u00a7 173 Abs. 1 AO zu verstehen ist. Dar\u00fcber hinaus waren die Ausf\u00fchrungen nicht entscheidungserheblich, weil in dem damaligen Verfahren die \u00c4nderungen von K\u00f6rperschaftsteuerbescheiden einer GmbH streitig waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>26<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Ob sich die Besteuerungsgrundlagen erh\u00f6hen oder verringern, ist bei der einheitlichen und gesonderten Feststellung von ertragsteuerrechtlichen Besteuerungsgrundlagen einer Personengesellschaft nicht f\u00fcr die Gesellschaft insgesamt, sondern f\u00fcr jeden einzelnen Feststellungsbeteiligten getrennt zu beurteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>27<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(1) Denn nicht die Gesellschaft, sondern die von den Feststellungen betroffenen Gesellschafter als Mitunternehmer sind die Inhaltsadressaten des Feststellungsbescheids. Ein Feststellungsbescheid richtet sich n\u00e4mlich gegen den Steuerpflichtigen, dem der Gegenstand der Feststellung bei der Besteuerung zuzurechnen ist (\u00a7 179 Abs. 2 Satz 1 AO). Das sind bei einer Personengesellschaft die Gesellschafter, die von den Folgen der Gewinnfeststellung in der Weise pers\u00f6nlich betroffen sind, dass der Feststellungsbescheid Grundlagenbescheid (\u00a7 171 Abs. 10 AO) f\u00fcr ihren Steuerbescheid als Folgebescheid ist (BFH-Urteil vom 15. Juni 2004 VIII R 7\/02, BFHE 206, 388, BStBl II 2004, 914, unter II.1.a aa der Gr\u00fcnde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>28<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(2) Dementsprechend hat der BFH entschieden, dass die Gesellschafter im Klageverfahren einer Personengesellschaft gegen einen Gewinnfeststellungsbescheid nicht Dritte i.S. des \u00a7 174 Abs. 5 AO sind (BFH-Urteil in BFHE 206, 388, BStBl II 2004, 914).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>29<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Eine nachtr\u00e4glich bekannt gewordene, steuerrechtlich beachtliche Gewinnverteilungsabrede l\u00e4sst zwar die H\u00f6he der Eink\u00fcnfte insgesamt unber\u00fchrt. Soweit sich danach aber der Gewinnanteil f\u00fcr einen Feststellungsbeteiligten erh\u00f6ht, sind die Voraussetzungen des \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 1 AO erf\u00fcllt; soweit sich der Gewinnanteil verringert, ist der Bescheid nach \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 2 AO zu \u00e4ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>30<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Auf ein grobes Verschulden kommt es dabei nach \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 AO nicht an. An seiner hiervon abweichenden, im Urteil vom 7. Mai 1987 IV R 33\/85 (BFH\/NV 1987, 775, unter 3. der Gr\u00fcnde) vertretenen Auffassung h\u00e4lt der Senat nicht mehr fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>31<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Zwar ist bei der \u00c4nderung der Artfeststellung im Einheitswertbescheid f\u00fcr die Abgrenzung zwischen \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 1 und Nr. 2 AO nach den BFH-Entscheidungen in BFHE 151, 8, BStBl II 1988, 174, unter 1. der Gr\u00fcnde, in BFH\/NV 1988, 690, unter 3.a der Gr\u00fcnde und in BFH\/NV 1988, 689 ma\u00dfgeblich, wer die \u00c4nderung angesto\u00dfen hat: Beantragt der Steuerpflichtige die \u00c4nderung, wird danach unwiderleglich vermutet, die \u00c4nderung f\u00fchre zu einer niedrigeren Steuer; \u00e4ndert das FA von Amts wegen, wird eine h\u00f6here Steuer unwiderleglich vermutet. Dies soll nach dem AEAO Nr. 10.2 zu \u00a7 173 auch f\u00fcr die \u00c4nderung einer Gewinnverteilung gelten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>32<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Jedoch ist diese Rechtsprechung von den Besonderheiten der Artfeststellung beim Einheitswert gepr\u00e4gt. Die Artfeststellung als solche l\u00e4sst keine belastende oder beg\u00fcnstigende Tendenz erkennen. Zudem betreffen die Feststellungen des Einheitswertes eine Vielzahl von Steuerarten; die Auswirkungen k\u00f6nnen unterschiedlich sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>33<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Demgegen\u00fcber \u00e4ndert sich bei einer anderen Gewinnverteilung bezogen auf den einzelnen Feststellungsbeteiligten die H\u00f6he der ihm zuzurechnenden Eink\u00fcnfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>34<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Ein grobes Verschulden ist im Rahmen des \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 2 AO nach Satz 2 dieser Regelung unbeachtlich, weil die nachtr\u00e4glich dem FA bekannt gewordene Gewinnverteilungsabrede zugleich bei dem Feststellungsbeteiligten, dessen Gewinnanteil sich erh\u00f6ht, eine Tatsache i.S. des \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 1 AO ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>35<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>\u00a7 173 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 AO ist auch bei der einheitlichen und gesonderten Feststellung von ertragsteuerrechtlichen Besteuerungsgrundlagen anwendbar (\u00a7 181 Abs. 1 Satz 1 AO). Die Eigenart dieses Verfahrens gebietet es nicht, die Vorschrift nicht anzuwenden. Hiervon geht im \u00dcbrigen &#8211;entgegen der Auffassung des FA&#8211; auch der AEAO in Nr. 10.2 zu \u00a7 173 aus. Denn danach bleibt \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 AO &#8222;unber\u00fchrt&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>36<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Diesem Ergebnis entspricht, dass der Rechtsgedanke des \u00a7 174 Abs. 1 AO die doppelte Erfassung von Gewinnanteilen verbietet. Hierzu k\u00e4me es aber, wenn nur die Gewinnanteile, soweit sie sich erh\u00f6hten, nach \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 1 AO ge\u00e4ndert werden m\u00fcssten, die Gewinnanteile der anderen Beteiligten aber nicht verringert w\u00fcrden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>37<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Vorliegend ist aufgrund der nachtr\u00e4glich dem FA bekannt gewordenen Gewinnverteilungsabrede der Bescheid vom 14. Oktober 2002 nach \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 1 und Nr. 2 AO zu \u00e4ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>38<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die m\u00fcndliche Gewinnverteilungsabrede ist steuerrechtlich beachtlich, weil sie nach den Feststellungen des FG von Anfang an bestand und nicht nur nachtr\u00e4glich r\u00fcckwirkend vereinbart worden ist (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 21. Dezember 1972 IV R 194\/69, BFHE 108, 495, BStBl II 1973, 389; BFH-Beschluss vom 23. Januar 2009 IV B 149\/07, juris, unter II.1.b der Gr\u00fcnde). F\u00fcr den Kl\u00e4ger zu 1. erh\u00f6ht sich, f\u00fcr den Kl\u00e4ger zu 2. verringert sich danach der Gewinnanteil.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.6.2009, IV R 55\/06 Anwendung des \u00a7 173 Abs 1 AO bei Personengesellschaften &#8211; \u00c4nderung einer Gewinnverteilung Leits\u00e4tze 1. 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