{"id":14479,"date":"2012-12-08T14:30:02","date_gmt":"2012-12-08T12:30:02","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14478"},"modified":"2012-12-08T14:30:02","modified_gmt":"2012-12-08T12:30:02","slug":"iv-r-45-06-fortfuehrung-des-betriebs-bei-betriebsverpachtung-voraussetzungen-fuer-die-annahme-einer-spaeteren-betriebsaufgabe-anfechtbarkeit-einer-in-einem-bescheid-geaeusserten-rechtsauffassung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-45-06-fortfuehrung-des-betriebs-bei-betriebsverpachtung-voraussetzungen-fuer-die-annahme-einer-spaeteren-betriebsaufgabe-anfechtbarkeit-einer-in-einem-bescheid-geaeusserten-rechtsauffassung\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;45\/06 &#8211; Fortf&uuml;hrung des Betriebs bei Betriebsverpachtung &#8211; Voraussetzungen f&uuml;r die Annahme einer sp&auml;teren Betriebsaufgabe &#8211; Anfechtbarkeit einer in einem Bescheid ge&auml;u&szlig;erten Rechtsauffassung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.3.2009, IV R 45\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Fortf&uuml;hrung des Betriebs bei Betriebsverpachtung &#8211; Voraussetzungen f&uuml;r die Annahme einer sp&auml;teren Betriebsaufgabe &#8211; Anfechtbarkeit einer in einem Bescheid ge&auml;u&szlig;erten Rechtsauffassung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Im Falle der Betriebsverpachtung ist grunds&auml;tzlich ohne zeitliche Begrenzung so lange von einer Fortf&uuml;hrung des Betriebs auszugehen, wie eine Betriebsaufgabe nicht erkl&auml;rt worden ist und die M&ouml;glichkeit besteht, den Betrieb fortzuf&uuml;hren.<\/p>\n<p>2. Hat der Steuerpflichtige bei Einstellung der werbenden T&auml;tigkeit von der M&ouml;glichkeit Gebrauch gemacht, die Aufdeckung der stillen Reserven zu vermeiden und den Betrieb fortzuf&uuml;hren, kann eine sp&auml;tere Betriebsaufgabe nur dann angenommen werden, wenn sie den &auml;u&szlig;eren Umst&auml;nden nach klar zu erkennen und der Zeitpunkt eindeutig zu bestimmen ist.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin zu 1. (M) war im Streitjahr (1998) mit 97 % an einer GbR beteiligt. Weitere Gesellschafterin war ihre Tochter (T), die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin zu 2., mit einem Anteil von 3 %. Die Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit der GbR bestand in der Vermietung eines vierst&ouml;ckigen Gesch&auml;ftshauses, das im Alleineigentum der M steht. Im Jahr 2000 gr&uuml;ndeten M und T eine GmbH &#038; Co. KG, die seither das Gesch&auml;ftshaus vermietet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Bis Ende 1969 hatten M und ihre Mutter in dem Gesch&auml;ftshaus ein Einzelhandelsgesch&auml;ft (Schuhgesch&auml;ft) betrieben. Ab 1970 wurde das gesamte Geb&auml;ude an ein anderes Unternehmen vermietet, das dort ebenfalls ein Schuhgesch&auml;ft betrieb. Die Mieterin nutzte das Erdgeschoss und das I. Obergeschoss als Ladenr&auml;ume sowie das II. Obergeschoss und das Dachgeschoss als Lager- und Personalr&auml;ume.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1979 trat M einen Kapitalanteil von 3 % an der vermietenden GbR an T ab, die seitdem Gesellschafterin ist. 1991 starb die Mutter der M und wurde von ihr allein beerbt. Seitdem steht das Grundst&uuml;ck im Alleineigentum von M.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das seit 1970 bestehende Mietverh&auml;ltnis endete im Januar des Streitjahres. Ab Februar wurden das Erd- und das I. Obergeschoss f&uuml;r die Dauer von 10 Jahren an eine Handelskette vermietet, die dort ein Bekleidungsgesch&auml;ft betreibt. Die weiteren Geschosse standen zun&auml;chst leer. Im November des Streitjahres stellte M einen Bauantrag, um das II. Obergeschoss in ein B&uuml;ro und das Dachgeschoss in eine Wohnung umzubauen. Nach Abschluss der Bauarbeiten wurden beide Etagen ab dem Jahr 2000 f&uuml;r 10 Jahre an einen Arzt zum Betrieb einer Praxis vermietet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die GbR ging von einer Fortf&uuml;hrung des &quot;ruhenden&quot; Betriebs aus und erkl&auml;rte f&uuml;r das Streitjahr weiterhin Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach einer Betriebspr&uuml;fung vertrat der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Auffassung, die GbR habe durch die Neuverpachtung und den Bauantrag ihren Betrieb aufgegeben, weil der urspr&uuml;nglich betriebene Schuheinzelhandel nicht mehr identit&auml;tswahrend fortgef&uuml;hrt werden k&ouml;nne. Das FA erlie&szlig; einen entsprechend ge&auml;nderten Feststellungsbescheid f&uuml;r das Streitjahr. Die darin enthaltene Aufteilung der Besteuerungsgrundlagen auf M und T endete jeweils mit dem Satz: &quot;Der Beteiligte ist am 31.12.1998 ausgeschieden.&quot; Der nachfolgende Einspruch blieb erfolglos.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dagegen erhoben die Kl&auml;gerinnen, handelnd als Gesellschafterinnen der GbR, Klage, mit der sie zugleich beantragten festzustellen, dass die Gesellschaft zum 31. Dezember 1998 nicht aufgel&ouml;st worden sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) entschied, dass die GbR ihren Gewerbebetrieb im Streitjahr aufgegeben habe. Zwar habe sie keine entsprechende Betriebsaufgabeerkl&auml;rung abgegeben. Die Fortf&uuml;hrung des Unternehmens erscheine aber nach einem so langen Zeitraum als ausgeschlossen, nachdem der Gewerbebetrieb ab dem Streitjahr nicht im Ganzen, sondern mit nur zwei Geschossen an ein branchenfremdes Unternehmen vermietet worden sei, w&auml;hrend zwei weitere Geschosse nach einem Umbau an einen Arzt langfristig vermietet worden seien. Das FG habe auch nicht den Eindruck gewonnen, dass die Fortf&uuml;hrung des bis Ende 1969 in eigener Regie betriebenen Schuhhandelsgesch&auml;ftes ernsthaft in Erw&auml;gung gezogen werde. Die Feststellung, dass die GbR auch nach dem 31. Dezember 1998 noch bestanden habe, sei im vorliegenden Verfahren nicht zu treffen, weil sie keine Auswirkung auf die Gewinnfeststellung f&uuml;r das Streitjahr habe. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2007, 122 ver&ouml;ffentlicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dagegen richtet sich die Revision der Kl&auml;gerinnen. Sie r&uuml;gen eine Verletzung des &sect; 16 Abs. 3 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) wegen fehlerhafter Annahme einer Zwangsbetriebsaufgabe, des &sect; 96 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) wegen fehlerhafter Feststellung einer fehlenden Fortf&uuml;hrungsabsicht und des &sect; 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a der Abgabenordnung (AO) i.V.m. &sect;&sect; 705 ff. des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) wegen fehlerhafter Abweisung ihres Antrags, die Feststellung des Ausscheidens der Kl&auml;gerinnen aus der GbR zum 31. Dezember 1998 aufzuheben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerinnen beantragen,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        &quot;unter Kassierung des angefochtenen Urteils&quot; den Bescheid &uuml;ber die einheitliche und gesonderte Gewinnfeststellung f&uuml;r das Jahr 1998 vom 19. M&auml;rz 2003 in der Fassung der Einspruchsentscheidung vom 9. Oktober 2003 insoweit aufzuheben,          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        a) als in dem Bescheid ein Aufgabegewinn in H&ouml;he von 1 095 799 DM festgesetzt worden ist,          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        und          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        b) als das Ausscheiden der Kl&auml;gerinnen aus der GbR zum 31. Dezember 1998 festgestellt worden ist.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>                    die Revision zur&uuml;ckzuweisen.        <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet, soweit sich die Kl&auml;gerinnen gegen die Annahme einer Zwangsbetriebsaufgabe und die Feststellung eines Betriebsaufgabegewinns wenden. Insoweit war das angefochtene Urteil aufzuheben und der Klage stattzugeben (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 FGO). Die Revision ist hingegen nicht begr&uuml;ndet, soweit die Kl&auml;gerinnen die Aufhebung der &quot;Feststellung&quot;, sie seien zum 31. Dezember 1998 aus der GbR ausgeschieden, beantragt haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Dauer der Betriebsverpachtung rechtfertigt &#8211;entgegen der Auffassung des FG&#8211; die Annahme einer zwangsweisen Betriebsaufgabe nicht. Daran &auml;ndern auch der Branchenwechsel auf der P&auml;chterseite und die Verkleinerung der an den Einzelh&auml;ndler verpachteten Betriebsr&auml;ume sowie die Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Absicht, die Eigenbewirtschaftung des verpachteten Betriebs wieder aufzunehmen, nichts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wird ein Gewerbebetrieb verpachtet, so kann der Verp&auml;chter erkl&auml;ren, ob er den Vorgang als Betriebsaufgabe i.S. des &sect; 16 Abs. 3 EStG behandeln und damit die Gegenst&auml;nde seines Betriebs in sein Privatverm&ouml;gen &uuml;berf&uuml;hren oder ob und wie lange er das Betriebsverm&ouml;gen w&auml;hrend der Verpachtung fortf&uuml;hren will (st&auml;ndige Rechtsprechung seit dem Urteil des Gro&szlig;en Senats des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 13. November 1963 GrS 1\/63, BFHE 78, 315, BStBl III 1964, 124). Die im verpachteten Betrieb vorhandenen stillen Reserven sind &#8211;wie der Gro&szlig;e Senat des BFH im Urteil in BFHE 78, 315, BStBl III 1964, 124 weiter entschieden hat&#8211; erst aufgedeckt und damit zu versteuern, wenn der Verp&auml;chter die Betriebsgegenst&auml;nde in sein Privatverm&ouml;gen &uuml;berf&uuml;hrt (&sect; 16 Abs. 3 EStG) oder wenn er vorher den verpachteten Betrieb ver&auml;u&szlig;ert (&sect; 16 Abs. 1 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Betriebsverpachtungsgrunds&auml;tze sind nicht nur dann anzuwenden, wenn der Betrieb im Ganzen als geschlossener Organismus verpachtet wird; sie gelten auch dann, wenn zumindest alle wesentlichen Grundlagen des Betriebs verpachtet werden (BFH-Urteile vom 11. Oktober 2007 X R 39\/04, BFHE 219, 144, BStBl II 2008, 220, unter II.3.a der Gr&uuml;nde; vom 28. August 2003 IV R 20\/02, BFHE 203, 143, BStBl II 2004, 10, unter II.1.b der Gr&uuml;nde). Werden die wesentlichen Betriebsgrundlagen so umgestaltet, dass sie nicht mehr in der bisherigen Form genutzt werden k&ouml;nnen, entf&auml;llt die M&ouml;glichkeit der Betriebsfortf&uuml;hrung; der Verp&auml;chter stellt die unternehmerische T&auml;tigkeit endg&uuml;ltig ein (BFH-Urteile vom 26. Februar 1997 X R 31\/95, BFHE 183, 65, BStBl II 1997, 561, unter 3.b der Gr&uuml;nde; vom 15. Oktober 1987 IV R 66\/86, BFHE 152, 62, BStBl II 1988, 260, unter 1. der Gr&uuml;nde). Ebenso f&uuml;hrt die Ver&auml;u&szlig;erung wesentlicher Teile des Betriebsverm&ouml;gens auch ohne ausdr&uuml;ckliche Erkl&auml;rung zur Betriebsaufgabe mit der Folge, dass dann nur noch die einzelnen, dem Privatverm&ouml;gen zuzurechnenden Gegenst&auml;nde verpachtet sind (BFH-Urteile in BFHE 203, 143, BStBl II 2004, 10, unter II.1.e der Gr&uuml;nde; vom 19. Januar 1983 I R 84\/79, BFHE 138, 50, BStBl II 1983, 412, 413; vom 21. Mai 1992 X R 77-78\/90, BFH\/NV 1992, 659; vom 22. Oktober 1992 III R 7\/91, BFH\/NV 1993, 358, 359; vom 17. April 1997, VIII R 2\/95, BFHE 183, 385, BStBl II 1998, 388, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Welche Gegenst&auml;nde in diesem Sinne als wesentliche, dem Betrieb das Gepr&auml;ge gebenden Betriebsgrundlagen in Betracht kommen, bestimmt sich nach den tats&auml;chlichen Umst&auml;nden des Einzelfalles unter Ber&uuml;cksichtigung der spezifischen Verh&auml;ltnisse des betreffenden Betriebs (BFH-Urteile vom 6. November 2008 IV R 51\/07, BStBl II 2009, 303, unter II.1.c aa der Gr&uuml;nde; in BFHE 219, 144, BStBl II 2008, 220, unter II.3.b der Gr&uuml;nde, m.w.N.). Ma&szlig;gebend ist dabei auf die sachlichen Erfordernisse des verpachtenden Unternehmens abzustellen (sog. funktionale Betrachtungsweise; BFH-Urteile in BFHE 183, 385, BStBl II 1998, 388, unter II.2.b der Gr&uuml;nde; in BFHE 203, 143, BStBl II 2004, 10, unter II.1.c der Gr&uuml;nde, m.w.N.; vom 11. Februar 1999 III R 112\/96, BFH\/NV 1999, 1198; vom 19. Februar 2004 III R 1\/03, BFH\/NV 2004, 1231, unter II.1. der Gr&uuml;nde, zur Umstellung eines Hotelbetriebs mit gleichzeitiger Verkleinerung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei einem Einzelhandelsbetrieb bildet regelm&auml;&szlig;ig das Betriebsgrundst&uuml;ck die alleinige wesentliche Betriebsgrundlage, wenn ihm durch seine Lage, den hierdurch bedingten &ouml;rtlichen Wirkungskreis und den dadurch wiederum bestimmten Kundenkreis im Verh&auml;ltnis zu den &uuml;brigen Wirtschaftsg&uuml;tern besondere Bedeutung zukommt (vgl. BFH-Urteil vom 29. Oktober 1992 III R 5\/92, BFH\/NV 1993, 233; Schmidt\/Wacker, EStG, 28. Aufl., &sect; 16 Rz 697, jeweils m.w.N.). Demgegen&uuml;ber geh&ouml;ren Inventar und Warenbestand bei einem Einzelhandelsbetrieb grunds&auml;tzlich nicht zu den f&uuml;r die M&ouml;glichkeit der Betriebsfortf&uuml;hrung wesentlichen Betriebsgrundlagen (BFH-Urteil in BStBl II 2009, 303, unter II.1.c aa der Gr&uuml;nde, m.w.N.; anders zur Abgrenzung des Aufgabegewinns i.S. des &sect; 16 EStG vom laufenden Gewinn BFH-Urteil vom 29. November 1988 VIII R 316\/82, BFHE 156, 408, BStBl II 1989, 602, unter 6. der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Eine Betriebsverpachtung wird nicht von vornherein dadurch ausgeschlossen, dass das mietende\/pachtende Unternehmen einer anderen Branche angeh&ouml;rt als der Vermieter\/Verp&auml;chter. Denn entscheidend ist nicht, ob der Mieter bzw. P&auml;chter den bisherigen Betrieb fortf&uuml;hrt, sondern ob der Vermieter bzw. Verp&auml;chter oder sein Rechtsnachfolger die Eigenbewirtschaftung nach Ablauf des Nutzungsverh&auml;ltnisses ohne wesentliche &Auml;nderung wieder aufnehmen kann (BFH-Urteil in BFHE 203, 143, BStBl II 2004, 10, unter II.2.c der Gr&uuml;nde). Aus dem Vergleich mit der &#8211;nicht zur Aufdeckung der stillen Reserven zwingenden&#8211; Betriebsunterbrechung ohne Verpachtung der wesentlichen Betriebsgrundlagen folgt zugleich, dass auch der mit einer branchenfremden Verpachtung verbundene Verlust an Goodwill des bisherigen Unternehmens keine entscheidende Rolle spielen kann (BFH-Urteile in BFHE 203, 143, BStBl II 2004, 10, unter II.2.c der Gr&uuml;nde; vom 20. Dezember 2000 XI R 26\/00, BFH\/NV 2001, 1106).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Im Falle der Betriebsverpachtung kann der Steuerpflichtige (auch) w&auml;hlen, wie lange er das Betriebsverm&ouml;gen fortf&uuml;hrt; die Verpachtung stellt eine Nutzung des Betriebs in anderer Form dar, bis dessen Aufgabe erkl&auml;rt wird (Urteil des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 78, 315, BStBl III 1964, 124). Handelt es sich jedoch um eine Fortf&uuml;hrung des Betriebs in anderer Form (s. zuletzt BFH-Urteil in BStBl II 2009, 303, unter II.1.c bb der Gr&uuml;nde), besteht ebenso wenig wie bei einem werbenden oder &#8211;worauf die Kl&auml;gerinnen zu Recht hingewiesen haben&#8211; bei einem gewerblich gepr&auml;gten Betrieb die Notwendigkeit einer zeitlichen Begrenzung, um &quot;ewiges&quot; Betriebsverm&ouml;gen zu vermeiden (vgl. Wendt, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 1998, 264, unter 2. und 4.b). Es ist daher ohne zeitliche Begrenzung so lange von einer Fortf&uuml;hrung des Betriebs auszugehen, wie eine Betriebsaufgabe nicht erkl&auml;rt worden ist und die M&ouml;glichkeit der Wiederaufnahme oder Fortf&uuml;hrung des Betriebs besteht (vgl. u.a. BFH-Urteil vom 8. Februar 2007 IV R 65\/01, BFHE 216, 412, unter II.2.d dd der Gr&uuml;nde; BFH-Beschluss vom 12. Januar 2007 XI B 39\/06, BFH\/NV 2007, 710).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dem entsprechend hat der BFH eine Verpachtungsdauer von 22 Jahren (BFH-Beschluss vom 20. Juli 2007 X B 131\/06, BFH\/NV 2007, 2100), von 25 Jahren (BFH-Beschluss vom 7. Oktober 1998 VIII B 43\/97, BFH\/NV 1999, 350) und von 30 bis 40 Jahren (BFH-Beschluss vom 24. M&auml;rz 2006 VIII B 98\/01, BFH\/NV 2006, 1287) als unsch&auml;dlich angesehen. Dabei hat er es abgelehnt, eine f&uuml;r alle F&auml;lle g&uuml;ltige H&ouml;chstdauer der Verpachtung festzulegen (vgl. BFH-Urteil vom 14. M&auml;rz 2006 VIII R 80\/03, BFHE 212, 541, BStBl II 2006, 591, unter II.2.c bb der Gr&uuml;nde; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2006, 1287).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zwar hat der III. Senat des BFH zu noch 80 Jahre laufenden Erbbaurechten im Urteil in BFH\/NV 2004, 1231, unter 3. der Gr&uuml;nde a.E. die Auffassung vertreten, dass nicht mehr von einem ruhenden Gewerbebetrieb ausgegangen werden k&ouml;nne, wenn der zeitliche Rahmen, innerhalb dessen der Betrieb an den Steuerpflichtigen zur&uuml;ckfalle, so weit in die Zukunft verlagert sei, dass er mehrere Generationen umspanne. Soweit daraus eine absolute zeitliche H&ouml;chstgrenze abzuleiten ist, hat der Senat Bedenken, dem f&uuml;r Betriebsverpachtungen zu folgen, zumal der Gro&szlig;e Senat des BFH im Verpachtungsfall &#8211;anders als die fr&uuml;here, aufgegebene Rechtsprechung&#8211; nicht vom Ruhen des Gewerbebetriebs, sondern von dessen Fortf&uuml;hrung in anderer Form ausgegangen ist (Urteil in BFHE 78, 315, BStBl III 1964, 124). Da der Streitfall mit dem vom III. Senat entschiedenen Fall (Urteil in BFH\/NV 2004, 1231) nicht vergleichbar ist, bedarf es insoweit jedoch keiner abschlie&szlig;enden Entscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Auch der Gesichtspunkt der Betriebsunterbrechung rechtfertigt in Verpachtungsf&auml;llen die Festlegung einer zeitlichen H&ouml;chstgrenze nicht (vgl. BFH-Urteil in BFHE 212, 541, BStBl II 2006, 591, unter II.2.b bb (2) der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Wie der Gro&szlig;e Senat des BFH im Urteil in BFHE 78, 315, BStBl III 1964, 124 entschieden hat, muss der Steuerpflichtige den Finanzbeh&ouml;rden gegen&uuml;ber klar zum Ausdruck bringen, wie er sich nach der Verpachtung des Betriebs den weiteren Fortgang denkt, weil die Situation in tats&auml;chlicher Hinsicht gew&ouml;hnlich nicht eindeutig ist. Erkl&auml;rt er, dass er den Betrieb verpachtet habe, weil er ihn aufgeben wolle, so ist der Vorgang als Betriebsaufgabe gem&auml;&szlig; &sect; 16 Abs. 3 EStG zu behandeln. Andernfalls gilt der Betrieb als fortbestehend; er wird dann in anderer Form als bisher genutzt (Urteil des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 78, 315, BStBl III 1964, 124).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Aus Beweisgr&uuml;nden ist dem entsprechend davon auszugehen, dass der Steuerpflichtige bei Einstellung der werbenden T&auml;tigkeit und Verpachtung des Betriebs die Fortf&uuml;hrung des Betriebs in anderer Form w&auml;hlt, um eine Aufdeckung der stillen Reserven zu vermeiden, sofern er nicht unmissverst&auml;ndlich und eindeutig die Aufgabe des Betriebs erkl&auml;rt (st&auml;ndige Rechtsprechung; vgl. u.a. BFH-Urteile vom 8. M&auml;rz 2007 IV R 57\/04, BFH\/NV 2007, 1640, unter II.1.a der Gr&uuml;nde; vom 26. August 2004 IV R 52\/02, BFH\/NV 2005, 674, unter I.3.a der Gr&uuml;nde). Die Aufgabeerkl&auml;rung ist allerdings nicht an eine bestimmte Form gebunden; sie kann sich auch aus konkludenten Handlungen ergeben (BFH-Urteile in BFH\/NV 2007, 1640, unter II.1.a der Gr&uuml;nde; vom 15. Oktober 1987 IV R 91\/85, BFHE 151, 392, BStBl II 1988, 257, unter 4. der Gr&uuml;nde). Ma&szlig;geblich sind die nach au&szlig;en erkennbaren Umst&auml;nde bei Einstellung des werbenden Betriebs (BFH-Urteil in BFHE 216, 412, unter II.2.d bb und cc der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Hat der Steuerpflichtige bei Einstellung der werbenden T&auml;tigkeit von der M&ouml;glichkeit Gebrauch gemacht, die Aufdeckung der stillen Reserven zu vermeiden und den Betrieb fortzuf&uuml;hren, muss er sich grunds&auml;tzlich daran festhalten lassen. Eine sp&auml;tere Betriebsaufgabe kann nur dann angenommen werden, wenn sie den &auml;u&szlig;eren Umst&auml;nden nach klar zu erkennen und der Zeitpunkt eindeutig bestimmbar ist; dazu bedarf es in der Regel einer ausdr&uuml;cklichen Aufgabeerkl&auml;rung (vgl. BFH-Urteil in BFHE 216, 412, unter II.2.d dd der Gr&uuml;nde zur &quot;schleichenden&quot; Betriebseinstellung; vgl. auch Kanzler, FR 2007, 800; Schmidt\/ Wacker, a.a.O., &sect; 16 Rz 706). Auf innere Vorbehalte, Motive oder Absichten kommt es nicht an (vgl. D&ouml;tsch, FR 2007, 589, 594; Kulosa in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect; 16 EStG Rz 418, 495; Wendt, FR 2006, 828).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Soweit bisher auch in F&auml;llen der Betriebsverpachtung eine dar&uuml;ber hinaus gehende Absicht, die unterbrochene T&auml;tigkeit nach Pachtende wiederaufzunehmen und deren objektiv wahrscheinliche Verwirklichung f&uuml;r erforderlich gehalten wurde (vgl. Senatsurteile vom 16. Dezember 1999 IV R 53\/99, BFH\/NV 2000, 1078, unter 1.e der Gr&uuml;nde; vom 18. M&auml;rz 1999 IV R 65\/98, BFHE 188, 310, BStBl II 1999, 398, unter 3.b der Gr&uuml;nde; BFH-Urteil vom 27. Februar 1985 I R 235\/80, BFHE 143, 436, BStBl II 1985, 456, unter II.2. der Gr&uuml;nde; Senatsbeschluss vom 20. Januar 1999 IV B 99\/98, BFH\/NV 1999, 1073), beabsichtigt der Senat, daran in Zukunft nicht mehr festzuhalten. Es handelt sich um ein letztlich nur &quot;pro forma&quot; aufgestelltes subjektives Merkmal (D&ouml;tsch, FR 2007, 589, 595), das in der bisherigen Rechtsprechung nicht entscheidungserheblich war. (vgl. HHR\/Kulosa, &sect; 16 EStG Rz 418; Schuster, FR 2007, 584; Wendt, FR 2006, 828). Im Hinblick auf die ausdr&uuml;ckliche Fortf&uuml;hrungserkl&auml;rung der Kl&auml;gerinnen bedarf es insoweit im Streitfall jedoch keiner abschlie&szlig;enden Entscheidung (s. vorstehend unter II.1.e und II.1.f bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung bindet die Tatsachen- und Beweisw&uuml;rdigung des FG nach &sect; 118 Abs. 2 FGO den BFH, auch wenn sie nicht zwingend, sondern nur m&ouml;glich ist. Das gilt nur dann nicht, wenn sie in sich widerspr&uuml;chlich, l&uuml;ckenhaft oder unklar ist, gegen Denkgesetze oder gesichertes Erfahrungswissen verst&ouml;&szlig;t oder ihr zu hohe Anforderungen an die &Uuml;berzeugungsbildung zu Grunde liegen (vgl. BFH-Urteil vom 27. Oktober 2005 IX R 76\/03, BFHE 212, 360, BStBl II 2006, 359; BFH-Beschluss vom 5. Juli 2006 IV B 91\/05, BFH\/NV 2006, 2245).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das angefochtene Urteil entspricht diesen Grunds&auml;tzen darin, dass die wirtschaftliche Identit&auml;t des Gewerbebetriebs nach der Verpachtung\/Vermietung bestehen geblieben ist, nicht jedoch hinsichtlich der H&ouml;chstdauer der Vermietung\/Verpachtung und der Wiederaufnahmeabsicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Vorentscheidung ist nicht zu beanstanden, soweit das FG entschieden hat, dass der Umbau des II. und III. Obergeschosses des Gesch&auml;ftshauses sowie der Branchenwechsel des Mieters des Einzelhandelsgesch&auml;fts nicht zu einer zwangsweisen Betriebsaufgabe gef&uuml;hrt haben. Das FG konnte zu der Auffassung gelangen, dass die Lager- und Personalr&auml;ume nicht zu den funktional wesentlichen Betriebsgrundlagen des Einzelhandelsgesch&auml;fts geh&ouml;rten, so dass ihre Umgestaltung und anderweitige Vermietung unsch&auml;dlich war. Ebenso wenig f&uuml;hrte der Umstand zum Wegfall der wirtschaftlichen Identit&auml;t des vermieteten Gewerbebetriebs, dass der neue Mieter ein Bekleidungsgesch&auml;ft und nicht mehr ein Schuhgesch&auml;ft betrieb.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Auffassung des FG ergibt sich eine Betriebsaufgabe aber nicht aus der Dauer der Neuverpachtung. Nach den Feststellungen des FG verl&auml;ngerte sich durch die erneute Vermietung der R&auml;ume im Erdgeschoss und im I. Obergeschoss deren Mietdauer auf insgesamt 38 Jahre mit der Option einer Verl&auml;ngerung um weitere f&uuml;nf Jahre auf dann insgesamt 43 Jahre. Dieser Zeitablauf ist nicht geeignet, eine zwangsweise Betriebsaufgabe zu begr&uuml;nden. Hinzu kommt, dass sich nur so Unsicherheiten &uuml;ber den Zeitpunkt einer solchen Zwangsaufgabe vermeiden lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch die vom FG vermuteten inneren Vorbehalte der Kl&auml;gerinnen, in dem Gesch&auml;ftsgrundst&uuml;ck tats&auml;chlich wieder selbst ein Schuhgesch&auml;ft zu betreiben, rechtfertigen keine andere Beurteilung. Unstreitig haben sie erkl&auml;rt, den Gewerbebetrieb auch nach der erneuten Vermietung fortf&uuml;hren zu wollen. Die Fortf&uuml;hrung war nach den Feststellungen des FG objektiv m&ouml;glich. Bei dieser Sachlage kommt es auf Annahmen &uuml;ber die wirklichen Absichten der Kl&auml;gerinnen nicht an (gl. A. HHR\/Kulosa, &sect; 16 EStG Rz 418), zumal es sich dabei letztlich nur um Spekulationen handeln kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Soweit sich die Kl&auml;gerinnen gegen die jeweiligen Angaben im angefochtenen Bescheid wenden, sie seien zum 31. Dezember 1998 aus der GbR ausgeschieden, ist die Revision unbegr&uuml;ndet. Die Klage war insoweit unzul&auml;ssig, weil die Kl&auml;gerinnen nicht beschwert sind. Das FG hat die Klage in diesem Punkt im Ergebnis zu Recht abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wird in einem Steuer- oder Feststellungsbescheid eine Rechtsauffassung ge&auml;u&szlig;ert, die sich nicht auf die Veranlagung des laufenden Jahres auswirkt und auch nicht in sonstiger Weise bindend ist, wird der Steuerpflichtige dadurch nicht beschwert. Eine solche &Auml;u&szlig;erung kann daher weder durch Anfechtungs- noch durch Feststellungsklage angegriffen werden (BFH-Urteil vom 27. Januar 1972 IV R 157\/71, BFHE 105, 1, BStBl II 1972, 465). Ob eine bindende Regelung getroffen wurde, richtet sich nach dem Regelungsinhalt eines Bescheides. Dieser ergibt sich f&uuml;r die gesonderte und einheitliche Feststellung von Eink&uuml;nften aus &sect; 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a AO. Das Feststellungsfinanzamt hat danach Feststellungen &uuml;ber alle Umst&auml;nde zu treffen, die die Besteuerung der gemeinschaftlichen Eink&uuml;nfte beeinflussen und die nach Sinn und Zweck des Gewinnfeststellungsverfahrens vorab mit Bindungswirkung f&uuml;r die Veranlagung der Beteiligten festgestellt werden sollen (BFH-Urteil in BFHE 216, 412, unter II.1.a der Gr&uuml;nde; S&ouml;hn in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler, &sect; 180 AO Rz 227).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die im angefochtenen Feststellungsbescheid enthaltene &Auml;u&szlig;erung, die Kl&auml;gerinnen seien zum 31. Dezember des Streitjahres aus der GbR ausgeschieden, geh&ouml;rt danach nicht zu dessen Regelungsinhalt, wie das FG im Ergebnis zutreffend entschieden hat. Denn diese &Auml;u&szlig;erung betrifft eine zivilrechtliche (Vor-) Frage; sie ist nicht Gegenstand einer bindenden Feststellung f&uuml;r die Veranlagung, sondern Begr&uuml;ndung f&uuml;r den festgestellten Aufgabegewinn. Auswirkungen auf die Besteuerung der Kl&auml;gerinnen im Streitjahr hat sie nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.3.2009, IV R 45\/06 Fortf&uuml;hrung des Betriebs bei Betriebsverpachtung &#8211; Voraussetzungen f&uuml;r die Annahme einer sp&auml;teren Betriebsaufgabe &#8211; Anfechtbarkeit einer in einem Bescheid ge&auml;u&szlig;erten Rechtsauffassung Leits&auml;tze 1. 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