{"id":14482,"date":"2012-12-19T15:30:23","date_gmt":"2012-12-19T13:30:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14482"},"modified":"2012-12-19T15:30:23","modified_gmt":"2012-12-19T13:30:23","slug":"vi-r-18-07-vorteilsbewertung-bei-jahreswagen-angebotspreis-listenpreis-ermittlungspflicht-des-gerichts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-18-07-vorteilsbewertung-bei-jahreswagen-angebotspreis-listenpreis-ermittlungspflicht-des-gerichts\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;18\/07 &#8211; Vorteilsbewertung bei Jahreswagen &#8211; Angebotspreis &#8211; Listenpreis &#8211; Ermittlungspflicht des Gerichts"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.6.2009, VI R 18\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Vorteilsbewertung bei Jahreswagen &#8211; Angebotspreis &#8211; Listenpreis &#8211; Ermittlungspflicht des Gerichts<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die unverbindliche Preisempfehlung eines Automobilherstellers ist jedenfalls seit dem Jahr 2003 keine geeignete Grundlage, den lohnsteuerrechtlich erheblichen Vorteil eines Personalrabatts f&uuml;r sog. Jahreswagen zu bewerten.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob der vom Arbeitgeber beim Kauf eines Neufahrzeugs gegen&uuml;ber der unverbindlichen Preisempfehlung einger&auml;umte Rabatt einen als Arbeitslohn zu erfassenden geldwerten Vorteil begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist Arbeitnehmer eines Automobilherstellers. Im Streitjahr (2003) erwarb er von seinem Arbeitgeber ein Neufahrzeug (PKW) zu einem Kaufpreis von 15 032 EUR. Der Arbeitgeber ermittelte hieraus einen geldwerten Vorteil in H&ouml;he von 255,95 EUR, f&uuml;r den er Lohnsteuer einbehielt und auf der Lohnsteuerkarte auswies. Grundlage dieser Vorteilsermittlung war die unverbindliche Preisempfehlung f&uuml;r dieses Fahrzeug in H&ouml;he von 17 916,99 EUR. Daraus ergab sich im Einzelnen folgende Berechnung:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table cellpadding=\"1\" cellspacing=\"2\" border=\"0\" class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Unverbindliche Preisempfehlung<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">17 916,99 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">abz&uuml;glich 4 % H&auml;ndlerabschlag<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">716,68 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Hauspreis H&auml;ndler<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">17 200,31 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">abz&uuml;glich 4 % Bewertungsabschlag<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">688,01 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Vergleichspreis<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">16 512,30 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Preis ohne Nebenkosten<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">15 032,35 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Geldwerter Vorteil<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">1 479,95 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">abz&uuml;glich Freibetrag &sect; 8 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG)<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">1 244,00 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">zu versteuernder geldwerter Vorteil<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">255,95 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) legte im streitigen Einkommensteuerbescheid diesen so ermittelten geldwerten Vorteil zugrunde und wies den dagegen eingelegten Einspruch zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 1866 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden die dagegen erhobene Klage ab. Nach &sect; 8 Abs. 3 Satz 1 EStG betrage der steuerpflichtige geldwerte Vorteil 4 % des geminderten Endpreises, zu dem der Arbeitgeber oder der dem Abgabeort n&auml;chstans&auml;ssige Abnehmer die Ware fremden Letztverbrauchern im allgemeinen Gesch&auml;ftsverkehr anbiete. Endpreis in diesem Sinne sei der Angebotspreis, und somit der Preis, mit dem die Ware ausgezeichnet oder in sonstiger Weise im allgemeinen Gesch&auml;ftsverkehr am Markt angeboten werde. Ausgehandelte Rabatte seien nicht zu ber&uuml;cksichtigen; bei fabrikneuen Kraftfahrzeugen sei regelm&auml;&szlig;ig auf den Listenpreis abzustellen. Die Berechnung des geldwerten Vorteils sei hier nicht zu beanstanden. Der Arbeitgeber habe den Listenpreis zugrunde gelegt und entsprechend dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 30. Januar 1996 (BStBl I 1996, 114) sogar noch den Listenpreis um die H&auml;lfte des bei einem Autohaus erfragten Preisnachlasses gemindert. Da der Listenpreis derjenige Preis sei, der den potentiellen K&auml;ufern erstmalig durch Auszeichnung bekannt werde, sei hierauf abzustellen. Der durchschnittlich beim Vergleichsh&auml;ndler gew&auml;hrte Rabatt k&ouml;nne bei der Berechnung des geldwerten Vorteils nach &sect; 8 Abs. 3 EStG nicht ber&uuml;cksichtigt werden, da es sich um das Mittel der ausgehandelten Rabatte handele.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der dagegen eingelegten Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen und formellen Rechts. &sect; 8 Abs. 3 EStG versto&szlig;e gegen Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG), wenn danach jeder vom Arbeitgeber gew&auml;hrte Rabatt erfasst werde, obwohl ein geldwerter Vorteil nur vorliege, wenn der Arbeitgeber solche Rabatte nicht auch dem allgemeinen Kundenverkehr gew&auml;hrte. Die Besteuerung versto&szlig;e gegen Art. 3 Abs. 1 GG, wenn Arbeitnehmer auf dem allgemeinen Markt Fahrzeuge zu Rabattbedingungen erwerben k&ouml;nnten, die der Arbeitgeber gew&auml;hre. Denn dann liege kein geldwerter Vorteil vor. Interneth&auml;ndler r&auml;umten entsprechende Rabatte ein. Dabei handele es sich um Fahrzeuge f&uuml;r den deutschen Markt, also um Re-Importfahrzeuge. Der Kauf &uuml;ber das Internet sei eine anerkannte M&ouml;glichkeit. Daher sei auch bei der Berechnung und Bewertung des Vorteils nicht vom &quot;ortsans&auml;ssigen H&auml;ndler&quot; auszugehen. Nachdem der Kl&auml;ger vorgetragen habe, dass alle Endverbraucher mittlerweile den Werksrabatten entsprechende Rabatte erhielten, h&auml;tte das FG insoweit den Sachverhalt weiter aufkl&auml;ren m&uuml;ssen; im finanzgerichtlichen Verfahren seien entsprechende Belege zu den Akten gereicht worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>das Urteil des Nieders&auml;chsischen FG vom 7. M&auml;rz 2007 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2003 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 23. April 2004 dahingehend abzu&auml;ndern, dass die festgesetzte Einkommensteuer um 97 EUR und der Solidarit&auml;tszuschlag um 5,34 EUR herabgesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect; 8 Abs. 3 EStG erfasse alle Preisnachl&auml;sse, die dem Arbeitnehmer aufgrund eines bestehenden Dienstverh&auml;ltnisses gew&auml;hrt w&uuml;rden. Erhielten alle Kunden des Arbeitgebers den gleichen Rabatt ebenfalls, fehle es an einem Preisnachlass aufgrund des Dienstverh&auml;ltnisses. Dies sei allerdings nicht der Fall. Unerheblich sei, ob bei H&auml;ndlern im Internet &uuml;ber EU-Importe die Fahrzeuge g&uuml;nstiger erworben werden k&ouml;nnten. Denn insoweit fehle es an einem Dienstverh&auml;ltnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des Kl&auml;gers ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt unter Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils zur Stattgabe der Klage (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. a) Zum Arbeitslohn geh&ouml;ren nach &sect; 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG neben Geh&auml;ltern, L&ouml;hnen, Gratifikationen, Tantiemen und anderen Bez&uuml;gen auch Vorteile, die f&uuml;r eine Besch&auml;ftigung im &ouml;ffentlichen oder privaten Dienst gew&auml;hrt werden. Das sind nach &sect; 8 Abs. 1 EStG alle in Geld oder Geldeswert bestehenden G&uuml;ter, die dem Steuerpflichtigen im Rahmen der Einkunftsart des &sect; 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG zuflie&szlig;en. &sect; 8 Abs. 2 Satz 1 EStG benennt die geldeswerten G&uuml;ter oder Vorteile (Einnahmen, die nicht in Geld bestehen), n&auml;mlich &quot;Wohnung, Kost, Waren, Dienstleistungen und sonstige Sachbez&uuml;ge&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zu den nach &sect; 8 EStG zu bewertenden und zu Einnahmen f&uuml;hrenden Vorteilen i.S. des &sect; 19 Abs. 1 Satz 1 EStG geh&ouml;ren auch solche, die Arbeitnehmern daraus entstehen, dass ihnen ihre Arbeitgeber Waren &#8211;z.B. &quot;Jahreswagen&quot;&#8211; aufgrund des Dienstverh&auml;ltnisses verbilligt &uuml;berlassen (Personalrabatte). Preisnachl&auml;sse, die auch im normalen Gesch&auml;ftsverkehr erzielt werden k&ouml;nnen, geh&ouml;ren dagegen nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Denn in diesem Fall fehlt es an einem aus dem Arbeitsverh&auml;ltnis stammenden Vorteil als einer Grundvoraussetzung f&uuml;r Eink&uuml;nfte i.S. des &sect; 19 Abs. 1 Satz 1 EStG (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 2. Februar 1990 VI R 15\/86, BFHE 159, 513, BStBl II 1990, 472; vom 4. Mai 2006 VI R 28\/05, BFHE 213, 484, BStBl II 2006, 781). Erh&auml;lt ein Arbeitnehmer auf Grund seines Dienstverh&auml;ltnisses Waren oder Dienstleistungen, die vom Arbeitgeber nicht &uuml;berwiegend f&uuml;r den Bedarf seiner Arbeitnehmer hergestellt, vertrieben oder erbracht werden und deren Bezug nicht nach &sect; 40 EStG pauschal versteuert wird, so gelten nach &sect; 8 Abs. 3 Satz 1 EStG als deren Werte abweichend von Abs. 2 die um 4 % geminderten Endpreise, zu denen der Arbeitgeber oder der dem Abgabeort n&auml;chstans&auml;ssige Abnehmer die Waren oder Dienstleistungen fremden Letztverbrauchern im allgemeinen Gesch&auml;ftsverkehr anbietet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Gemessen daran h&auml;lt die Vorentscheidung revisionsrechtlicher Pr&uuml;fung nicht stand. Auf Grundlage der vom FG getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen hat der Kl&auml;ger durch den Erwerb des PKW von seinem Arbeitgeber keinen lohnsteuerrechtlich erheblichen Vorteil erlangt. Der Klage ist daher stattzugeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ausgangsgr&ouml;&szlig;e der Ermittlung des geldwerten, lohnsteuerrechtlich erheblichen, durch einen Personalrabatt veranlassten Vorteils ist nach &sect; 8 Abs. 3 Satz 1 EStG der Endpreis, zu dem das fragliche Fahrzeug fremden Letztverbrauchern im allgemeinen Gesch&auml;ftsverkehr angeboten wird, der &quot;Angebotspreis&quot; (vgl. dazu BFH-Urteile vom 4. Juni 1993 VI R 95\/92, BFHE 171, 74, BStBl II 1993, 687; vom 5. September 2006 VI R 41\/02, BFHE 214, 561, BStBl II 2007, 309; Thomas, Beilage 6 zu Der Betrieb 2006, S. 58, 64). Dieser angebotene Endpreis i.S. des &sect; 8 Abs. 3 EStG ist grunds&auml;tzlich der unabh&auml;ngig von Rabattgew&auml;hrungen nach der Preisangabenverordnung ausgewiesene Preis (BFH-Urteile in BFHE 171, 74, BStBl II 1993, 687; in BFHE 214, 561, BStBl II 2007, 309). Dieser Preis ist aber kein typisierter und pauschalierter Wert, wie etwa der &quot;inl&auml;ndische Listenpreis&quot; i.S. des &sect; 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG. Er gilt daher nur dann, wenn nicht nach den Gepflogenheiten im allgemeinen Gesch&auml;ftsverkehr tats&auml;chlich ein niedrigerer Preis gefordert wird. So liegt der Fall hier.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG ging unzutreffend davon aus, dass die unverbindliche Preisempfehlung des Kraftfahrzeugherstellers diesen Angebotspreis zutreffend wiedergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn zu Recht verwies der Kl&auml;ger insoweit zum einen schon auf den gerichtsbekannten Umstand, dass sp&auml;testens seit der Abschaffung des Rabattgesetzes und der Zugabeverordnung zum 25. Juli 2001 sowie unter Ber&uuml;cksichtigung der allgemeinen Marktentwicklung im Kraftfahrzeughandel jedenfalls im Streitjahr (2003) die unverbindliche Preisempfehlung in aller Regel nicht der Preis sei, zu dem Fahrzeuge im allgemeinen Gesch&auml;ftsverkehr angeboten werden, und dies auch bei dem vom Kl&auml;ger erworbenen Fahrzeugtyp der Fall sei. Diese Sachlage ber&uuml;cksichtigt im &Uuml;brigen schon seit 1. Januar 1996 auch die Finanzverwaltung, wenn sie auf Grundlage des BMF-Schreibens in BStBl I 1996, 114 &#8211;also noch vor Abschaffung des Rabattgesetzes&#8211; f&uuml;r &quot;Jahreswagen&quot; als Endpreis i.S. des &sect; 8 Abs. 3 EStG den Preis annimmt, der sich ergibt, wenn die H&auml;lfte des Preisnachlasses, der durchschnittlich beim Verkauf an fremde Letztverbraucher im allgemeinen Gesch&auml;ftsverkehr tats&auml;chlich gew&auml;hrt wird, von dem empfohlenen Preis abgezogen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum anderen liegen im Streitfall entsprechende Feststellungen des FG vor, die dieses Vorbringen des Kl&auml;gers best&auml;tigen. Denn danach ergab schon ohne Preis- und Vertragsverhandlungen eine erste Anfrage des Automobilherstellers und Arbeitgebers bei einem Autohaus, dass auf die unverbindliche Preisempfehlung des Automobilherstellers ein Preisnachlass in H&ouml;he von 8 % gew&auml;hrt wurde. Angesichts dessen kann h&ouml;chstens dieser Preis von 16 483,63 EUR (17 916,99 EUR &#8211; 8 %) der angebotene Endpreis i.S. des &sect; 8 Abs. 3 EStG sein. Denn zu diesem Preis wurde das fragliche Fahrzeug im allgemeinen Gesch&auml;ftsverkehr angeboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Schon unter Ber&uuml;cksichtigung dieses Preises ergibt sich auf Grundlage des &sect; 8 Abs. 3 Satz 1 EStG mit dem dort geregelten weiteren Abschlag in H&ouml;he von 4 % und der Ber&uuml;cksichtigung des Freibetrages nach &sect; 8 Abs. 3 Satz 2 EStG in H&ouml;he von 1 224 EUR entsprechend nachstehender Berechnung kein lohnsteuerrechtlich erheblicher Vorteil mehr:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table cellpadding=\"1\" cellspacing=\"2\" border=\"0\" class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Endpreis i.S. des &sect; 8 Abs. 3 EStG<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">16 483,63 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">abz&uuml;glich&nbsp; 4 % Bewertungsabschlag<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">659,34 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Vergleichspreis<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">15 824,29 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Preis ohne Nebenkosten<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">15 032,35 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Geldwerter Vorteil<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">791,94 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">abz&uuml;glich Freibetrag &sect; 8 Abs. 3 EStG<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">1 244,00 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">zu versteuernder geldwerter Vorteil<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">0,00 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Hinblick darauf kommt es nicht mehr auf die weiteren Einwendungen des Kl&auml;gers an, dass schon dem Grunde nach kein lohnsteuerrechtlich erheblicher Vorteil vorliege, weil zu den tats&auml;chlich gew&auml;hrten Rabattbedingungen Arbeitnehmer auch auf dem allgemeinen Markt die Fahrzeuge h&auml;tten erwerben k&ouml;nnen, sowie, dass das FG diesen Einwendungen im Rahmen seiner Aufkl&auml;rungspflicht h&auml;tte nachgehen m&uuml;ssen. Grunds&auml;tzlich w&auml;re dieser Einwand allerdings beachtlich gewesen. Denn behauptet ein Arbeitnehmer, der tats&auml;chliche Angebotspreis f&uuml;r die Ware, auf die ihm sein Arbeitgeber einen Rabatt gew&auml;hrt hat, sei niedriger als der Listenpreis, kann das FG bei der Ermittlung des im Rabatt liegenden und als Arbeitslohn zu erfassenden Vorteils nicht ohne weiteres den Listenpreis als Endpreis zugrunde legen. Dies galt f&uuml;r &quot;Jahreswagen&quot; schon hinsichtlich der Gepflogenheiten in der Automobilindustrie im Veranlagungszeitraum 1990 (vgl. dazu BFH-Urteil vom 5. Juli 1996 VI R 28\/96, BFH\/NV 1996, 811) und gilt erst recht f&uuml;r das Streitjahr 2003.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.6.2009, VI R 18\/07 Vorteilsbewertung bei Jahreswagen &#8211; Angebotspreis &#8211; Listenpreis &#8211; Ermittlungspflicht des Gerichts Leits&auml;tze Die unverbindliche Preisempfehlung eines Automobilherstellers ist jedenfalls seit dem Jahr 2003 keine geeignete Grundlage, den lohnsteuerrechtlich erheblichen Vorteil eines Personalrabatts f&uuml;r sog. Jahreswagen zu bewerten. Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Streitig ist, ob der vom Arbeitgeber beim &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-18-07-vorteilsbewertung-bei-jahreswagen-angebotspreis-listenpreis-ermittlungspflicht-des-gerichts\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;18\/07 &#8211; Vorteilsbewertung bei Jahreswagen &#8211; Angebotspreis &#8211; Listenpreis &#8211; Ermittlungspflicht des Gerichts<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14482","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14482","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14482"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14482\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14482"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14482"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14482"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}