{"id":14368,"date":"2012-12-08T13:45:13","date_gmt":"2012-12-08T11:45:13","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14368"},"modified":"2012-12-08T13:45:13","modified_gmt":"2012-12-08T11:45:13","slug":"vii-r-38-08-abtretung-von-vorsteuerueberschuessen-aus-umsatzsteuervoranmeldungen-rueckforderung-nach-erlass-eines-umsatzsteuerjahresbescheids-vom-zessionar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-38-08-abtretung-von-vorsteuerueberschuessen-aus-umsatzsteuervoranmeldungen-rueckforderung-nach-erlass-eines-umsatzsteuerjahresbescheids-vom-zessionar\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;38\/08 &#8211; Abtretung von Vorsteuer&uuml;bersch&uuml;ssen aus Umsatzsteuervoranmeldungen: R&uuml;ckforderung nach Erlass eines Umsatzsteuerjahresbescheids vom Zessionar"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.3.2009, VII R 38\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Abtretung von Vorsteuer&uuml;bersch&uuml;ssen aus Umsatzsteuervoranmeldungen: R&uuml;ckforderung nach Erlass eines Umsatzsteuerjahresbescheids vom Zessionar<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Sind im Umsatzsteuerjahresbescheid abzugsf&auml;hige Vorsteuern mit 0 DM\/EUR zugrunde gelegt, verliert die Festsetzung eines Verg&uuml;tungsanspruchs aufgrund einer Umsatzsteuervoranmeldung (Vorbehaltsfestsetzung), soweit sie auf ber&uuml;cksichtigten Vorsteuern beruht, ihre Wirksamkeit als formeller Rechtsgrund f&uuml;r die infolge einer wirksamen Abtretung des Anspruchs bewirkte Auszahlung. Im Falle der Uneinbringlichkeit beim Zedenten ist das FA zur R&uuml;ckforderung des Betrages vom Zessionar berechtigt (Fortentwicklung der Rechtsprechung).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die T-GmbH hatte f&uuml;r die Monate Februar und M&auml;rz 1995 Umsatzsteuervoranmeldungen beim Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eingereicht und die daraus resultierenden Erstattungsbetr&auml;ge an die Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagten (Kl&auml;gerin), ein Kreditinstitut, abgetreten. Die Betr&auml;ge beliefen sich f&uuml;r Februar 1995 auf 344 248,30 DM und f&uuml;r M&auml;rz 1995 auf 1 876 040,10 DM und ergaben sich aus den angemeldeten Vorsteuerbetr&auml;gen abz&uuml;glich der jeweils auf die j&auml;hrliche Honorarabrechnung der T-GmbH entfallenden Umsatzsteuer von 150 DM. Die abgetretenen Betr&auml;ge wurden mit Umsatzsteuerschulden der Abtretungsempf&auml;ngerin beim FA verrechnet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nachdem das FA zun&auml;chst die Jahresumsatzsteuer 1995 in Anlehnung an die Voranmeldungen unter Ber&uuml;cksichtigung erheblicher Vorsteuern gesch&auml;tzt hatte, stellte die Steuerfahndungsstelle im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens gegen die T-GmbH im Laufe des Jahres 2000 fest, dass die T-GmbH hinsichtlich der f&uuml;r Februar und M&auml;rz 1995 angemeldeten Vorsteuern nicht abzugsberechtigt war.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Bescheid vom 29. M&auml;rz 2000 &auml;nderte das FA die Jahressteuerfestsetzung 1995 und setzte die Umsatzsteuer der T-GmbH ohne Ber&uuml;cksichtigung abziehbarer Vorsteuern fest. Noch w&auml;hrend des Einspruchsverfahrens forderte es die an die Kl&auml;gerin abgetretenen Betr&auml;ge von dieser zur&uuml;ck, nachdem es zun&auml;chst vergeblich versucht hatte, den im Jahressteuerbescheid festgesetzten R&uuml;ckforderungsbetrag bei der T-GmbH beizutreiben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In der Einspruchsentscheidung schlie&szlig;lich &auml;nderte es die Umsatzsteuer nochmals unter Ber&uuml;cksichtigung von &#8211;die streitige R&uuml;ckabwicklung nicht betreffenden&#8211; Vorsteuern in H&ouml;he von 89,96 DM.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach im &Uuml;brigen erfolgslosem Einspruchsverfahren gab das Finanzgericht (FG) der Klage statt. Es urteilte, ein R&uuml;ckforderungsanspruch des FA gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin sei nicht gegeben. Der Rechtsgrund f&uuml;r die abgetretenen Erstattungsanspr&uuml;che aus den Umsatzsteuervoranmeldungen Februar und M&auml;rz 1995 sei nicht entfallen. Die Festsetzungen seien weder aufgehoben noch ge&auml;ndert worden. Auch aus der nachfolgenden Jahressteuerfestsetzung k&ouml;nne der Wegfall des Rechtsgrundes nicht abgeleitet werden. Allein die Beschr&auml;nkung des Vorsteuerabzugs in dem Jahressteuerbescheid auf 0 DM berechtige das FA nicht, die aufgrund von Voranmeldungen f&uuml;r einzelne Voranmeldungszeitr&auml;ume ausgezahlten Vorsteuer&uuml;bersch&uuml;sse vom Zessionar als Leistungsempf&auml;nger zur&uuml;ckzufordern. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 833 ver&ouml;ffentlicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gt das FA die fehlerhafte Anwendung des &sect; 37 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO). Es ist der Auffassung, dass die aufgrund einer vorhergehenden Vorbehaltsfestsetzung an den Zessionar ausgezahlten Vorsteuer&uuml;bersch&uuml;sse von diesem zur&uuml;ckgefordert werden k&ouml;nnen, wenn sich &#8211;wie bei der Versagung des Vorsteuerabzugs f&uuml;r das gesamte Kalenderjahr&#8211; die Fehlerhaftigkeit der Vorbehaltsfestsetzung aus der Jahressteuerfestsetzung ergibt. Werde im Jahressteuerbescheid die abziehbare Vorsteuer mit 0 DM ausgewiesen, so ergebe sich daraus automatisch, dass es f&uuml;r das gesamte Kalenderjahr und damit auch f&uuml;r die betreffenden Voranmeldungszeitr&auml;ume keine abziehbaren Vorsteuerbetr&auml;ge gegeben habe. Vorsteuerkorrekturen nach &sect; 15a oder &sect; 17 des Umsatzsteuergesetzes wirkten sich auf den Vorsteuerausweis nicht aus, da diese Betr&auml;ge in den Umsatzsteuerbescheiden separat aufgef&uuml;hrt w&uuml;rden. Im &Uuml;brigen ergebe sich der Grund f&uuml;r die Vorsteuerberichtigung eindeutig aus der Einspruchsentscheidung, die bei der Beurteilung, ob der Rechtsgrund f&uuml;r die Auszahlung des Erstattungsbetrages entfallen sei, nicht unber&uuml;cksichtigt bleiben d&uuml;rfe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin h&auml;lt die Entscheidung des FG f&uuml;r zutreffend.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt zur Aufhebung des finanzgerichtlichen Urteils und zur Abweisung der Klage. Die Entscheidung des FG beruht auf einer Verletzung von Bundesrecht, &sect; 118 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO). Das FA hat die an die Kl&auml;gerin ausgezahlten Erstattungsbetr&auml;ge zu Recht zur&uuml;ckgefordert.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ist eine Steuerverg&uuml;tung ohne rechtlichen Grund gezahlt worden, so hat derjenige, auf dessen Rechnung die Zahlung bewirkt worden ist, einen Anspruch auf Erstattung des gezahlten oder zur&uuml;ckgezahlten Betrages. Dies gilt auch, wenn der rechtliche Grund f&uuml;r die Zahlung sp&auml;ter wegf&auml;llt (&sect; 37 Abs. 2 Satz 2 AO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Das FA hat den R&uuml;ckforderungsbescheid zu Recht an die Kl&auml;gerin gerichtet. Zu den Steuerverg&uuml;tungen i.S. des &sect; 37 Abs. 2 AO geh&ouml;ren auch an einen Zessionar wirksam abgetretene Anspr&uuml;che aus Umsatzsteuervoranmeldungen. Nach den Feststellungen des FG hat die T-GmbH ihre Umsatzsteuerverg&uuml;tungsanspr&uuml;che der Monate Februar und M&auml;rz 1995 wirksam an die Kl&auml;gerin abgetreten. Das FA hat die Leistung an die Kl&auml;gerin durch die Verrechnung mit deren Steuerschulden bewirkt. In einem solchen Fall richtet sich der R&uuml;ckforderungsanspruch gegen den Abtretungsempf&auml;nger (st&auml;ndige Rechtsprechung, zuletzt Urteil vom 19. August 2008 VII R 36\/07, BFHE 222, 205, BStBl II 2009, 90).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Der rechtliche Grund f&uuml;r die Verrechnung der abgetretenen Verg&uuml;tungen zugunsten der Kl&auml;gerin ist nachtr&auml;glich entfallen, wie es &sect; 37 Abs. 2 Satz 2 AO voraussetzt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Grundlage f&uuml;r die Auszahlung bzw. Verrechnung von Steuererstattungen und -verg&uuml;tungen sind regelm&auml;&szlig;ig die der Leistung zugrunde liegenden Steuerbescheide (&sect; 218 Abs. 1 AO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Der Rechtsgrund f&uuml;r die Auszahlung oder Verrechnung von Umsatzsteuererstattungen an einen Zessionar sind die sich aus den Umsatzsteuervoranmeldungen ergebenden, abgetretenen Verg&uuml;tungsanspr&uuml;che. Die Voranmeldung steht nach der &#8211;in der Auszahlung oder Verrechnung liegenden&#8211; Zustimmung durch das FA einer Steuerfestsetzung unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gleich (&sect;&sect; 168 i.V.m. 164 Abs. 1 AO &#8211;Vorbehaltsfestsetzung&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Fallen diese formellen Rechtsgrundlagen f&uuml;r die Leistung des FA nicht durch ausdr&uuml;ckliche Aufhebung bzw. &Auml;nderung r&uuml;ckwirkend weg, so tritt diese Rechtswirkung nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Senats auch nicht allein mit dem Erlass des Umsatzsteuerjahresbescheids ein. Die einen Vorsteuer&uuml;berschuss ausweisende Vorbehaltsfestsetzung bleibt vielmehr als formeller Rechtsgrund f&uuml;r die Auszahlung des durch ihn festgesetzten Vorsteuer&uuml;berschusses grunds&auml;tzlich auch dann erhalten, wenn der Jahressteuerbescheid ergangen ist. Der Jahressteuerbescheid wird aber f&uuml;r die Zukunft die formelle Rechtgrundlage der bislang aufgrund der Vorbehaltsfestsetzungen geleisteten Zahlungen. Die Anspr&uuml;che aus den Festsetzungen f&uuml;r die Voranmeldungszeitr&auml;ume des Kalenderjahres gehen in die f&uuml;r das Kalenderjahr zu entrichtende Steuer oder in den &Uuml;berschuss ein. Sie sind Teil der f&uuml;r das Kalenderjahr entstandenen Umsatzsteuer (vgl. Senatsentscheidung vom 12. Oktober 1999 VII R 98\/98, BFHE 190, 25, BStBl II 2000, 486, m.w.N.). Insoweit sind die Vorbehaltsfestsetzungen &quot;auf andere Weise&quot; i.S. des &sect; 124 Abs. 2 AO erledigt (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 29. November 1984 V R 146\/83, BFHE 143, 101, BStBl II 1985, 370; Senatsurteil vom 2. Februar 1995 VII R 42\/94, BFH\/NV 1995, 853).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Durch den nachfolgenden Jahressteuerbescheid verliert die Vorbehaltsfestsetzung allerdings dann ihre Wirksamkeit als formeller Rechtsgrund &#8211;auch hinsichtlich des abgetretenen, aus einem Vorsteuer&uuml;berschuss herr&uuml;hrenden Verg&uuml;tungsanspruchs&#8211;, wenn der Jahressteuerbescheid die Feststellung enth&auml;lt, dass die Steuerfestsetzung f&uuml;r den betreffenden Voranmeldungszeitraum materiell fehlerhaft war. Durch solche nachfolgenden Feststellungen (Regelungen) verliert der Vorbehaltsbescheid seine Wirksamkeit, er ist auch insoweit &quot;auf andere Weise&quot; erledigt i.S. des &sect; 124 Abs. 2 AO.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Den Wegfall des Rechtsgrundes durch eine nachfolgende Jahressteuerfestsetzung hat der Senat ausdr&uuml;cklich auf die F&auml;lle beschr&auml;nkt, in denen die Festsetzung aufgrund der Voranmeldung und der Umsatzsteuerjahresbescheid dieselben Besteuerungsgrundlagen regeln, weil z.B. jeweils nur ein Vorbezug betroffen ist, oder wenn durch den Jahressteuerbescheid (Steuerfestsetzung auf 0 DM) festgestellt wird, dass mangels Unternehmereigenschaft bzw. Vorsteuerabzugsberechtigung ein abtretbarer Vorsteuer&uuml;berschuss von vornherein nicht bestand. Dem Umstand, dass in der Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung bzw. -festsetzung niedrigere Vorsteuerbetr&auml;ge ausgewiesen sind als in den Umsatzsteuervoranmeldungen geltend gemacht worden waren, hat er insoweit keine Bedeutung beigemessen (vgl. Senatsurteile vom 24. Januar 1995 VII R 144\/92, BFHE 177, 8, BStBl II 1995, 862; vom 5. August 1986 VII R 167\/82, BFHE 147, 398, BStBl II 1987, 8; vgl. auch BFH-Beschluss vom 5. Oktober 1990 V B 137\/89, BFH\/NV 1991, 633).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Aus dem der T-GmbH erteilten Jahressteuerbescheid ergibt sich eindeutig, dass Steuerverg&uuml;tungsanspr&uuml;che in den Monaten Februar und M&auml;rz 1995 nicht bestanden. Die Vorbehaltsbescheide sind dadurch auf andere Weise i.S. des &sect; 124 Abs. 2 AO erledigt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) In dem dem R&uuml;ckforderungsbescheid zugrunde liegenden Jahressteuerbescheid waren als abzugsf&auml;hige Vorsteuern zun&auml;chst 0 DM angesetzt. Mit einem solchen Ansatz regelt ein Jahressteuerbescheid, dass die Besteuerungsgrundlage &quot;abziehbare Vorsteuern&quot; in keinem Voranmeldungszeitraum des Jahres zu ber&uuml;cksichtigen war. Zweifelsfrei ist in einem solchen Fall, dass sich in keinem Zeitraum aus Vorsteuern ein Verg&uuml;tungsbetrag ergeben konnte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zwar kann sich auch in einem solchen Fall eine Steuerverg&uuml;tung aus einer Berichtigung eines fr&uuml;heren Vorsteuerausweises ergeben, wenn seinerzeit die Bemessungsgrundlage zu niedrig angesetzt worden war. Allerdings w&auml;re dieser Fall eindeutig als Sonderfall zu erkennen, da die Berichtigung sowohl in der Vorbehaltsfestsetzung als auch im Jahressteuerbescheid als Besteuerungsgrundlage ausgewiesen wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Streitfall beruhten die Steuerverg&uuml;tungen allein auf Vorsteuer&uuml;bersch&uuml;ssen. W&auml;re es bei der vollst&auml;ndigen Nichtber&uuml;cksichtigung von Vorsteuern im Jahressteuerbescheid geblieben, so w&auml;re die Fehlerhaftigkeit der Vorbehaltsfestsetzungen eindeutig klargestellt mit der Folge, dass die Vorbehaltsfestsetzungen mit Vorsteuerausweis durch den Jahressteuerbescheid gem&auml;&szlig; &sect; 124 Abs. 2 AO auf andere Weise erledigt w&auml;ren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Allerdings weist der Jahressteuerbescheid in der Fassung der Einspruchsentscheidung einen ber&uuml;cksichtigten Vorsteuerbetrag in H&ouml;he von 89,96 DM aus.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Anders als aus der vollst&auml;ndigen Versagung folgt allein aus der Reduzierung des Vorsteuerbetrages im Jahressteuerbescheid gegen&uuml;ber der Summe der in den Vorbehaltsfestsetzungen ber&uuml;cksichtigten Betr&auml;ge nicht, dass der rechtliche Grund f&uuml;r die der R&uuml;ckforderung zugrunde liegenden Steuerverg&uuml;tungen entfallen ist. Denn unbeschadet der &#8211;im Streitfall geringen&#8211; H&ouml;he der anerkannten Vorsteuern ist bei einer blo&szlig; betragsm&auml;&szlig;igen &Auml;nderung des Vorsteuerabzugs nicht erkennbar, auf welche Vorbehaltsfestsetzung sich die Korrektur bezieht. W&auml;re diese Vorsteuer (hier 89,96 DM) in einer der Vorbehaltsfestsetzungen zu ber&uuml;cksichtigen gewesen, aus denen sich die abgetretenen Verg&uuml;tungsanspr&uuml;che ergeben hatten, so k&ouml;nnte in H&ouml;he dieses Betrages auch nach Berichtigung der seinerzeit zu Unrecht ausgewiesenen Vorsteuern ein Verg&uuml;tungsanspruch verbleiben. In H&ouml;he dieses Betrages w&auml;re dann der Rechtsgrund f&uuml;r die Auszahlung an den Zessionar nicht entfallen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass ein solcher Sachverhalt im Streitfall hinsichtlich der nachtr&auml;glich ber&uuml;cksichtigten 89,96 DM vorliegt, sind aber nicht ersichtlich. Der im FG-Urteil in Bezug genommenen Einspruchsentscheidung, die dem Jahressteuerbescheid seine endg&uuml;ltige Fassung gegeben hat, ist vielmehr die &#8211;von der Kl&auml;gerin unbeanstandete und damit f&uuml;r den Senat bindende&#8211; Feststellung zu entnehmen, dass die nunmehr ber&uuml;cksichtigten (geringen) Vorsteuern mit den streitigen Voranmeldungen der T-GmbH, aus denen sich die abgetretenen Verg&uuml;tungsanspr&uuml;che ergeben hatten, in keinem Zusammenhang stehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Mit der Erledigung der Vorbehaltsfestsetzungen auf andere Weise i.S. des &sect; 124 Abs. 2 AO ist der Rechtsgrund f&uuml;r das Behaltend&uuml;rfen der der Kl&auml;gerin gutgebrachten Umsatzsteuerverg&uuml;tungen entfallen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Rechtswirkungen, die von einer solchen Erledigung des die Vorsteuerverg&uuml;tung festsetzenden Bescheides gegen&uuml;ber dem Steuerpflichtigen ausgehen, muss der Zessionar nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Senats in gleicher Weise wie der Steuerpflichtige gegen sich gelten lassen. Der Zessionar kann rechtlich nicht besser gestellt werden als der Steuerpflichtige selbst. Wer sich eine steuerrechtliche Forderung abtreten l&auml;sst, &uuml;bernimmt eine mit dem Risiko ihres Bestehens behaftete Forderung (Senatsurteil in BFHE 222, 205, BStBl II 2009, 90, m.w.N.). Der R&uuml;ckforderungsbescheid des FA ist rechtm&auml;&szlig;ig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.3.2009, VII R 38\/08 Abtretung von Vorsteuer&uuml;bersch&uuml;ssen aus Umsatzsteuervoranmeldungen: R&uuml;ckforderung nach Erlass eines Umsatzsteuerjahresbescheids vom Zessionar Leits&auml;tze Sind im Umsatzsteuerjahresbescheid abzugsf&auml;hige Vorsteuern mit 0 DM\/EUR zugrunde gelegt, verliert die Festsetzung eines Verg&uuml;tungsanspruchs aufgrund einer Umsatzsteuervoranmeldung (Vorbehaltsfestsetzung), soweit sie auf ber&uuml;cksichtigten Vorsteuern beruht, ihre Wirksamkeit als formeller Rechtsgrund f&uuml;r die infolge einer wirksamen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-38-08-abtretung-von-vorsteuerueberschuessen-aus-umsatzsteuervoranmeldungen-rueckforderung-nach-erlass-eines-umsatzsteuerjahresbescheids-vom-zessionar\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;38\/08 &#8211; Abtretung von Vorsteuer&uuml;bersch&uuml;ssen aus Umsatzsteuervoranmeldungen: R&uuml;ckforderung nach Erlass eines Umsatzsteuerjahresbescheids vom Zessionar<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14368","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14368","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14368"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14368\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14368"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14368"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14368"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}