{"id":14477,"date":"2012-12-08T14:30:01","date_gmt":"2012-12-08T12:30:01","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14477"},"modified":"2012-12-08T14:30:01","modified_gmt":"2012-12-08T12:30:01","slug":"iv-r-20-08-verfahrensrechtliche-grundlagen-fuer-den-erlass-eines-aenderungsbescheids-als-festzustellende-besteuerungsgrundlagen-aenderung-eines-gewinnfeststellungsbescheids-gemaess-par-175-abs-1-satz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-20-08-verfahrensrechtliche-grundlagen-fuer-den-erlass-eines-aenderungsbescheids-als-festzustellende-besteuerungsgrundlagen-aenderung-eines-gewinnfeststellungsbescheids-gemaess-par-175-abs-1-satz\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;20\/08 &#8211; Verfahrensrechtliche Grundlagen f&uuml;r den Erlass eines &Auml;nderungsbescheids als festzustellende Besteuerungsgrundlagen &#8211; &Auml;nderung eines Gewinnfeststellungsbescheids gem&auml;&szlig; &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO &#8211; Notwendigkeit eines Erg&auml;nzungsbescheids &#8211; Einfluss wertbildender Faktoren auf den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn nach &sect; 16 EStG &#8211; Klagebefugnis nach &sect; 48 FGO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.3.2009, IV R 20\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Verfahrensrechtliche Grundlagen f&uuml;r den Erlass eines &Auml;nderungsbescheids als festzustellende Besteuerungsgrundlagen &#8211; &Auml;nderung eines Gewinnfeststellungsbescheids gem&auml;&szlig; &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO &#8211; Notwendigkeit eines Erg&auml;nzungsbescheids &#8211; Einfluss wertbildender Faktoren auf den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn nach &sect; 16 EStG &#8211; Klagebefugnis nach &sect; 48 FGO<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Entscheidung dar&uuml;ber, ob die &Auml;nderung eines Gewinnfeststellungsbescheids auf einem r&uuml;ckwirkenden Ereignis i.S. von &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO und damit zugleich auch auf einem r&uuml;ckwirkenden Ereignis i.S. von &sect; 233a Abs. 2a AO beruht, ist im Feststellungsverfahren zu treffen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Am Betrieb der H-GmbH (GmbH) waren Herr G. und Herr M. &#8211;die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten zu 1. und 2. (Kl&auml;ger zu 1. und 2.)&#8211; als atypisch stille Gesellschafter beteiligt. Das Gesellschaftsverh&auml;ltnis wurde im Jahre 1991 (Streitjahr) beendet und die Auseinandersetzungsanspr&uuml;che auf der Grundlage eines Verkaufsangebots f&uuml;r das Betriebsgrundst&uuml;ck der GmbH (2,2 Mio. DM) berechnet. Hieraus ergaben sich Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne der Kl&auml;ger zu 1. und 2. in H&ouml;he von rd. 1,6 Mio. DM, die in dem Gewinnfeststellungsbescheid 1991 vom 14. Juli 1993 (Erstbescheid) erfasst worden sind. Der hiermit verbundene Nachpr&uuml;fungsvorbehalt wurde &#8211;im Anschluss an den zu einer Betriebspr&uuml;fung gefertigten Aktenvermerk&#8211; mit Bescheid vom 3. M&auml;rz 1997 aufgehoben. Das mit 9 % verzinsliche Auseinandersetzungsguthaben sollte erst nach Eingang des Erl&ouml;ses aus dem Grundst&uuml;cksverkauf ausbezahlt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die GmbH konnte das Grundst&uuml;ck zun&auml;chst nicht ver&auml;u&szlig;ern. Da anl&auml;sslich eines im Jahre 2002 beabsichtigten Verkaufs Bodenkontaminationen festgestellt wurden, verst&auml;ndigten sich die Gesellschafter am 9. Dezember 2002 auf einen Grundst&uuml;cksverkehrswert von nur noch rd. 80 000 EUR; zugleich verzichteten sie auf einen erheblichen Teil der zun&auml;chst angenommenen Auseinandersetzungsanspr&uuml;che.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Antragsgem&auml;&szlig; sah der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) in der Minderung der Auseinandersetzungsanspr&uuml;che ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis i.S. von &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 der Abgabenordnung (AO) und &auml;nderte am 10. April 2003 die Gewinnfeststellung 1991. Der &Auml;nderungsbescheid weist f&uuml;r die Kl&auml;ger zu 1. und 2. Ver&auml;u&szlig;erungsverluste aus. Der Bescheid ist in Bestandskraft erwachsen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nachdem der Kl&auml;ger zu 2. gegen die &#8211;mit der Festsetzung der Einkommensteuer verbundene&#8211; Zinsfestsetzung (&sect; 233a AO) Klage erhoben hatte, erlie&szlig; das FA am 3. November 2004 einen erg&auml;nzenden Feststellungsbescheid 1991 (&sect; 179 Abs. 3 AO), der Gegenstand dieses Verfahrens ist und mit dem festgestellt wurde, dass &quot;die &Auml;nderungen im Feststellungsbescheid vom 10. April 2003 ausschlie&szlig;lich wegen eines im Jahre 2002 eingetretenen r&uuml;ckwirkenden Ereignisses (erfolgt seien)&quot;.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der nach erfolglosem Einspruch erhobenen Klage hat das Finanzgericht (FG) stattgegeben, weil die verfahrensrechtliche Grundlage eines &Auml;nderungsbescheids nicht zu den festzustellenden anderen Besteuerungsgrundlagen gem&auml;&szlig; &sect; 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a AO geh&ouml;re. Die Frage der R&uuml;ckwirkung einer Vereinbarung sei vielmehr eine nicht bindende Feststellungsgrundlage (Hinweis auf Schleswig-Holsteinisches FG, Urteil vom 23. Februar 2000 II 87\/99, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2000, 412, rechtskr&auml;ftig). Zul&auml;ssig sei deshalb lediglich eine nachrichtliche Mitteilung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der vom Senat zugelassenen Revision beantragt das FA sinngem&auml;&szlig;,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                das Urteil der Vorinstanz aufzuheben und die Klage abzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger haben sich w&auml;hrend des Revisionsverfahrens nicht ge&auml;u&szlig;ert.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das Urteil der Vorinstanz ist aufzuheben und die Klage abzuweisen (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Das FG ist von der Kl&auml;gerstellung der GmbH ausgegangen. Dem kann der Senat nicht beipflichten. Er stellt insoweit klar, dass die Klage lediglich von Herrn G. und Herrn M. &#8211;den atypisch still beteiligten Kl&auml;gern zu 1. und 2.&#8211; erhoben worden und das Rubrum des vorinstanzlichen Urteils entsprechend zu berichtigen ist (vgl. zur Befugnis des Revisionsgerichts zur Auslegung von Prozesserkl&auml;rungen z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 20. April 1999 VIII R 81\/94, BFH\/NV 1999, 1457; Senatsbeschluss vom 28. November 2008 IV R 87\/05, juris, jeweils m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung ist in Verfahren betreffend die einheitliche Gewinnfeststellung einer atypisch stillen Gesellschaft der Inhaber des Handelsgewerbes (&sect; 230 des Handelsgesetzbuches &#8211;HGB&#8211;; hier: GmbH) nicht als Prozessstandschafter gem&auml;&szlig; &sect; 48 Abs. 1 Nr. 1&nbsp;&nbsp;1. Halbsatz FGO klagebefugt. Mangels eines zur Vertretung berufenen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers kommt allenfalls eine Klagebefugnis als klagebevollm&auml;chtigter Prozessstandschafter gem&auml;&szlig; &sect; 48 Abs. 1 Nr. 1 2. Halbsatz FGO in Betracht (BFH-Beschluss vom 3. M&auml;rz 1998 VIII B 62\/97, BFHE 185, 131, BStBl II 1998, 401). Im Streitfall vermag jedoch auch diese Vorschrift der GmbH die Kl&auml;gerstellung nicht zu vermitteln. Dabei kann offenbleiben, ob bis zur Beendigung der Gesellschaft die Voraussetzungen des &sect; 48 Abs. 1 Nr. 1&nbsp;&nbsp;2. Halbsatz i.V.m. &sect; 48 Abs. 2 FGO vorgelegen haben. Jedenfalls ist die atypisch stille Gesellschaft zwischen der GmbH und den Kl&auml;gern zu 1. und 2. zum 31. Dezember 1991 aufgel&ouml;st und hiermit auch vollbeendet worden (herrschende Lehre; vgl. BFH-Beschluss vom 24. November 1988 VIII B 90\/87, BFHE 155, 32, BStBl II 1989, 145; Steinhauff in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 48 FGO Rz 118; zur Gegenansicht s. Baumbach\/Hopt, HGB, 33. Aufl., &sect; 234 Rz 1). Damit ist aber zugleich die Klagebefugnis nach &sect; 48 Abs. 2 FGO &#8211;mangels eines intakten Gesellschaftsverh&auml;ltnisses&#8211; entfallen (BFH-Urteile vom 7. Juli 1998 VIII R 16\/96, BFH\/NV 1999, 471; vom 7. Juli 1998 VIII R 17\/96, BFH\/NV 1999, 473; Steinhauff in HHSp, &sect; 48 FGO Rz 145; Brandis in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 48 FGO Rz 20).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Befugnis, gegen den Erg&auml;nzungsbescheid vom 3. November 2004 zu klagen, richtet sich deshalb nach &sect; 48 Abs. 1 Nr. 2 FGO. Auch wenn die Vorschrift &#8211;gleich &sect; 48 Abs. 1 Nr. 3 FGO (betreffend ausgeschiedene Gesellschafter)&#8211; nach ihrem Wortlaut lediglich voraussetzt, dass gegen den Gesellschafter ein Feststellungsbescheid ergangen ist, muss beachtet werden, dass &sect; 48 Abs. 1 Nr. 2 FGO &#8211;ebenso wie &sect; 48 Abs. 1 Nr. 3&#8211; nur ein beschr&auml;nktes Klagerecht vermittelt und der Gesellschafter deshalb nur die Feststellungen angreifen kann, die ihn selbst betreffen und &#8211;ihre Rechtswidrigkeit unterstellt&#8211; ihn in seinen eigenen Rechten (&sect; 40 Abs. 2 FGO) verletzen (BFH-Beschluss in BFHE 185, 131, BStBl II 1998, 401; Steinhauff in HHSp, &sect; 48 FGO Rz 201 und 235; Brandis in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 48 FGO Rz 24; Gr&auml;ber\/von Groll, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 48 Rz 32).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Hiernach kann zwar &uuml;ber die Klagebefugnis von Herrn G. und Herrn M. (atypisch still Beteiligte; Kl&auml;ger zu 1. und 2.) kein Zweifel bestehen. Sie sind deshalb durch den angegriffenen Erg&auml;nzungsbescheid beschwert, weil dieser (nach seinem Verf&uuml;gungssatz) regelt, dass die &Auml;nderung des Erstbescheids (betreffend den Ansatz von Ver&auml;u&szlig;erungsgewinnen) auf der Vorschrift des &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO (r&uuml;ckwirkendes Ereignis) beruht und sie hierdurch &#8211;ohne dass es einer konkreten Pr&uuml;fung der Auswirkungen auf die Zinsfestsetzung (&sect; 233a AO) bedarf&#8211; in ihren eigenen Rechten verletzt sein k&ouml;nnen (vgl. BFH-Urteil vom 14. Juni 1994 VIII R 20\/93, BFH\/NV 1995, 318; Steinhauff in HHSp, &sect; 48 FGO Rz 235).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Eine Beschwer der GmbH ist hingegen &#8211;abweichend von der Einsch&auml;tzung der Vorinstanz&#8211; zu verneinen. Da der &Auml;nderungsbescheid vom 10. April 2003 sich auf eine Korrektur der steuerlichen Ver&auml;u&szlig;erungsergebnisse betreffend Herrn G. und Herrn M. beschr&auml;nkte und mithin den f&uuml;r die GmbH festgestellten Ergebnisanteil unber&uuml;hrt lie&szlig;, konnte mit dem angefochtenen Erg&auml;nzungsbescheid &#8211;auch dann, wenn man von den konkreten Folgewirkungen dieses Bescheids absieht (s.o.)&#8211; keine Beschwer f&uuml;r die GmbH verbunden sein. Demgem&auml;&szlig; ist in der Rechtsprechung auch anerkannt, dass ausgeschiedene Gesellschafter im Hinblick auf Streitfragen, die nur die (anderen) Mitgesellschafter pers&ouml;nlich angehen, nicht nach &sect; 48 Abs. 1 Nr. 3 FGO klagebefugt sind (BFH-Beschluss vom 23. August 1985 IV B 53\/85, BFH\/NV 1987, 584; Steinhauff in HHSp, &sect; 48 FGO Rz 236). F&uuml;r die vorliegend zu beurteilende Klagebefugnis gem&auml;&szlig; &sect; 48 Abs. 1 Nr. 2 FGO kann &#8211;wie aufgezeigt&#8211; nichts anderes gelten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Die namens der &quot;GmbH und atypisch stille Gesellschaft&quot; erhobene Klage war deshalb in dem vorgenannten Sinne auszulegen. Dies gebietet nicht nur der Grundsatz der rechtsschutzgew&auml;hrenden Auslegung; hinzu kommt, dass die Bevollm&auml;chtigte dieses Verst&auml;ndnis nach Erhebung der Klage mit Schreiben vom 18. Februar 2005 ausdr&uuml;cklich klargestellt hat. Gleiches gilt dar&uuml;ber hinaus f&uuml;r den &#8211;ebenfalls namens der atypisch stillen Gesellschaft&#8211; eingelegten Einspruch, da dem FA &#8211;als Adressat dieser Erkl&auml;rung&#8211; die Aufl&ouml;sung der Gesellschaft zum 31. Dezember 1991 sp&auml;testens zu Beginn des Jahres 1993 (Eingang der Feststellungserkl&auml;rung 1991) mitgeteilt worden ist. Unter Ber&uuml;cksichtigung der vorstehenden Erl&auml;uterungen musste deshalb auch das FA davon ausgehen, dass der Einspruch nur von den stillen Gesellschaftern eingelegt worden ist mit der weiteren Folge, dass die Einspruchsentscheidung (betreffend &quot;GmbH und atypisch stille Gesellschaft&quot;) auch nur diesen gegen&uuml;ber ergehen konnte und nach den dargelegten Auslegungsgrunds&auml;tzen nur diesen gegen&uuml;ber ergangen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Der Senat kann der Vorinstanz auch in der Sache nicht beipflichten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach &sect; 179 Abs. 3 AO ist eine notwendige Feststellung, die in einem Feststellungsbescheid unterblieben ist, in einem Erg&auml;nzungsbescheid nachzuholen. Die Voraussetzungen dieser Vorschrift sind im Streitfall erf&uuml;llt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die Ansicht des FG, dass die verfahrensrechtliche Grundlage f&uuml;r den Erlass eines &Auml;nderungsbescheids nicht zu den festzustellenden (anderen) Besteuerungsgrundlagen i.S. von &sect; 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a i.V.m. &sect; 179 Abs. 3 AO geh&ouml;re, verkennt nicht nur, dass gerade die &#8211;vorliegend streitige&#8211; &Auml;nderungsnorm des &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO in materiell-rechtlicher Hinsicht Einfluss auf den Zinslauf nach &sect; 233a Abs. 2a AO nimmt. Sie l&auml;sst vor allem au&szlig;er Acht, dass gem&auml;&szlig; &sect; 239 Abs. 1 Satz 1&nbsp;&nbsp;1. Halbsatz AO die Vorschriften &uuml;ber die Steuern &#8211;und mithin auch die Regelungen der &sect;&sect; 155 ff. (Steuerfestsetzung) und &sect;&sect; 179 ff. AO (Feststellung von Besteuerungsgrundlagen)&#8211; auf Zinsen nicht unmittelbar, sondern lediglich entsprechend anzuwenden sind (vgl. &sect; 3 Abs. 4 i.V.m. &sect; 1 Abs. 3 Satz 2 AO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Hieraus hat der BFH in st&auml;ndiger Rechtsprechung abgeleitet, dass &#8211;in Entsprechung zu den Besteuerungsgrundlagen gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 179 Abs. 1 Satz 1, 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a AO&#8211; &uuml;ber die Frage, ob und in welchem Umfang Steuernachforderungen auf Hinterziehungshandlungen beruhen und somit tatbestandlich den Zinsanspruch des &sect; 235 AO ausl&ouml;sen, im Verfahren der einheitlichen und gesonderten Feststellung zu entscheiden ist (BFH-Urteil vom 19. April 1989 X R 3\/86, BFHE 156, 383, BStBl II 1989, 596; BFH-Beschl&uuml;sse vom 10. Dezember 2003 X B 134\/02, BFH\/NV 2004, 906; vom 10. Oktober 1994 I B 30\/94, BFH\/NV 1995, 471 &#8211;betreffend Sonderbetriebseinnahmen&#8211;; zustimmend Bublitz, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 1990, 438, 440; Schwarz, AO, &sect; 239 Rz 3b). Unterbleibt dies, ist der Gewinnfeststellungsbescheid zu erg&auml;nzen (&sect; 179 Abs. 3 i.V.m. &sect; 239 Abs. 1 Satz 1 AO; vgl. BFH-Urteil vom 13. Juli 1994 XI R 21\/93, BFHE 175, 13, BStBl II 1994, 885). Der &#8211;ggf. erg&auml;nzte&#8211; Feststellungsbescheid ist deshalb nicht nur f&uuml;r die Folgesteuern bindend, sondern zugleich auch Grundlagenbescheid f&uuml;r die Zinsfestsetzung nach &sect; 235 AO (&sect;&sect; 182 Abs. 1 Satz 1, 171 Abs. 10 i.V.m. &sect; 239 Abs. 1 Satz 1 AO; BFH-Urteile in BFHE 175, 13, BStBl II 1994, 885; vom 16. M&auml;rz 1993 XI R 42\/90, BFH\/NV 1994, 75).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Nichts anderes kann f&uuml;r den Zinslauf gem&auml;&szlig; &sect; 233a Abs. 2a AO gelten. Auch hier gebietet es der Zweck des Feststellungsverfahrens, die Gleichm&auml;&szlig;igkeit der Abgabenerhebung sicherzustellen und etwaige Streitfragen in einem Verwaltungs- bzw. Gerichtsverfahren zu b&uuml;ndeln (BFH-Urteil in BFHE 156, 383, BStBl II 1989, 596; Bublitz, DStR 1990, 438, 441), die Entscheidung dar&uuml;ber, ob die &Auml;nderung eines Gewinnfeststellungsbescheids auf einem r&uuml;ckwirkenden Ereignis i.S. von &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO und damit zugleich auch auf einem r&uuml;ckwirkenden Ereignis i.S. von &sect; 233a AO (BFH-Urteil vom 18. Mai 1999 I R 60\/98, BFHE 188, 542, BStBl II 1999, 634, 635) beruht, gegen&uuml;ber allen Feststellungsbeteiligten mit bindender Wirkung einheitlich zu treffen (gl.A. Anwendungserlass zur AO &#8211;AEAO&#8211; Nr. 74 zu &sect; 233a AO; Heuermann in HHSp, &sect; 233a AO Rz 38). Unter welchen Voraussetzungen hiervon wegen geringer Bedeutung des Falls (&sect; 239 Abs. 1 Satz 1 AO i.V.m. &sect; 180 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 AO) abgesehen werden kann (s. &#8211;zu &sect; 235 AO&#8211; FG Baden-W&uuml;rttemberg, Beschluss vom 6. November 2000&nbsp;&nbsp;2 K 279\/99, EFG 2001, 405), braucht mit R&uuml;cksicht auf den zwischen den Beteiligten bestehenden Streit &uuml;ber das Vorliegen eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses (&sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO i.V.m. &sect; 233a Abs. 2a AO) im anh&auml;ngigen Verfahren nicht entschieden zu werden (vgl. Brandis in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 180 AO Rz 50).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Tatbestandsvoraussetzungen des &sect; 179 Abs. 3 AO (i.V.m. &sect; 239 Abs. 1 Satz 1 AO) sind ferner insoweit erf&uuml;llt, als der Bescheid vom 10. April 2003 keine Feststellung zur Rechtsgrundlage der &Auml;nderung enthielt und damit (insoweit) l&uuml;ckenhaft war.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zwar wird in dem Bescheid unter der &Uuml;berschrift &quot;Art der Feststellung&quot; darauf hingewiesen, dass &quot;(er) nach &sect; 175 Abs. 1 (Satz 1) Nr. 2 AO ge&auml;ndert (ist)&quot;. Hiermit war jedoch weder nach dem Willen des FA noch nach der (ma&szlig;geblichen) Sicht eines verst&auml;ndigen Empf&auml;ngers die Feststellung einer Besteuerungsgrundlage verbunden. Hiergegen spricht nicht nur, dass erst im Anschluss an den genannten Hinweis auf &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO unter der &Uuml;berschrift &quot;Feststellung der Besteuerungsgrundlagen&quot; die insgesamt erzielten Eink&uuml;nfte, deren Verteilung auf die Gesellschafter sowie die weiteren Qualifikationsmerkmale (z.B. H&ouml;he der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne\/-verluste; &sect; 32c des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) ausgewiesen werden. Hinzu kommt, dass dieser Teil des Bescheids mit der Erl&auml;uterung schlie&szlig;t, dass die &quot;festgestellten Besteuerungsgrundlagen &#8230; den Veranlagungen der Beteiligten &#8230; zugrunde gelegt (werden)&quot;.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Der Erg&auml;nzungsbescheid ist ferner innerhalb der Feststellungsfrist ergangen. Letztere betr&auml;gt im Hinblick auf die Grundlagen zur Festsetzung der Zinsen nach &sect; 233a Abs. 2a AO ein Jahr (vgl. &sect; 239 Abs. 1 Satz 1&nbsp;&nbsp;2. Halbsatz i.V.m. &sect;&sect; 181 Abs. 1 Satz 1, 169 AO; BFH-Urteil in BFHE 175, 13, BStBl II 1994, 885) und beginnt nach &sect; 239 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 AO mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuer festgesetzt, ge&auml;ndert oder aufgehoben worden ist. Der Senat geht hierbei davon aus, dass die Einkommensteuerbescheide der Kl&auml;ger zu 1. und 2. im Anschluss an den &Auml;nderungsbescheid vom 10. April 2003 angepasst wurden. Die einj&auml;hrige Feststellungsfrist hat demnach mit Ablauf des Jahres 2003 begonnen und war bei Erlass des Erg&auml;nzungsbescheids vom 3. November 2004 noch nicht abgelaufen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Schlie&szlig;lich ist das FA auch zu Recht davon ausgegangen, dass der Erlass des &Auml;nderungsbescheids vom 10. April 2003 auf einem r&uuml;ckwirkenden Ereignis i.S. von &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO i.V.m. &sect; 233a Abs. 2a AO beruhte. Der Senat teilt insbesondere nicht die von den Kl&auml;gern im erstinstanzlichen Verfahren geltend gemachte Ansicht, dass der Erlass des &Auml;nderungsbescheids deshalb auf einer nachtr&auml;glich bekanntgewordenen Tatsache i.S. des &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO beruhte, weil die Bodenverunreinigungen bereits im Jahre 1991 vorhanden gewesen seien.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Die nachtr&auml;glich bekanntgewordene Tatsache i.S. von &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO (i.V.m. &sect; 181 Abs. 1 AO) erfordert die nachtr&auml;gliche Kenntnis von einem bei Erlass des Bescheids bereits gegebenen Sachverhalt, der zudem auf den Regelungsgehalt des ergangenen Bescheids in der Weise einwirken muss, dass er entweder zu einer niedrigeren Steuerfestsetzung oder &#8211;wie im Streitfall&#8211; zu einer g&uuml;nstigeren (regelm&auml;&szlig;ig: niedrigeren) Feststellung einer quantifizierbaren Besteuerungsgrundlage (hier: Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn) f&uuml;hrt (vgl. zu Letzterem von Groll in HHSp, &sect; 173 AO Rz 140, 142, 151, jeweils m.w.N.). Demgegen&uuml;ber ist f&uuml;r ein Ereignis, das i.S. von &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO steuerliche Wirkung f&uuml;r die Vergangenheit hat, kennzeichnend, dass der in Frage stehende rechtlich bedeutsame Vorgang (einschlie&szlig;lich tats&auml;chlicher Lebensvorg&auml;nge) erst nach Erlass des zu &auml;ndernden Bescheids eingetreten ist und ihm nach dem einschl&auml;gigen materiellen Recht eine r&uuml;ckwirkende steuerliche Bedeutung zukommt (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 19. Juli 1993 GrS 2\/92, BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897; BFH-Urteile vom 6. M&auml;rz 2003 XI R 13\/02, BFHE 201, 421, BStBl II 2003, 554; vom 21. April 1988 IV R 215\/85, BFHE 153, 485, BStBl II 1988, 863; von Groll in HHSp, &sect; 173 AO Rz 37, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Im Streitfall ist von dem f&uuml;r den Ansatz von Ver&auml;u&szlig;erungsgewinnen nach &sect; 16 EStG einschl&auml;gigen materiellen Recht auszugehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aaa) Der Gro&szlig;e Senat des BFH hat hierzu mit Beschluss in BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897 (betreffend Ausfall gestundeter Kaufpreisforderungen) entschieden, dass der Begriff des Ver&auml;u&szlig;erungspreises (&sect; 16 Abs. 2 Satz 1 EStG) &#8211;entsprechend dem Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit und damit zur Vermeidung sowohl einer &Uuml;berma&szlig;besteuerung als auch einer dem Zweck der Tarifentlastung gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 16, 34 EStG widerstreitenden &Uuml;berentlastung&#8211; nach dem tats&auml;chlich erzielten Erl&ouml;s zu bestimmen ist. Auch nach der Ver&auml;u&szlig;erung eintretende Ver&auml;nderungen des urspr&uuml;nglich vereinbarten Ver&auml;u&szlig;erungspreises sind demnach solange und soweit materiell-rechtlich auf den Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung zur&uuml;ckzubeziehen, als der Erwerber seine Verpflichtung zur Zahlung des Kaufpreises noch nicht erf&uuml;llt hat. Unerheblich ist hierbei, welche Gr&uuml;nde f&uuml;r die Minderung oder Erh&ouml;hung des Erl&ouml;ses ma&szlig;geblich waren (vgl. auch Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 19. Juli 1993 GrS 1\/92, BFHE 172, 80, BStBl II 1993, 894, betreffend Ausfall einer Freistellungsvereinbarung). Diese Rechtsprechung gilt gleicherma&szlig;en f&uuml;r die Ver&auml;u&szlig;erung von Mitunternehmeranteilen (BFH-Urteil vom 28. Juli 1994 IV R 53\/91, BFHE 175, 353, BStBl II 1995, 112; Schmidt\/Wacker, EStG, 27. Aufl., &sect; 16 Rz 461, m.w.N.) sowie die Ver&auml;u&szlig;erung von Wirtschaftsg&uuml;tern im Rahmen einer Betriebsaufgabe (&sect; 16 Abs. 3 Satz 6 EStG; BFH-Urteil vom 31. August 2006 IV R 53\/04, BFHE 214, 550, BStBl II 2006, 906; Schmidt\/Wacker, a.a.O., &sect; 16 Rz 292, 384; zur Abgrenzung s. BFH-Urteil vom 1. April 1998 X R 150\/95, BFHE 186, 70, BStBl II 1998, 569).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bbb) Hiernach kann im Streitfall kein Zweifel daran bestehen, dass der ge&auml;nderte Gewinnfeststellungsbescheid vom 10. April 2003, mit dem &#8211;im Anschluss an die (nach Entdeckung der Bodenverunreinigungen) angepasste Auseinandersetzungsabrede vom 9. Dezember 2002&#8211; f&uuml;r die Kl&auml;ger zu 1. und 2. Ver&auml;u&szlig;erungsverluste ausgewiesen wurden, nur auf der Grundlage eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses i.S. von &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO ergehen konnte (gl.A. bereits Senatsurteil vom 26. Juli 1984 IV R 10\/83, BFHE 141, 488, BStBl II 1984, 786, betreffend Vergleich &uuml;ber zun&auml;chst strittigen Abfindungsbetrag). Der Ansicht der Kl&auml;ger, nach der die bereits im Jahre 1991 (Beendigung der stillen Gesellschaft) vorhandene und erst im Jahre 2002 entdeckte Bodenbelastung als eine nachtr&auml;glich bekannt gewordene Tatsache i.S. von &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO zu qualifizieren sei, die zu einer niedrigeren Steuer (bzw. entsprechend ge&auml;nderten Feststellung) f&uuml;hre, steht entgegen, dass &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211; dem Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn nach &sect; 16 EStG das tats&auml;chlich vereinbarte Entgelt zugrunde zu legen ist und deshalb die hierf&uuml;r wertbildenden Faktoren (im Fall: Bodenkontamination) erst dann zu einer niedrigeren Steuer f&uuml;hren, d.h. auf den Regelungsgehalt des Steuerbescheids (oder Feststellungsbescheids; vgl. oben sowie von Groll in HHSp, &sect; 173 AO Rz 140, 142) einwirken k&ouml;nnen, wenn sie von den Vertragsparteien in Form einer (ge&auml;nderten) Abrede &uuml;ber den Ver&auml;u&szlig;erungs- oder Auseinandersetzungserl&ouml;s ber&uuml;cksichtigt worden sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                ccc) Der Senat weicht mit dieser Beurteilung nicht vom Urteil des VIII. Senats des BFH vom 19. April 2005 VIII R 68\/04 BFHE 209, 476, BStBl II 2005, 762 ab. Allerdings f&uuml;hrt die Entscheidung aus, dass &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO die jeweilige &Auml;nderungsvorschrift &#8211;gemeint: &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 AO&#8211; erg&auml;nzen k&ouml;nne. Die Aussage ist indes auf den vom VIII. Senat entschiedenen Sachverhalt zugeschnitten, nach dem dem FA erst im Jahre 1999 (Bedingungseintritt f&uuml;r ein h&ouml;heres Ver&auml;u&szlig;erungsentgelt) bekannt wurde, dass der Steuerpflichtige in dem &#8211;bestandskr&auml;ftig veranlagten&#8211; Jahr 1998 (Ver&auml;u&szlig;erungsjahr = Streitjahr) &uuml;ber Anwartschaftsrechte i.S. von &sect; 17 EStG verf&uuml;gt hatte. In einem solchen Fall m&ouml;gen zwar &#8211;wie vom VIII. Senat angenommen&#8211; beide Korrekturtatbest&auml;nde (&sect;&sect; 173 Abs. 1 Nr. 1, 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO) nebeneinander treten und einander erg&auml;nzen. Dies l&auml;sst sich jedoch bereits im Ausgangspunkt auf die Verh&auml;ltnisse des anh&auml;ngigen Verfahrens nicht &uuml;bertragen, weil dem FA mit der Erkl&auml;rung zur Gewinnfeststellung 1991 die Aufl&ouml;sung der atypisch stillen Gesellschaft ausdr&uuml;cklich mitgeteilt und zudem unmittelbar nach Erlass des Erstbescheids (14. Juli 1993) mit Schreiben der steuerlichen Berater vom 23. Juli 1993 eine Kopie der urspr&uuml;nglichen Auseinandersetzungsabrede &uuml;bersandt worden ist. Hinzu kommt, dass der VIII. Senat selbst f&uuml;r den Fall des Zusammentreffens der beiden genannten &Auml;nderungstatbest&auml;nde ausdr&uuml;cklich darauf hingewiesen hat, dass im Rahmen einer durch &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 AO er&ouml;ffneten Korrektur die Rechtsgrundlage daf&uuml;r, eine erst nach dem Jahr der Ver&auml;u&szlig;erung erh&ouml;hte Gegenleistung r&uuml;ckwirkend bei der Bestimmung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns zu ber&uuml;cksichtigen, in &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO zu sehen sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.3.2009, IV R 20\/08 Verfahrensrechtliche Grundlagen f&uuml;r den Erlass eines &Auml;nderungsbescheids als festzustellende Besteuerungsgrundlagen &#8211; &Auml;nderung eines Gewinnfeststellungsbescheids gem&auml;&szlig; &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO &#8211; Notwendigkeit eines Erg&auml;nzungsbescheids &#8211; Einfluss wertbildender Faktoren auf den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn nach &sect; 16 EStG &#8211; Klagebefugnis nach &sect; 48 FGO Leits&auml;tze Die Entscheidung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-20-08-verfahrensrechtliche-grundlagen-fuer-den-erlass-eines-aenderungsbescheids-als-festzustellende-besteuerungsgrundlagen-aenderung-eines-gewinnfeststellungsbescheids-gemaess-par-175-abs-1-satz\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;20\/08 &#8211; Verfahrensrechtliche Grundlagen f&uuml;r den Erlass eines &Auml;nderungsbescheids als festzustellende Besteuerungsgrundlagen &#8211; &Auml;nderung eines Gewinnfeststellungsbescheids gem&auml;&szlig; &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO &#8211; Notwendigkeit eines Erg&auml;nzungsbescheids &#8211; Einfluss wertbildender Faktoren auf den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn nach &sect; 16 EStG &#8211; Klagebefugnis nach &sect; 48 FGO<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14477","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14477","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14477"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14477\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14477"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14477"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14477"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}