{"id":14442,"date":"2012-12-19T14:59:58","date_gmt":"2012-12-19T12:59:58","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14442"},"modified":"2012-12-19T14:59:58","modified_gmt":"2012-12-19T12:59:58","slug":"xi-r-75-07-kontaktlisten-unterliegen-als-druckerzeugnisse-dem-ermaessigten-steuersatz-abgrenzung-zwischen-lieferung-und-sonstiger-leistung-umsatzsteuertarif-bei-adressbuechern-und-fernsprechbuechern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-75-07-kontaktlisten-unterliegen-als-druckerzeugnisse-dem-ermaessigten-steuersatz-abgrenzung-zwischen-lieferung-und-sonstiger-leistung-umsatzsteuertarif-bei-adressbuechern-und-fernsprechbuechern\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;75\/07 &#8211; Kontaktlisten unterliegen als Druckerzeugnisse dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz &#8211; Abgrenzung zwischen Lieferung und sonstiger Leistung &#8211; Umsatzsteuertarif bei Adressb&uuml;chern und Fernsprechb&uuml;chern"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.5.2009, XI R 75\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Kontaktlisten unterliegen als Druckerzeugnisse dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz &#8211; Abgrenzung zwischen Lieferung und sonstiger Leistung &#8211; Umsatzsteuertarif bei Adressb&uuml;chern und Fernsprechb&uuml;chern<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Ums&auml;tze aus dem Verkauf von Listen mit pers&ouml;nlichen Angaben von kontaktsuchenden Personen (sog. Kontaktlisten), die f&uuml;r eine unbestimmte Anzahl von Interessenten hergestellt werden, unterliegen als Lieferungen von Druckerzeugnissen dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine GbR, die im Streitjahr (1997) eine Partnervermittlung im In- und Ausland sowie artverwandte Gesch&auml;fte betrieb; zum 30. Juni 1999 erkl&auml;rte sie die Betriebsaufgabe. In regionalen und &uuml;berregionalen Zeitungen bot sie mittels Annoncen f&uuml;r Damen eine kostenlose Partnervermittlung an. Interessierten Damen sandte die Kl&auml;gerin einen Aufnahmebogen mit Einwilligungserkl&auml;rung zu. In den Aufnahmebogen trugen die Damen neben ihrer Adresse und Telefonnummer auch Angaben zur Person (Alter, Gr&ouml;&szlig;e, Figur, Haarfarbe, Augenfarbe, Familienstand, Kinder) ein und konkretisierten ihre W&uuml;nsche hinsichtlich der gesuchten Herren. Die Kl&auml;gerin &uuml;berpr&uuml;fte die zur&uuml;ckgesandten Aufnahmeb&ouml;gen im Hinblick auf die Telefonnummer und sortierte Bewerbungen mit finanziellen Interessen oder unseri&ouml;sen Angaben aus. Die aus den Aufnahmeb&ouml;gen gewonnenen Informationen wurden archiviert und drucktechnisch in einer immer wieder aktualisierten Kontaktliste aufbereitet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kontaktliste bot die Kl&auml;gerin in verschiedenen Zeitschriften zum Verkauf per Telefon an. Unter der angegebenen Rufnummer meldete sich geschultes Personal, das den Interessenten anhand eines Gespr&auml;chsleitfadens n&auml;here Informationen zu den Damen (ca. 150-200 kontaktfreudige Damen ohne finanzielles Interesse) und dem Preis (einmalige &quot;Geb&uuml;hr&quot; von 385 DM) gab. Die Bezahlung erfolgte &#8211;ohne dass Ausgangsrechnungen erstellt wurden&#8211; per Nachnahme, Lastschriftverfahren oder Kreditkarte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nachdem die Kl&auml;gerin die aus dem Verkauf erzielten Ums&auml;tze zun&auml;chst zum Regelsteuersatz erkl&auml;rte, reichte sie am 13. M&auml;rz 2003 eine berichtigte Umsatzsteuererkl&auml;rung ein, in der sie f&uuml;r diese Leistungen den erm&auml;&szlig;igten Steuersatz beanspruchte. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;gte sie eine unverbindliche Zolltarifauskunft f&uuml;r Umsatzsteuerzwecke der Oberfinanzdirektion vom 4. M&auml;rz 2003 bei, wonach es sich bei der &quot;Kontaktliste partnersuchender Frauen&quot; um ein Druckerzeugnis handele, das dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz unterliege.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) lehnte den &Auml;nderungsantrag ab und wies den dagegen eingelegten Einspruch mit der Einspruchsentscheidung vom 29. Dezember 2005 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) ging davon aus, dass die Kl&auml;gerin eine einheitliche Leistung erbringe, die sowohl Lieferelemente (Verschaffung der Verf&uuml;gungsmacht an den Kontaktlisten) als auch Elemente einer sonstigen Leistung (Sammlung und Verschaffung von Kontaktm&ouml;glichkeiten mit heiratswilligen Personen) enthalte. Unter Ber&uuml;cksichtigung des Willens der Vertragspartner bilde nicht die Lieferung eines Druckwerks, sondern die Verschaffung von Kontaktm&ouml;glichkeiten den wirtschaftlichen Gehalt der Leistung. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 652 ver&ouml;ffentlicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Das FG gehe zu Unrecht davon aus, dass die von den K&auml;ufern der Kontaktlisten entrichteten Betr&auml;ge ein Entgelt f&uuml;r die Vermittlung von Kontakten seien. Sie sei weder gegen&uuml;ber den kontaktwilligen Damen noch gegen&uuml;ber den K&auml;ufern der Kontaktlisten im fremden Namen oder auf fremde Rechnung und damit als Vermittlerin aufgetreten, vielmehr seien die Kontaktlisten im eigenen Namen und auf eigene Rechnung ver&auml;u&szlig;ert worden. Abgesehen davon werde das Entgelt unabh&auml;ngig davon bezahlt, ob ein Kontakt zwischen den K&auml;ufern und den Damen &uuml;berhaupt zustande komme.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Es liege keine einheitliche sonstige Leistung vor, vielmehr seien zwei separate Leistungen erbracht worden: eine unentgeltliche Dienstleistung an die kontaktwilligen Damen und eine entgeltliche Informationslieferung an die K&auml;ufer der Liste. Inhalt der an die K&auml;ufer erbrachten Lieferung sei die Verschaffung der wirtschaftlichen Verf&uuml;gungsmacht an einer Informationssammlung. Diese Informationslieferung sei vergleichbar mit dem Verkauf jeder anderen Information, z.B. dem Erwerb des Bundessteuerblatts oder sonstiger steuerlicher Fachliteratur.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Aufgrund der zolltariflichen Auskunft &uuml;ber die Einstufung der Kontaktlisten als drucktechnische Erzeugnisse sei der erm&auml;&szlig;igte Steuersatz anzuwenden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;, unter Aufhebung des Urteils der Vorinstanz, der Einspruchsentscheidung vom 29. Dezember 2005 und des Ablehnungsbescheids zur &Auml;nderung der Umsatzsteuerfestsetzung 1997 vom 14. April 2003 das FA zu verpflichten, die Umsatzsteuerfestsetzung 1997 dahingehend zu &auml;ndern, dass die durch den Verkauf der Listen mit Kontaktadressen erzielten Ums&auml;tze von 1 695 613 DM netto dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz unterliegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Erstellung und der Verkauf von Kontaktlisten seien nach ihrem wirtschaftlichen Gehalt eine sonstige Leistung. Es liege keine blo&szlig;e &quot;Informationslieferung&quot; wie beim Erwerb von Fachliteratur vor. Vielmehr verschaffe die Kl&auml;gerin mit dem Ermitteln und dem Zurverf&uuml;gungstellen von Daten &uuml;ber kontaktwillige Damen ihren Kunden die M&ouml;glichkeit der Kontaktaufnahme.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet; das angefochtene Urteil ist aufzuheben und der Klage stattzugeben (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Entgegen der Ansicht der Vorinstanz unterliegen die mit den Kontaktlisten erzielten Ums&auml;tze dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 12 Abs. 1 des Umsatzsteuergesetzes 1993 in der im Streitjahr geltenden Fassung (UStG) betr&auml;gt die Steuer f&uuml;r jeden steuerpflichtigen Umsatz 15 v.H. der Bemessungsgrundlage. Auf 7 v.H. erm&auml;&szlig;igt sich die Steuer u.a. f&uuml;r die Lieferungen der in der Anlage zum UStG bezeichneten Gegenst&auml;nde (&sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 UStG). Nach Nr. 49 geh&ouml;ren dazu B&uuml;cher, Zeitungen und andere Erzeugnisse des graphischen Gewerbes, und zwar<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;a) B&uuml;cher, Brosch&uuml;ren und &auml;hnliche Drucke, auch in losen Bogen oder Bl&auml;ttern (ausgenommen kartonierte, gebundene oder als Sammelb&auml;nde zusammengefasste periodische Druckschriften, die &uuml;berwiegend Werbung enthalten)&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes setzt eine Lieferung voraus. Gem&auml;&szlig; &sect; 3 Abs. 1 UStG sind Lieferungen eines Unternehmers Leistungen, durch die er oder in seinem Auftrag ein Dritter einen Abnehmer oder in dessen Auftrag einen Dritten bef&auml;higt, im eigenen Namen &uuml;ber einen Gegenstand zu verf&uuml;gen (Verschaffung der Verf&uuml;gungsmacht). Sonstige Leistungen sind Leistungen, die keine Lieferungen sind (&sect; 3 Abs. 9 Satz 1 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG ist zu Recht davon ausgegangen, dass die Kl&auml;gerin eine einheitliche Leistung erbrachte, die sowohl Lieferungselemente (Verschaffung der Verf&uuml;gungsmacht an den Kontaktlisten) als auch Elemente einer sonstigen Leistung (Verschaffung von Kontaktm&ouml;glichkeiten mit heiratswilligen Personen) enth&auml;lt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ob bei einer einheitlichen Leistung, die &#8211;wie hier&#8211; sowohl Lieferungselemente als auch Elemente sonstiger Leistungen aufweist, der Umsatz als Lieferung von Gegenst&auml;nden oder als Dienstleistung (sonstige Leistung) zu beurteilen ist, ergibt sich im Wege einer Gesamtbetrachtung aller Umst&auml;nde aus Sicht des Durchschnittsverbrauchers (vgl. Urteile des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Gemeinschaften &#8211;EuGH&#8211; vom 2. Mai 1996 Rs. C-231\/94 &#8211;Faaborg-Gelting Linien&#8211;, Slg. 1996, I-2395, Randnr. 12; vom 25. Februar 1999 Rs. C-349\/96 &#8211;CPP&#8211;, Slg. 1999, I-973, Randnrn. 28 f.). Es ist das &uuml;berwiegende Element des besteuerten Umsatzes zu ermitteln (vgl. EuGH-Urteil vom 10. M&auml;rz 2005 Rs. C-491\/03 &#8211;Hermann&#8211;, Slg. 2005, I-2025), wobei es nicht auf ein quantitatives, sondern auf ein qualitatives &Uuml;berwiegen ankommt (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 18. Dezember 2008 V R 55\/06, BFH\/NV 2009, 673, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So hat der EuGH (Urteil vom 27. Oktober 2005 Rs. C-41\/04 &#8211;Levob Verzekeringen und OV Bank&#8211;, Slg. 2005, I-9433) die &Uuml;bertragung einer auf einem Datentr&auml;ger gespeicherten Standard-Software mit anschlie&szlig;ender Anpassung an die besonderen Bed&uuml;rfnisse des Erwerbers nicht als Lieferung, sondern als Dienstleistung eingestuft, weil die Anpassungen von ausschlaggebender Bedeutung waren, um die Software nutzen zu k&ouml;nnen (vgl. Randnr. 29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die orthop&auml;dische Zurichtung eines Konfektionsschuhs durch Einbringen von Einlagen oder durch eine Schuherh&ouml;hung stellt nach dem BFH-Urteil vom 9. Juni 2005 V R 50\/02 (BFHE 210, 182, BStBl II 2006, 98) keine Lieferung von &#8211;nach Nr. 52 Buchst. b der Anlage zu &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 und 2 UStG&#8211; beg&uuml;nstigten Gegenst&auml;nden, sondern eine sonstige Leistung dar. Aus Sicht des Durchschnittsverbrauchers wolle der Kunde seinen mitgebrachten Konfektionsschuh f&uuml;r seine individuellen physischen Bed&uuml;rfnisse herrichten lassen und erwarte somit keine Lieferung von Gegenst&auml;nden, sondern die passgenaue, der &auml;rztlichen Verordnung und seiner individuellen Anatomie entsprechende Zurichtung des Schuhwerks.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Urteil vom 23. August 1990 V R 28\/85 (BFH\/NV 1993, 63, nur red. Leitsatz) hat der BFH die Erstellung eines Computerhoroskops aufgrund der pers&ouml;nlichen Lebensdaten des Bestellers als eine aus Lieferungselementen (&Uuml;bersendung des Computerausdrucks) und Elementen sonstiger Leistungen (Horoskoperstellung) bestehende einheitliche sonstige Leistung angesehen. Dabei stehe die Erstellung des Horoskops aufgrund der pers&ouml;nlichen Lebensdaten des Bestellers im Vordergrund, w&auml;hrend der Computerausdruck als blo&szlig;es Hilfsmittel f&uuml;r die Mitteilung des Horoskops an den Besteller von untergeordneter Bedeutung sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Unter Ber&uuml;cksichtigung dieser Rechtsprechung des EuGH und des BFH geht der Senat davon aus, dass f&uuml;r den Durchschnittsverbraucher bei Druckerzeugnissen das Dienstleistungselement &uuml;berwiegt, wenn eine individuelle, auf die W&uuml;nsche und Bed&uuml;rfnisse des Kunden zugeschnittene Leistung bestellt und erbracht wird, w&auml;hrend das Lieferungselement dominiert, wenn der Gegenstand der Leistung in einem f&uuml;r eine unbestimmte Anzahl von Interessenten bestimmten &quot;fertigen&quot; Produkt besteht, wie dies bei Zeitungen, Zeitschriften und B&uuml;chern der Fall ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Auch wenn im Einzelfall f&uuml;r ein Druckerzeugnis das Lieferungselement &uuml;berwiegt, kann es als unselbst&auml;ndige Nebenleistung zu einer Dienstleistung anzusehen sein und deren Schicksal teilen. Davon ist bei einer Seminarbrosch&uuml;re auszugehen, die gegen&uuml;ber einer Dienstleistung (Durchf&uuml;hrung von Gruppenseminaren) lediglich erg&auml;nzende und vertiefende Funktion hat (vgl. BFH-Urteil vom 17. April 2008 V R 39\/05, BFH\/NV 2008, 1712).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen hat die Kl&auml;gerin ihren Kunden die streitgegenst&auml;ndlichen Kontaktlisten geliefert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kontaktlisten enthielten &#8211;nach Postleitzahlen geordnet&#8211; Adressen und Telefonnummern von kontaktwilligen Damen aus dem gesamten Bundesgebiet. Sie waren somit nicht auf die individuellen W&uuml;nsche (bspw. Wohnort, Alter, Gr&ouml;&szlig;e, Figur, Augen- und Haarfarbe) des jeweiligen Interessenten zugeschnitten, sondern wurden f&uuml;r eine unbestimmte Anzahl von kontaktsuchenden M&auml;nnern hergestellt. Aus der Sichtweise des Durchschnittsverbrauchers unterscheidet sich die Kontaktliste insoweit nicht wesentlich von Adress- oder Fernsprechb&uuml;chern, die nach allgemeiner Ansicht unter Nr. 49 Buchst. a der Anlage zu &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 und 2 UStG fallen (vgl. Husmann in Rau\/ D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 und 2 Rz 680; Huschens in Vogel\/Schwarz, UStG, &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 Rz 221; Langer in Hartmann\/Metzenmacher, Umsatzsteuergesetz, &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 Rz 122).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kontaktliste stellt auch keine unselbst&auml;ndige Nebenleistung zu einer &#8211;auf Partner- oder Kontaktvermittlung gerichteten&#8211; Dienstleistung der Kl&auml;gerin dar. Der einzige direkte Kundenkontakt bestand w&auml;hrend des Telefongespr&auml;chs mit den Interessenten und beschr&auml;nkte sich auf die Mitteilung von Einzelheiten zum Inhalt der Kontaktliste, deren Preis und der Zahlungsmodalit&auml;ten. Dabei handelt es sich um ein reines Verkaufsgespr&auml;ch hinsichtlich der Liste, ohne dass Ans&auml;tze f&uuml;r eine Vermittlungsleistung gegen&uuml;ber den Kunden erkennbar sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da das FG von anderen Grunds&auml;tzen ausgegangen ist, waren das Urteil sowie der Ablehnungsbescheid und die Einspruchsentscheidung aufzuheben. Die Sache ist spruchreif, sodass das FA zum Erlass des begehrten &Auml;nderungsbescheids zu verpflichten war (vgl. &sect; 101 FGO). Die mit den Kontaktlisten erzielten Ums&auml;tze in H&ouml;he von 1 695 613 DM netto stellen Lieferungen dar und unterliegen als Druckerzeugnisse i.S. von Nr. 49 Buchst. a der Anlage zu &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 und 2 UStG dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.5.2009, XI R 75\/07 Kontaktlisten unterliegen als Druckerzeugnisse dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz &#8211; Abgrenzung zwischen Lieferung und sonstiger Leistung &#8211; Umsatzsteuertarif bei Adressb&uuml;chern und Fernsprechb&uuml;chern Leits&auml;tze Ums&auml;tze aus dem Verkauf von Listen mit pers&ouml;nlichen Angaben von kontaktsuchenden Personen (sog. Kontaktlisten), die f&uuml;r eine unbestimmte Anzahl von Interessenten hergestellt werden, unterliegen als Lieferungen von &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-75-07-kontaktlisten-unterliegen-als-druckerzeugnisse-dem-ermaessigten-steuersatz-abgrenzung-zwischen-lieferung-und-sonstiger-leistung-umsatzsteuertarif-bei-adressbuechern-und-fernsprechbuechern\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;75\/07 &#8211; Kontaktlisten unterliegen als Druckerzeugnisse dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz &#8211; Abgrenzung zwischen Lieferung und sonstiger Leistung &#8211; Umsatzsteuertarif bei Adressb&uuml;chern und Fernsprechb&uuml;chern<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14442","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14442","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14442"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14442\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14442"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14442"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14442"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}