{"id":14363,"date":"2012-12-08T14:34:03","date_gmt":"2012-12-08T12:34:03","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14363"},"modified":"2012-12-08T14:34:03","modified_gmt":"2012-12-08T12:34:03","slug":"viii-b-184-08-aufwendungen-fuer-das-haeusliche-arbeitszimmer-eines-kapitalanlegers-abzugsbeschraenkung-verstoesst-nicht-gegen-das-objektive-nettoprinzip-mittelpunkt-der-gesamten-beruflichen-betaetigun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-184-08-aufwendungen-fuer-das-haeusliche-arbeitszimmer-eines-kapitalanlegers-abzugsbeschraenkung-verstoesst-nicht-gegen-das-objektive-nettoprinzip-mittelpunkt-der-gesamten-beruflichen-betaetigun\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;184\/08 &#8211; Aufwendungen f&uuml;r das h&auml;usliche Arbeitszimmer eines Kapitalanlegers &#8211; Abzugsbeschr&auml;nkung verst&ouml;&szlig;t nicht gegen das objektive Nettoprinzip &#8211; Mittelpunkt der gesamten beruflichen Bet&auml;tigung &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtsfrage, die ausgelaufenes Recht betrifft &#8211; Vorliegen von au&szlig;erordentlichen Eink&uuml;nften i.S. des &sect; 34 Abs. 1 EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.3.2009, VIII B 184\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Aufwendungen f&uuml;r das h&auml;usliche Arbeitszimmer eines Kapitalanlegers &#8211; Abzugsbeschr&auml;nkung verst&ouml;&szlig;t nicht gegen das objektive Nettoprinzip &#8211; Mittelpunkt der gesamten beruflichen Bet&auml;tigung &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtsfrage, die ausgelaufenes Recht betrifft &#8211; Vorliegen von au&szlig;erordentlichen Eink&uuml;nften i.S. des &sect; 34 Abs. 1 EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Aufwendungen eines Steuerpflichtigen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer sind nicht deshalb bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen in voller H&ouml;he abzuziehen, weil der Steuerpflichtige Anlageentscheidungen ausschlie&szlig;lich im Arbeitszimmer trifft.<\/p>\n<p>2. &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG in der bis zum Veranlagungszeitraum 2006 geltenden Fassung ist gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 5 EStG auf die Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen mit der Ma&szlig;gabe sinngem&auml;&szlig; anzuwenden, dass bei der Bestimmung des Mittelpunkts der gesamten betrieblichen oder beruflichen T&auml;tigkeit auf die gesamte der Erzielung von Eink&uuml;nften dienende T&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen abzustellen ist.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) begehren den Abzug der Kosten f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen sowie den Freibetrag nach &sect; 3 Nr. 9 des Einkommensteuergesetzes (EStG) und die tarifbeg&uuml;nstigte Besteuerung einer Abfindungszahlung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist nicht begr&uuml;ndet und deshalb durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Arbeitszimmer      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Rechtssache hat insoweit keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Den Kl&auml;gern ist zuzugeben, dass &uuml;ber die Anerkennung eines h&auml;uslichen Arbeitszimmers bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen bisher h&ouml;chstrichterlich noch nicht entschieden worden ist. Die Frage hat aber gleichwohl keine grunds&auml;tzliche Bedeutung, da sie nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig ist. An der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit fehlt es, wenn sich die Antwort auf die streitige Rechtsfrage ohne weiteres aus dem klaren Wortlaut und Sinngehalt des Gesetzes ergibt oder wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; die Rechtsfrage offensichtlich so zu beantworten ist, wie es das Finanzgericht (FG) getan hat, die Rechtslage also eindeutig ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 16. Januar 2007 X B 38\/06, BFH\/NV 2007, 757, und vom 31. Mai 2007 III B 109\/06, BFH\/NV 2007, 1867; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 28).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach der Grundregel in &sect; 9 Abs. 1 Satz 1 EStG k&ouml;nnen die Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer durch die Erzielung von Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen veranlasst und deshalb Werbungskosten sein. Voraussetzung ist, dass der Arbeitsraum so gut wie ausschlie&szlig;lich zur Eink&uuml;nfteerzielung und nicht privat genutzt wird (vgl. BFH-Urteil vom 21. Januar 1966 VI 92\/64, BFHE 85, 18, BStBl III 1966, 219). Trotzdem sind die Aufwendungen f&uuml;r ein solches Arbeitszimmer nach &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG grunds&auml;tzlich nur beschr&auml;nkt abziehbar. Nur wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen T&auml;tigkeit bildet, k&ouml;nnen die Aufwendungen in vollem Umfang abgezogen werden. Diese Regelung gilt nach &sect; 9 Abs. 5 EStG sinngem&auml;&szlig; auch f&uuml;r alle &Uuml;berschusseinkunftsarten (&sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 i.V.m. Abs. 1 Nrn. 4 bis 7 EStG). Die Abzugsbeschr&auml;nkung verst&ouml;&szlig;t nicht gegen das objektive Nettoprinzip; sie ist verfassungsgem&auml;&szlig; (vgl. BFH-Urteil vom 27. September 1996 VI R 47\/96, BFHE 181, 305, BStBl II 1997, 68).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Verweisung in &sect; 9 Abs. 5 EStG (&quot;gilt sinngem&auml;&szlig;&quot;) bedeutet, dass &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG auch bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen anzuwenden ist. Die von den Kl&auml;gern offenbar beabsichtigte Nichtanwendung von &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG auf Einkunftsarten, bei denen nicht die T&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen, sondern die &quot;Nutzenziehung&quot; im Vordergrund steht (Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen, Vermietung und Verpachtung sowie &#8211;teilweise&#8211; sonstige Eink&uuml;nfte), kommt daher nicht in Betracht. Dem steht nicht entgegen, dass &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG seinem Wortlaut nach auf den Mittelpunkt der gesamten &quot;betrieblichen und beruflichen T&auml;tigkeit&quot; abstellt und dass im nat&uuml;rlichen Sprachgebrauch durchaus zwischen der Aus&uuml;bung eines Berufs und der Verwaltung des privaten Verm&ouml;gens unterschieden wird. F&uuml;r eine nach den Einkunftsarten unterschiedliche steuerliche Ber&uuml;cksichtigung von Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer spricht nichts. Vielmehr ist &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen &#8211;ebenso wie bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung (vgl. dazu Schmidt\/Drenseck, EStG, 27. Aufl., &sect; 21 Rz 100 Stichwort &quot;Arbeitszimmer&quot;)&#8211; mit der Ma&szlig;gabe sinngem&auml;&szlig; anzuwenden, dass nicht im Wortsinne auf die betriebliche oder berufliche T&auml;tigkeit, sondern in einem umfassenden Sinne auf die gesamte der Erzielung von Eink&uuml;nften dienende T&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen abzustellen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Damit ist der Streitfall nicht anders zu beurteilen als andere F&auml;lle, in denen ein Steuerpflichtiger seine der Eink&uuml;nfteerzielung dienende T&auml;tigkeit nicht nur im h&auml;uslichen Arbeitszimmer, sondern auch an anderen Orten aus&uuml;bt oder bei denen der Steuerpflichtige verschiedene (auch verschiedenen Einkunftsarten zuzurechnende) T&auml;tigkeiten aus&uuml;bt und daf&uuml;r (ganz oder teilweise) ein h&auml;usliches Arbeitszimmer nutzt. Die sich in diesem Zusammenhang stellenden Rechtsfragen zur Bestimmung des Mittelpunkts der gesamten T&auml;tigkeit sind h&ouml;chstrichterlich gekl&auml;rt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Die Rechtsfrage, unter welchen Voraussetzungen das h&auml;usliche Arbeitszimmer eines Steuerpflichtigen, der seinen Beruf teilweise im Arbeitszimmer und teilweise au&szlig;er Haus aus&uuml;bt, den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Bet&auml;tigung bildet (&sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 3 Halbsatz 2 EStG), ist h&ouml;chstrichterlich hinreichend gekl&auml;rt. Hierzu liegt eine umfangreiche Rechtsprechung des BFH vor (vgl. die Nachweise in den Beschl&uuml;ssen vom 23. Dezember 2005 VI B 62\/05, BFH\/NV 2006, 737, und vom 24. Juli 2006 VI B 112\/05, BFH\/NV 2006, 2071). Danach bestimmt sich der Mittelpunkt der Berufst&auml;tigkeit nach dem inhaltlichen (qualitativen) Schwerpunkt der beruflichen T&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen. Diese Rechtsprechung ist auf alle Berufsgruppen anzuwenden (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 15. Dezember 2005 XI B 87\/05, BFH\/NV 2006, 2045, und vom 22. Oktober 2007 XI B 12\/07, BFH\/NV 2008, 47).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Auch die Frage nach der Bestimmung des Mittelpunkts der gesamten betrieblichen und beruflichen T&auml;tigkeit eines Steuerpflichtigen, der neben einer Vollzeitbesch&auml;ftigung aufgrund eines Dienstverh&auml;ltnisses einer weiteren T&auml;tigkeit nachgeht, ist nicht mehr kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, seit der BFH mit Urteilen vom 17. Juni 2004 IV R 33\/02 (BFH\/NV 2005, 174) und vom 16. Dezember 2004 IV R 19\/03 (BFHE 208, 263, BStBl II 2005, 212) entschieden hat, dass der Hauptt&auml;tigkeit indizielle Bedeutung f&uuml;r die Beurteilung des qualitativen Schwerpunkts der Gesamtt&auml;tigkeit zukommt. Insofern besteht auch kein Bedarf f&uuml;r eine weitere Rechtsfortbildung durch den BFH (vgl. Beschluss vom 22. Februar 2006 IV B 10\/05, BFH\/NV 2006, 1088).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Das FG ist ersichtlich von diesen Grunds&auml;tzen ausgegangen und hat keine davon abweichenden Grunds&auml;tze aufgestellt. In der Sache hat das FG darauf abgestellt, dass der Kl&auml;ger im Streitjahr au&szlig;erhalb des h&auml;uslichen Arbeitszimmers anderen Hauptt&auml;tigkeiten (als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer und Steuerberater) nachgegangen ist. Es hat deshalb den unbeschr&auml;nkten Abzug der Aufwendungen f&uuml;r ein Arbeitszimmer bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen &#8211;im Ergebnis zu Recht&#8211; verneint.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Abfindung      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                F&uuml;r die vom Kl&auml;ger im Streitjahr bezogene Abfindung begehren die Kl&auml;ger f&uuml;r einen erstrangigen Teilbetrag den Freibetrag von 24 000 DM gem&auml;&szlig; &sect; 3 Nr. 9 EStG sowie nachrangig &#8211;f&uuml;r den, den Freibetrag &uuml;bersteigenden Teil der Abfindung&#8211; die erm&auml;&szlig;igte Besteuerung nach &sect; 34 Abs. 1 EStG.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Freibetrag (&sect; 3 Nr. 9 EStG)      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hinsichtlich der Versagung des Freibetrags durch das FG liegen Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Das Urteil des FG weicht von der Rechtsprechung des BFH nicht ab. Der BFH hat entschieden, dass eine vom Arbeitgeber veranlasste Aufl&ouml;sung des Dienstverh&auml;ltnisses beim Auslaufen eines befristeten Dienstverh&auml;ltnisses nicht vorliegt (vgl. BFH-Urteile vom 18. September 1991 XI R 8\/90, BFHE 165, 285, BStBl II 1992, 34, und vom 10. September 2003 XI R 9\/02, BFHE 204, 65, BStBl II 2004, 349). In diesen F&auml;llen sei die Aufl&ouml;sung nicht vom Arbeitgeber veranlasst, sondern beruhe auf der fr&uuml;heren Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Das FG hat keinen davon abweichenden Rechtssatz aufgestellt. Es hat vielmehr festgestellt, dass das Anstellungsverh&auml;ltnis des Kl&auml;gers durch Zeitablauf gem&auml;&szlig; der Vereinbarung im Dienstvertrag vom 17. Mai 1989 am 30. Juni 1999 beendet worden ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Soweit die Kl&auml;ger dagegen einwenden, der Dienstvertrag des Kl&auml;gers vom 17. Mai 1989 habe nur den urspr&uuml;nglichen Dienstvertrag vom 6. Juni 1973 ersetzt, nach welchem der Kl&auml;ger &#8211;entsprechende Vertragsverl&auml;ngerungen vorausgesetzt&#8211; bis zum Erreichen der Altersgrenze am 30. September 1999 h&auml;tte weiterbesch&auml;ftigt werden m&uuml;ssen, machen sie sinngem&auml;&szlig; die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache geltend (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO). Die Rechtssache hat jedoch insoweit keine grunds&auml;tzliche Bedeutung. Zwar ist der Gedanke des Kl&auml;gers nachvollziehbar, dass der Anlass f&uuml;r die Verk&uuml;rzung seiner Gesamtbesch&auml;ftigungsdauer um drei Monate zumindest mittelbar der Sph&auml;re seines Arbeitgebers entstammte, der den Vertrag vom 17. Mai 1989 auf genau 10 Jahre begrenzen wollte. Dadurch ergab sich im Vergleich zu dem bis dahin mit dem Kl&auml;ger Vereinbarten eine Verk&uuml;rzung seiner gesamten Besch&auml;ftigungsdauer um drei Monate und f&uuml;r den Arbeitgeber die Notwendigkeit der Vereinbarung einer Abfindungsregelung, was im Vertrag vom 8. Juni 1999 auch geschehen ist. Die danach von den Kl&auml;gern sinngem&auml;&szlig; aufgeworfene Rechtsfrage, ob eine vom Arbeitgeber veranlasste Aufl&ouml;sung des Dienstverh&auml;ltnisses auch dann vorliegt, wenn das Dienstverh&auml;ltnis zwar durch Zeitablauf entsprechend einer einvernehmlichen Befristung endet, diese (einvernehmliche) Befristung aber urspr&uuml;nglich einem Wunsch des Arbeitgebers entsprach, bedarf keiner h&ouml;chstrichterlichen Kl&auml;rung mehr, denn sie betrifft auslaufendes Recht. &sect; 3 Nr. 9 EStG ist mit Wirkung zum Veranlagungszeitraum 2006 aufgehoben worden und nach der &Uuml;bergangsregel in &sect; 52 Abs. 4a EStG nur noch auf Altf&auml;lle weiterhin anwendbar. Betrifft die Rechtsfrage ausgelaufenes Recht, m&uuml;ssen besondere Gr&uuml;nde geltend gemacht werden und vorliegen, die ausnahmsweise eine Abweichung von der Regel rechtfertigen, wonach Rechtsfragen, die solches Recht betreffen, regelm&auml;&szlig;ig keine grunds&auml;tzliche Bedeutung mehr zukommt (BFH-Beschluss vom 24. November 2005 II B 46\/05, BFH\/NV 2006, 587; Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 115 FGO Rz 98 ff. und &sect; 116 FGO Rz 178, jeweils m.w.N.). Entsprechende Gr&uuml;nde (vgl. etwa BFH-Beschluss vom 14. Februar 2007 IX B 177\/06, BFH\/NV 2007, 1099) haben die Kl&auml;ger nicht dargelegt; sie sind f&uuml;r den beschlie&szlig;enden Senat auch nicht ersichtlich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Tariferm&auml;&szlig;igung (&sect; 34 Abs. 1 EStG)      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Revision ist auch nicht zuzulassen, soweit das FG die Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes gem&auml;&szlig; &sect; 34 Abs. 1 EStG abgelehnt hat. Es hat dies im Wesentlichen damit begr&uuml;ndet, dass es im Streitfall an einer Zusammenballung von Eink&uuml;nften fehle. Die Abfindung habe etwa drei Monatsgeh&auml;ltern entsprochen. Da die Zahlung auch im hypothetischen Fall der Weiterbesch&auml;ftigung in demselben Veranlagungszeitraum geleistet worden w&auml;re, sei den Kl&auml;gern durch die Einmalzahlung keine steuerliche Mehrbelastung entstanden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit dieser Begr&uuml;ndung weicht das FG nicht von der Rechtsprechung des BFH ab. Nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH sind au&szlig;erordentliche Eink&uuml;nfte i.S. des &sect; 34 Abs. 1 EStG grunds&auml;tzlich nur gegeben, wenn die zu beg&uuml;nstigenden Eink&uuml;nfte in einem Veranlagungszeitraum zu erfassen sind und durch die Zusammenballung von Eink&uuml;nften erh&ouml;hte steuerliche Belastungen entstehen (BFH-Urteile vom 6. September 2000 XI R 19\/00, BFH\/NV 2001, 431; vom 19. Oktober 2005 XI R 24\/04, BFH\/NV 2006, 928; vgl. auch Schmidt\/Seeger, a.a.O., &sect; 34 Rz 17 ff.). Das war nach den auch im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde f&uuml;r den BFH bindenden Feststellungen (&sect; 118 Abs. 2 FGO) des FG nicht der Fall.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.3.2009, VIII B 184\/08 Aufwendungen f&uuml;r das h&auml;usliche Arbeitszimmer eines Kapitalanlegers &#8211; Abzugsbeschr&auml;nkung verst&ouml;&szlig;t nicht gegen das objektive Nettoprinzip &#8211; Mittelpunkt der gesamten beruflichen Bet&auml;tigung &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtsfrage, die ausgelaufenes Recht betrifft &#8211; Vorliegen von au&szlig;erordentlichen Eink&uuml;nften i.S. des &sect; 34 Abs. 1 EStG Leits&auml;tze 1. Aufwendungen eines &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-184-08-aufwendungen-fuer-das-haeusliche-arbeitszimmer-eines-kapitalanlegers-abzugsbeschraenkung-verstoesst-nicht-gegen-das-objektive-nettoprinzip-mittelpunkt-der-gesamten-beruflichen-betaetigun\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;B&nbsp;184\/08 &#8211; Aufwendungen f&uuml;r das h&auml;usliche Arbeitszimmer eines Kapitalanlegers &#8211; Abzugsbeschr&auml;nkung verst&ouml;&szlig;t nicht gegen das objektive Nettoprinzip &#8211; Mittelpunkt der gesamten beruflichen Bet&auml;tigung &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtsfrage, die ausgelaufenes Recht betrifft &#8211; Vorliegen von au&szlig;erordentlichen Eink&uuml;nften i.S. des &sect; 34 Abs. 1 EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14363","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14363","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14363"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14363\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14363"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14363"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14363"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}