{"id":14372,"date":"2012-12-19T14:59:42","date_gmt":"2012-12-19T12:59:42","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14372"},"modified":"2012-12-19T14:59:42","modified_gmt":"2012-12-19T12:59:42","slug":"ix-r-46-08-fehlerhafte-gesamtwuerdigung-bei-darlehens-vertraegen-zwischen-nahe-stehenden-personen-bei-einbeziehen-eines-unergiebigen-beweisanzeichens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-46-08-fehlerhafte-gesamtwuerdigung-bei-darlehens-vertraegen-zwischen-nahe-stehenden-personen-bei-einbeziehen-eines-unergiebigen-beweisanzeichens\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;46\/08 &#8211; Fehlerhafte Gesamtw&uuml;rdigung bei (Darlehens-)Vertr&auml;gen zwischen nahe stehenden Personen bei Einbeziehen eines unergiebigen Beweisanzeichens"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.5.2009, IX R 46\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Fehlerhafte Gesamtw&uuml;rdigung bei (Darlehens-)Vertr&auml;gen zwischen nahe stehenden Personen bei Einbeziehen eines unergiebigen Beweisanzeichens<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Halten nahe Angeh&ouml;rige zivilrechtliche Formerfordernisse nicht ein, spricht dies im Rahmen der steuerrechtlichen Beurteilung des Vertrages indiziell gegen den vertraglichen Bindungswillen (Best&auml;tigung der BFH-Urteile vom 7. Juni 2006 IX R 4\/04, BFHE 214, 173, BStBl II 2007, 294, und vom 22. Februar 2007 IX R 45\/06, BFHE 217, 409).<\/p>\n<p>2. Die Gesamtw&uuml;rdigung mehrerer Beweisanzeichen ist insgesamt fehlerhaft, wenn das FG aus einem Indiz, das es in seine Gesamtbetrachtung einbezieht, den falschen Schluss zieht.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Sache befindet sich im zweiten Rechtsgang.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) errichtete in den Jahren 1991 bis 1993 drei Mehrfamilienh&auml;user. Zur Finanzierung der Herstellungskosten schloss sie mit ihren drei minderj&auml;hrigen Enkelkindern Ende August 1991 jeweils Darlehensvertr&auml;ge ab. Unterzeichnet wurden die Vertr&auml;ge durch den Vater als dem gesetzlichen Vertreter seiner S&ouml;hne; ein Erg&auml;nzungspfleger wurde nicht eingeschaltet. Die im April 1992 vollzogenen Vertrags&auml;nderungen wurden auf Seiten der Darlehensgeber wiederum von deren Vater als Vertreter unterzeichnet. Danach gew&auml;hrten die Enkel der Kl&auml;gerin weitere Kredite in variabler H&ouml;he.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit notarieller Urkunde vom November 1998 genehmigte der jetzt eingeschaltete Erg&auml;nzungspfleger die Darlehensvertr&auml;ge; danach wurden Grundschulden zur Sicherung der Darlehen bestellt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Zinsen f&uuml;r den Zeitraum von Ende August bis 31. Dezember 1991 in H&ouml;he von 6 980 DM zahlte die Kl&auml;gerin am 15. Januar 1992, die Zinsen f&uuml;r den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 1992 in H&ouml;he von 21 385 DM zahlte sie am 30. Dezember 1992 an die Enkel.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Aufgrund einer Au&szlig;enpr&uuml;fung versagte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die steuerliche Anerkennung der Darlehen und erh&ouml;hte f&uuml;r das Streitjahr (1992) die Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung um die gezahlten Darlehenszinsen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg. Das Finanzgericht (FG) f&uuml;hrte in seinem Urteil aus, die Darlehensvertr&auml;ge seien als Vereinbarung zwischen nahen Angeh&ouml;rigen steuerlich nicht zu ber&uuml;cksichtigen, da sie nicht formwirksam abgeschlossen worden seien. Dieses Urteil hob der Bundesfinanzhof (BFH) mit seinem Urteil vom 7. Juni 2006 IX R 4\/04 (BFHE 214, 173, BStBl II 2007, 294) auf und wies die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ck. Auch im zweiten Rechtsgang wies das FG die Klage ab. Nach den Grunds&auml;tzen des BFH-Urteils vom 22. Februar 2007 IX R 45\/06 (BFHE 217, 409) sei es den Vertragsparteien anzulasten, die zivilrechtliche Form nicht beachtet zu haben. Dieses verst&auml;rkte Indiz gegen den vertraglichen Bindungswillen werde durch die Genehmigung nicht in Frage gestellt. Gegen die steuerliche Anerkennung spreche auch die fehlende Besicherung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts. Die Darlehensvertr&auml;ge seien &#8211;zun&auml;chst schwebend unwirksam&#8211; durch den Erg&auml;nzungspfleger genehmigt und damit zivilrechtlich wirksam geworden. Es verhalte sich wie bei der nachtr&auml;glichen Befreiung vom Verbot des In-Sich-Gesch&auml;fts nach den Grunds&auml;tzen des BFH-Urteils vom 23. Oktober 1996 I R 71\/95 (BFHE 181, 328, BStBl II 1999, 35). &Uuml;berdies sei die zivilrechtliche Unwirksamkeit lediglich ein Beweisanzeichen im Rahmen einer Gesamtw&uuml;rdigung und der Kl&auml;gerin im &Uuml;brigen nicht anzulasten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        das angefochtene Urteil aufzuheben und die Einkommensteuer 1992 unter Ber&uuml;cksichtigung der Darlehenszinsen als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung festzusetzen.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        die Revision zur&uuml;ckzuweisen.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben und die Sache nach &sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckzuverweisen. Das FG ist unzutreffend davon ausgegangen, die Darlehensvertr&auml;ge seien auf Grund ihrer Formunwirksamkeit im Streitjahr (1992) sowie ihrer fehlenden Besicherung steuerrechtlich nicht anzuerkennen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Vertragsverh&auml;ltnisse zwischen nahen Angeh&ouml;rigen sind steuerrechtlich nur anzuerkennen, wenn die Vertr&auml;ge b&uuml;rgerlich-rechtlich wirksam vereinbart worden sind und sowohl die Gestaltung als auch die Durchf&uuml;hrung des Vereinbarten dem zwischen Fremden &Uuml;blichen entsprechen. Fehlt es innerhalb eines Familienverbundes typischerweise an einem Interessensgegensatz und k&ouml;nnen zivilrechtliche Gestaltungsm&ouml;glichkeiten steuerrechtlich missbraucht werden, so ist es im Interesse einer effektiven Missbrauchsbek&auml;mpfung geboten und zul&auml;ssig, an den Beweis des Abschlusses und an den Nachweis der Ernstlichkeit von Vertragsgestaltungen zwischen nahen Angeh&ouml;rigen strenge Anforderungen zu stellen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 7. November 1995&nbsp;&nbsp;2 BvR 802\/90, BStBl II 1996, 34). Die besonderen Anforderungen der Rechtsprechung bilden Beweisanzeichen (Indizien) bei der im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu treffenden Entscheidung, ob die streitigen Aufwendungen in einem sachlichen Zusammenhang mit dem Erzielen von Eink&uuml;nften stehen oder dem nicht steuerbaren privaten Bereich (&sect; 12 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) zugeh&ouml;rig sind. Lassen die Vertragsbeteiligten zivilrechtliche Formerfordernisse unbeachtet, so f&uuml;hrt dieses Beweisanzeichen gegen die Ernsthaftigkeit der getroffenen Vereinbarung &#8211;anders als z.B. das Nichterf&uuml;llen eines gesetzlichen Tatbestandsmerkmals&#8211; nicht allein und ausnahmslos dazu, das Vertragsverh&auml;ltnis steuerrechtlich nicht anzuerkennen. Die Indizwirkung gegen den vertraglichen Bindungswillen wird verst&auml;rkt, wenn es den Vertragspartnern angelastet werden kann, zivilrechtliche Formvorschriften insbesondere bei klarer Rechtslage nicht beachtet zu haben (vgl. dazu im Einzelnen BFH-Urteil in BFHE 217, 409, m.w.N.). Damit hat der BFH seine Rechtsprechung entgegen der Vorinstanz gegen&uuml;ber seinem Urteil im ersten Rechtszug nicht ge&auml;ndert, wie sich aus dem Urteil in BFHE 217, 409, unter II. 3. der Gr&uuml;nde explizit ergibt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Diesen Grunds&auml;tzen widerspricht die angefochtene Entscheidung. Sie hat die streitigen Darlehenszinsen in einer unvollst&auml;ndigen und unzutreffenden Gesamtw&uuml;rdigung der Beweisanzeichen vom Abzug als Werbungskosten (&sect; 9 Abs. 1 Satz 1 und Satz 3 Nr. 1 EStG) bei den Eink&uuml;nften der Kl&auml;gerin aus Vermietung und Verpachtung gem&auml;&szlig; &sect; 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG ausgeschlossen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Zwar w&uuml;rdigt es das FG zutreffend als Indiz gegen den vertraglichen Bindungswillen, dass die zu Grunde liegenden Darlehensvertr&auml;ge gem&auml;&szlig; &sect; 1629 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. &sect; 1795 Abs. 1 Nr. 1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) zun&auml;chst &#8211;n&auml;mlich im Streitjahr&#8211; schwebend unwirksam waren. Dabei hat das FG in &Uuml;bereinstimmung mit der Rechtsprechung des BFH darauf abgestellt, der Kl&auml;gerin sei das Nichtbeachten der Formvorschriften anzulasten gewesen. Diese W&uuml;rdigung ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden, weil sich &#8211;entgegen der Revision&#8211; die klare Rechtslage schon aus dem Wortlaut der einschl&auml;gigen Vorschriften des BGB ableiten l&auml;sst. Obschon der Erg&auml;nzungspfleger im Jahr 1998 die Darlehensvertr&auml;ge genehmigte, wirkte diese nachtr&auml;gliche Zustimmung &#8211;wovon die Rechtsprechung anders als bei einer Genehmigung des In-sich-Gesch&auml;fts entgegen der Revision &uuml;bereinstimmend ausgeht (vgl. z.B. BFH-Urteil in BFHE 214, 173, BStBl II 2007, 294; anders bei &sect; 181 BGB das BFH-Urteil in BFHE 181, 328, BStBl II 1999, 35)&#8211; nur zivilrechtlich nach &sect; 184 Abs. 1 BGB (i.V.m. &sect; 1909, &sect; 1915 Abs. 1, &sect; 1829 Abs. 1 BGB), nicht aber steuerrechtlich auf den Zeitpunkt der Vornahme der Darlehensvertr&auml;ge zur&uuml;ck.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Indes ergibt sich der Rechtsfehler und Aufhebungsgrund aus dem zus&auml;tzlich in die W&uuml;rdigung einbezogenen Indiz der fehlenden Sicherung der Darlehensvertr&auml;ge. Denn dieses Beweisanzeichen ist im Streitfall nicht ergiebig, erlaubt also nicht den Schluss auf einen fehlenden Bindungswillen der Vertragsparteien. Zwar geht die Rechtsprechung grunds&auml;tzlich davon aus, der R&uuml;ckzahlungsanspruch aus einem langfristigen Darlehen zwischen nahen Angeh&ouml;rigen m&uuml;sse ausreichend besichert sein (vgl. z.B. das BFH-Urteil vom 7. November 1990 X R 126\/87, BFHE 163, 49, BStBl II 1991, 291, m.w.N.). Dieses aus dem Fremdvergleich abgeleitete generelle Erfordernis wird durch einen konkreten Fremdvergleich im jeweiligen Einzelfall&nbsp;&nbsp;&nbsp;&uuml;berlagert&nbsp;&nbsp;(vgl. BFH-Urteil vom 28. Juni 2002 IX R 68\/99, BFHE 199, 380, BStBl II 2002, 699). In diesem Zusammenhang h&auml;tte das FG nach der Aktenlage, wie sie in den Entscheidungen im ersten Rechtszug in Bezug genommen wurden, ber&uuml;cksichtigen m&uuml;ssen, dass drei verschiedene Kreditinstitute der Kl&auml;gerin ungesicherte Darlehen von 200 000 DM, 250 000 DM und nochmals 250 000 DM best&auml;tigt haben (vgl. Band III der Einkommensteuerakten, Bl. 32 bis 34). Vor diesem konkreten Hintergrund verliert das zwischen fremden Dritten &uuml;bliche Vertragsgebaren f&uuml;r die Indizienw&uuml;rdigung an Gewicht, so dass die fehlende Besicherung nicht ohne weiteres auf eine steuerrechtlich unerhebliche Veranlassung des hingegebenen Geldes hindeutet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Wegen der unzutreffenden W&uuml;rdigung&nbsp;&nbsp;&nbsp;eines&nbsp;&nbsp;Beweisanzeichens wird die vom FG angestellte Gesamtw&uuml;rdigung&nbsp;&nbsp;&nbsp;insgesamt fehlerhaft. Die Vorentscheidung ist deshalb aufzuheben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Sache ist nicht spruchreif. Das FG wird die Darlehensvertr&auml;ge der Kl&auml;gerin mit ihren Enkelkindern insgesamt neu zu beurteilen haben. Dabei wird es die im Revisionsurteil des ersten Rechtszuges (BFH-Urteil in BFHE 214, 173, BStBl II 2007, 294) aufgestellten Ma&szlig;st&auml;be nach &sect; 126 Abs. 5 FGO zu beachten haben. Hierbei wird es angesichts der tats&auml;chlichen Durchf&uuml;hrung der Vertr&auml;ge als sp&auml;teren Umstand (vgl. BFH-Urteil vom 14. Dezember 2004 IX R 1\/04, BFHE 208, 235, BStBl II 2005, 211, unter II. 1. a a.E.) auch w&uuml;rdigen m&uuml;ssen, dass die Parteien nach Erkennen der Unwirksamkeit zeitnah darauf hingewirkt haben, eine Genehmigung durch den Erg&auml;nzungspfleger zu erreichen und sich im &Uuml;brigen auch k&uuml;nftig tats&auml;chlich so verhalten haben, wie sie es von vornherein untereinander vereinbart hatten. Der Senat kann als Revisionsinstanz die der Tatsacheninstanz obliegende Gesamtw&uuml;rdigung nicht selbst anstellen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.5.2009, IX R 46\/08 Fehlerhafte Gesamtw&uuml;rdigung bei (Darlehens-)Vertr&auml;gen zwischen nahe stehenden Personen bei Einbeziehen eines unergiebigen Beweisanzeichens Leits&auml;tze 1. Halten nahe Angeh&ouml;rige zivilrechtliche Formerfordernisse nicht ein, spricht dies im Rahmen der steuerrechtlichen Beurteilung des Vertrages indiziell gegen den vertraglichen Bindungswillen (Best&auml;tigung der BFH-Urteile vom 7. 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