{"id":14347,"date":"2012-12-20T06:42:03","date_gmt":"2012-12-20T04:42:03","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14347"},"modified":"2012-12-20T06:42:03","modified_gmt":"2012-12-20T04:42:03","slug":"iv-r-3-07-veraeusserung-eines-mitunternehmeranteils-uebergang-des-wirtschaftlichen-eigentums-veraeusserungsgewinn-is-des-par-16-estg-klagebefugnis-des-erwerbers-eines-mitunternehmeranteils-bei-streit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-3-07-veraeusserung-eines-mitunternehmeranteils-uebergang-des-wirtschaftlichen-eigentums-veraeusserungsgewinn-is-des-par-16-estg-klagebefugnis-des-erwerbers-eines-mitunternehmeranteils-bei-streit\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;3\/07 &#8211; Ver&auml;u&szlig;erung eines Mitunternehmeranteils &#8211; &Uuml;bergang des wirtschaftlichen Eigentums &#8211; Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn i.S. des &sect; 16 EStG &#8211; Klagebefugnis des Erwerbers eines Mitunternehmeranteils bei Streit um die H&ouml;he des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns des Ver&auml;u&szlig;erers"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.6.2009, IV R 3\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Ver&auml;u&szlig;erung eines Mitunternehmeranteils &#8211; &Uuml;bergang des wirtschaftlichen Eigentums &#8211; Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn i.S. des &sect; 16 EStG &#8211; Klagebefugnis des Erwerbers eines Mitunternehmeranteils bei Streit um die H&ouml;he des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns des Ver&auml;u&szlig;erers<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Wird ein Gesellschaftsanteil unter einer aufschiebenden Bedingung ver&auml;u&szlig;ert, geht das wirtschaftliche Eigentum an dem Gesellschaftsanteil grunds&auml;tzlich erst mit dem Eintritt der Bedingung auf den Erwerber &uuml;ber, wenn ihr Eintritt nicht allein vom Willen und Verhalten des Erwerbers abh&auml;ngt.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte zu 1. (Kl&auml;ger zu 1.) und S waren Komplement&auml;re, die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten zu 2. bis 4. (Kl&auml;ger zu 2. bis 4.) Kommanditisten der X KG (KG); die Kl&auml;ger zu 2. bis 4. sind zugleich die Erben nach S. Weitere Komplement&auml;rin war die X Beteiligungs GmbH.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Vertrag vom 21. Dezember 1993 ver&auml;u&szlig;erten die Kl&auml;ger und S ihre Anteile an der KG an die Fa. Y Beteiligungs GmbH (GmbH). Darin war vereinbart, dass die Kl&auml;ger und S die Anteile mit dinglicher Wirkung zum 1. Januar 1994 auf die GmbH &uuml;bertragen. Der Kaufpreis wurde f&uuml;r alle Anteile mit 222 Mio. DM veranschlagt; er war in bar und in Aktien der an der Schweizer B&ouml;rse notierten Y AG (AG) zu leisten. Umfang und Anrechnung der Aktien auf den Kaufpreis bestimmten sich nach der Anlage 1a zum Vertrag. Danach &uuml;bergab die GmbH &quot;an Zahlungs Statt&quot; 18 000 Namensaktien und 2 500 Inhaberaktien der AG. Die Aktien wurden zu den um 5 % sowie den Gegenwert von 538 200 sfr in DM gek&uuml;rzten durchschnittlichen B&ouml;rsenkursen im Dezember (bis 23. Dezember 1993), umgerechnet zum durchschnittlichen Devisenmittelkurs (bis 23. Dezember 1993), angerechnet. Die H&auml;lfte der Inhaberaktien war erst nach einem Jahr &quot;frei verf&uuml;gbar&quot;, d.h. sie durften erst nach einem Jahr ver&auml;u&szlig;ert werden. Die Namensaktien waren im ersten Jahr nicht ver&auml;u&szlig;erbar, danach j&auml;hrlich 6 000 St&uuml;ck. Die Aktien waren erstmals f&uuml;r das Gesch&auml;ftsjahr 1994 dividenden- und stimmberechtigt. Die Kl&auml;ger und S &uuml;bernahmen die Aufteilung des Kaufpreises. Der Vertrag stand unter der aufschiebenden Bedingung, dass das Bundeskartellamt den Zusammenschluss nicht innerhalb der Frist des &sect; 24a Abs. 2 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschr&auml;nkungen (GWB) a.F. untersagt oder vorab erkl&auml;rt, die Untersagung nicht vornehmen zu wollen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Bundeskartellamt stimmte der &Uuml;bertragung am 25. M&auml;rz 1994 zu. Die Aktien gingen am 15. Mai 1994 auf die Kl&auml;ger und S &uuml;ber. Die KG wurde im August 1994 beendet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit einem weiteren notariellen Vertrag vom 21. Dezember 1993 hatte die GmbH auch s&auml;mtliche Anteile an der X Beteiligungs GmbH erworben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In der Feststellungserkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr 1994 wurde ein Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von insgesamt 151 180 234 DM erkl&auml;rt. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) stellte die Eink&uuml;nfte f&uuml;r das Streitjahr zun&auml;chst erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gesondert und einheitlich fest. Bei einer Au&szlig;enpr&uuml;fung ermittelte das FA einen um 3 970 843 DM h&ouml;heren Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn, da es die Aktien mit den B&ouml;rsenkursen vom 3. Januar 1994 (erster B&ouml;rsentag des Jahres 1994) abz&uuml;glich eines Betrags in H&ouml;he von 970 209 DM wegen der fehlenden Dividendenberechtigung f&uuml;r 1993 bewertete; die in der Anlage 1a zum Vertrag vom 21. Dezember 1993 vereinbarten K&uuml;rzungen um 5 % und den Gegenwert von 538 200 sfr in DM ber&uuml;cksichtigte es nicht. Das FA &auml;nderte daher den Gewinnfeststellungsbescheid f&uuml;r das Streitjahr entsprechend. Die hiergegen gerichteten Einspr&uuml;che blieben ohne Erfolg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) gab der Klage aus den in Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2008, 870 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden statt. Es f&uuml;hrte im Wesentlichen aus, der tats&auml;chlich erzielte Ver&auml;u&szlig;erungspreis sei nicht nach dem gemeinen Wert der Aktien im Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung, sondern nach der zwischen den Vertragsparteien getroffenen Vereinbarung zu bestimmen. Die Vertragsparteien h&auml;tten zivilrechtlich keinen Tausch mit Baraufgabe, sondern einen Doppelkauf vereinbart. Es fehle wegen der bindenden Anrechnung der Aktien auf den Kaufpreis zu einem bestimmten, im Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung feststehenden Wert am Tauschcharakter des Leistungsaustauschs.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung des &sect; 16 Abs. 2 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr geltenden Fassung (EStG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger beantragen, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Das FG hat zutreffend davon abgesehen, die GmbH als Erwerberin der Kommanditanteile zum Verfahren nach &sect; 60 Abs. 3 Satz 1 FGO notwendig beizuladen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gem&auml;&szlig; &sect; 60 Abs. 3 Satz 1 FGO sind Dritte zum Verfahren beizuladen, wenn sie an dem streitigen Rechtsverh&auml;ltnis derart beteiligt sind, dass die Entscheidung auch ihnen gegen&uuml;ber nur einheitlich ergehen kann. Dies gilt nicht f&uuml;r Mitberechtigte, die nach &sect; 48 FGO nicht klagebefugt sind (&sect; 60 Abs. 3 Satz 2 FGO). Gegenstand des Klageverfahrens ist allein die H&ouml;he des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns der Kl&auml;ger und von S; die Feststellung eines Gewinns aus der Ver&auml;u&szlig;erung eines Mitunternehmeranteils ist selbst&auml;ndig anfechtbar (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 31. Juli 1974 I R 226\/70, BFHE 113, 428, BStBl II 1975, 236, sowie BFH-Beschluss vom 6. Dezember 1979 IV B 56\/79, BFHE 130, 1, BStBl II 1980, 314, jeweils m.w.N.). Diese Feststellungen ber&uuml;hren die GmbH als Erwerberin der Anteile nicht und k&ouml;nnen sie damit nicht in ihren eigenen Rechten verletzen (vgl. &sect; 40 Abs. 2 FGO). Eine Klagebefugnis der GmbH ist deshalb insbesondere weder aus &sect; 48 Abs. 1 Nr. 2 FGO noch aus &sect; 48 Abs. 1 Nr. 5 FGO abzuleiten; auch &sect; 48 Abs. 1 Nr. 2 FGO vermittelt nur ein beschr&auml;nktes Klagerecht (BFH-Beschluss vom 3. M&auml;rz 1998 VIII B 62\/97, BFHE 185, 131, BStBl II 1998, 401). Soweit der Senat mit Urteil vom 10. November 1988 IV R 70\/86 (BFH\/NV 1990, 31) entschieden hat, der Erwerber eines Mitunternehmeranteils sei nach &sect; 48 Abs. 1 Nr. 5 FGO klagebefugt, wenn Streit &uuml;ber die H&ouml;he des Ver&auml;u&szlig;erungspreises bestehe, h&auml;lt er daran nicht fest.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Das FG hat zu Unrecht entschieden, dass sich die von den Kl&auml;gern und S f&uuml;r die Ver&auml;u&szlig;erung ihrer Mitunternehmeranteile erzielten Ver&auml;u&szlig;erungspreise nach der im Vertrag vom 21. Dezember 1993 vorgenommenen Bewertung des (Gesamt-)Kaufpreises bemessen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach &sect; 16 Abs. 1 Nr. 2 EStG geh&ouml;ren zu den Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb auch Gewinne, die erzielt werden bei der Ver&auml;u&szlig;erung des Anteils eines Gesellschafters, der als Unternehmer (Mitunternehmer) des Betriebs anzusehen ist (&sect; 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn i.S. des &sect; 16 Abs. 1 EStG ist der Betrag, um den der Ver&auml;u&szlig;erungspreis nach Abzug der Ver&auml;u&szlig;erungskosten den Wert des Anteils am Betriebsverm&ouml;gen &uuml;bersteigt (&sect; 16 Abs. 2 Satz 1 EStG). Der Tatbestand der Ver&auml;u&szlig;erung ist mit der &Uuml;bertragung des wirtschaftlichen Eigentums auf den Erwerber verwirklicht. In diesem Zeitpunkt entsteht der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn, und zwar unabh&auml;ngig davon, ob der vereinbarte Kaufpreis sofort f&auml;llig, in Raten zahlbar oder langfristig gestundet ist und wann der Verkaufserl&ouml;s dem Ver&auml;u&szlig;erer tats&auml;chlich zuflie&szlig;t (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 19. Juli 1993 GrS 2\/92, BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Unter Ver&auml;u&szlig;erungspreis i.S. des &sect; 16 EStG ist der tats&auml;chlich erzielte Erl&ouml;s zu verstehen (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897). Zum Ver&auml;u&szlig;erungspreis geh&ouml;ren die Gegenleistung, die der Ver&auml;u&szlig;erer vom Erwerber f&uuml;r die &Uuml;bertragung erh&auml;lt (BFH-Urteil vom 2. September 1988 III R 117\/86, BFH\/NV 1990, 20), und Leistungen, die der Ver&auml;u&szlig;erer zwar nicht als Gegenleistung, aber im unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang mit der Ver&auml;u&szlig;erung vom Erwerber oder &#8211;ohne dass dies der Erwerber veranlasst hat&#8211; von einem Dritten erlangt (BFH-Urteil vom 7. November 1991 IV R 14\/90, BFHE 166, 527, BStBl II 1992, 457, m.w.N.). Soweit die Gegenleistung nicht in Geld, sondern in Sachg&uuml;tern besteht, ist der Ver&auml;u&szlig;erungspreis mit dem gemeinen Wert (&sect; 9 des Bewertungsgesetzes &#8211;BewG&#8211;) der erlangten Sachg&uuml;ter im Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung zu bewerten (vgl. BFH-Urteil vom 19. Januar 1978 IV R 61\/73, BFHE 124, 327, BStBl II 1978, 295).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben geh&ouml;ren die Aktien der AG zu den von den Kl&auml;gern und S erzielten Ver&auml;u&szlig;erungspreisen; sie sind daher bei der Ermittlung der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne mit ihrem gemeinen Wert im Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung anzusetzen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Die Kl&auml;ger und S haben als Gegenleistung f&uuml;r die Ver&auml;u&szlig;erung ihrer Mitunternehmeranteile eine Geldleistung und Sachg&uuml;ter in Gestalt der Aktien der AG erhalten. Denn im Ver&auml;u&szlig;erungsvertrag vom 21. Dezember 1993 war vereinbart, dass der Kaufpreis f&uuml;r alle Anteile in bar und in Aktien zu leisten ist. Damit haben die Kl&auml;ger und S sowohl die Geldleistung als auch die Aktien durch den Abschluss des Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fts erlangt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Entgegen der Auffassung des FG und der Kl&auml;ger ergibt sich nichts anderes daraus, dass die Vertragspartner einen (Bar-) Kaufpreis f&uuml;r alle Anteile vereinbart haben, auf den die Aktien nach dem in der Anlage 1a zum Ver&auml;u&szlig;erungsvertrag bestimmten Wert anzurechnen waren. Diese Anrechnungsabrede hat nicht zur Folge, dass lediglich die von den Vertragsparteien veranschlagte H&ouml;he des (Gesamt-)Kaufpreises als Gegenleistung f&uuml;r die Ver&auml;u&szlig;erung anzusehen w&auml;re. Denn der Ver&auml;u&szlig;erungspreis ist nicht auf diesen von den Vertragspartnern angesetzten Betrag beschr&auml;nkt. Vielmehr ist der Ver&auml;u&szlig;erungspreis &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211; der tats&auml;chlich erzielte Ver&auml;u&szlig;erungspreis (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897). Tats&auml;chlich haben die Kl&auml;ger und S eine Geldleistung und Aktien f&uuml;r die Ver&auml;u&szlig;erung ihrer Anteile erlangt. Es kommt deshalb nicht darauf an, ob der Vertrag vom 21. Dezember 1993 zivilrechtlich als aus Kauf und Tausch gemischter Vertrag oder als Doppelkauf zu beurteilen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zudem kann es f&uuml;r die Bestimmung des Ver&auml;u&szlig;erungspreises keinen Unterschied machen, ob die Vertragsparteien als Gegenleistung f&uuml;r die Ver&auml;u&szlig;erung eine Geldleistung und Sachg&uuml;ter oder &#8211;wie im Streitfall&#8211; einen Kaufpreis vereinbaren, auf den die Sachg&uuml;ter mit einem von den Vertragsparteien festgelegten Wert angerechnet werden. Denn sonst h&auml;tten es letztlich die Vertragsparteien in der Hand, die als Gegenleistung f&uuml;r die Ver&auml;u&szlig;erung zu verschaffenden Sachg&uuml;ter selbst zu bewerten, indem sie die Sachg&uuml;ter mit einem von ihrem gemeinen Wert abweichenden Wert auf den Kaufpreis anrechnen. Dies widerspr&auml;che jedoch dem auch bei der Besteuerung eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns nach &sect; 16 EStG ma&szlig;geblichen Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit (hierzu Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Die H&ouml;he der Geldleistung bestimmt sich &#8211;wie zwischen den Beteiligten nicht im Streit steht&#8211; grunds&auml;tzlich nach den Regelungen im Ver&auml;u&szlig;erungsvertrag zu Umfang und Anrechnung der Aktien auf den Kaufpreis, da nur in der danach verbleibenden H&ouml;he eine Geldleistung von der GmbH zu erbringen war. Die Aktien sind als Teil des Ver&auml;u&szlig;erungspreises jedoch mit ihrem gemeinen Wert (&sect;&sect; 9, 11 BewG) zum Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung der Mitunternehmeranteile zu bewerten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Das FG ist von anderen Grunds&auml;tzen ausgegangen; die Vorentscheidung ist daher aufzuheben. Die Sache ist nicht spruchreif. Das FG hat &#8211;von seinem Standpunkt aus zu Recht&#8211; nicht den gemeinen Wert der Aktien der AG zum Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung der Mitunternehmeranteile festgestellt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Entgegen der Auffassung des FG wurden die Anteile erst am 25. M&auml;rz 1994 ver&auml;u&szlig;ert. Zwar war im Vertrag vom 21. Dezember 1993 vereinbart, dass die Anteile mit dinglicher Wirkung zum 1. Januar 1994 auf die GmbH &uuml;bertragen werden. Der Vertrag stand jedoch unter der aufschiebenden Bedingung, dass das Bundeskartellamt den Zusammenschluss nicht innerhalb der Frist des &sect; 24a Abs. 2 GWB a.F. untersagt oder vorab erkl&auml;rt, die Untersagung nicht vornehmen zu wollen. Zivilrechtlich ist die Abtretung der Anteile daher erst mit der Zustimmung des Bundeskartellamts am 25. M&auml;rz 1994 wirksam geworden (vgl. &sect; 158 Abs. 1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs). Vor diesem Zeitpunkt ist auch das wirtschaftliche Eigentum nicht auf die GmbH &uuml;bergegangen. Das wirtschaftliche Eigentum (&sect; 39 Abs. 2 Nr. 1 der Abgabenordnung) setzt voraus, dass der Erwerber aufgrund eines (b&uuml;rgerlich-rechtlichen) Rechtsgesch&auml;fts bereits eine rechtlich gesch&uuml;tzte, auf den Erwerb des Rechts gerichtete Position erworben hat, die ihm gegen seinen Willen nicht mehr entzogen werden kann (z.B. BFH-Urteil vom 9. Oktober 2008 IX R 73\/06, BFHE 223, 145, BStBl II 2009, 140, sowie Fischer in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 39 AO Rz 54). Der GmbH konnte jedoch ihre auf den Anteilserwerb gerichtete Anwartschaft auch gegen ihren Willen wieder entzogen werden, da der (zivilrechtliche) Anteilserwerb von der Billigung des Zusammenschlusses durch das Bundeskartellamt abhing; hierauf hatte die GmbH indes keinen Einfluss.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Zur Feststellung des gemeinen Werts der Aktien zum 25. M&auml;rz 1994 weist der Senat darauf hin, dass die an den Aktien bestehenden Verf&uuml;gungsbeschr&auml;nkungen nur dann keinen Bewertungsabschlag rechtfertigen, wenn die Voraussetzungen des &sect; 9 Abs. 2 Satz 3 i.V.m. Abs. 3 Satz 1 BewG vorliegen (vgl. hierzu z.B. G&uuml;rsching\/Stenger, BewG und VStG, &sect; 9 BewG Rz 103 f., &sect; 11 BewG Rz 285 ff., jeweils m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zur Nachholung der erforderlichen Feststellungen wird die Sache an das FG zur&uuml;ckverwiesen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.6.2009, IV R 3\/07 Ver&auml;u&szlig;erung eines Mitunternehmeranteils &#8211; &Uuml;bergang des wirtschaftlichen Eigentums &#8211; Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn i.S. des &sect; 16 EStG &#8211; Klagebefugnis des Erwerbers eines Mitunternehmeranteils bei Streit um die H&ouml;he des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns des Ver&auml;u&szlig;erers Leits&auml;tze Wird ein Gesellschaftsanteil unter einer aufschiebenden Bedingung ver&auml;u&szlig;ert, geht das wirtschaftliche Eigentum an dem Gesellschaftsanteil grunds&auml;tzlich erst &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-3-07-veraeusserung-eines-mitunternehmeranteils-uebergang-des-wirtschaftlichen-eigentums-veraeusserungsgewinn-is-des-par-16-estg-klagebefugnis-des-erwerbers-eines-mitunternehmeranteils-bei-streit\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;3\/07 &#8211; Ver&auml;u&szlig;erung eines Mitunternehmeranteils &#8211; &Uuml;bergang des wirtschaftlichen Eigentums &#8211; Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn i.S. des &sect; 16 EStG &#8211; Klagebefugnis des Erwerbers eines Mitunternehmeranteils bei Streit um die H&ouml;he des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns des Ver&auml;u&szlig;erers<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14347","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14347","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14347"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14347\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14347"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14347"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14347"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}