{"id":14349,"date":"2012-12-20T02:52:13","date_gmt":"2012-12-20T00:52:13","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14349"},"modified":"2012-12-20T02:52:13","modified_gmt":"2012-12-20T00:52:13","slug":"i-r-33-08-lohnsteuerberechnung-fuer-einen-sonstigen-bezug-nach-dem-wechsel-der-art-der-steuerpflicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-33-08-lohnsteuerberechnung-fuer-einen-sonstigen-bezug-nach-dem-wechsel-der-art-der-steuerpflicht\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;33\/08 &#8211; Lohnsteuerberechnung f&uuml;r einen &quot;sonstigen Bezug&quot; nach dem Wechsel der Art der Steuerpflicht"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.8.2009, I R 33\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Lohnsteuerberechnung f&uuml;r einen &quot;sonstigen Bezug&quot; nach dem Wechsel der Art der Steuerpflicht<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Bei der Berechnung der Lohnsteuer f&uuml;r einen &quot;sonstigen Bezug&quot;, der einem (ehemaligen) Arbeitnehmer nach einem Wechsel von der unbeschr&auml;nkten in die beschr&auml;nkte Steuerpflicht in diesem Kalenderjahr zuflie&szlig;t, ist der w&auml;hrend der Zeit der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht gezahlte Arbeitslohn im &quot;Jahresarbeitslohn&quot; (&sect; 39d Abs. 3 Satz 4 i.V.m. &sect; 39b Abs. 3 Satz 7 EStG 2002) zu ber&uuml;cksichtigen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Streitig ist die Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Lohnsteuer-Haftungsbescheides.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine Tochtergesellschaft eines japanischen Unternehmens, besch&auml;ftigte Arbeitnehmer, die von der Muttergesellschaft nach Deutschland entsandt worden waren (sog. Expatriates). Zwischen der Kl&auml;gerin als Arbeitgeberin und diesen Arbeitnehmern bestand eine Nettolohnvereinbarung, die die &Uuml;bernahme etwa anfallender Steuernachforderungen durch die Kl&auml;gerin einschloss. Die Arbeitnehmer erhielten neben ihren Gehaltszahlungen auch Bonuszahlungen. Im Jahr 2002 und im Jahr 2004 schied jeweils ein Arbeitnehmer aus und kehrte nach Japan zur&uuml;ck. Die auf die T&auml;tigkeit in Deutschland im R&uuml;ckkehrjahr entfallenden Bonuszahlungen wurden jeweils im Jahr der Ausreise nachgezahlt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Bei der Berechnung der Lohnsteuer auf diese Zahlungen ber&uuml;cksichtigte die Kl&auml;gerin den w&auml;hrend der Zeit der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht in demselben Kalenderjahr in Deutschland bezogenen Arbeitslohn nicht. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vertrat hingegen die Ansicht, bei der Berechnung der Lohnsteuer auf die Bonuszahlungen sei der im jeweiligen Kalenderjahr w&auml;hrend der Zeit der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht bezogene Arbeitslohn einzubeziehen, wobei aus Billigkeitsgr&uuml;nden die zuletzt f&uuml;r den jeweiligen Arbeitnehmer ma&szlig;gebende Steuerklasse (Zeitraum der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht) zugrunde gelegt werden m&uuml;sse. Das FA nahm die Kl&auml;gerin auf dieser Grundlage mit einem Lohnsteuer-Haftungsbescheid in Anspruch, beschr&auml;nkte die Haftung aber sp&auml;ter auf den die Bonuszahlung 2004 betreffenden Lohnsteuerbetrag. Die Klage blieb erfolglos (Finanzgericht &#8211;FG&#8211; D&uuml;sseldorf, Urteil vom 4. M&auml;rz 2008 17 K 3874\/07 H(L), Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2008, 929).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision macht die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts geltend.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, unter Aufhebung des angefochtenen Urteils den Lohnsteuer-Haftungsbescheid vom 2. Januar 2006, ge&auml;ndert durch Bescheid vom 22. M&auml;rz 2007, in der Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 5. September 2007 aufzuheben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die zul&auml;ssige Revision ist unbegr&uuml;ndet und wird zur&uuml;ckgewiesen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass der Haftungsbescheid, mit dem die Kl&auml;gerin vom FA als Haftende auf der Grundlage des &sect; 42d Abs. 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes 2002 (EStG 2002) in Anspruch genommen wird, rechtm&auml;&szlig;ig ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Revision ist zul&auml;ssig. Das FG hat die Revision in den Gr&uuml;nden seiner Entscheidung ausdr&uuml;cklich unter Hinweis auf &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO zugelassen. Diese Zulassung er&ouml;ffnet den Weg in das Revisionsverfahren, auch wenn der Tenor des FG-Urteils einen entsprechenden Ausspruch nicht enth&auml;lt und auch die Rechtsmittelbelehrung des Urteils (&quot;Die Nichtzulassung der Revision kann durch Beschwerde angefochten werden. &#8230;&quot;) einer Belehrung bei einem Urteil ohne Revisionszulassung entspricht (s. insoweit Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 107; Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, AO\/FGO, &sect; 115 FGO Rz 280; Seer in Tipke\/Kruse, AO\/FGO, &sect; 115 FGO Rz 124; Beermann in Beermann\/Gosch, AO\/FGO, &sect; 115 FGO Rz 46, 49, je m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Der Haftungsbescheid ist rechtm&auml;&szlig;ig; die Kl&auml;gerin hat die Lohnsteuer unzutreffend ermittelt. Bei der Berechnung der Lohnsteuer f&uuml;r einen sonstigen Bezug, der einem (ehemaligen) Arbeitnehmer nach einem Wechsel von der unbeschr&auml;nkten in die beschr&auml;nkte Steuerpflicht in diesem Kalenderjahr zuflie&szlig;t, ist der w&auml;hrend der Zeit der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht gezahlte Arbeitslohn im &quot;Jahresarbeitslohn&quot; zu ber&uuml;cksichtigen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Durch die Aufgabe des inl&auml;ndischen Wohnsitzes nach der Beendigung des Arbeitsverh&auml;ltnisses mit der Kl&auml;gerin endete die unbeschr&auml;nkte Steuerpflicht des Arbeitnehmers. Die Nachzahlung des Bonusbetrages f&uuml;hrte zur beschr&auml;nkten Steuerpflicht dieses Arbeitnehmers i.S. des &sect; 1 Abs. 4 i.V.m. &sect; 49 Abs. 1 Nr. 4 Buchst. a EStG 2002. Die Kl&auml;gerin hatte f&uuml;r diesen &quot;sonstigen Bezug&quot; (i.S. des &sect; 38a Abs. 1 Satz 3 EStG 2002) einen Lohnsteuerabzug nach Ma&szlig;gabe des &sect; 39d EStG 2002 vorzunehmen. Dies ist zwischen den Beteiligten nicht im Streit.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) &sect; 39d Abs. 3 Satz 4 EStG 2002 verweist f&uuml;r den Lohnsteuerabzug &quot;im &Uuml;brigen&quot; &#8211;also soweit (wie im Streitfall) &sect; 39d EStG 2002 keine Sonderregelungen enth&auml;lt&#8211; auf den Lohnsteuerabzug nach (u.a.) &sect; 39b Abs. 2 ff. EStG 2002, damit auf den Lohnsteuerabzug f&uuml;r unbeschr&auml;nkt steuerpflichtige Arbeitnehmer. Daraus folgt, dass der Arbeitgeber den Lohnsteuerabzug anhand der auf der Bescheinigung des &sect; 39d Abs. 1 Satz 3 EStG 2002 eingetragenen Besteuerungsmerkmale nach denselben Grunds&auml;tzen vorzunehmen hat wie bei einem unbeschr&auml;nkt steuerpflichtigen Arbeitnehmer anhand der Lohnsteuerkarte (z.B. Bl&uuml;mich\/Th&uuml;rmer, &sect; 39d EStG Rz 50 und &sect; 39b EStG Rz 14).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) &sect; 39b Abs. 3 Satz 7 (f&uuml;r 2004: Satz 8) EStG 2002 sieht vor, dass die Lohnsteuer auf einen sonstigen Bezug &#8211;vereinfacht dargestellt&#8211; dem Differenzbetrag zwischen der dem voraussichtlichen Jahresarbeitslohn (laufender Arbeitslohn zzgl. bereits gezahlter sonstiger Bez&uuml;ge) entsprechenden Jahreslohnsteuer einerseits und der dem der voraussichtlichen (Gesamt-) Jahresarbeitslohn (einschlie&szlig;lich des jetzt zu besteuernden sonstigen Bezuges) entsprechenden Jahreslohnsteuer andererseits entspricht (s. allgemein auch R 39b.6 Abs. 2 der Lohnsteuer-Richtlinien &#8211;LStR&#8211; 2008). Diese Vergleichsberechnung ist erforderlich, da in dem Monat des Zuflusses von sonstigen Bez&uuml;gen die Grundlage der Berechnung der Lohnsteuer &#8211;dass der im Lohnzahlungszeitraum zugeflossene Arbeitslohn in gleicher H&ouml;he auch in den &uuml;brigen gleichlangen Lohnzahlungszeitr&auml;umen desselben Kalenderjahres zuflie&szlig;en wird (&sect; 38a Abs. 3 Satz 1 EStG 2002)&#8211; nicht zutrifft (s. z.B. Eisgruber in Kirchhof, EStG, 8. Aufl., &sect; 39b Rz 11). Gegen diese Berechnungsmethode wird in der Situation der beschr&auml;nkten Steuerpflicht eingewendet, dass der voraussichtliche Jahresarbeitslohn auf der Grundlage einer Prognoseentscheidung zu treffen sei, die infolge der Abgeltungswirkung der Lohnsteuer bei einer sp&auml;teren &Auml;nderung der Verh&auml;ltnisse nicht mehr im Wege einer Veranlagung ausgeglichen werden k&ouml;nne (s. insbesondere Trzaskalik in Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect; 39d Rz D 3; Becht in Herrmann\/Heuer\/Raupach, EStG\/KStG, &sect; 39d EStG Rz 9). Dieser Einwand ist indes nicht durchschlagend, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; in der retrospektiven Haftungssituation bei der Bemessung des &quot;Jahresarbeitslohns&quot; nur der tats&auml;chlich erzielte laufende Arbeitslohn eingerechnet wird (s. insoweit auch R 39b.6 Abs. 3 Satz 6 LStR 2008).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Jahresarbeitslohn im Sinne dieser Vergleichsberechnung ist der Arbeitslohn, den der Arbeitnehmer (bei diesem Arbeitgeber) im Kalenderjahr bezieht (&sect; 38a Abs. 1 Satz 1 EStG 2002; s. auch Bl&uuml;mich\/Th&uuml;rmer, &sect; 38a EStG Rz 23 f.; Eisgruber in Kirchhof, a.a.O., &sect; 38a Rz 2). Eine weiter gehende Differenzierung nach der Art der im Bezugszeitraum bestehenden Steuerpflicht &#8211;bei einem Wechsel der Art der pers&ouml;nlichen Steuerpflicht innerhalb eines Kalenderjahres&#8211; l&auml;sst sich dem Gesetzeswortlaut nicht entnehmen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) &sect; 2 Abs. 7 Satz 3 EStG 2002 sieht f&uuml;r den Fall, dass im Laufe eines Kalenderjahrs sowohl die Voraussetzungen unbeschr&auml;nkter als auch beschr&auml;nkter Steuerpflicht erf&uuml;llt sind, vor, dass die w&auml;hrend der beschr&auml;nkten Einkommensteuerpflicht erzielten inl&auml;ndischen Eink&uuml;nfte in eine Veranlagung zur unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht einzubeziehen sind (&Auml;nderung der fr&uuml;heren &#8211;eine Aufteilung bef&uuml;rwortenden&#8211; Rechtslage durch das Jahressteuergesetz 1996 vom 11. Oktober 1995, BGBl I 1995, 1250, BStBl I 1995, 438 &#8211;ab Veranlagungszeitraum 1996&#8211; mit einer ge&auml;nderten Gesetzesformulierung durch das Jahressteuergesetz 1997 vom 20. Dezember 1996, BGBl I 1996, 2049, BStBl I 1996, 1523). Damit wird insbesondere die Abgeltungswirkung des &sect; 50 Abs. 5 Satz 1 EStG 2002 bei einem Quellensteuerabzug f&uuml;r die der beschr&auml;nkten Steuerpflicht unterliegenden Eink&uuml;nfte ausgeschlossen (BTDrucks 13\/5952, S. 44), ebenso der Umstand, dass der sich auf ein Kalenderjahr als Veranlagungszeitraum beziehende Grundfreibetrag der Einkommensteuertabelle (&sect; 32a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 EStG 2002) ungek&uuml;rzt auf eine unterj&auml;hrige Dauer der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht Anwendung findet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Diese Orientierung an Kalenderjahreswerten (Jahreslohnsteuertabelle) ist ein Grundprinzip der Lohnsteuerbemessung (s. &sect; 38a Abs. 3 Satz 1 EStG 2002), dem seit der Einf&uuml;hrung des &sect; 2 Abs. 7 Satz 3 EStG (seit 1996) auch im Bereich der veranlagten Einkommensteuer entsprochen wird. Es gilt der Grundsatz, dass die Jahreslohnsteuer des Arbeitnehmers mit einer veranlagten Einkommensteuer dieses Steuerpflichtigen, wenn er ausschlie&szlig;lich Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit erzielt, &uuml;bereinstimmen soll (&sect; 38a Abs. 2 EStG 2002). Mit Blick darauf fehlt die Berechtigung f&uuml;r eine Einschr&auml;nkung des kalenderjahresbezogenen Wortlauts. Daher ist bei der Ermittlung des Jahresarbeitslohns zur Berechnung der auf den sonstigen Bezug entfallenden Lohnsteuer der bisher erzielte Arbeitslohn auch insoweit einzubeziehen, als er auf einen Zeitraum entf&auml;llt, der vor einem Wechsel der Art der Steuerpflicht liegt (so auch Nieders&auml;chsisches FG, Urteil vom 29. September 2005&nbsp;&nbsp;11 K 396\/04, juris; Trzaskalik in Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, a.a.O., &sect; 39b Rz D 4; Hartz\/Mee&szlig;en\/ Wolf, ABC-F&uuml;hrer Lohnsteuer, &quot;Sonstige Bez&uuml;ge&quot; Rz 29; a.A. Stache in Bordewin\/Brandt, EStG, &sect; 39b Rz 173, bzw. in Horowski\/Altehoefer, Kommentar zum Lohnsteuerrecht, &sect; 39b EStG Rz 229). Ein solches Ergebnis folgt auch f&uuml;r die Umkehrsituation &#8211;den Wechsel von der beschr&auml;nkten zur unbeschr&auml;nkten Einkommensteuerpflicht&#8211; aus dem insoweit nicht eingeschr&auml;nkten Wortlaut des dann unmittelbar anzuwendenden &sect; 39b Abs. 3 EStG 2002. In die Ermittlung des Jahresarbeitslohns zur Berechnung der Lohnsteuer auf einen im Zeitraum der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht zugeflossenen sonstigen Bezug ist ein auf den vorherigen Zeitraum beschr&auml;nkter Steuerpflicht entfallender Arbeitslohn einzubeziehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Aus dem Senatsurteil vom 17. Dezember 2003 I R 75\/03 (BFHE 204, 481, BStBl II 2005, 96) folgt nichts anderes: Indem &sect; 32b Abs. 1 Nr. 2 EStG 2002 die &quot;ausl&auml;ndischen Eink&uuml;nfte&quot; auch bei einem Wechsel der Art der Steuerpflicht im Veranlagungszeitraum dem Progressionsvorbehalt unterwirft, sind zur Ermittlung dieser Eink&uuml;nfte (&sect; 2 Abs. 2 EStG 2002) Werbungskosten unabh&auml;ngig von der Ermittlung der inl&auml;ndischen Eink&uuml;nfte (und einem etwa dort ber&uuml;cksichtigten kalenderjahresbezogenen Arbeitnehmer-Pauschbetrag des &sect; 9a Satz 1 Nr. 1 EStG 2002) anzusetzen, m&ouml;gen die Eink&uuml;nfte auch der Sache nach zur selben Einkunftsart geh&ouml;ren. Eine solche im Gesetzeswortlaut angewiesene Trennung der Eink&uuml;nfteermittlung ergibt sich f&uuml;r den Begriff des Jahresarbeitslohns in &sect; 39b Abs. 3 EStG 2002 nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Der Senat teilt die von der Kl&auml;gerin &#8211;unter Hinweis auf eine im Vergleich zur (reinen) Einkommensteuerveranlagung des Arbeitnehmers h&ouml;here Lohnsteuerbelastung bei der Nettolohnvereinbarung vorgebrachten&#8211; verfassungsrechtlichen Bedenken nicht. Das Lohnsteuerverfahren muss als Massenverfahren m&ouml;glichst praktikabel ausgestaltet sein; dies gilt im besonderen Ma&szlig;e f&uuml;r die im Gesetz nicht klar geregelte und als Ausnahmefall zum Regelfall der Bruttolohnvereinbarung (s. insoweit Urteil des Bundesfinanzhofs vom 8. November 1985 VI R 238\/80, BFHE 145, 198, BStBl II 1986, 186) anzusehende und dar&uuml;ber hinaus vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausdr&uuml;cklich zu treffende Nettolohnvereinbarung (s. insoweit R 39b.9 LStR 2008). Au&szlig;erdem begr&uuml;ndet der Umstand der &Uuml;bernahme von Lohnabzugsbetr&auml;gen durch den Arbeitgeber weder die M&ouml;glichkeit, als Vergleichspaar im Rahmen der Pr&uuml;fung des Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes auf den Arbeitgeber bei einer Bruttolohnvereinbarung zu verweisen (dieser tr&auml;gt die Lohnsteuer nicht) noch auf den vertraglichen Nachteil des Arbeitnehmers (als Schuldner der Lohnsteuer).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.8.2009, I R 33\/08 Lohnsteuerberechnung f&uuml;r einen &quot;sonstigen Bezug&quot; nach dem Wechsel der Art der Steuerpflicht Leits&auml;tze Bei der Berechnung der Lohnsteuer f&uuml;r einen &quot;sonstigen Bezug&quot;, der einem (ehemaligen) Arbeitnehmer nach einem Wechsel von der unbeschr&auml;nkten in die beschr&auml;nkte Steuerpflicht in diesem Kalenderjahr zuflie&szlig;t, ist der w&auml;hrend der Zeit der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-33-08-lohnsteuerberechnung-fuer-einen-sonstigen-bezug-nach-dem-wechsel-der-art-der-steuerpflicht\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;33\/08 &#8211; Lohnsteuerberechnung f&uuml;r einen &quot;sonstigen Bezug&quot; nach dem Wechsel der Art der Steuerpflicht<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14349","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14349","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14349"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14349\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14349"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14349"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14349"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}