{"id":14381,"date":"2012-12-20T06:42:02","date_gmt":"2012-12-20T04:42:02","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14381"},"modified":"2012-12-20T06:42:02","modified_gmt":"2012-12-20T04:42:02","slug":"ix-r-42-08-keine-nachtraeglichen-anschaffungskosten-bei-darlehensgewaehrung-durch-nicht-unternehmerisch-beteiligten-aktionaer-an-ag-halbabzugsverbot-bei-aufloesungsverlust","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-42-08-keine-nachtraeglichen-anschaffungskosten-bei-darlehensgewaehrung-durch-nicht-unternehmerisch-beteiligten-aktionaer-an-ag-halbabzugsverbot-bei-aufloesungsverlust\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;42\/08 &#8211; Keine nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten bei Darlehensgew&auml;hrung durch nicht unternehmerisch beteiligten Aktion&auml;r an AG &#8211; Halbabzugsverbot bei Aufl&ouml;sungsverlust"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.6.2009, IX R 42\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten bei Darlehensgew&auml;hrung durch nicht unternehmerisch beteiligten Aktion&auml;r an AG &#8211; Halbabzugsverbot bei Aufl&ouml;sungsverlust<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Gew&auml;hrt ein nicht unternehmerisch beteiligter Aktion&auml;r der AG ein Darlehen, so f&uuml;hrt dies nicht zu nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten seiner Beteiligung (Anschluss an BFH-Urteil vom 2. April 2008 IX R 76\/06, BFHE 221, 7, BStBl II 2008, 706).<\/p>\n<p>2. Der Abzug von Erwerbsaufwand (z.B. Betriebsverm&ouml;gensminderungen, Anschaffungskosten oder Ver&auml;u&szlig;erungskosten) im Zusammenhang mit Eink&uuml;nften aus &sect; 17 Abs. 1 und Abs. 4 EStG ist jedenfalls dann nicht nach &sect; 3c Abs. 2 Satz 1 EStG begrenzt, wenn der Steuerpflichtige keinerlei durch seine Beteiligung vermittelte Einnahmen erzielt hat.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) war an der X GmbH von April 1993 bis Oktober 1997 zu mindestens 1 % beteiligt, von Oktober 1997 bis Januar 1998 wegen einer Kapitalerh&ouml;hung zu unter 1 % sowie danach wieder zu mindestens 1 %. Sie hatte im April 1993 Stammeinlagen mit der Verpflichtung zur Zahlung eines Aufgelds &uuml;bernommen und sich gleichzeitig zur Gew&auml;hrung von Darlehen verpflichtet, die ab Auszahlung mit 8 % bzw. 10 % zu verzinsen und einschlie&szlig;lich Zinsen sp&auml;testens f&uuml;nf Jahre nach Auszahlung zur R&uuml;ckzahlung f&auml;llig sein sollten. Hinsichtlich der Zins- wie Darlehensr&uuml;ckzahlungsanspr&uuml;che erkl&auml;rte sie einen Rangr&uuml;cktritt. Mit Auszahlung der Darlehen war die Kl&auml;gerin berechtigt, eine Stammkapitalerh&ouml;hung der Gesellschaft und ihre Zulassung zur &Uuml;bernahme einer neuen Stammeinlage zu verlangen. Diese Stammeinlage und die Darlehen wurden in den Jahren 1995 und 1996 gezahlt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im August 1996 beteiligte die Kl&auml;gerin sich als typisch stille Gesellschafterin ohne Verlustbeteiligung an der X GmbH. Das Recht zur au&szlig;erordentlichen K&uuml;ndigung bestand u.a. bei Liquidation der Gesellschaft oder der Er&ouml;ffnung des Konkurs- oder Vergleichsverfahrens. Abgesehen vom Fall der Liquidation wurde auch f&uuml;r die stille Gesellschaft ein Rangr&uuml;cktritt der Kl&auml;gerin vereinbart.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Januar 1998 wurde eine Erh&ouml;hung des Stammkapitals der Gesellschaft beschlossen. Die Kl&auml;gerin &uuml;bernahm neue Gesch&auml;ftsanteile gegen Bareinlage.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im November 1998 wurde die X GmbH formwechselnd und identit&auml;tswahrend in die X AG umgewandelt. Die stillen Beteiligungsvertr&auml;ge mit bestimmten Gesellschaftern blieben f&uuml;r die X AG weiter bestehen. Im September 1999 wurde das Grundkapital erh&ouml;ht. Die Kl&auml;gerin &uuml;bernahm wieder neue Aktien gegen Bareinlage.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Am 1. August 2001 wurde &uuml;ber das Verm&ouml;gen der X AG das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet und mit Beschluss vom 7. Juli 2003 nach Schlussverteilung abgeschlossen; den anerkannten Forderungen von 7 648 042 EUR stand eine verf&uuml;gbare Masse von 3 820 117 EUR gegen&uuml;ber.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr 2003 machten die zusammenveranlagten Kl&auml;ger u.a. einen Verlust der Kl&auml;gerin i.S. von &sect; 17 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in H&ouml;he von 265 656 EUR geltend. R&uuml;ckzahlungen seien weder auf das &uuml;berlassene Fremdkapital noch auf das Eigenkapital jemals erfolgt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte zun&auml;chst lediglich einen Aufl&ouml;sungsverlust in H&ouml;he von 64 938 EUR, erh&ouml;hte diesen im Einspruchsverfahren um weitere 38 449 EUR, qualifizierte aber die von der Kl&auml;gerin hingegebenen Darlehen und die stille Einlage nicht als eigenkapitalersetzend.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) entschied, dass keine nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten i.S. von &sect; 17 EStG vorl&auml;gen und die nur h&auml;lftige Ber&uuml;cksichtigung der Aufl&ouml;sungsverluste der Kl&auml;gerin nach dem Halbabzugsverbot (&sect; 3c Abs. 2 EStG) verfassungsgem&auml;&szlig; sei (Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 1602).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen richtet sich die Revision der Kl&auml;ger, mit der sie die Verletzung materiellen Rechts r&uuml;gen (&sect; 17 Abs. 1 und Abs. 4 EStG sowie Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;). Insbesondere habe die Kl&auml;gerin gezielt trotz ihrer Zwergbeteiligung Finanzierungsverantwortung &uuml;bernommen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der lediglich h&auml;lftige Abzug des Aufl&ouml;sungsverlusts der Kl&auml;gerin sei verfassungswidrig. Da der Verlust auf Ebene der Kapitalgesellschaft nicht (korrespondierend zur Vor-Belastung) zu einer Vor-Beg&uuml;nstigung des Gesellschafters f&uuml;hren k&ouml;nne, werde ihm durch das Halbabzugsverbot ohne Grund verwehrt, seinen tats&auml;chlichen Aufwand auf die in der Insolvenz verlorenen Gesch&auml;ftsanteile zur G&auml;nze steuerlich zu effektuieren. Insoweit werde die vom Gesetzgeber getroffene Systementscheidung in &sect; 3 Nr. 40 EStG durch das Halbabzugsverbot widerspr&uuml;chlich weiterentwickelt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger beantragen,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        das Urteil des FG aufzuheben und die Einkommensteuer unter Ab&auml;nderung vorangegangener Einkommensteuerbescheide f&uuml;r das Jahr 2003 unter Ber&uuml;cksichtigung des den Kl&auml;gern entstandenen Aufl&ouml;sungsverlusts aus der Insolvenz der X AG von 519 579 DM (= 265 656,52 EUR) neu festzusetzen.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>                    die Revision zur&uuml;ckzuweisen.        <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Halbabzugsverbot des &sect; 3c Abs. 2 Satz 1 EStG sei auch im Verlustfall anzuwenden. Der Gesetzgeber habe mit dem Verweis auf die nach &sect; 3 Nr. 40 EStG h&auml;lftig steuerbefreiten Einnahmen lediglich die Unabh&auml;ngigkeit der Einnahmen von den Ausgaben in zeitlicher Hinsicht regeln wollen, nicht aber das Erfordernis, dass im konkreten Fall &uuml;berhaupt Einnahmen anfallen m&uuml;ssten. Vielmehr sei der Gesetzgeber von einer Geltung des Halbabzugsverbots in allen F&auml;llen ausgegangen, in denen mit der jeweiligen Beteiligung die abstrakte M&ouml;glichkeit der Einnahmenerzielung verbunden sei. Nicht aber sei eine Privilegierung der Verlustf&auml;lle beabsichtigt gewesen. Die systematische Auslegung des &sect; 3c Abs. 2 EStG gebiete eine unterschiedliche Behandlung gegen&uuml;ber &sect; 3c Abs. 1 EStG. Mit der Ankn&uuml;pfung an den tats&auml;chlichen Zufluss von Einnahmen w&uuml;rde der das Halbabzugsverbot tragende Typisierungsgedanke unterlaufen. Auch Gr&uuml;nde der Praktikabilit&auml;t spr&auml;chen f&uuml;r eine Anwendung von &sect; 3c Abs. 2 EStG auf Fallgestaltungen, in denen tats&auml;chlich keine Einnahmen erzielt w&uuml;rden. Der konkret zu entscheidende Fall sei vor dem Hintergrund potenziell &auml;hnlich gelagerter Fallgestaltungen zu entscheiden. Einzubeziehen sei auch die k&uuml;nftige Gesetzeslage unter Geltung der Abgeltungssteuer.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das beigetretene Landesministerium der Finanzen unterst&uuml;tzt diese Argumentation, hat aber keinen Antrag gestellt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der finanzgerichtlichen Entscheidung und Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Zutreffend hat das FG dem Grunde nach nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten der Kl&auml;gerin abgelehnt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach &sect; 17 Abs. 1 Satz 1, Abs. 4 EStG in der f&uuml;r das Streitjahr geltenden Fassung geh&ouml;rt zu den Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb auch der Gewinn aus der Aufl&ouml;sung einer Kapitalgesellschaft, wenn der Ver&auml;u&szlig;erer innerhalb der letzten f&uuml;nf Jahre am Kapital der Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar zu mindestens 1 % beteiligt war. Aufl&ouml;sungsgewinn ist der Betrag, um den der gemeine Wert des dem Steuerpflichtigen zugeteilten Verm&ouml;gens der Kapitalgesellschaft seine Anschaffungskosten &uuml;bersteigt (&sect; 17 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. Abs. 4 Satz 2 EStG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Anschaffungskosten sind nach &sect; 255 Abs. 1 Satz 1 des Handelsgesetzbuchs (HGB) Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Verm&ouml;gensgegenstand zu erwerben. Dazu geh&ouml;ren nach &sect; 255 Abs. 1 Satz 2 HGB auch die nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten. Zu den nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten einer Beteiligung z&auml;hlen neben (verdeckten) Einlagen auch nachtr&auml;gliche Aufwendungen auf die Beteiligung, wenn sie durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlasst sind und weder Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen noch Ver&auml;u&szlig;erungskosten sind (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 4. M&auml;rz 2008 IX R 78\/06, BFHE 220, 446, BStBl II 2008, 575, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Grunds&auml;tze des Eigenkapitalersatzes sind auf Finanzierungshilfen eines Aktion&auml;rs in der Regel nur dann sinngem&auml;&szlig; anzuwenden, wenn er mehr als 25 % der Aktien der Gesellschaft h&auml;lt (BFH-Urteil vom 2. April 2008 IX R 76\/06, BFHE 221, 7, BStBl II 2008, 706, m.w.N.). Gr&uuml;nde daf&uuml;r, dass ihr Aktienbesitz der Kl&auml;gerin ausnahmsweise in Verbindung mit weiteren Umst&auml;nden Einfluss auf die Unternehmensleitung gesichert h&auml;tte und sie ein entsprechendes unternehmerisches Interesse h&auml;tte erkennen lassen, sind im Streitfall nicht festgestellt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Danach kam den streitigen Finanzierungshilfen der Kl&auml;gerin keine eigenkapitalersetzende Funktion zu.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Inwieweit das Halbabzugsverbot im Streitfall anzuwenden ist, kann mangels vom FG festgestellter Einnahmen aus der Beteiligung nicht entschieden werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gem&auml;&szlig; &sect; 3 Nr. 40 Buchst. c EStG ist die H&auml;lfte des gemeinen Werts i.S. von &sect; 17 Abs. 2, Abs. 4 EStG steuerfrei. Die hiermit in wirtschaftlichem Zusammenhang stehenden Aufwendungen sind nur zur H&auml;lfte abzuziehen; denn nach &sect; 3c Abs. 2 Satz 1 EStG d&uuml;rfen Betriebsverm&ouml;gensminderungen, Betriebsausgaben, Ver&auml;u&szlig;erungskosten oder Werbungskosten, die mit den dem &sect; 3 Nr. 40 EStG zugrunde liegenden Betriebsverm&ouml;gensmehrungen oder Einnahmen in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen, unabh&auml;ngig davon, in welchem Veranlagungszeitraum die Betriebsverm&ouml;gensmehrungen oder Einnahmen anfallen, bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte nur zur H&auml;lfte abgezogen werden. Entsprechendes gilt, wenn bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte der Wert des Betriebsverm&ouml;gens oder des Anteils am Betriebsverm&ouml;gen oder die Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder der an deren Stelle tretende Wert mindernd zu ber&uuml;cksichtigen sind. Bei steuerfreien Einnahmen soll kein doppelter steuerlicher Vorteil durch den zus&auml;tzlichen Abzug von unmittelbar mit diesen zusammenh&auml;ngenden Aufwendungen erzielt werden (BFH-Urteil vom 6. Juli 2005 XI R 61\/04, BFHE 210, 332, BStBl II 2006, 163).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Fallen keine Betriebsverm&ouml;gensmehrungen oder Einnahmen an, kommt eine h&auml;lftige Steuerbefreiung nach &sect; 3 Nr. 40 EStG nicht in Betracht. Folgerichtig tritt die nach &sect; 3c Abs. 2 Satz 1 EStG ma&szlig;gebende Bedingung daf&uuml;r, entsprechende Aufwendungen nur zur H&auml;lfte zu ber&uuml;cksichtigen, nicht ein. Denn dieser steht nicht &#8211;wie dies &sect; 3c Abs. 2 Satz 1 EStG schon dem Wortlaut nach f&uuml;r die h&auml;lftige K&uuml;rzung verlangt&#8211; in wirtschaftlichem Zusammenhang mit lediglich zur H&auml;lfte anzusetzenden Einnahmen. Flie&szlig;en keine Einnahmen zu, kommt &sect; 3c Abs. 2 Satz 1 EStG nicht zur Anwendung; mithin ist der Erwerbsaufwand in vollem Umfang abziehbar. Dies entspricht dem Gesetzeszweck des Halbabzugsverbots, eine Doppelbeg&uuml;nstigung auszuschlie&szlig;en.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die Sache ist nicht spruchreif. Zwar ist nach den finanzgerichtlichen Feststellungen im Zeitpunkt der Aufl&ouml;sung der X AG von einem gemeinen Wert der Beteiligung der Kl&auml;gerin von Null auszugehen. Den Feststellungen des FG ist indes nicht zu entnehmen, inwieweit die Kl&auml;gerin durch ihre Beteiligung an der X AG vermittelte Einnahmen erzielt hat. Dies wird das FG im zweiten Rechtsgang festzustellen haben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.6.2009, IX R 42\/08 Keine nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten bei Darlehensgew&auml;hrung durch nicht unternehmerisch beteiligten Aktion&auml;r an AG &#8211; Halbabzugsverbot bei Aufl&ouml;sungsverlust Leits&auml;tze 1. Gew&auml;hrt ein nicht unternehmerisch beteiligter Aktion&auml;r der AG ein Darlehen, so f&uuml;hrt dies nicht zu nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten seiner Beteiligung (Anschluss an BFH-Urteil vom 2. April 2008 IX R 76\/06, BFHE &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-42-08-keine-nachtraeglichen-anschaffungskosten-bei-darlehensgewaehrung-durch-nicht-unternehmerisch-beteiligten-aktionaer-an-ag-halbabzugsverbot-bei-aufloesungsverlust\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;42\/08 &#8211; Keine nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten bei Darlehensgew&auml;hrung durch nicht unternehmerisch beteiligten Aktion&auml;r an AG &#8211; Halbabzugsverbot bei Aufl&ouml;sungsverlust<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14381","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14381","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14381"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14381\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14381"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14381"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14381"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}