{"id":14370,"date":"2012-12-08T14:56:14","date_gmt":"2012-12-08T12:56:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14370"},"modified":"2012-12-08T14:56:14","modified_gmt":"2012-12-08T12:56:14","slug":"vi-r-39-08-von-einem-dritten-einem-arbeitnehmer-verliehener-nachwuchsfoerderpreis-als-arbeitslohn-fuer-eine-beschaeftigung-gewaehrte-vorteile-tatrichterliche-wuerdigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-39-08-von-einem-dritten-einem-arbeitnehmer-verliehener-nachwuchsfoerderpreis-als-arbeitslohn-fuer-eine-beschaeftigung-gewaehrte-vorteile-tatrichterliche-wuerdigung\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;39\/08 &#8211; Von einem Dritten einem Arbeitnehmer verliehener Nachwuchsf&ouml;rderpreis als Arbeitslohn &#8211; &quot;F&uuml;r&quot; eine Besch&auml;ftigung gew&auml;hrte Vorteile &#8211; Tatrichterliche W&uuml;rdigung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.4.2009, VI R 39\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Von einem Dritten einem Arbeitnehmer verliehener Nachwuchsf&ouml;rderpreis als Arbeitslohn &#8211; &quot;F&uuml;r&quot; eine Besch&auml;ftigung gew&auml;hrte Vorteile &#8211; Tatrichterliche W&uuml;rdigung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Der einem Arbeitnehmer von einem Dritten verliehene Nachwuchsf&ouml;rderpreis f&uuml;hrt zu Arbeitslohn, wenn die Preisverleihung nicht vor allem eine Ehrung der Pers&ouml;nlichkeit des Preistr&auml;gers darstellt, sondern wirtschaftlich den Charakter eines leistungsbezogenen Entgelts hat (Anschluss an BFH-Urteil vom 9. Mai 1985 IV R 184\/82, BFHE 143, 466, BStBl II 1985, 427).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der im Streitjahr (2000) alleinstehende Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war f&uuml;r seinen Arbeitgeber, einen Einzelunternehmer, seit Januar 1995 als Marktleiter eines Lebensmitteleinzelhandels t&auml;tig. Der Arbeitgeber geh&ouml;rte im Streitjahr einer regionalen Genossenschaft (G) an, die neben einer KG zu 50 % an einer Handelsgesellschaft mbH (GmbH) beteiligt war, die als Gro&szlig;h&auml;ndler auch den vom Kl&auml;ger geleiteten Markt belieferte. G war au&szlig;erdem an der KG beteiligt und Mitglied im &#8230; Verband (V), einem Pr&uuml;fungsverband i.S. von &sect; 54 des Genossenschaftsgesetzes. V schrieb im Streitjahr einen Nachwuchsf&ouml;rderpreis aus, der in der Kategorie Marktleiter mit 10 000 DM dotiert war. Die einzureichenden Bewerbungsunterlagen sollten u.a. Beurteilungen der Pers&ouml;nlichkeit und der Leistungen des Bewerbers enthalten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Aufgrund seiner Bewerbung wurde dem Kl&auml;ger im Juni 2000 der Nachwuchsf&ouml;rderpreis in der Kategorie Marktleiter verliehen und der ausgelobte Preis ausgezahlt. In seiner Einkommensteuererkl&auml;rung 2000 machte der Kl&auml;ger hierzu keine Angaben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nachdem der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) durch die Pr&uuml;fungsmitteilung aufgrund einer in den Jahren 2002 und 2003 bei V durchgef&uuml;hrten Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung im Januar 2003 von der Preisverleihung an den Kl&auml;ger erfahren hatte, erlie&szlig; er am 26. Februar 2003 einen nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 der Abgabenordnung (AO) ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid 2000, in dem er das an den Kl&auml;ger gezahlte Preisgeld in H&ouml;he von 10 000 DM als Arbeitslohn behandelte. Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) f&uuml;hrte im Wesentlichen aus, der Kl&auml;ger habe den Preis f&uuml;r seine Leistungen erhalten, die er als angestellter Marktleiter seit 1995 bis zur Bewerbung um den Nachwuchsf&ouml;rderpreis im Streitjahr erbracht habe. Vom Bewerber sei eine ausf&uuml;hrliche Darstellung seiner Leistungen als Marktleiter gefordert worden. Diese h&auml;tten die Entscheidung &uuml;ber die Preisverleihung ma&szlig;geblich beeinflusst. Der Arbeitgeber des Kl&auml;gers und die GmbH h&auml;tten die im Rahmen des Arbeitsverh&auml;ltnisses erbrachten Leistungen des Kl&auml;gers zusammenfassend gew&uuml;rdigt und diesen f&uuml;r den Nachwuchsf&ouml;rderpreis empfohlen. Auch soweit die Pers&ouml;nlichkeit des Kl&auml;gers gew&uuml;rdigt worden sei, stehe dies im Zusammenhang mit dessen Arbeitsleistungen. Bei einer Gesamtw&uuml;rdigung der Verh&auml;ltnisse des Streitfalls stelle sich der F&ouml;rderpreis als Frucht der Arbeitsleistung des Kl&auml;gers dar, auch wenn nicht der Arbeitgeber, sondern ein Dritter den Preis verliehen habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Er beantragt, das vorinstanzliche Urteil und den ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid 2000 vom 26. Februar 2003 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 9. Dezember 2003 aufzuheben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision des Kl&auml;gers ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat zu Recht entschieden, dass das dem Kl&auml;ger verliehene Preisgeld unter den im Streitfall vorliegenden Umst&auml;nden als Arbeitslohn anzusehen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Zu den Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit geh&ouml;ren nach &sect; 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. &sect; 8 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) alle G&uuml;ter, die in Geld oder Geldeswert bestehen und die dem Arbeitnehmer aus dem Dienstverh&auml;ltnis f&uuml;r das Zurverf&uuml;gungstellen seiner individuellen Arbeitskraft zuflie&szlig;en.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Vorteile werden &quot;f&uuml;r&quot; eine Besch&auml;ftigung gew&auml;hrt, wenn sie durch das individuelle Dienstverh&auml;ltnis des Arbeitnehmers veranlasst sind. Das ist der Fall, wenn der Vorteil mit R&uuml;cksicht auf das Dienstverh&auml;ltnis einger&auml;umt wird und sich die Leistung im weitesten Sinne als Gegenleistung f&uuml;r das Zurverf&uuml;gungstellen der individuellen Arbeitskraft des Arbeitnehmers erweist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Annahme von Arbeitslohn steht auch nicht entgegen, wenn die Zuwendung durch einen Dritten erfolgt, sofern sie ein Entgelt &quot;f&uuml;r&quot; eine Leistung ist, die der Arbeitnehmer im Rahmen des Dienstverh&auml;ltnisses erbringt, erbracht hat oder erbringen soll. Voraussetzung ist, dass die Zuwendung des Dritten sich f&uuml;r den Arbeitnehmer als Frucht seiner Arbeit darstellt und im Zusammenhang mit dem Dienstverh&auml;ltnis steht (z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 20. November 2008 VI R 25\/05, BStBl II 2009, 382; vom 19. Juni 2008 VI R 4\/05, BFHE 222, 353, BStBl II 2008, 826; vom 10. Mai 2006 IX R 82\/98, BFHE 213, 487, BStBl II 2006, 669; vom 19. August 2004 VI R 33\/97, BFHE 207, 230, BStBl II 2004, 1076; vom 5. Juli 1996 VI R 10\/96, BFHE 180, 441, BStBl II 1996, 545).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Kein Arbeitslohn liegt allerdings vor, wenn die Zuwendung wegen anderer Rechtsverh&auml;ltnisse oder aufgrund sonstiger, nicht auf dem Dienstverh&auml;ltnis beruhender Beziehungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber gew&auml;hrt wird (BFH-Beschl&uuml;sse vom 17. Januar 2005 VI B 30\/04, BFH\/NV 2005, 884; vom 28. Juni 2007 VI B 23\/07, BFH\/NV 2007, 1870, jeweils m.w.N.; BFH-Urteile vom 1. Februar 2007 VI R 72\/05, BFH\/NV 2007, 898; vom 24. Januar 2001 I R 100\/98, BFHE 195, 102, BStBl II 2001, 509; vom 22. M&auml;rz 1985 VI R 170\/82, BFHE 143, 544, BStBl II 1985, 529; in BStBl II 2009, 382; in BFHE 207, 230, BStBl II 2004, 1076; Schmidt\/Drenseck, EStG, 28. Aufl., &sect; 19 Rz 29).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Auch Preise, die dem Steuerpflichtigen verliehen werden, k&ouml;nnen zu Erwerbseinnahmen und damit auch zu Arbeitslohn f&uuml;hren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                F&uuml;r Betriebseinnahmen hat der IV. Senat des BFH (Urteil vom 9. Mai 1985 IV R 184\/82, BFHE 143, 466, BStBl II 1985, 427, m.w.N.) entschieden, dass nicht nur solche Einnahmen als betrieblich veranlasst zu werten sind, die aus der Sicht des Unternehmers Entgelt f&uuml;r betriebliche Leistungen darstellen. Betriebseinnahmen k&ouml;nnen auch dann vorliegen, wenn der Steuerpflichtige als Betriebsinhaber unentgeltliche Zuwendungen erh&auml;lt. Voraussetzung ist allerdings stets, dass die Zuwendung einen wirtschaftlichen Bezug zum Betrieb aufweist. Es gen&uuml;gt nicht, dass sie lediglich in einem &auml;u&szlig;eren Zusammenhang dazu steht. Diese Grunds&auml;tze hat der IV. Senat des BFH auch auf Preise angewandt, die einem Steuerpflichtigen verliehen werden. Danach k&ouml;nnen sich die Betriebsbezogenheit einer Preisverleihung und die Wertung der damit verbundenen Dotation als Betriebseinnahme daraus ergeben, dass die Zuwendung unbeschadet ihres besonderen Rechtsgrundes (Auslobung nach &sect; 657 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches) wirtschaftlich den Charakter eines leistungsbezogenen Entgelts hat. Dies gilt z.B. bei einem Architektenwettbewerb, bei dem der Veranstalter typische Berufsleistungen eines Architekten zum Inhalt seiner Auslobung macht und auch ein besonderes wirtschaftliches Interesse an dem Ergebnis des Wettbewerbs hat. Als privat veranlasst sind dagegen Preise zu beurteilen, die f&uuml;r das Lebenswerk oder das Gesamtschaffen verliehen werden. Solchen Preisverleihungen liegt kein wirtschaftlicher Leistungsaustausch zugrunde. Die Auszeichnung wird dem Steuerpflichtigen auch nicht in seiner Eigenschaft als Betriebsinhaber zuteil. Selbst wenn die Preisverleihung in einem &auml;u&szlig;eren Zusammenhang mit bestimmten beruflichen Leistungen steht, soll mit der Auszeichnung nicht in erster Linie die berufliche Leistung des Preistr&auml;gers gew&uuml;rdigt, sondern seine Pers&ouml;nlichkeit geehrt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach Auffassung des erkennenden Senats sind diese Grunds&auml;tze f&uuml;r die Beurteilung, ob Vorteile &quot;f&uuml;r&quot; eine Besch&auml;ftigung gew&auml;hrt worden und damit als Arbeitslohn anzusehen sind, entsprechend heranzuziehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Die Beantwortung der Frage, ob eine Zuwendung durch das Dienstverh&auml;ltnis veranlasst ist, obliegt in erster Linie der tatrichterlichen W&uuml;rdigung durch das FG. Denn ob ein Leistungsaustausch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit oder aufgrund einer Sonderrechtsbeziehung einer anderen Einkunftsart oder dem nicht einkommensteuerbaren Bereich zuzurechnen ist, kann nur aufgrund einer W&uuml;rdigung aller wesentlichen Umst&auml;nde des Einzelfalles entschieden werden (BFH-Urteile in BStBl II 2009, 382, und in BFH\/NV 2007, 898; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2007, 1870). Gleiches gilt f&uuml;r die Beurteilung, ob die Zuwendung eines Dritten sich f&uuml;r den Arbeitnehmer als Frucht seiner Arbeit darstellt und im Zusammenhang mit dem Dienstverh&auml;ltnis steht. Auch die W&uuml;rdigung, ob Preisgelder eher die berufliche Leistung des Preistr&auml;gers honorieren oder vornehmlich dessen Pers&ouml;nlichkeit ehren sollen, ist in erster Linie eine tatrichterliche Aufgabe. Die Tatsachenw&uuml;rdigung des FG ist revisionsrechtlich bindend, soweit sie verfahrensrechtlich einwandfrei zustande gekommen und nicht durch Denkfehler oder durch die Verletzung von Erfahrungss&auml;tzen beeinflusst ist (&sect; 118 Abs. 2 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist die Entscheidung des FG, dass der streitbefangene Preis im Zusammenhang mit dem Dienstverh&auml;ltnis des Kl&auml;gers stehe, revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Das FG hat seine W&uuml;rdigung, dass die Zahlung des Nachwuchsf&ouml;rderpreises durch das individuelle Arbeitsverh&auml;ltnis veranlasst gewesen sei und dass die Pers&ouml;nlichkeit des Kl&auml;gers zwar bei der Preisvergabe mit ber&uuml;cksichtigt worden sei, jedoch nicht im Vordergrund gestanden habe, umfassend dargelegt. Dabei hat es wesentlich auf die auch im Rahmen der Bewerbung des Kl&auml;gers darzustellenden Leistungen als Marktleiter abgestellt und ausgef&uuml;hrt, dass der Preis gerade f&uuml;r diese fachlichen Leistungen vergeben worden und damit als Frucht der Arbeit des Kl&auml;gers anzusehen sei. Die W&uuml;rdigung, der Preis sei ma&szlig;geblicher Ausfluss der vom Kl&auml;ger erreichten betriebswirtschaftlichen Ziele und seiner F&auml;higkeiten in Personalf&uuml;hrung und Marketing gewesen, ist m&ouml;glich. Gleiches gilt f&uuml;r die Einordnung und Gewichtung der Pers&ouml;nlichkeit des Kl&auml;gers im Rahmen seiner beruflichen Aktivit&auml;ten. Die Auffassung des FG, die Pers&ouml;nlichkeit des Kl&auml;gers k&ouml;nne im Streitfall nicht losgel&ouml;st von dessen Arbeitsleistungen gesehen werden, ist jedenfalls nachvollziehbar. Dass es sich bei V &#8211;historisch begr&uuml;ndet&#8211; um einen genossenschaftsrechtlichen Pr&uuml;fungsverband handelt, schlie&szlig;t nicht aus, dass V auf &uuml;bergeordneter Ebene durch F&ouml;rderung qualifizierten Personals wirtschaftliche Interessen der beteiligten Genossenschaften und der an diesen Genossenschaften beteiligten Einzelh&auml;ndler &#8211;darunter der Arbeitgeber des Kl&auml;gers&#8211; verfolgt hat. Vielmehr spricht der Umstand, dass es sich bei dem Preis ausdr&uuml;cklich um eine &quot;Nachwuchsf&ouml;rderung&quot; im Rahmen eines auf kommerzielle Interessen ausgerichteten gr&ouml;&szlig;eren Verbundes von Einzel- und Gro&szlig;handelsunternehmen gehandelt hat, gerade daf&uuml;r, dass die Bewertung der F&auml;higkeiten des Kl&auml;gers im Rahmen der wirtschaftlichen Zielverfolgung innerhalb seiner nichtselbst&auml;ndigen Arbeit und nicht die von der Berufsaus&uuml;bung des Kl&auml;gers losgel&ouml;ste Ehrung der Pers&ouml;nlichkeit im Vordergrund gestanden hat. Auch das Alter des im August 1974 geborenen Kl&auml;gers spricht eher daf&uuml;r, dass nicht bereits im Streitjahr mit der Preisverleihung ein &quot;Lebenswerk&quot; habe gew&uuml;rdigt werden sollen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Ist das FG in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise davon ausgegangen, dass der streitbefangene Preis ein Entgelt &quot;f&uuml;r&quot; eine Leistung ist, die der Arbeitnehmer im Rahmen des Dienstverh&auml;ltnisses erbracht hat, so steht der Annahme von Arbeitslohn nach den genannten Ma&szlig;st&auml;ben auch nicht entgegen, dass dem Kl&auml;ger das Preisgeld nicht von seinem Arbeitgeber, sondern von einem Dritten zugewendet worden ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Zu Recht ist jenseits der Frage, ob der an den Kl&auml;ger verliehene Preis zu Arbeitslohn gef&uuml;hrt hat, zwischen den Beteiligten nicht streitig, ob die Voraussetzungen f&uuml;r eine &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids 2000 nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 AO vorgelegen haben, nachdem das FA erst im Januar 2003 von der Preisverleihung im Jahr 2000 erfahren hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Ob das streitbefangene Preisgeld auch die Voraussetzungen von (sonstigen) Eink&uuml;nften aus Leistungen i.S. des &sect; 22 Nr. 3 EStG erf&uuml;llt, braucht der Senat nicht zu entscheiden. Zwar ist eine solche Leistung jedes Tun, Dulden oder Unterlassen, das weder eine Ver&auml;u&szlig;erung noch einen ver&auml;u&szlig;erungs&auml;hnlichen Vorgang im privaten Bereich betrifft, Gegenstand eines entgeltlichen Vertrages sein kann und eine Gegenleistung ausl&ouml;st (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 28. November 2007 IX R 39\/06, BFHE 220, 67, BStBl II 2008, 469, m.w.N.). Entscheidend ist danach, ob die Gegenleistung (das Entgelt) &#8211;wof&uuml;r im Streitfall auch einiges spricht&#8211; durch das Verhalten des Steuerpflichtigen veranlasst ist; daf&uuml;r gen&uuml;gt schon die Annahme einer f&uuml;r das Verhalten gew&auml;hrten Gegenleistung (z.B. BFH-Urteile vom 21. September 2004 IX R 13\/02, BFHE 207, 284, BStBl II 2005, 44, und vom 8. Mai 2008 VI R 50\/05, BFHE 221, 157, BStBl II 2008, 868; in BFHE 220, 67, BStBl II 2008, 469). Nach &sect; 22 Nr. 3 EStG sind sonstige Eink&uuml;nfte (&sect; 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 EStG) jedoch nur Eink&uuml;nfte aus Leistungen, soweit sie &#8211;anders als im Streitfall&#8211; weder zu anderen Einkunftsarten noch zu den Eink&uuml;nften i.S. der Nummern 1, 1a, 2 oder 4 der Vorschrift geh&ouml;ren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.4.2009, VI R 39\/08 Von einem Dritten einem Arbeitnehmer verliehener Nachwuchsf&ouml;rderpreis als Arbeitslohn &#8211; &quot;F&uuml;r&quot; eine Besch&auml;ftigung gew&auml;hrte Vorteile &#8211; Tatrichterliche W&uuml;rdigung Leits&auml;tze Der einem Arbeitnehmer von einem Dritten verliehene Nachwuchsf&ouml;rderpreis f&uuml;hrt zu Arbeitslohn, wenn die Preisverleihung nicht vor allem eine Ehrung der Pers&ouml;nlichkeit des Preistr&auml;gers darstellt, sondern wirtschaftlich den Charakter eines &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-39-08-von-einem-dritten-einem-arbeitnehmer-verliehener-nachwuchsfoerderpreis-als-arbeitslohn-fuer-eine-beschaeftigung-gewaehrte-vorteile-tatrichterliche-wuerdigung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;39\/08 &#8211; Von einem Dritten einem Arbeitnehmer verliehener Nachwuchsf&ouml;rderpreis als Arbeitslohn &#8211; &quot;F&uuml;r&quot; eine Besch&auml;ftigung gew&auml;hrte Vorteile &#8211; Tatrichterliche W&uuml;rdigung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14370","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14370","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14370"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14370\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14370"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14370"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14370"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}