{"id":14450,"date":"2012-12-20T06:29:39","date_gmt":"2012-12-20T04:29:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14450"},"modified":"2012-12-20T06:29:39","modified_gmt":"2012-12-20T04:29:39","slug":"ii-r-47-07-schenkungsteuer-bei-vermoegensuebertragungen-auf-rechtsfaehige-stiftung-keine-schenkungsteuerpflicht-der-beguenstigten-einer-rechtsfaehigen-stiftung-bei-vermoegensuebertragungen-auf-diese-o","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-47-07-schenkungsteuer-bei-vermoegensuebertragungen-auf-rechtsfaehige-stiftung-keine-schenkungsteuerpflicht-der-beguenstigten-einer-rechtsfaehigen-stiftung-bei-vermoegensuebertragungen-auf-diese-o\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;47\/07 &#8211; Schenkungsteuer bei Verm&ouml;gens&uuml;bertragungen auf rechtsf&auml;hige Stiftung &#8211; Keine Schenkungsteuerpflicht der Beg&uuml;nstigten einer rechtsf&auml;higen Stiftung bei Verm&ouml;gens&uuml;bertragungen auf diese oder blo&szlig;er Erh&ouml;hung des Werts des Stiftungsverm&ouml;gens durch unentgeltliche Vorg&auml;nge im Beteiligungsbesitz der Stiftung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.7.2009, II R 47\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Schenkungsteuer bei Verm&ouml;gens&uuml;bertragungen auf rechtsf&auml;hige Stiftung &#8211; Keine Schenkungsteuerpflicht der Beg&uuml;nstigten einer rechtsf&auml;higen Stiftung bei Verm&ouml;gens&uuml;bertragungen auf diese oder blo&szlig;er Erh&ouml;hung des Werts des Stiftungsverm&ouml;gens durch unentgeltliche Vorg&auml;nge im Beteiligungsbesitz der Stiftung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>&Uuml;bernimmt eine (mittelbar) zum Verm&ouml;gen einer rechtsf&auml;higen Stiftung geh&ouml;rende GmbH im Zuge einer Kapitalerh&ouml;hung bei einer anderen Gesellschaft den neuen Gesch&auml;ftsanteil zu einer Einlage weit unter Wert, liegen darin keine freigebigen Zuwendungen an die Beg&uuml;nstigten der Stiftung.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine &ouml;sterreichische Staatsangeh&ouml;rige, hat im Inland weder einen Wohnsitz noch ihren gew&ouml;hnlichen Aufenthalt. Sie ist neben weiteren Familienangeh&ouml;rigen Beg&uuml;nstigte einer rechtsf&auml;higen liechtensteinischen Stiftung. Diese Stiftung ist alleinige      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gesellschafterin einer luxemburgischen Holding, die ihrerseits alleinige Gesellschafterin der in Deutschland ans&auml;ssigen &#8230; GmbH (GmbH 1) ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                An der ebenfalls in Deutschland ans&auml;ssigen &#8230; GmbH (GmbH 2) waren je zur H&auml;lfte zwei in Liechtenstein ans&auml;ssige Unternehmen beteiligt, n&auml;mlich die A und die C. Die Gesellschafterversammlung der GmbH 2 beschloss am 5. Februar 1998, das Stammkapital um 22 500 000 DM zu erh&ouml;hen. Die unter Ausschluss der bisherigen Gesellschafter zur &Uuml;bernahme der neuen Stammeinlage zugelassene GmbH 1 erbrachte diese Stammeinlage und ein Aufgeld von 7 500 000 DM in bar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Da diese Leistungen der GmbH 1 um 15 675 000 DM niedriger waren als der vom Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ermittelte gemeine Wert des nach der Kapitalerh&ouml;hung auf diese GmbH entfallenden Gesch&auml;ftsanteils, nahm das FA an, es liege eine freigebige Zuwendung vor. F&uuml;r den Fall, dass hierdurch Schenkungsteuerpflicht eingetreten sei, einigten sich die nunmehrige Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;gerin und das FA dahingehend, dass als Schenker A und C und als Beschenkte die Beg&uuml;nstigten der Stiftung, d.h. u.a. die Kl&auml;gerin, in Betracht k&auml;men. Es m&uuml;sse lediglich noch gekl&auml;rt werden, ob Inlandsverm&ouml;gen i.S. des &sect; 2 Abs. 1 Nr. 3 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) i.V.m. &sect; 121 des Bewertungsgesetzes (BewG) geschenkt worden sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA erlie&szlig; daraufhin gegen die Kl&auml;gerin einen Schenkungsteuerbescheid f&uuml;r ihren Erwerb aus der von ihm angenommenen Schenkung der A vom 5. Februar 1998 und ber&uuml;cksichtigte dabei als Wert der Bereicherung der Kl&auml;gerin entsprechend der fr&uuml;her bestehenden h&auml;lftigen Beteiligung der A an der GmbH 2 und der gegen&uuml;ber der Stiftung bestehenden anteiligen Beg&uuml;nstigung der Kl&auml;gerin von 25 % ein Achtel des Unterschiedsbetrags von 15 675 000 DM zwischen dem gemeinen Wert des nach der Kapitalerh&ouml;hung auf die GmbH 1 entfallenden Gesch&auml;ftsanteils und dem von der GmbH 1 gezahlten Entgelt, also 1 959 375 DM. In der Einspruchsentscheidung setzte das FA die Steuer unter Gew&auml;hrung des Bewertungsabschlags gem&auml;&szlig; &sect; 13a Abs. 2 ErbStG nach einem Steuersatz von 35 % (Steuerklasse III) auf 210 018 EUR herab. Gegenstand der Zuwendung sei ein Viertel des der A an sich zustehenden anteiligen Bezugsrechts f&uuml;r den im Rahmen der Kapitalerh&ouml;hung entstehenden neuen Gesch&auml;ftsanteil. Dabei handle es sich um Inlandsverm&ouml;gen i.S. des &sect; 121 Nr. 4 BewG.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In einem vor dem Finanzgericht (FG) durchgef&uuml;hrten Er&ouml;rterungstermin kamen die Beteiligten zu einer &quot;tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung&quot;, nach der im Rahmen der Kapitalerh&ouml;hung der GmbH 2 gem&auml;&szlig; Beschluss vom 5. Februar 1998 aufgrund der Beteiligungsstruktur der unmittelbar und mittelbar beteiligten Gesellschaften als Schenker nur A sowie C und als Beschenkte nur die Beg&uuml;nstigten der Stiftung, d.h. u.a. die Kl&auml;gerin, in Betracht kommen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG gab der Klage durch das in Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 313 ver&ouml;ffentlichte Urteil mit der Begr&uuml;ndung statt, es liege kein steuerpflichtiger Erwerb der Kl&auml;gerin von A vor. Die Kl&auml;gerin sei mangels substantieller Bereicherung nicht Empf&auml;ngerin einer durch die Kapitalerh&ouml;hung bewirkten Zuwendung. Inhaber des neuen Gesch&auml;ftsanteils an der GmbH 2 sei n&auml;mlich die GmbH 1 geworden. Die Kl&auml;gerin habe allenfalls wirtschaftlich von der Kapitalerh&ouml;hung profitiert. Die von den Beteiligten getroffene &quot;tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung&quot; sei nicht rechtsverbindlich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gt das FA Verletzung des &sect; 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG. Entgegen der Ansicht des FG liege eine freigebige Zuwendung der A an die Kl&auml;gerin vor. Die GmbH 1 sei durch den ohne angemessene Gegenleistung erfolgten origin&auml;ren Erwerb des neuen Gesch&auml;ftsanteils an der GmbH 2 substantiell bereichert worden. Dieser Verm&ouml;genserwerb sei der Kl&auml;gerin als Beg&uuml;nstigter der mittelbar an der GmbH 1 beteiligten Stiftung anteilig zuzurechnen. Der von der Kl&auml;gerin demnach anteilig erworbene neue Gesch&auml;ftsanteil stelle Inlandsverm&ouml;gen i.S. &sect; 2 Abs. 1 Nr. 3 ErbStG i.V.m. &sect; 121 Nr. 4 BewG dar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht angenommen, dass der angefochtene Schenkungsteuerbescheid in Gestalt der Einspruchsentscheidung rechtswidrig ist und daher keinen Bestand haben konnte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Es liegt keine freigebige Zuwendung der A an die Kl&auml;gerin vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Der Schenkungsteuer unterliegt als Schenkung unter Lebenden (&sect; 1 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG) jede freigebige Zuwendung, soweit der Bedachte durch sie auf Kosten des Zuwendenden bereichert wird (&sect; 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG; vgl. auch &sect; 516 Abs. 1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs). Erforderlich hierf&uuml;r ist eine Verm&ouml;gensverschiebung, d.h. eine Verm&ouml;gensminderung auf der Seite des Schenkers und eine Verm&ouml;gensmehrung auf der Seite des Beschenkten (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 6. M&auml;rz 1985 II R 19\/84, BFHE 143, 291, BStBl II 1985, 382, und vom 7. November 2007 II R 28\/06, BFHE 218, 414, BStBl II 2008, 258). Wer Zuwendender ist, bestimmt sich nach der Ausgestaltung der geschlossenen Vertr&auml;ge unter Einbeziehung ihrer inhaltlichen Abstimmung untereinander sowie den mit der Vertragsgestaltung erkennbar angestrebten Zielen der Parteien (BFH-Urteile vom 10. M&auml;rz 2005 II R 54\/03, BFHE 208, 447, BStBl II 2005, 412, und in BFHE 218, 414, BStBl II 2008, 258).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Bei der Pr&uuml;fung, wer als Zuwendender und Bedachter an einer freigebigen Zuwendung beteiligt ist, kommt es auf die Zivilrechtslage und nicht darauf an, wem nach wirtschaftlicher Betrachtungsweise Verm&ouml;gen oder Einkommen zuzurechnen ist; denn die Schenkungsteuer ist Verkehrsteuer (BFH-Urteile vom 29. November 2006 II R 42\/05, BFHE 215, 529, BStBl II 2007, 319, und in BFHE 218, 414, BStBl II 2008, 258).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Wird unter Lebenden Verm&ouml;gen unentgeltlich auf eine rechtsf&auml;hige Stiftung &uuml;bertragen, kann es sich um eine unter &sect; 7 Abs. 1 Nr. 8 Satz 1 ErbStG fallende Erstausstattung der Stiftung oder um eine freigebige Zuwendung unter Lebenden an die Stiftung (&sect; 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG) handeln (BFH-Urteil vom 11. Juni 2008 II R 60\/06, BFH\/NV 2008, 2026). In beiden F&auml;llen ist die Stiftung als Erwerberin Steuerschuldnerin (&sect; 20 Abs. 1 Satz 1 ErbStG). Eine freigebige Zuwendung an die Beg&uuml;nstigten der Stiftung liegt in solchen F&auml;llen nicht vor. Dies ergibt sich auch aus &sect; 7 Abs. 1 Nr. 9 Satz 1 ErbStG, wonach als Schenkung unter Lebenden gilt, was bei Aufhebung einer Stiftung erworben wird, aus der Besteuerung der Familienstiftungen nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 4 ErbStG und den in &sect; 15 Abs. 2 ErbStG enthaltenen Vorschriften f&uuml;r die Besteuerung von Vorg&auml;ngen im Zusammenhang mit Stiftungen. Diese Vorschriften setzen voraus, dass bei Verm&ouml;gens&uuml;bertragungen auf eine rechtsf&auml;hige Stiftung diese selbst die Erwerberin i.S. des &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 ErbStG ist und damit keine freigebige Zuwendung an die Beg&uuml;nstigten der Stiftung vorliegt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diese Rechtsfolge muss auch in den F&auml;llen gelten, in denen sich der Wert des Stiftungsverm&ouml;gens durch unentgeltliche Vorg&auml;nge bei Gesellschaften (mittelbar) erh&ouml;ht, an denen die Stiftung unmittelbar oder mittelbar beteiligt ist. &Uuml;bernimmt eine (mittelbar) zum Verm&ouml;gen einer rechtsf&auml;higen Stiftung geh&ouml;rende GmbH im Zuge einer Kapitalerh&ouml;hung bei einer anderen Gesellschaft den neuen Gesch&auml;ftsanteil zu einer Einlage weit unter Wert, liegen darin keine freigebigen Zuwendungen an die Beg&uuml;nstigten der Stiftung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Voraussetzungen einer freigebigen Zuwendung der A an die Kl&auml;gerin sind somit nicht erf&uuml;llt. Die Kl&auml;gerin hat aufgrund der getroffenen zivilrechtlichen Vereinbarungen weder ein anteiliges Bezugsrecht noch einen Anteil an dem neuen Gesch&auml;ftsanteil an der GmbH 2 erhalten. Es hat sich vielmehr allenfalls der Wert ihrer Beg&uuml;nstigung durch die Stiftung erh&ouml;ht. Dieser lediglich wirtschaftliche Vorteil war nicht Gegenstand einer Verm&ouml;gensverschiebung von A auf die Kl&auml;gerin, wurde vom FA nicht der Besteuerung unterworfen und stellt zudem kein der beschr&auml;nkten Steuerpflicht nach &sect; 2 Abs. 1 Nr. 3 ErbStG unterliegendes Inlandsverm&ouml;gen i.S. des &sect; 121 BewG dar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Der angefochtene Schenkungsteuerbescheid in Gestalt der Einspruchsentscheidung kann auch nicht auf die im finanzgerichtlichen Verfahren getroffene &quot;tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung&quot;      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                oder die bereits vor Erlass des Bescheids erzielte Einigung zwischen der nunmehrigen Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;gerin und dem FA gest&uuml;tzt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Der BFH hat die Zul&auml;ssigkeit tats&auml;chlicher Verst&auml;ndigungen grunds&auml;tzlich anerkannt. Zweck der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung ist es, zu jedem Zeitpunkt des Besteuerungsverfahrens hinsichtlich bestimmter Sachverhalte, deren Kl&auml;rung schwierig, aber zur Festsetzung der Steuer notwendig ist, den m&ouml;glichst zutreffenden Besteuerungssachverhalt i.S. des &sect; 88 der Abgabenordnung einvernehmlich festzulegen. Die Bindungswirkung einer derartigen Vereinbarung setzt voraus, dass sie sich auf Sachverhaltsfragen, nicht aber auf Rechtsfragen bezieht, dass der Sachverhalt die Vergangenheit betrifft, dass die Sachverhaltsermittlung erschwert ist, dass auf Seiten der Finanzbeh&ouml;rde ein f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber die Steuerfestsetzung zust&auml;ndiger Amtstr&auml;ger beteiligt ist und dass die tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung nicht zu einem offensichtlich unzutreffenden Ergebnis f&uuml;hrt (BFH-Urteil vom 8. Oktober 2008 I R 63\/07, BFHE 223, 194, BStBl II 2009, 121, mit zahlreichen weiteren Nachweisen).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Verfahrensbeteiligten konnten danach nicht abweichend von der materiellen Rechtslage wirksam vereinbaren, dass der teilentgeltliche Erwerb des neuen Gesch&auml;ftsanteils an der GmbH 2 durch die GmbH 1 eine freigebige Zuwendung der Gesellschafter der GmbH 2 an die Beg&uuml;nstigten der Stiftung und somit auch an die Kl&auml;gerin darstelle. Es handelt sich dabei nicht um eine Einigung &uuml;ber eine Sachverhaltsfrage, sondern um ein weder die Beteiligten noch das Gericht bindendes Einvernehmen &uuml;ber die materielle Rechtslage.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Es kann danach auf sich beruhen, ob das FA ausgehend von seinem Standpunkt, es liege eine freigebige Zuwendung der A an die Kl&auml;gerin vor, zu Recht zwar den Bewertungsabschlag nach &sect; 13a Abs. 2 ErbStG, nicht aber die Tarifbegrenzung nach &sect; 19a ErbStG angewandt hat. Ein Grund f&uuml;r diese Differenzierung wurde vom FA nicht angef&uuml;hrt und ist auch nicht ersichtlich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.7.2009, II R 47\/07 Schenkungsteuer bei Verm&ouml;gens&uuml;bertragungen auf rechtsf&auml;hige Stiftung &#8211; Keine Schenkungsteuerpflicht der Beg&uuml;nstigten einer rechtsf&auml;higen Stiftung bei Verm&ouml;gens&uuml;bertragungen auf diese oder blo&szlig;er Erh&ouml;hung des Werts des Stiftungsverm&ouml;gens durch unentgeltliche Vorg&auml;nge im Beteiligungsbesitz der Stiftung Leits&auml;tze &Uuml;bernimmt eine (mittelbar) zum Verm&ouml;gen einer rechtsf&auml;higen Stiftung geh&ouml;rende GmbH im Zuge einer Kapitalerh&ouml;hung bei &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-47-07-schenkungsteuer-bei-vermoegensuebertragungen-auf-rechtsfaehige-stiftung-keine-schenkungsteuerpflicht-der-beguenstigten-einer-rechtsfaehigen-stiftung-bei-vermoegensuebertragungen-auf-diese-o\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;47\/07 &#8211; Schenkungsteuer bei Verm&ouml;gens&uuml;bertragungen auf rechtsf&auml;hige Stiftung &#8211; Keine Schenkungsteuerpflicht der Beg&uuml;nstigten einer rechtsf&auml;higen Stiftung bei Verm&ouml;gens&uuml;bertragungen auf diese oder blo&szlig;er Erh&ouml;hung des Werts des Stiftungsverm&ouml;gens durch unentgeltliche Vorg&auml;nge im Beteiligungsbesitz der Stiftung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14450","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14450","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14450"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14450\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14450"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14450"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14450"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}