{"id":14365,"date":"2012-12-08T14:39:53","date_gmt":"2012-12-08T12:39:53","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14365"},"modified":"2012-12-08T14:39:53","modified_gmt":"2012-12-08T12:39:53","slug":"xi-r-52-07-ort-der-dienstleistung-bei-der-vermehrung-menschlicher-knorpelzellen-zur-eigenimplantation-abgrenzung-zur-lieferung-verwendung-der-umsatzsteuer-identifikationsnummer-des-leistungsempfaenger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-52-07-ort-der-dienstleistung-bei-der-vermehrung-menschlicher-knorpelzellen-zur-eigenimplantation-abgrenzung-zur-lieferung-verwendung-der-umsatzsteuer-identifikationsnummer-des-leistungsempfaenger\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;52\/07 &#8211; Ort der Dienstleistung bei der Vermehrung menschlicher Knorpelzellen zur Eigenimplantation &#8211; Abgrenzung zur Lieferung &#8211; Verwendung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Leistungsempf&auml;ngers des anderen Mitgliedstaats"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 1.4.2009, XI R 52\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Ort der Dienstleistung bei der Vermehrung menschlicher Knorpelzellen zur Eigenimplantation &#8211; Abgrenzung zur Lieferung &#8211; Verwendung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Leistungsempf&auml;ngers des anderen Mitgliedstaats<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Dem EuGH werden die folgenden Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt:<\/p>\n<p>1. Ist Art. 28b Teil F Unterabs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG dahin auszulegen, dass<\/p>\n<p>a) das einem Menschen entnommene Knorpelmaterial (&quot;Biopsat&quot;), welches einem Unternehmer zum Zwecke der Zellvermehrung und anschlie&szlig;enden R&uuml;ckgabe als Implantat f&uuml;r den betroffenen Patienten &uuml;berlassen wird, ein &quot;beweglicher k&ouml;rperlicher Gegenstand&quot; im Sinne dieser Bestimmung ist,<\/p>\n<p>b) das Herausl&ouml;sen der Gelenkknorpelzellen aus dem Knorpelmaterial und die anschlie&szlig;ende Zellvermehrung &quot;Arbeiten&quot; an beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden im Sinne dieser Bestimmung sind,<\/p>\n<p>c) die Dienstleistung dem Empf&auml;nger bereits dann &quot;unter seiner Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erbracht&quot; worden ist, wenn diese in der Rechnung des Erbringers der Dienstleistung angef&uuml;hrt ist, ohne dass eine ausdr&uuml;ckliche schriftliche Vereinbarung &uuml;ber ihre Verwendung getroffen wurde?<\/p>\n<p>2. Falls eine der vorstehenden Fragen verneint wird:<\/p>\n<p>Ist Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. c der Richtlinie 77\/388\/EWG dahin auszulegen, dass das Herausl&ouml;sen der Gelenkknorpelzellen aus dem einem Menschen entnommenen Knorpelmaterial und die anschlie&szlig;ende Zellvermehrung dann eine &quot;Heilbehandlung im Bereich der Humanmedizin&quot; ist, wenn die durch die Zellvermehrung gewonnenen Zellen dem Spender wieder implantiert werden?<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Sachverhalt Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist ein in der Bundesrepublik Deutschland ans&auml;ssiges Biotechnologie-Unternehmen in der Rechtsform einer AG. Gegenstand ihres Unternehmens ist die Erforschung, Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Technologien zur Diagnose und Therapie von Erkrankungen des Knorpels, der Knochen, des Bindegewebes und der Haut. Die Kl&auml;gerin ist im Bereich der Gewebez&uuml;chtung (&quot;Tissue-Engineering&quot;) t&auml;tig. Streitig sind im Revisionsverfahren nur noch die Ums&auml;tze der Kl&auml;gerin aus der Vermehrung k&ouml;rpereigener (autologer) Knorpelzellen (Chondrozyten) in den F&auml;llen, in denen die Leistungsempf&auml;nger (&Auml;rzte oder Kliniken) in anderen Mitgliedstaaten der Europ&auml;ischen Gemeinschaft ans&auml;ssig sind und die Kl&auml;gerin in ihren Rechnungen deren Umsatzsteuer-Identifikationsnummer angegeben hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;gerin wird von dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Klinik Knorpelmaterial (&quot;Biopsat&quot;) &uuml;bersandt, das einem Patienten entnommen wurde. Das Gewebe wird im Labor der Kl&auml;gerin so bearbeitet, dass die Gelenkknorpelzellen (Chondrozyten) herausl&ouml;sbar sind. Die Gelenkknorpelzellen werden nach spezieller Aufbereitung in der Umgebung ihres eigenen Blutserums in einem Brutschrank &#8211;in der Regel innerhalb von drei bis vier Wochen&#8211; durch Z&uuml;chtung vermehrt. Teilweise werden die gez&uuml;chteten Zellen im Labor in eine Kollagen-Membran eingebracht, so dass eine Art &quot;Knorpelpflaster&quot; entsteht. Dieses wird dem behandelnden Arzt oder der Klinik zur Implantation beim Patienten &uuml;bersandt (sog. &quot;Matrix-unterst&uuml;tzte autologe Knorpelzellen-Implantation&quot; &#8211;MACI&#8211;). Teilweise beschr&auml;nkt sich die Kl&auml;gerin auch darauf, die Knorpelzellen zu z&uuml;chten, ohne sie in eine Membran einzubringen (sog. &quot;Autologe Chondrozytenimplantation&quot; &#8211;ACI&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin behandelte ihre Ums&auml;tze aus der Zellvermehrung mit ausl&auml;ndischen Leistungsempf&auml;ngern als nicht steuerpflichtig. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt) hielt diese Ums&auml;tze f&uuml;r steuerbar und steuerpflichtig und setzte die Umsatzsteuer f&uuml;r das Streitjahr 2002 mit Bescheid vom 17. Dezember 2003 entsprechend fest.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin hat sowohl im Einspruchsverfahren als auch im Klageverfahren die Auffassung vertreten, die Vermehrung der Knorpelzellen sei keine Heilbehandlung. Vielmehr handele es sich um &quot;routinem&auml;&szlig;ige Laborleistungen&quot;, die von biotechnischen oder medizinisch-technischen Assistenten ausgef&uuml;hrt w&uuml;rden. Die notwendigen Qualit&auml;tskontrollen w&uuml;rden von einem Pharmazeuten und einem externen Apotheker vorgenommen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht gab der Klage statt. Die Zellvermehrung sei eine sonstige Leistung (&sect; 3 Abs. 9 Satz 1 des Umsatzsteuergesetzes 1999 &#8211;UStG&#8211;). Bei dieser bestimme sich der Ort der Leistung nach &sect; 3a UStG. Die Zellvermehrungen seien als &quot;Arbeiten an beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden&quot; i.S. des &sect; 3a Abs. 2 Nr. 3 Buchst. c Satz 1 UStG zu beurteilen. Auch zur Transplantation entnommene Organe seien mit der Trennung vom K&ouml;rper bewegliche Sachen. Ob der abgetrennte K&ouml;rperteil sp&auml;ter zu einer Eigen- oder Fremdtransplantation verwendet werde, k&ouml;nne f&uuml;r die Subsumtion unter den gemeinschaftsrechtlichen Begriff der &quot;beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nde&quot; keinen Unterschied machen. Ausweislich der Ausgangsrechnungen der Kl&auml;gerin h&auml;tten die in den anderen Mitgliedstaaten ans&auml;ssigen Kunden gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin die ihnen erteilten Umsatzsteuer-Identifikationsnummern ihres jeweiligen Mitgliedstaats verwendet. Die Ums&auml;tze seien daher in der Bundesrepublik Deutschland nicht steuerbar. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 959 ver&ouml;ffentlicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzamt macht zur Begr&uuml;ndung seiner Revision geltend, durch die kurzzeitige Trennung vom K&ouml;rper w&uuml;rden die Zellen nicht zu beweglichen Gegenst&auml;nden. Dar&uuml;ber hinaus handele es sich bei den Zellvermehrungen auch nicht um &quot;Arbeiten&quot; i.S. des &sect; 3a Abs. 2 Nr. 3 Buchst. c Satz 1 UStG. Es liege auch keine &quot;Verwendung&quot; der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer i.S. des &sect; 3a Abs. 2 Nr. 3 Buchst. c Satz 2 UStG vor. Daf&uuml;r w&auml;re grunds&auml;tzlich eine ausdr&uuml;ckliche Vereinbarung vor der Ausf&uuml;hrung der Leistung zwischen der Kl&auml;gerin und den Leistungsempf&auml;ngern erforderlich gewesen (vgl. Abschn. 42c Abs. 3 der Umsatzsteuer-Richtlinien 2000 und Abschn. 36 Abs. 6 Satz 3 i.V.m. Abschn. 42c Abs. 3 der Umsatzsteuer-Richtlinien 2008).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzamt beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Der Senat setzt das Verfahren aus und legt dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Gemeinschaften (EuGH) die im Leitsatz genannten Fragen zur Vorabentscheidung vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die ma&szlig;geblichen Vorschriften und Bestimmungen      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die Vorschriften des deutschen Rechts      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Ort der sonstigen Leistung      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zum Ort der sonstigen Leistung bestimmt &sect; 3a Abs. 2 Nr. 3 UStG:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        &quot;Die folgenden sonstigen Leistungen werden dort ausgef&uuml;hrt, wo der Unternehmer jeweils ausschlie&szlig;lich oder zum wesentlichen Teil t&auml;tig wird:          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>&#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        c) Arbeiten an beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden und die Begutachtung dieser Gegenst&auml;nde. Verwendet der Leistungsempf&auml;nger gegen&uuml;ber dem leistenden Unternehmer eine ihm von einem anderen Mitgliedstaat erteilte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, gilt die unter dieser Nummer in Anspruch genommene Leistung als in dem Gebiet des anderen Mitgliedstaats ausgef&uuml;hrt &#8230;&quot;          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Steuerbefreiung      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach &sect; 4 Nr. 14 UStG sind von den unter &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG fallenden Ums&auml;tzen steuerfrei      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        &quot;die Ums&auml;tze aus der T&auml;tigkeit als Arzt, Zahnarzt, Heilpraktiker, Physiotherapeut (Krankengymnast), Hebamme oder aus einer &auml;hnlichen heilberuflichen T&auml;tigkeit im Sinne des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes und aus der T&auml;tigkeit als klinischer Chemiker &#8230;&quot;          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Bestimmungen des Gemeinschaftsrechts      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Ort der Dienstleistung      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Art. 9 Abs. 2 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) bestimmt:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        &quot;Es gilt jedoch          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>&#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        c) als Ort der folgenden Dienstleistungen der Ort, an dem diese Dienstleistungen tats&auml;chlich bewirkt werden:          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:54\"pt>\n<tr>\n<td>&#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:54\"pt>\n<tr>\n<td>                            &#8211; Arbeiten an beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden;            <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:54\"pt>\n<tr>\n<td>&#8230;&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:54\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Art. 28b Teil F Unterabs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG lautet:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        &quot;Bei Begutachtungen von oder Arbeiten an beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden, die an Empf&auml;nger erbracht werden, die eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer in einem anderen Mitgliedstaat als dem haben, in dem diese Dienstleistungen tats&auml;chlich erbracht werden, gilt abweichend von Artikel 9 Absatz 2 Buchstabe c) der Ort der Dienstleistungen als im Gebiet des Mitgliedstaats gelegen, der dem Empf&auml;nger der Dienstleistung die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erteilt hat, unter der ihm die Dienstleistung erbracht wurde.&quot;          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Begr&uuml;ndungserw&auml;gung 10 der Richtlinie 95\/7\/EG des Rates vom 10. April 1995 zur &Auml;nderung der Richtlinie 77\/388\/EWG und zur Einf&uuml;hrung weiterer Vereinfachungsma&szlig;nahmen im Bereich der Mehrwertsteuer (Richtlinie 95\/7\/EG; Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr. L 102\/18) bestimmt:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        &quot;Um den innergemeinschaftlichen Handel im Bereich der Bearbeitung beweglicher k&ouml;rperlicher Gegenst&auml;nde zu erleichtern, sind die Einzelheiten der Besteuerung dieser Umsatzgesch&auml;fte zu &auml;ndern, wenn diese f&uuml;r einen Empf&auml;nger erbracht wurden, der eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer in einem anderen Mitgliedstaat als dem hat, in dem die Umsatzgesch&auml;fte tats&auml;chlich erfolgt sind.&quot;          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Steuerbefreiung      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gem&auml;&szlig; Art. 13 Teil A Abs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG befreien die Mitgliedstaaten von der Steuer      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        &quot;c) die Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin, die im Rahmen der Aus&uuml;bung der von dem betreffenden Mitgliedstaat definierten &auml;rztlichen und arzt&auml;hnlichen Berufe erbracht werden;          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>&#8230;&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Rechtliche W&uuml;rdigung      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Senat geht in &Uuml;bereinstimmung mit dem Finanzgericht und den Beteiligten davon aus, dass es sich bei der &Uuml;bergabe der vermehrten Knorpelzellen an den behandelnden Arzt oder die Klinik nicht um eine Lieferung handelt (vgl. Art. 5 Abs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG), sondern dass die Kl&auml;gerin mit der Vermehrung der Zellen eine Dienstleistung erbracht hat (vgl. Art. 6 Abs. 1 Satz 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG). Denn sie kann nicht frei wie ein Eigent&uuml;mer &uuml;ber das ihr &uuml;bersandte Knorpelmaterial verf&uuml;gen, sondern ist verpflichtet, die aus dem Knorpel herausgel&ouml;sten und vermehrten Zellen zur&uuml;ckzuschicken.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Zellvermehrung ist in der Bundesrepublik Deutschland nicht steuerbar oder f&auml;llt nicht in den Anwendungsbereich des deutschen UStG, wenn der Ort dieser Dienstleistung in einem anderen Mitgliedstaat liegt. Das ist gem&auml;&szlig; &sect; 3a Abs. 2 Nr. 3 Buchst. c UStG und gem&auml;&szlig; Art. 28b Teil F Unterabs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG nur dann der Fall, wenn die unter Nr. 1 des Leitsatzes aufgef&uuml;hrten Fragen bejaht werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Zu den Fragen unter Nr. 1.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Zu Frage 1. Buchst. a      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Begriff der &quot;beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nde&quot; in Art. 9 Abs. 2 Buchst. c 4. Gedankenstrich und Art. 28b Teil F Unterabs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG sowie in &sect; 3a Abs. 2 Nr. 3 Buchst. c UStG ist ein gemeinschaftsrechtlicher Begriff, der autonom und nicht nach den Grunds&auml;tzen des deutschen Zivilrechts auszulegen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                F&uuml;r die Annahme, dass das entnommene Knorpelmaterial ein beweglicher k&ouml;rperlicher Gegenstand ist, spricht, dass der Richtliniengeber nach Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. d der Richtlinie 77\/388\/EWG und der deutsche Gesetzgeber nach &sect; 4 Nr. 17 Buchst. a UStG davon ausgehen, dass menschliche Organe, menschliches Blut und Frauenmilch Gegenstand von Lieferungen sein k&ouml;nnen. Daraus l&auml;sst sich ableiten, dass ein dem menschlichen K&ouml;rper entnommenes und zur Transplantation in einen fremden K&ouml;rper bestimmtes Organ umsatzsteuerrechtlich als Gegenstand beurteilt wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auch im Arzneimittelrecht steht der Auffassung, es liege ein Gegenstand, n&auml;mlich ein Arzneimittel vor, nicht entgegen, dass es lebensf&auml;hige Zellen oder Gewebe enth&auml;lt. Die Verordnung (EG) Nr. 1394\/2007 des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 13. November 2007 &uuml;ber Arzneimittel f&uuml;r neuartige Therapien und zur &Auml;nderung der Richtlinie 2001\/83\/EG und der Verordnung (EG) Nr. 726\/2004 (VO Nr. 1394\/2007) sieht als &quot;Arzneimittel f&uuml;r neuartige Therapien&quot; unter anderem &quot;biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte&quot; an, und zwar auch dann, wenn sie menschliche Zellen oder Gewebe enthalten (vgl. Kap. 1 Art. 2 Abs. 1 Buchst. a und Buchst. b VO Nr. 1394\/2007). An der Qualifikation als Arzneimittel &auml;ndert sich nichts, wenn es auch autologe (vom Patienten selbst stammende) Zellen oder Gewebe enth&auml;lt (vgl. Kap. 1 Art. 2 Abs. 3 VO Nr. 1394\/2007).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Unabh&auml;ngig davon, ob es sich im Streitfall um ein Arzneimittel f&uuml;r eine neuartige Therapie i.S. der VO Nr. 1394\/2007 handelt, zeigen die Regelungen jedenfalls, dass eine autologe Anwendung der Qualifizierung als &quot;Gegenstand&quot; nicht unbedingt entgegensteht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Senat neigt vor diesem Hintergrund dazu, die Frage, ob das zur Eigenimplantation entnommene Gewebe ein &quot;beweglicher k&ouml;rperlicher Gegenstand&quot; im umsatzsteuerrechtlichen Sinne ist, zu bejahen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Zu Frage 1. Buchst. b      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ist das an die Kl&auml;gerin &uuml;bersandte Knorpelmaterial ein beweglicher k&ouml;rperlicher Gegenstand, liegt es nahe, das Herausl&ouml;sen des Zellkerns und die Zellvermehrung als &quot;Arbeiten&quot; an diesem Gegenstand anzusehen. Der Begriff &quot;Arbeiten&quot; schlie&szlig;t nicht von vornherein aus, dass als Folge und Ziel der &quot;Arbeiten&quot; eine Vermehrung des Gegenstands eintritt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auch die VO Nr. 1394\/2007 geht ohne weiteres und ohne Unterscheidung zwischen einer autologen oder allogenen Anwendung davon aus, dass Gewebeprodukte biotechnologisch &quot;bearbeitet&quot; werden k&ouml;nnen (vgl. Kap. 1 Art. 2 Abs. 1 Buchst. b VO Nr. 1394\/2007). Es sind keine Gr&uuml;nde erkennbar, weshalb dies aus umsatzsteuerrechtlicher Sicht anders beurteilt werden sollte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dieser Auffassung steht das EuGH-Urteil vom 6. M&auml;rz 1997 C-167\/95 &#8211;Linthorst, Pouwels en Scheren&#8211; (Slg. 1997, I-1195) nicht entgegen. Soweit sich der EuGH darin mit dem Begriff der &quot;Arbeiten an beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden&quot; im Zusammenhang mit der Dienstleistung von Tier&auml;rzten befasst hat, hat er darauf verwiesen, dass es sich bei diesen &quot;Arbeiten&quot; um einen Eingriff handelt, der &#8211;anders als die Heilbehandlung von Tieren&#8211; nicht wissenschaftlicher oder intellektueller Natur ist (Randnr. 16).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Streitfall hat die Kl&auml;gerin selbst vorgetragen, sie erbringe mit der Zellvermehrung &quot;routinem&auml;&szlig;ige Laborleistungen&quot;.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Zu Frage 1. Buchst. c      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Art. 28b Teil F Unterabs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG erfordert, dass der Empf&auml;nger der Dienstleistungen eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer in einem anderen Mitgliedstaat hat und ihm die Dienstleistung unter dieser Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erbracht wurde. Der Wortlaut der Bestimmung kann ohne weiteres dahin verstanden werden, dass die Dienstleistung bereits immer dann unter dieser Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erbracht wurde, wenn der Leistungserbringer die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Leistungsempf&auml;ngers in seiner Rechnung angibt. Auch der Begr&uuml;ndungserw&auml;gung 10 der Richtlinie 95\/7\/EG ist nicht zu entnehmen, dass f&uuml;r die Verlagerung des Orts der Dienstleistung in den Mitgliedstaat des Leistungsempf&auml;ngers au&szlig;er der Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer in der Rechnung weitere Voraussetzungen erf&uuml;llt sein m&uuml;ssen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Wollte man bei einer Rechnung &uuml;ber die Bearbeitung von beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden &uuml;ber den Ausweis der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer eines anderen Mitgliedstaats hinaus zus&auml;tzliche Vereinbarungen verlangen, w&uuml;rde dies den Handelsverkehr jedenfalls nicht erleichtern.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zwar verlangt &sect; 3a Abs. 2 Nr. 3 Buchst. c Satz 2 UStG, dass der Leistungsempf&auml;nger die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer &quot;verwendet&quot;. Dieser Begriff l&auml;sst Raum f&uuml;r die Annahme, dass der Leistungsempf&auml;nger hinsichtlich der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer aktiv t&auml;tig werden muss und ihre blo&szlig;e Angabe im Briefkopf des Leistungsempf&auml;ngers bei der Erteilung des Auftrags nicht ausreicht. Es ist jedoch zweifelhaft, ob der deutsche Gesetzeswortlaut die Vorgabe in Art. 28b Teil F Unterabs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG zutreffend umsetzt und der Zweck der Vorschrift eine derartige Auslegung erfordert.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Zu Frage 2.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                F&uuml;r den Fall, dass die Voraussetzungen des Art. 28b Teil F Unterabs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG nicht erf&uuml;llt sind, l&auml;ge ein in der Bundesrepublik Deutschland steuerbarer, d.h. ein in den Anwendungsbereich des deutschen UStG fallender Umsatz vor. Dieser k&ouml;nnte nach Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. c der Richtlinie 77\/388\/EWG steuerfrei sein. Sollte das Knorpelmaterial nicht als &quot;beweglicher k&ouml;rperlicher Gegenstand&quot; qualifiziert werden, sondern wegen der &quot;funktionalen Einheit&quot; mit dem K&ouml;rper eines Menschen (vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 9. November 1993 VI ZR 62\/93, BGHZ 124, 52) ebenso zu behandeln sein wie der Mensch selbst, w&auml;re es denkbar, dass an diesem Material &#8211;wie an einem Menschen selbst&#8211; &quot;Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin&quot; ausgef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen. Es w&auml;re zu entscheiden, ob das Herausl&ouml;sen der Zellen und die Zellvermehrung eine solche Heilbehandlung w&auml;re.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Entscheidungserheblichkeit der Fragen      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Wenn alle drei Fragen zu Nr. 1 bejaht w&uuml;rden, h&auml;tte das Finanzgericht der Klage zu Recht stattgegeben und die Revision des Finanzamts w&auml;re als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Wenn nur eine dieser Fragen verneint wird, l&auml;ge ein in der Bundesrepublik Deutschland steuerbarer Umsatz vor. Die Klage w&auml;re abzuweisen, wenn die Voraussetzungen f&uuml;r eine Steuerbefreiung nach Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. c der Richtlinie 77\/388\/EWG oder &sect; 4 Nr. 14 UStG nicht vorl&auml;gen. Dies w&auml;re der Fall, wenn es sich bei der Zellvermehrung nicht um &quot;Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin&quot; handelt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Sollte hingegen eine Heilbehandlung angenommen werden, m&uuml;sste die Sache an das Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen und aufgekl&auml;rt werden, ob die Laborleistungen der Kl&auml;gerin im Rahmen der Aus&uuml;bung eines arzt&auml;hnlichen Berufs erbracht worden sind. Dies erscheint m&ouml;glich, da nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs eine medizinisch-technische Assistentin einen arzt&auml;hnlichen Beruf aus&uuml;bt (Urteil vom 29. Januar 1998 V R 3\/96, BFHE 185, 287, BStBl II 1998, 453). Die Kl&auml;gerin hat vorgetragen, die routinem&auml;&szlig;igen Laborarbeiten w&uuml;rden sowohl von biotechnischen als auch von medizinisch-technischen Assistenten ausgef&uuml;hrt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Rechtsgrundlage f&uuml;r die Anrufung des EuGH ist Art. 234 Satz 3 des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 1.4.2009, XI R 52\/07 Ort der Dienstleistung bei der Vermehrung menschlicher Knorpelzellen zur Eigenimplantation &#8211; Abgrenzung zur Lieferung &#8211; Verwendung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Leistungsempf&auml;ngers des anderen Mitgliedstaats Leits&auml;tze Dem EuGH werden die folgenden Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt: 1. 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