{"id":14351,"date":"2012-12-20T02:51:23","date_gmt":"2012-12-20T00:51:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14351"},"modified":"2012-12-20T02:51:23","modified_gmt":"2012-12-20T00:51:23","slug":"i-r-111-08-besteuerungsrecht-von-abfindungszahlungen-an-eine-in-die-schweiz-verzogene-zuvor-im-inland-taetige-arbeitnehmerin-bindungswirkung-von-verstaendigungsvereinbarungen-ueberdachende-besteuerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-111-08-besteuerungsrecht-von-abfindungszahlungen-an-eine-in-die-schweiz-verzogene-zuvor-im-inland-taetige-arbeitnehmerin-bindungswirkung-von-verstaendigungsvereinbarungen-ueberdachende-besteuerung\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;111\/08 &#8211; Besteuerungsrecht von Abfindungszahlungen an eine in die Schweiz verzogene, zuvor im Inland t&auml;tige Arbeitnehmerin &#8211; Bindungswirkung von Verst&auml;ndigungsvereinbarungen &#8211; &uuml;berdachende Besteuerung &#8211; Anfechtung der Lohnsteueranmeldung des Arbeitgebers durch den Arbeitnehmer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.9.2009, I R 111\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Besteuerungsrecht von Abfindungszahlungen an eine in die Schweiz verzogene, zuvor im Inland t&auml;tige Arbeitnehmerin &#8211; Bindungswirkung von Verst&auml;ndigungsvereinbarungen &#8211; &uuml;berdachende Besteuerung &#8211; Anfechtung der Lohnsteueranmeldung des Arbeitgebers durch den Arbeitnehmer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Art. 15 Abs. 1 DBA-Schweiz 1971 erm&ouml;glicht kein deutsches Besteuerungsrecht f&uuml;r eine Abfindungszahlung, die eine zuvor in Deutschland wohnende Person nach ihrem Wegzug in die Schweiz von ihrem bisherigen inl&auml;ndischen Arbeitgeber aus Anlass der Aufl&ouml;sung des Arbeitsverh&auml;ltnisses erh&auml;lt (Best&auml;tigung der st&auml;ndigen Rechtsprechung).<\/p>\n<p>2. Eine &Uuml;bereinkunft zwischen den deutschen und Schweizer Steuerbeh&ouml;rden (hier: Verst&auml;ndigungsvereinbarung mit der Eidgen&ouml;ssischen Steuerverwaltung zu der Frage des Besteuerungsrechts bei Abfindungen an Arbeitnehmer, bekannt gegeben durch BMF-Schreiben vom 13. Oktober 1992, RIW 1993, 82) nach Ma&szlig;gabe von Art. 26 Abs. 3 DBA-Schweiz 1971 bindet die Gerichte nicht (ebenfalls Best&auml;tigung der st&auml;ndigen Rechtsprechung; entgegen BMF-Schreiben vom 20. Mai 1997, BStBl I 1997, 560).<\/p>\n<p>3. Die Besteuerung der Abfindung nach der sog. &uuml;berdachenden Besteuerung gem&auml;&szlig; Art. 4 Abs. 4 DBA-Schweiz 1971 scheidet aus, wenn der Zuzug der zuvor in Deutschland wohnenden Person in die Schweiz erfolgte, um dort eine unselbst&auml;ndige T&auml;tigkeit auszu&uuml;ben; daneben bestehende anderweitige Beweggr&uuml;nde f&uuml;r den Zuzug (hier: beabsichtigte Eheschlie&szlig;ung mit einer in der Schweiz ans&auml;ssigen Person und Begr&uuml;ndung eines gemeinsamen Hausstands) sind unsch&auml;dlich.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine italienische Staatsangeh&ouml;rige, war bis zum 23. Dezember 2005 in Deutschland ans&auml;ssig. Seit 20. November 2004 war sie Arbeitnehmerin der Beigeladenen, eines inl&auml;ndischen Unternehmens. Das Arbeitsverh&auml;ltnis sollte urspr&uuml;nglich bis zum 16. Januar 2009 dauern. Es endete jedoch bereits am 4. November 2005, nachdem die Kl&auml;gerin ihren Dienstvertrag gegen Zahlung einer Abfindung durch die Beigeladene gek&uuml;ndigt hatte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Am 29. Juli 2006 beantragte die Kl&auml;gerin im Hinblick auf die zu erwartende Abfindungszahlung deren Freistellung vom Lohnsteuerabzug gem&auml;&szlig; &sect; 39b Abs. 6 des Einkommensteuergesetzes (EStG 2002) i.V.m. Art. 15 Abs. 1 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen vom 11. August 1971 (BGBl II 1972, 1022, BStBl I 1972, 519) &#8211;DBA-Schweiz 1971&#8211;. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) lehnte dies unter Hinweis auf das Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 20. Mai 1997 (BStBl I 1997, 560) i.V.m. dessen &#8211;zwischenzeitlich aufgehobenen (vgl. BMF-Schreiben vom 29. M&auml;rz 2007, BStBl I 2007, 369)&#8211; Schreiben vom 13. Oktober 1992 (Recht der Internationalen Wirtschaft &#8211;RIW&#8211; 1993, 82) und die darin bekannt gegebene Verst&auml;ndigungsvereinbarung gem&auml;&szlig; Art. 26 Abs. 3 DBA-Schweiz 1971 mit der Eidgen&ouml;ssischen Steuerverwaltung zu der Frage des Besteuerungsrechts bei Abfindungen an Arbeitnehmer ab; der Ablehnungsbescheid wurde bestandskr&auml;ftig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beigeladene zahlte die Abfindung im September 2006 (streitgegenst&auml;ndlicher Besteuerungszeitraum) aus, behielt darauf Lohnsteuer und Solidarit&auml;tszuschlag ein und meldete die Steuerbetr&auml;ge (am 9. Oktober 2006) beim FA an. Der &#8211;nach erfolglosem Einspruchsverfahren (Einspruchsentscheidung vom 12. Oktober 2007)&#8211; dagegen gerichteten Klage der Kl&auml;gerin gab das Finanzgericht (FG) M&uuml;nchen durch Urteil vom 24. Oktober 2008&nbsp;&nbsp;8 K 3902\/07 statt; das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2009, 228 abgedruckt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA st&uuml;tzt seine Revision auf Verletzung materiellen Rechts. Es beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beigeladene hat sich nicht ge&auml;u&szlig;ert und keine Antr&auml;ge gestellt. Das dem Revisionsverfahren beigetretene BMF hat ebenfalls keine Antr&auml;ge gestellt, sich in der Sache aber dem FA angeschlossen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Das FG hat die Klage der Kl&auml;gerin (als sog. Drittbetroffene) gegen die Lohnsteueranmeldung der Beigeladenen f&uuml;r den streitgegenst&auml;ndlichen Zeitraum (vgl. &sect; 41a EStG 2002, &sect; 167 Abs. 1 Satz 1 der Abgabenordnung) zu Recht als zul&auml;ssig (vgl. Senatsurteil vom 12. Oktober 1995 I R 39\/95, BFHE 179, 91, BStBl II 1996, 87; Bundesfinanzhof &#8211;BFH&#8211;, Urteile vom 20. Juli 2005 VI R 165\/01, BFHE 209, 571, BStBl II 2005, 890, und vom 5. Oktober 2005 VI R 152\/01, BFHE 211, 249, BStBl II 2006, 94) und begr&uuml;ndet angesehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Kl&auml;gerin war mit ihren inl&auml;ndischen Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit i.S. des &sect; 49 Abs. 1 Nr. 4 EStG 2002 (i.d.F. des Zweiten Gesetzes zur &Auml;nderung steuerlicher Vorschriften &#8211;Steuer&auml;nderungsgesetz 2003 [St&Auml;ndG 2003]&#8211; vom 15. Dezember 2003, BGBl I 2003, 2645, BStBl I 2003, 710) beschr&auml;nkt steuerpflichtig. Zu diesen Eink&uuml;nften geh&ouml;rt gem&auml;&szlig; &sect; 49 Abs. 1 Nr. 4 Buchst. d EStG 2002 i.d.F. des Steuer&auml;nderungsgesetzes 2003 auch die in Rede stehende Abfindung. Denn diese wurde nach den bindenden tatrichterlichen Feststellungen als Entsch&auml;digung i.S. des &sect; 24 Nr. 1 EStG 2002 f&uuml;r die Aufl&ouml;sung eines Dienstverh&auml;ltnisses gezahlt, und die f&uuml;r die zuvor ausge&uuml;bte T&auml;tigkeit bezogenen Eink&uuml;nfte haben der inl&auml;ndischen Besteuerung unterlegen. Die Voraussetzungen des &sect; 49 Abs. 1 Nr. 4 Buchst. d EStG 2002 i.d.F. des Steuer&auml;nderungsgesetzes 2003 sind damit erf&uuml;llt. Das ist unter den Beteiligten auch nicht (mehr) streitig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Das Deutschland nach innerstaatlichem Recht zustehende Besteuerungsrecht f&uuml;r die Abfindung wurde durch das DBA-Schweiz 1971 beschr&auml;nkt; das Besteuerungsrecht steht nach Art. 15 Abs. 1 DBA-Schweiz 1971 der Schweiz als dem (nunmehrigen) Wohnsitzstaat der Kl&auml;gerin zu.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Art. 15 Abs. 1 S&auml;tze 1 und 2 DBA-Schweiz 1971 bestimmt, dass Geh&auml;lter, L&ouml;hne und &auml;hnliche Verg&uuml;tungen, die eine in einem Vertragsstaat ans&auml;ssige Person aus unselbst&auml;ndiger Arbeit bezieht, nur in diesem Staat besteuert werden k&ouml;nnen, es sei denn, dass die Arbeit in dem anderen Vertragsstaat ausge&uuml;bt wird. Wird die Arbeit dort ausge&uuml;bt, so k&ouml;nnen die daf&uuml;r bezogenen Verg&uuml;tungen in dem anderen Staat besteuert werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Wie der Senat wiederholt entschieden hat (z.B. Urteile vom 24. Februar 1988 I R 143\/84, BFHE 152, 500, BStBl II 1988, 819; vom 27. August 2008 I R 81\/07, BFHE 222, 560, BStBl II 2009, 632; vom 10. Juli 1996 I R 83\/95, BFHE 181, 155, BStBl II 1997, 341; Beschluss vom 12. September 2006 I B 27\/06, BFH\/NV 2007, 13, jeweils m.w.N.), folgt daraus, dass Abfindungen anl&auml;sslich der Beendigung eines Dienstverh&auml;ltnisses nicht im T&auml;tigkeitsstaat, sondern im Ans&auml;ssigkeitsstaat zu besteuern sind. Denn bei Abfindungen handelt es sich unbeschadet dessen, dass sie nach dem insoweit ma&szlig;gebenden innerstaatlichen Recht (vgl. Art. 3 Abs. 2 DBA-Schweiz 1971) Arbeitslohn (&sect; 19 EStG 2002) sind, nicht um ein zus&auml;tzliches Entgelt f&uuml;r eine fr&uuml;here T&auml;tigkeit i.S. des Art. 15 Abs. 1 Satz 2 DBA-Schweiz 1971. Sie werden nicht f&uuml;r eine konkrete im Inland oder Ausland ausge&uuml;bte T&auml;tigkeit gezahlt, sondern gerade f&uuml;r den Verlust des Arbeitsplatzes. Ein blo&szlig;er Anlasszusammenhang zwischen Zahlung und T&auml;tigkeit gen&uuml;gt nach dem Abkommenswortlaut (&quot;daf&uuml;r&quot;) indes nicht. Die Finanzverwaltung hat sich dem prinzipiell angeschlossen (BMF-Schreiben vom 14. September 2006, BStBl I 2006, 532, dort Tz. 6.3).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) An dieser Rechtsauffassung, an welcher der Senat festh&auml;lt, &auml;ndert sich infolge der urspr&uuml;nglich (vgl. BMF-Schreiben in BStBl I 1997, 560) durch BMF-Schreiben in RIW 1993, 82 bekannt gegebenen Verst&auml;ndigungsvereinbarung der deutschen und eidgen&ouml;ssischen Finanzbeh&ouml;rden zur Besteuerung von Abfindungen nichts.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Das BMF und die Eidgen&ouml;ssische Steuerverwaltung haben sich in jener Vereinbarung auf der Basis von Konsultationsverhandlungen nach Ma&szlig;gabe des Art. 26 Abs. 3 Satz 1 DBA-Schweiz 1971 darauf verst&auml;ndigt, das Besteuerungsrecht der beiden Vertragsstaaten danach zuzuteilen, ob der Abfindung Versorgungscharakter beizumessen ist oder ob es sich um eine Nachzahlung von L&ouml;hnen, Geh&auml;ltern oder Tantiemen aus dem fr&uuml;heren Arbeitsverh&auml;ltnis handelt oder die Abfindung allgemein f&uuml;r das vorzeitige Ausscheiden aus dem Dienst gew&auml;hrt wird. In dem ersten Fall kann die Abfindung danach gem&auml;&szlig; Art. 18 DBA-Schweiz 1971 nur im Wohnsitzstaat des Empf&auml;ngers besteuert werden, im zweiten Fall soll gem&auml;&szlig; Art. 15 Abs. 1 DBA-Schweiz 1971 das sog. T&auml;tigkeitsortsprinzip gelten. Hintergrund dieser Vereinbarung ist der Umstand, dass andernfalls aufgrund der unterschiedlichen Verwaltungspraxis in Deutschland und in der Schweiz &uuml;ber die Besteuerungszuordnung die Gefahr sog. wei&szlig;er Eink&uuml;nfte, also der doppelten Nichtbesteuerung, bestand. F&uuml;r den Streitfall ergeben sich daraus jedoch keine Konsequenzen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Die Vereinbarung betrifft die Auslegung des zwischenstaatlichen vereinbarten Abkommenstextes. Sie wird als solche nach Art. 26 Abs. 3 DBA-Schweiz 1971 erm&ouml;glicht und soll eine weitgehende Widerspruchsfreiheit bei der Abkommensanwendung sicherstellen. Die Frage nach der Bindungswirkung einer derartigen Vereinbarung ist indes umstritten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &Uuml;berwiegend (s. z.B. Lehner in Vogel\/Lehner, DBA, 5. Aufl., Art. 25 Rz 154, Rz 166; Vogel, daselbst, Einl. Rz 109, 200 f.; L&uuml;thi in Gosch\/Kroppen\/Grotherr, DBA, Art. 25 Rz 94; Gosch in L&uuml;dicke [Hrsg.], Wo steht das deutsche Internationale Steuerrecht?, 2009, S. 130 ff., 134; Schmitz in Strunk\/Kaminski\/ K&ouml;hler, Au&szlig;ensteuergesetz\/Doppelbesteuerungsabkommen, Art. 25 OECD-MA Rz 64; Eilers in Debatin\/Wassermeyer, Doppelbesteuerung, Art. 25 OECD-MA Rz 61; Frotscher, Internationales Steuerrecht, 3. Aufl., Rz 209 f.; Ismer, Internationales Steuerrecht &#8211;IStR&#8211; 2009, 366; O. Schmidt in Haase, Au&szlig;ensteuergesetz\/Doppelbesteuerungsabkommen, Art. 15 Rz 51 ff.; Becker, daselbst, Art. 25 Rz 42; Kopf in Lang\/Jirousek [Hrsg.], Praxis des Internationalen Steuerrechts, Festschrift Loukota, 2005, S. 253; s. auch Brandis in Debatin\/Wassermeyer, a.a.O., Art. 18 Schweiz Rz 21, jeweils m.w.N.) wird angenommen, dass zwischen der (v&ouml;lkerrechtlichen) Bindung gegen&uuml;ber dem anderen Vertragsstaat, der Bindung innerstaatlicher Rechtsanwendungsorgane und der Selbstbindung der die Verst&auml;ndigungsvereinbarung abschlie&szlig;enden und der ihnen nachgeordneten Beh&ouml;rden zu unterscheiden ist. Innerstaatliche Wirkungen kann hiernach eine solche Vereinbarung f&uuml;r die rechtsanwendenden Organe, also vor allem die Rechtsprechung, nur nach Ma&szlig;gabe der verfassungsrechtlichen Vorgaben des einzelnen Vertragsstaats entfalten. Das kann ihre unmittelbare Wirksamkeit zur Folge haben. Es kann aber auch, wie im Regelfall in Deutschland, voraussetzen, dass die Vereinbarung zun&auml;chst nach den Grunds&auml;tzen des einschl&auml;gigen Verfassungsrechts in einfaches Gesetzesrecht transformiert werden muss (vgl. Art. 59 Abs. 2 Satz 1 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;). Andernfalls bleibt es bei der Letztverbindlichkeit des Abkommens in seiner in diesem Sinne in nationales Recht umgesetzten Fassung. Diese Fassung allein ist vor dem Hintergrund des grundgesetzlichen Gesetzesvorbehalts (Art. 20 Abs. 3 GG) f&uuml;r die Abkommensauslegung ma&szlig;geblich. Denn aus innerstaatlicher Sicht handelt es sich bei der nicht transformierten Verst&auml;ndigungsvereinbarung der beteiligten Finanzverwaltungen lediglich um ein Verwaltungsabkommen und damit der Rechtsnatur nach um eine Verwaltungsvorschrift, die nicht auf einer ihrerseits demokratisch legitimierten Rechtsverordnung i.S. von Art. 80 Abs. 1 GG beruht und die deswegen nicht geeignet ist, positives Recht in verbindlicher Weise zu ver&auml;ndern. In Einklang mit diesen Vorgaben hat der Senat bereits durch seine Urteile vom 1. Februar 1989 I R 74\/86 (BFHE 157, 39, BStBl II 1990, 4) sowie vom 10. Juli 1997 I R 4\/96 (BFHE 181, 158, BStBl II 1997, 15) entschieden. Der Streitfall gibt keine Veranlassung, davon abzur&uuml;cken.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Das schlie&szlig;t es nicht aus, die Abkommenspraxis der Vertragsstaaten, wie sie in der Verst&auml;ndigungsvereinbarung zum Ausdruck kommt, bei der Abkommensauslegung zu ber&uuml;cksichtigen; es gilt der Grundsatz der Entscheidungsharmonie. In Einklang damit stehen die Grunds&auml;tze zur Auslegung von Vertr&auml;gen nach Art. 31 des Wiener &Uuml;bereinkommens &uuml;ber das Recht der Vertr&auml;ge vom 23. Mai 1969 &#8211;W&Uuml;RV&#8211; (BGBl II 1985, 927), in innerstaatliches Recht transformiert seit Inkrafttreten des Zustimmungsgesetzes vom 3. August 1985 (BGBl II 1985, 926) am 20. August 1987 (BGBl II 1987, 757): Ein Vertrag ist danach nach Treu und Glauben in &Uuml;bereinstimmung mit der gew&ouml;hnlichen, seiner Bestimmung in ihrem Zusammenhang zukommenden Bedeutung im Lichte seines Zieles und Zweckes auszulegen. Au&szlig;er dem bei der Auslegung zu ber&uuml;cksichtigenden und in Art. 31 Abs. 2 W&Uuml;RV n&auml;her beschriebenen systematischen &quot;Zusammenhang&quot; sind nach Art. 31 Abs. 3 W&Uuml;RV in gleicher Weise zu ber&uuml;cksichtigen: a) jede sp&auml;tere &Uuml;bereinkunft zwischen den Vertragsparteien &uuml;ber die Auslegung des Vertrages oder die Anwendung seiner Bestimmungen sowie b) jede sp&auml;tere &Uuml;bung bei der Anwendung des Vertrags, aus der die &Uuml;bereinstimmung der Vertragsparteien &uuml;ber seine Auslegung hervorgeht. So gesehen kann ein &uuml;bereinstimmendes Abkommensverst&auml;ndnis und eine gemeinsame &quot;&Uuml;bung&quot; der beteiligten Finanzverwaltungen f&uuml;r eine Abkommensauslegung bedeutsam sein (s. z.B. Senatsurteile vom 25. Oktober 2006 I R 81\/04, BFHE 215, 237, sowie I R 18\/04, BFH\/NV 2007, 875, beide zu leitenden Angestellten als sog. Grenzg&auml;nger i.S. von Art. 15 Abs. 4, Art. 15a DBA-Schweiz 1971), das aber immer nur insofern, als sie nicht dem Wortlaut des Abkommens zuwiderl&auml;uft (vgl. Senatsurteil vom 27. August 2008 I R 64\/07, BFHE 222, 553, BStBl II 2009, 97). Abgesehen davon, dass das Wiener &Uuml;bereinkommen (nach Art. 4 W&Uuml;RV) nur auf Vertr&auml;ge Anwendung findet, die von Staaten geschlossen werden, nachdem das &Uuml;bereinkommen f&uuml;r sie in Kraft getreten ist &#8211;und damit, ohne dass dem weiter nachzugehen w&auml;re, nach Lage der Dinge nicht f&uuml;r das DBA-Schweiz 1971&#8211;, erzwingen auch diese Grunds&auml;tze eine Regelungsauslegung also immer nur nach Ma&szlig;gabe des Abkommenswortlauts; dieser stellt in abschlie&szlig;ender Weise die &quot;Grenzmarke&quot; f&uuml;r das &quot;richtige&quot; Abkommensverst&auml;ndnis dar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Daran scheitert die vom FA und vom BMF verfochtene Auslegung im Streitfall: Der Abkommenstext ist aus Sicht des erkennenden Senats aus den beschriebenen Gr&uuml;nden hinreichend eindeutig. Wenn eine Staatenpraxis dennoch wechselseitig von der bisherigen Abkommensauslegung abweicht, so wird dadurch nicht eine Auslegung, die insbesondere auf dem Abkommenswortlaut gr&uuml;ndet, best&auml;tigt. Vielmehr l&auml;uft dies auf eine &#8211;f&uuml;r den Steuerpflichtigen steuerversch&auml;rfende und damit belastende&#8211; Abkommens&auml;nderung hinaus und ist es allein aus dem bilateralen Bem&uuml;hen zu erkl&auml;ren, etwaigen Nichtbesteuerungen der betreffenden Abfindungen vorzubeugen. Die Umsetzung dieses Bem&uuml;hens mag (unbeschadet des Abkommensprinzips der nur virtuellen Doppelbesteuerung) gerechtfertigt und vor allem in der abkommensrechtlich (in Art. 26 Abs. 3 Satz 1 DBA-Schweiz 1971) vereinbarten Bekundung angelegt sein, Schwierigkeiten oder Zweifel, die bei der Auslegung oder Anwendung des Abkommens entstehen, in gegenseitigem Einvernehmen zu beseitigen. Sie kann vor dem Hintergrund des Abkommenstextes indes aus deutscher Sicht nur gelingen, wenn die &quot;sp&auml;tere &Uuml;bung&quot; oder &quot;&Uuml;bereinkunft&quot; in positives und mit dem Abkommen gleichrangiges Recht erhoben wird. Es gilt erneut der verfassungsrechtliche Gesetzesvorbehalt. Auf der Basis einer blo&szlig;en Verwaltungsvereinbarung gelingt das deswegen nicht (vgl. Senatsurteil in BFHE 157, 39, BStBl II 1990, 4; s. auch H. Loukota, Steuer und Wirtschaft International &#8211;SWI&#8211; 2000, 299, 304 ff.; s. auch abgrenzend Senatsurteile vom 4. Juni 2008 I R 62\/06, BFHE 222, 255, BStBl II 2008, 793; vom 20. August 2008 I R 39\/07, BFHE 222, 509, BStBl II 2009, 234). Ob das &#8211;wie das BMF vortr&auml;gt&#8211; nach den Verfassungsordnungen anderer Staaten abweichend gehandhabt werden kann und wird (vgl. dazu, insbesondere in Bezug auf die Niederlande, Prokisch in Vogel\/Lehner, a.a.O., Art. 15 Rz 17a f.; Wassermeyer in Debatin\/Wassermeyer, a.a.O., Art. 15 MA Rz 144; s. auch aus &ouml;sterreichischer Sicht M. Lang\/Schuch, DBA-&Ouml;sterreich, Art. 21 Rz 13; H. Loukota, SWI 2000, 299; Kopf in Festschrift Loukota, a.a.O., S. 253), ist insofern unbeachtlich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                dd) Ein anderes Ergebnis folgt weder aus dem vom BMF herangezogenen Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) zu den Auslandseins&auml;tzen der Bundeswehr vom 12. Juli 1994&nbsp;&nbsp;2 BvE 3\/92, 2 BvE 5\/93, 2 BvE 7\/93, 2 BvE 8\/93 (BVerfGE 90, 286) noch aus dem Urteil des BVerfG vom 22. November 2001&nbsp;&nbsp;2 BvE 6\/99 (BVerfGE 104, 151, 209) zum NATO-Strategiekonzept. Zwar hebt das BVerfG insbesondere in dem Urteil in BVerfGE 90, 286 hervor, dass in der v&ouml;lkerrechtlichen Praxis &quot;flie&szlig;ende &Uuml;berg&auml;nge zwischen Vertragsauslegung und Vertrags&auml;nderung&quot; bestehen (unter III.3.a dd der Entscheidungsgr&uuml;nde). Es liege auch in der Hand der Vertragspartner, durch eine Vertragsauslegung eine neue Praxis der Vertragsanwendung begr&uuml;nden zu wollen, selbst dann, wenn diese Praxis &#8211;entgegen der Auffassung der Vertragsparteien&#8211; &uuml;ber den Vertragsinhalt hinausgehe; eines Zustimmungsvorbehalts des Gesetzgebers (nach Art. 59 Abs. 2 Satz 1 GG) bed&uuml;rfe es in derartigen Situationen nicht (ebenda). Das BVerfG stellt aber zugleich klar, dass der Vollzug solcher Vereinbarungen dann auf jene T&auml;tigkeiten beschr&auml;nkt ist, die nicht dem Gesetzesvorbehalt unterliegen. Ist das nicht der Fall &#8211;und der Senat nimmt dies unter den Gegebenheiten des Streitfalls f&uuml;r den steuerrechtlich belastenden Zugriff auf die in Rede stehende Abfindungszahlung aus den dargelegten Erw&auml;gungen an&#8211; &quot;besteht ein Handlungsverbot, solange nicht entweder das nationale Zustimmungsgesetz den innerstaatlichen Rechtsanwendungsbefehl erteilt oder das Parlament eine sonstige ausreichende Erm&auml;chtigungsgrundlage geschaffen hat&quot; (unter III.3.a ee der Entscheidungsgr&uuml;nde), woran es vorliegend jedoch fehlt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                ee) Aus demselben Grund scheidet schlie&szlig;lich die vom BMF angemahnte verfassungskonforme Auslegung des Abkommens (nach Ma&szlig;gabe des Leistungsf&auml;higkeitsprinzips, Art. 3 Abs. 1 GG) aus, um der Gefahr einer doppelten Nichtbesteuerung der Kl&auml;gerin (und damit sog. wei&szlig;er Eink&uuml;nfte) entgegenzutreten (s. dazu erneut auch Senatsurteile in BFHE 222, 255, BStBl II 2008, 793, und in BFHE 222, 509, BStBl II 2009, 234).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Weitere Rechtsgrundlagen, welche ein deutsches Besteuerungsrecht an der gezahlten Abfindung zu begr&uuml;nden verm&ouml;chten, sind nicht ersichtlich. Eine solche ergibt sich namentlich nicht aus Art. 4 Abs. 4 Satz 1 DBA-Schweiz 1971. Danach kann die Bundesrepublik Deutschland bei einer in der Schweiz ans&auml;ssigen nat&uuml;rlichen Person, die nicht die schweizerische Staatsangeh&ouml;rigkeit besitzt und die in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt mindestens f&uuml;nf Jahre unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig gewesen ist, in dem Jahr, in dem die unbeschr&auml;nkte Steuerpflicht zuletzt geendet hat und in den folgenden f&uuml;nf Jahren die aus der Bundesrepublik Deutschland stammenden Eink&uuml;nfte besteuern. Die Bestimmungen des Satzes 1 gelten jedoch ausnahmsweise nicht, wenn die nat&uuml;rliche Person in der Schweiz ans&auml;ssig geworden ist, um dort eine echte unselbst&auml;ndige T&auml;tigkeit f&uuml;r einen Arbeitgeber auszu&uuml;ben, an dem sie &uuml;ber das Arbeitsverh&auml;ltnis hinaus weder unmittelbar noch mittelbar durch Beteiligung oder in anderer Weise wirtschaftlich wesentlich interessiert sei (Art. 4 Abs. 4 Satz 4 DBA-Schweiz 1971). In diesen F&auml;llen verzichtet Deutschland auf den erg&auml;nzenden Besteuerungsanspruch, da der Zuzug in die Schweiz auf Gr&uuml;nden beruht, die eine &quot;Steuerflucht&quot; aus dem Inland nicht vermuten lasse.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Ausnahmevorschrift des Art. 4 Abs. 4 Satz 4 DBA-Schweiz 1971 erfordert, dass das Ans&auml;ssigwerden in der Schweiz in der Absicht erfolgt, um dort eine unselbst&auml;ndige T&auml;tigkeit auszu&uuml;ben. Dabei muss diese Absicht nicht der alleinige Beweggrund f&uuml;r den Zuzug in die Schweiz sein. Es ist denkbar, dass andere Beweggr&uuml;nde (u.U. sogar vorrangiges) Motiv f&uuml;r den Umzug in die Schweiz waren, z.B. eine Heirat, wenn nur die Absicht hinzu kommt, dort einer unselbst&auml;ndigen Arbeit nachzugehen. Es ist auch nicht erforderlich, dass die beabsichtigte Arbeitsaufnahme schon konkrete Formen angenommen hat. Insbesondere m&uuml;ssen weder der Arbeitgeber noch der Arbeitsplatz noch die Art der auszu&uuml;benden T&auml;tigkeit beim Zuzug in der Schweiz feststehen. Schlie&szlig;lich gen&uuml;gt es, wenn beim Zuzug in die Schweiz die Absicht der Arbeitsaufnahme vorhanden gewesen ist, selbst wenn diese Absicht dann sp&auml;ter endg&uuml;ltig und auf Dauer aufgegeben wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Streitfall hat das FG dazu festgestellt, dass die Kl&auml;gerin bereits im Dezember 2005 ihren Wohnsitz in die Schweiz verlagert hat und der Zuzug in die Schweiz nicht erfolgt ist, um der deutschen Steuer zu entgehen. Der Umzug habe vielmehr der Aufnahme einer unselbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit in der Schweiz und zugleich auch der Begr&uuml;ndung eines gemeinsamen Hausstandes mit ihrem Schweizer Ehemann gedient, den sie im Dezember 2005 geheiratet habe. Die Kl&auml;gerin habe glaubw&uuml;rdig dargestellt, dass sie bereits ab Juli 2005 mit namentlich benannten Zust&auml;ndigen eines Schweizer Unternehmens &uuml;ber die Aufnahme einer unselbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit verhandelt habe. Sie habe dann auch nach dem Scheitern dieser Vertragsverhandlungen, die sie zun&auml;chst vereinbarungsgem&auml;&szlig; exklusiv mit dem Unternehmen gef&uuml;hrt habe, tats&auml;chlich eine nichtselbst&auml;ndige T&auml;tigkeit in der Schweiz im Dezember 2006 aufgenommen. Das gen&uuml;ge, um einen &quot;nachwirkenden&quot; Besteuerungszugriff Deutschlands auszuschlie&szlig;en.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dieser tatrichterlich gest&uuml;tzten Subsumtion ist aus revisionsrechtlicher Sicht nichts entgegenzusetzen; sie sind damit f&uuml;r den erkennenden Senat bindend (vgl. &sect; 118 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), so dass das FG-Urteil auch insofern zu best&auml;tigen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.9.2009, I R 111\/08 Besteuerungsrecht von Abfindungszahlungen an eine in die Schweiz verzogene, zuvor im Inland t&auml;tige Arbeitnehmerin &#8211; Bindungswirkung von Verst&auml;ndigungsvereinbarungen &#8211; &uuml;berdachende Besteuerung &#8211; Anfechtung der Lohnsteueranmeldung des Arbeitgebers durch den Arbeitnehmer Leits&auml;tze 1. 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