{"id":14374,"date":"2012-12-08T14:39:54","date_gmt":"2012-12-08T12:39:54","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14374"},"modified":"2012-12-08T14:39:54","modified_gmt":"2012-12-08T12:39:54","slug":"ix-r-39-08-objektbezogene-pruefung-der-einkuenfteerzielungsabsicht-bei-nicht-zu-wohnzwecken-vermietetem-gebaeude","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-39-08-objektbezogene-pruefung-der-einkuenfteerzielungsabsicht-bei-nicht-zu-wohnzwecken-vermietetem-gebaeude\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;39\/08 &#8211; Objektbezogene Pr&uuml;fung der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei nicht zu Wohnzwecken vermietetem Geb&auml;ude"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.4.2009, IX R 39\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Objektbezogene Pr&uuml;fung der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei nicht zu Wohnzwecken vermietetem Geb&auml;ude<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht ist bei &sect; 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG nicht grundst&uuml;cksbezogen, sondern f&uuml;r jede einzelne vermietete Immobilie gesondert zu pr&uuml;fen, wenn sich die Vermietungst&auml;tigkeit nicht auf das gesamte Grundst&uuml;ck bezieht, sondern auf darauf befindliche Geb&auml;ude oder Geb&auml;udeteile.<\/p>\n<p>2. Ist die Vermietung eines Geb&auml;udes oder Geb&auml;udeteils auf Dauer angelegt, so ist auch dann grunds&auml;tzlich und typisierend davon auszugehen, dass der Steuerpflichtige beabsichtigt, letztlich einen Einnahme&uuml;berschuss zu erwirtschaften, wenn der Mieter oder P&auml;chter das Objekt nicht zu Wohnzwecken nutzt.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die in den Streitjahren (1996, 1998 und 1999) zur Einkommensteuer zusammen veranlagt wurden. Die Kl&auml;gerin hatte im Jahr 1986 ein Grundst&uuml;ck erworben, das mit einem Wohnhaus, einem Stall und Nebengeb&auml;ude sowie einem Stadel (Scheune) bebaut war. In den Streitjahren nutzte die Kl&auml;gerin das Grundst&uuml;ck, indem sie den Stall und einen Nebenraum zum Einstellen von Pferden und einer Kutsche (Pferde durften im Garten auslaufen) zu einer Jahrespacht von 800 DM und den Stadel zum Unterstellen eines Wohnmobils zu einer Jahrespacht von 600 DM verpachtete.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In ihren Einkommensteuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Streitjahre stellte sie den Einnahmen (1 400 DM) die Aufwendungen auf das gesamte Grundst&uuml;ck (Absetzungen f&uuml;r Abnutzung in H&ouml;he von 2 240 DM, Schuldzinsen, Erschlie&szlig;ungsbeitr&auml;ge von 45 011 DM im Jahr 1998, Grundsteuer von jeweils 100 DM) als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung gegen&uuml;ber. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erkannte (bis auf die Erschlie&szlig;ungskosten, deren Abzug er in vollem Umfang ablehnte) zun&auml;chst Werbungskosten f&uuml;r das jeweilige Streitjahr nur insoweit an, als die Kl&auml;gerin ihr Grundst&uuml;ck vermietete (also etwa zur H&auml;lfte). Im Einspruchsverfahren verb&ouml;serte das FA und lehnte es mangels Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht ab, (negative) Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung zu ber&uuml;cksichtigen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Klage war erfolgreich. Das Finanzgericht (FG) ber&uuml;cksichtigte die gesamten Aufwendungen. In seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 252 ver&ouml;ffentlichten Urteil f&uuml;hrte es aus, die Kl&auml;gerin habe mit Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht gehandelt. Diese sei wegen ihrer gesetzlichen Typisierung nicht zu pr&uuml;fen, weil kein Ausnahmefall vorliege. Die Kl&auml;gerin habe das Grundst&uuml;ck dauerhaft vermietet, zwar nur Stall und Stadel, doch habe der P&auml;chter des Stalls Teile des Wohngeb&auml;udes nutzen d&uuml;rfen (K&uuml;che direkt am Stall), so dass von einer auf Dauer ausgerichteten Vermietung des Grundst&uuml;cks ausgegangen werden k&ouml;nne. Die Kosten der Erschlie&szlig;ungsma&szlig;nahme seien als Werbungskosten absetzbar. Es handele sich nicht um eine erstmalige Erschlie&szlig;ung. Das Grundst&uuml;ck sei durch eine Stra&szlig;enf&uuml;hrung vorher bereits erschlossen gewesen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen richtet sich die Revision des FA, die es auf die Verletzung von &sect; 21 i.V.m. &sect; 2 Abs. 1 und 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) st&uuml;tzt. Im Streitfall liege eine Ausnahme vor, die es rechtfertige, die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht zu pr&uuml;fen. Einerseits sei nur ein Teil des Grundst&uuml;cks vermietet, w&auml;hrend der andere Teil dauerhaft leer stehe. Andererseits handele es sich nicht um eine Vermietung zu Wohnzwecken. Bei dem Verh&auml;ltnis der Einnahmen von 1 400 DM zu den Ausgaben in H&ouml;he von jeweils mindestens 2 540 DM k&ouml;nne sich kein &Uuml;berschuss ergeben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger beantragen,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>                    die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.        <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckzuverweisen (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht der Kl&auml;gerin unzutreffend auf das ganze Grundst&uuml;ck bezogen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung erzielt (&sect; 2 Abs. 1 Nr. 6 EStG), wer sein Grundst&uuml;ck, Geb&auml;ude oder Geb&auml;udeteil in der Absicht vermietet, daraus auf Dauer ein positives Ergebnis zu erreichen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Den objektiven Tatbestand verwirklicht, wer unbewegliches Verm&ouml;gen vermietet. Neben einem Rechtsverh&auml;ltnis (vgl. &sect; 24 Nr. 2 EStG, hier: Miet- oder Pachtvertrag) verlangt das Gesetz ein bestimmtes Objekt (z.B. Grundst&uuml;ck, Geb&auml;ude oder Geb&auml;udeteil), auf das sich die Vermietungst&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen beziehen muss. Die nach &sect; 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG steuerbare T&auml;tigkeit ist stets objektbezogen. Ma&szlig;gebend ist die auf eine bestimmte Immobilie ausgerichtete T&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 26. November 2008 IX R 67\/07, BStBl II 2009, 370, und vom 17. August 2005 IX R 23\/03, BFHE 211, 143, BStBl II 2006, 248, m.w.N. auf die Rechtsprechung zu anderen &Uuml;berschusseinkunftsarten). Vermietet er mehrere Objekte, also z.B. &#8211;wie hier&#8211; zwei Geb&auml;ude und Geb&auml;udeteile, so ist jede T&auml;tigkeit grunds&auml;tzlich je f&uuml;r sich zu beurteilen. Dies gilt auch dann, wenn sich die Objekte auf einem Grundst&uuml;ck befinden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Wie der objektive Tatbestand ist auch die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht objektbezogen. Sie ist nur dann in Bezug auf das gesamte Grundst&uuml;ck zu pr&uuml;fen, wenn sich auch die Vermietungst&auml;tigkeit auf das gesamte Grundst&uuml;ck richtet (vgl. zur Abgrenzung BFH-Urteil vom 19. Dezember 2007 IX R 50\/07, BFH\/NV 2008, 1111, m.w.N.). Wird aber nur ein auf einem Grundst&uuml;ck gelegenes Geb&auml;ude oder ein Geb&auml;udeteil vermietet oder verpachtet, bezieht sich die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht nur auf dieses Objekt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ist die Vermietungst&auml;tigkeit auf Dauer angelegt, so ist grunds&auml;tzlich und typisierend davon auszugehen, dass der Steuerpflichtige beabsichtigt, letztlich einen Einnahme&uuml;berschuss zu erwirtschaften, auch wenn sich &uuml;ber l&auml;ngere Zeitr&auml;ume Werbungskosten&uuml;bersch&uuml;sse ergeben (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteil vom 10. Mai 2007 IX R 7\/07, BFHE 218, 160, BStBl II 2007, 873, m.w.N.). Dies gilt nach dem Regelungszweck des &sect; 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG grunds&auml;tzlich f&uuml;r alle dort genannten Vermietungst&auml;tigkeiten, es sei denn, es handelt sich um die Verpachtung unbebauten Grundbesitzes (BFH-Urteil vom 28. November 2007 IX R 9\/06, BFHE 220, 63, BStBl II 2008, 515). Nicht entscheidend ist, in welcher Art und Weise der Mieter oder P&auml;chter das Objekt nutzt. Deshalb ist die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht des Vermieters auch dann zu typisieren, wenn der Mieter die Immobilien zu anderen als Wohnzwecken verwendet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist das angefochtene Urteil aufzuheben. Denn das FG hat die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht auf das gesamte Grundst&uuml;ck bezogen, obwohl nur bestimmte Teile davon an verschiedene Personen vermietet worden sind. So vermietete die Kl&auml;gerin den Stall einschlie&szlig;lich einiger offenbar im Wohnhaus befindlicher Nebenr&auml;ume an X zur Einstellung von Pferden, die auch im Garten auslaufen durften. Den Stadel vermietete sie an Y zur Unterstellung eines Wohnmobils. Den Rest des Grundst&uuml;cks, also z.B. das Wohnhaus, abgesehen von den Nebenr&auml;umen, hatte sie nicht vermietet. Deshalb bezieht sich die Vermietungst&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin nur auf Stall und Stadel. Nur insoweit konnte das FG wegen der auf Dauer ausgerichteten Vermietungst&auml;tigkeit ungepr&uuml;ft von der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht der Kl&auml;gerin ausgehen. Allerdings sind auch nur solche Aufwendungen als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen, die (gegebenenfalls anteilsm&auml;&szlig;ig) auf diese Vermietungsobjekte entfallen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die Sache ist nicht spruchreif. Das FG hat von seinem Standpunkt folgerichtig nicht gepr&uuml;ft, ob die Kl&auml;gerin, wie sie behauptet, auch in Bezug auf den nicht vermieteten Grundst&uuml;cksteil Vermietungsabsicht hatte. Darauf entfallende Aufwendungen k&ouml;nnen als vorab entstandene Werbungskosten abziehbar sein, wenn die Kl&auml;gerin sich endg&uuml;ltig entschlossen hat, daraus durch Vermieten Eink&uuml;nfte zu erzielen (vgl. BFH-Urteil vom 28. Oktober 2008 IX R 1\/07, BFHE 223, 186). Bei dieser Pr&uuml;fung kommt es entgegen der Auffassung des FG nicht unbedingt darauf an, ob die im Wohnhaus befindlichen R&auml;umlichkeiten eine oder mehrere abgeschlossene Wohnung\/Wohnungen bilden (vgl. BFH-Urteil vom 27. Oktober 2005 IX R 3\/05, BFH\/NV 2006, 525, zugleich zu Besonderheiten historischer Bausubstanz), wohl aber darauf, ob das Geb&auml;ude z.B. aus baulichen Gr&uuml;nden ungeeignet war, vermietet zu werden (vgl. dazu BFH-Urteil vom 19. Dezember 2007 IX R 30\/07, BFH\/NV 2008, 1300). Die Kl&auml;gerin trifft im Zweifel die objektive Beweislast (Feststellungslast) f&uuml;r das Vorliegen ihrer Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht (vgl. die st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss vom 30. November 2005 IX B 172\/04, BFH\/NV 2006, 720).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG wird in einer weiteren Verhandlung und Entscheidung den Sachverhalt nach den oben dargestellten Ma&szlig;st&auml;ben neu zu pr&uuml;fen haben. Im Hinblick auf die Erschlie&szlig;ungskosten ist nach den Feststellungen des FG (vgl. zur Ma&szlig;geblichkeit der Sachverhaltsfeststellung durch das FG BFH-Beschluss vom 13. Juni 2008 IX B 22\/08, BFH\/NV 2008, 1524) von einer nachtr&auml;glichen Erschlie&szlig;ung auszugehen, so dass es die damit zusammenh&auml;ngenden Aufwendungen zutreffend als Werbungskosten beurteilt hat (vgl. hierzu eingehend Spiegelberger\/Spindler\/W&auml;lzholz, Die Immobilie im Zivil- und Steuerrecht, 2008, S. 699 ff., m.w.N. aus der Rechtsprechung), die es gegebenenfalls &#8211;wenn sich nach erneuter Verhandlung herausstellt, dass sich die Vermietungst&auml;tigkeit nicht auf das gesamte Grundst&uuml;ck bezieht&#8211; auf die Vermietungsobjekte aufzuteilen hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.4.2009, IX R 39\/08 Objektbezogene Pr&uuml;fung der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei nicht zu Wohnzwecken vermietetem Geb&auml;ude Leits&auml;tze 1. Die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht ist bei &sect; 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG nicht grundst&uuml;cksbezogen, sondern f&uuml;r jede einzelne vermietete Immobilie gesondert zu pr&uuml;fen, wenn sich die Vermietungst&auml;tigkeit nicht auf das gesamte Grundst&uuml;ck bezieht, sondern auf &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-39-08-objektbezogene-pruefung-der-einkuenfteerzielungsabsicht-bei-nicht-zu-wohnzwecken-vermietetem-gebaeude\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;39\/08 &#8211; Objektbezogene Pr&uuml;fung der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei nicht zu Wohnzwecken vermietetem Geb&auml;ude<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14374","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14374","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14374"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14374\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14374"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14374"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14374"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}