{"id":14494,"date":"2012-12-20T06:43:38","date_gmt":"2012-12-20T04:43:38","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14494"},"modified":"2012-12-20T10:24:46","modified_gmt":"2012-12-20T08:24:46","slug":"viii-r-80-06-dateneinsichtsrecht-der-finanzbehoerden-aufzeichnungspflichten-und-aufbewahrungspflichten-des-steuerpflichtigen-bei-ueberschussrechnung-form-und-umfang-verhaeltnismaessigkeit-ermessen-der","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-80-06-dateneinsichtsrecht-der-finanzbehoerden-aufzeichnungspflichten-und-aufbewahrungspflichten-des-steuerpflichtigen-bei-ueberschussrechnung-form-und-umfang-verhaeltnismaessigkeit-ermessen-der\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;80\/06 &#8211; Dateneinsichtsrecht der Finanzbeh&ouml;rden &#8211; Aufzeichnungspflichten und Aufbewahrungspflichten des Steuerpflichtigen bei &Uuml;berschussrechnung &#8211; Form und Umfang &#8211; Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit &#8211; Ermessen der Finanzbeh&ouml;rden"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.6.2009, VIII R 80\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Dateneinsichtsrecht der Finanzbeh\u00f6rden &#8211; Aufzeichnungspflichten und Aufbewahrungspflichten des Steuerpflichtigen bei \u00dcberschussrechnung &#8211; Form und Umfang &#8211; Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit &#8211; Ermessen der Finanzbeh\u00f6rden<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Befugnisse aus \u00a7 147 Abs. 6 AO stehen der Finanzbeh\u00f6rde nur in Bezug auf Unterlagen zu, die der Steuerpflichtige nach \u00a7 147 Abs. 1 AO aufzubewahren hat.<\/p>\n<p>2. Die Verpflichtung zur geordneten Aufbewahrung von Unterlagen nach \u00a7 147 Abs. 1 AO trifft auch Steuerpflichtige, die gem\u00e4\u00df<a title=\"\u00dcberschussrechnung\" href=\"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/einnahmenueberschussrechnung.html\"> \u00a7 4 Abs. 3 EStG als Gewinn den \u00dcberschuss der Betriebseinnahmen \u00fcber die Betriebsausgaben<\/a> ansetzen.<\/p>\n<p>3. Der sachliche Umfang der Aufbewahrungspflicht in \u00a7 147 Abs. 1 AO ist grunds\u00e4tzlich abh\u00e4ngig vom Bestehen und vom Umfang einer gesetzlichen Aufzeichnungspflicht. Aufzubewahren sind danach alle Unterlagen, die zum Verst\u00e4ndnis und zur \u00dcberpr\u00fcfung der f\u00fcr die Besteuerung gesetzlich vorgeschriebenen Aufzeichnungen im Einzelfall von Bedeutung sein k\u00f6nnen. \u00a7 147 Abs. 1 Nr. 5 AO ist mit dieser Ma\u00dfgabe einschr\u00e4nkend auszulegen.<\/p>\n<p>4. Das Recht, nach \u00a7 146 Abs. 5 Satz 1 AO eine bestimmte Form der Aufzeichnung und der Aufbewahrung zu w\u00e4hlen, ist ausge\u00fcbt, wenn sich der Steuerpflichtige entschieden hat, Aufzeichnungen sowohl in Papierform als auch in elektronischer Form zu f\u00fchren und wenn er die notwendigen Unterlagen ebenfalls in beiden Formen aufbewahrt. In diesem Fall erstreckt sich die Pflicht zur Aufbewahrung nach \u00a7 147 Abs. 1 AO auf s\u00e4mtliche Aufzeichnungen und Unterlagen.<\/p>\n<p>5. F\u00fchrt der Steuerpflichtige Aufzeichnungen, zu denen er gesetzlich nicht verpflichtet ist, so sind die Aufzeichnungen dann nicht gem\u00e4\u00df \u00a7 146 Abs. 6 AO &#8222;f\u00fcr die Besteuerung von Bedeutung&#8220;, wenn sie der Besteuerung nicht zugrunde zu legen sind.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4gerin und Revisionsbeklagte (Kl\u00e4gerin), eine Soziet\u00e4t von Wirtschaftspr\u00fcfern, <a title=\"Steuerberater\" href=\"http:\/\/steuerberater.biz\/\">Steuerberatern<\/a> und Rechtsanw\u00e4lten, berechnet die Umsatzsteuer nach vereinnahmten Entgelten und ermittelt ihren Gewinn durch Einnahmen\u00fcberschussrechnung gem\u00e4\u00df \u00a7 4 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Daneben verwendet sie das Kanzlei-Rechnungswesen-Programm von X auf einem b\u00fcroeigenen Rechner (sog. inhome-L\u00f6sung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach Anordnung einer Au\u00dfenpr\u00fcfung bei der Kl\u00e4gerin forderte der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Kl\u00e4gerin mit Schreiben vom 2. Juni 2005 auf, ihre digitalen Buchf\u00fchrungsunterlagen (&#8222;die Sachkonten der Jahre 2002 und 2003&#8220;) gem\u00e4\u00df \u00a7 147 Abs. 6 der Abgabenordnung (AO) auf CD-Rom zur Verf\u00fcgung zu stellen. Dies lehnte die Kl\u00e4gerin ab. Der Einspruch der Kl\u00e4gerin blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat der Klage stattgegeben. Die Entscheidung ist in Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2007, 441 bis 445 ver\u00f6ffentlicht. Zur Begr\u00fcndung hat es insbesondere ausgef\u00fchrt, die Kl\u00e4gerin sei zwar nicht buchf\u00fchrungspflichtig. Im Umfang der steuergesetzlichen Aufzeichnungspflichten, insbesondere nach \u00a7 22 des Umsatzsteuergesetzes (UStG), sei sie jedoch grunds\u00e4tzlich verpflichtet, Unterlagen gem\u00e4\u00df \u00a7 147 Abs. 1 AO aufzubewahren und auf Verlangen herauszugeben. Allerdings habe das FA im Streitfall die Grenzen der ihm einger\u00e4umten Befugnis \u00fcberschritten. Es h\u00e4tte sein Zugriffsverlangen auf die zur Erf\u00fcllung der Aufzeichnungspflicht in \u00a7 22 UStG erforderlichen Daten und Belege beschr\u00e4nken m\u00fcssen, was nicht geschehen sei. Das FG hat deshalb den angefochtenen Bescheid wegen \u00dcberschreitung des dem FA einger\u00e4umten Ermessens aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dagegen wendet sich das FA im Wege der Revision mit der Sachr\u00fcge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left: 36;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left: 36;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin hat keinen Antrag gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat gem\u00e4\u00df \u00a7 122 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) seinen Beitritt zum Verfahren erkl\u00e4rt und sich wie folgt ge\u00e4u\u00dfert:<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach Sinn und Zweck des \u00a7 147 Abs. 6 AO gelte das Recht der Finanzverwaltung zur Pr\u00fcfung durch Datenzugriff in gleicher Weise f\u00fcr freiwillige wie auch f\u00fcr verpflichtend gef\u00fchrte datenverarbeitungsgest\u00fctzte Aufzeichnungen. Der Gesetzesbegr\u00fcndung lasse sich nicht entnehmen, dass der Datenzugriff nur in den F\u00e4llen zul\u00e4ssig sein solle, in denen Aufzeichnungen aufgrund gesetzlicher Vorschriften erstellt worden sind. Vor der Einf\u00fchrung des Datenzugriffs seien Steuerpflichtige verpflichtet gewesen, ihre B\u00fccher oder sonstigen Aufzeichnungen in Papierform im Rahmen einer Au\u00dfenpr\u00fcfung vorzulegen. Die Einf\u00fchrung des Datenzugriffs d\u00fcrfe nicht buchf\u00fchrungspflichtige Steuerpflichtige nicht dadurch besser stellen, dass sie den Datenzugriff auf ihre mit einem Datenverarbeitungssystem erstellten steuerrelevanten Aufzeichnungen nicht dulden m\u00fcssten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Einf\u00fchrung des Datenzugriffs diene im \u00dcbrigen dem aus dem verfassungsrechtlichen Grundsatz der Gleichm\u00e4\u00dfigkeit der Besteuerung resultierenden Verifikationsgebot. Zwar habe der Gesetzgeber durch die Anhebung der Umsatz- und Gewinngrenzen in \u00a7 141 Abs. 1 AO f\u00fcr kleinere Unternehmen die M\u00f6glichkeit zur Gewinnermittlung durch die einfachere Einnahmen\u00fcberschussrechnung erweitern wollen. Allerdings m\u00fcsse auch in diesen F\u00e4llen die Verifikation steuerlicher Sachverhalte durch die Finanzverwaltung in demselben Ma\u00df gew\u00e4hrleistet sein wie bei bilanzierenden Steuerpflichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten haben auf die Durchf\u00fchrung einer m\u00fcndlichen Verhandlung verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist nicht begr\u00fcndet und deshalb zur\u00fcckzuweisen (\u00a7 126 Abs. 2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Die Ausf\u00fchrungen des FG halten revisionsrechtlicher Nachpr\u00fcfung im Ergebnis stand. Zwar liegt ein Ermessensfehler nicht vor, die mit der Klage angegriffene Anordnung vom 2. Juni 2005 war jedoch rechtswidrig und verletzte die Kl\u00e4gerin in ihren Rechten. Das FG hat sie deshalb im Ergebnis zu Recht aufgehoben (\u00a7 100 Abs. 1 Satz 1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Zu Recht hat das FG angenommen, dass die Aufforderung zur Daten\u00fcberlassung vom 2. Juni 2005 ein Verwaltungsakt ist (\u00a7 118 Satz 1 AO), gegen den sich die Kl\u00e4gerin mit dem Einspruch und der Anfechtungsklage zur Wehr setzen kann (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 8. April 2008 VIII R 61\/06, BFHE 220, 313, BStBl II 2009, 579).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat auch die Reichweite der Befugnisse aus \u00a7 147 Abs. 6 AO zutreffend bestimmt. Nach dieser Vorschrift kann die Finanzbeh\u00f6rde im Rahmen einer Au\u00dfenpr\u00fcfung Einsicht in die gespeicherten Daten nehmen, wenn Unterlagen nach \u00a7 147 Abs. 1 AO mit Hilfe eines Datenverarbeitungssystems erstellt worden sind. Sie kann insoweit auch verlangen, dass ihr die gespeicherten Unterlagen und Aufzeichnungen auf einem maschinell verwertbaren Datentr\u00e4ger zur Verf\u00fcgung gestellt werden (\u00a7 147 Abs. 6 Satz 2 Alternative 2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Die Befugnisse aus \u00a7 147 Abs. 6 AO stehen der Finanzbeh\u00f6rde nur in Bezug auf solche Unterlagen zu, die der Steuerpflichtige nach \u00a7 147 Abs. 1 AO aufzubewahren hat (vgl. BFH-Beschluss vom 26. September 2007 I B 53, 54\/07, BFHE 219, 19, BStBl II 2008, 415; ebenso BMF-Schreiben betreffend die Grunds\u00e4tze zum Datenzugriff und zur Pr\u00fcfbarkeit digitaler Unterlagen, BStBl I 2001, 415, Gliederungspunkt I.; Dr\u00fcen in Tipke\/ Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, \u00a7 147 AO Rz 71; Trzaskalik in H\u00fcbschmann\/Hepp\/Spitaler, \u00a7 147 AO Rz 42; Kuhfus in: K\u00fchn\/v.Wedelst\u00e4dt, 19. Aufl., AO, \u00a7 147 Rz 24; Schaumburg, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2002, 829, 832; a.A. Klein\/ Brockmeyer, AO, 9. Aufl., \u00a7 147 Rz 11). \u00a7 147 Abs. 6 Satz 1 AO nimmt ausdr\u00fccklich und eindeutig auf &#8222;die Unterlagen nach Absatz 1&#8220; Bezug. Zwar wird der Gegenstand, auf den sich die Befugnisse des FA beziehen, in \u00a7 147 Abs. 6 AO an sp\u00e4terer Stelle auch mit den Ausdr\u00fccken &#8222;die gespeicherten Daten&#8220;, &#8222;die Daten&#8220; oder &#8222;die gespeicherten Unterlagen und Aufzeichnungen&#8220; bezeichnet. Daraus ist jedoch nicht abzuleiten, dass deswegen ein Recht auf Einsichtnahme in s\u00e4mtliche im Unternehmen gespeicherten Daten zul\u00e4ssig w\u00e4re (ebenso Dr\u00fcen, Steuer und Wirtschaft &#8211;StuW&#8211; 2003, 205, 215). Aus dem Zusammenhang ergibt sich vielmehr, dass diese Ausdr\u00fccke nicht anders zu verstehen sind als die den Umfang der Befugnisse ma\u00dfgeblich beschr\u00e4nkende Bezugnahme auf die nach Abs. 1 aufbewahrungspflichtigen Unterlagen (vgl. Burchert, Die Information \u00fcber Steuer und Wirtschaft 2001, 230, 234). Eine Erweiterung der Pr\u00fcfungsbefugnisse sollte auch nach dem Willen des Gesetzgebers durch \u00a7 147 Abs. 6 AO nicht begr\u00fcndet werden (vgl. BTDrucks 14\/2683, S. 130). Dieses Verst\u00e4ndnis der Vorschrift schlie\u00dft es bereits grunds\u00e4tzlich aus, dass die Finanzverwaltung nach \u00a7 147 Abs. 6 AO Einsicht in Unterlagen verlangen kann, die zwar vorhanden sind, aber vom Steuerpflichtigen nicht aufbewahrt werden m\u00fcssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit dieser Auslegung weicht der Senat nicht von dem Beschluss des Gro\u00dfen Senats des BFH vom 13. Februar 1968 GrS 5\/67 (BFHE 91, 351, BStBl II 1968, 365) ab. Der BFH hat dort zu \u00a7 195 AO a.F. entschieden, dass die Vorlegungspflicht nicht auf die vom Gesetz vorgeschriebenen B\u00fccher beschr\u00e4nkt sei: &#8222;Werden im oder f\u00fcr den Betrieb B\u00fccher oder Aufzeichnungen oder Verzeichnisse gef\u00fchrt, so unterliegen sie der Pr\u00fcfung, gleichviel ob ihre F\u00fchrung vorgeschrieben ist oder nicht. Auch Aufzeichnungen, die weder durch Gesetz noch durch die Grunds\u00e4tze ordnungsgem\u00e4\u00dfer Buchf\u00fchrung gefordert werden, unterliegen der Vorlegungspflicht, wie z.B. Buchungsanweisungen und dergleichen, wenn sie tats\u00e4chlich gef\u00fchrt werden.&#8220; Es kann offenbleiben, ob sich die nach heutigem Recht aus \u00a7 200 Abs. 1 Satz 2 AO ergebende Vorlegungspflicht auch auf (vorhandene) Aufzeichnungen, B\u00fccher, Gesch\u00e4ftspapiere und andere Urkunden bezieht, die keiner gesetzlichen Aufbewahrungspflicht unterliegen (a.A. Tipke in Tipke\/Kruse, a.a.O., \u00a7 200 AO Rz 8; Eckhoff in HHSP, \u00a7 200 AO Rz 96 ff.; Dr\u00fcen, Steuerberater-Jahrbuch 2006\/2007, S. 273). Die ebenfalls in \u00a7 200 Abs. 1 Satz 2 AO normierte Pflicht, die Finanzbeh\u00f6rde bei der Aus\u00fcbung ihrer Befugnisse nach \u00a7 147 Abs. 6 AO zu unterst\u00fctzen, ist jedenfalls davon unabh\u00e4ngig und deshalb getrennt zu betrachten (vgl. BTDrucks 14\/2683, S. 130; unklar: BFH-Beschluss in BFHE 219, 19, BStBl II 2008, 415 Rz 29). Zudem bestimmt \u00a7 200 Abs. 1 Satz 2 AO nicht den Umfang des zul\u00e4ssigen Datenzugriffs, sondern verweist insofern auf \u00a7 147 Abs. 6 AO. Rechtlich ist die Verpflichtung zur Datenvorlage nicht vergleichbar mit der Verpflichtung zur Vorlage von Papierdokumenten. Bereits im sog. Volksz\u00e4hlungsurteil hat das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) die besondere Eingriffsintensit\u00e4t hervorgehoben, die beim Zugriff auf elektronisch gespeicherte Daten von Rechts wegen generell zu beachten ist (BVerfG-Urteil vom 15. Dezember 1983\u00a0\u00a01 BvR 209\/83 u.a., BVerfGE 65, 1, 41 f., unter C.II.1.a der Gr\u00fcnde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Pers\u00f6nlich verpflichtet, Aufzeichnungen und Unterlagen nach \u00a7 147 Abs. 1 AO aufzubewahren, sind auch Steuerpflichtige mit Eink\u00fcnften aus selbst\u00e4ndiger Arbeit, die gem\u00e4\u00df \u00a7 4 Abs. 3 EStG als Gewinn den \u00dcberschuss der Betriebseinnahmen \u00fcber die Betriebsausgaben ansetzen (vgl. BFH-Urteil vom 26. Februar 2004 XI R 25\/02, BFHE 205, 249, BStBl II 2004, 599; BFH-Beschluss vom 7. Februar 2008 X B 189\/07, juris; FG Hamburg, Urteil vom 22. M\u00e4rz 1991 VII 164\/90, Entscheidungen der Finanzgerichte 1991, 636; Dr\u00fcen in Tipke\/Kruse, a.a.O., \u00a7 147 AO Rz 1, 74; zu den Aufzeichnungspflichten: derselbe, a.a.O., \u00a7 141 AO Rz 7; Dumke in Schwarz, AO, \u00a7 147 Rz 2a; a.A.: Trzaskalik in HHSp, \u00a7 147 AO Rz 6; Pahlke\/Koenig\/C\u00f6ster, Abgabenordnung, 2. Aufl., \u00a7 147 Rz 5; Schaumburg, DStR 2002, 829, 835). Die allgemeinen Ordnungsvorschriften in den \u00a7\u00a7 145 ff. AO gelten nicht nur f\u00fcr Buchf\u00fchrungs- und Aufzeichnungspflichten nach \u00a7 140 AO und nach den \u00a7\u00a7 141 ff. AO. Insbesondere \u00a7 145 Abs. 2 AO betrifft jegliche zu Besteuerungszwecken gesetzlich geforderten Aufzeichnungen, also auch solche, zu denen der Steuerpflichtige aufgrund anderer Steuergesetze verpflichtet ist, wie z.B. nach \u00a7 4 Abs. 3 Satz 5, Abs. 7 EStG und nach \u00a7 22 UStG (vgl. Dumke in Schwarz, a.a.O., \u00a7 145 Rz 1). Dies wird best\u00e4tigt durch \u00a7 146 Abs. 5 Satz 1 letzter Halbsatz AO. Die Vorschrift betrifft Aufzeichnungen, die allein nach den Steuergesetzen vorzunehmen sind, und setzt die Geltung der Ordnungsvorschriften f\u00fcr solche Aufzeichnungen voraus. F\u00fcr die Aufbewahrungspflicht in \u00a7 147 Abs. 1 AO gilt nichts anderes. Es ist kein Grund ersichtlich, Aufzeichnungen, die allein nach den Steuergesetzen vorzunehmen sind, von der Pflicht zur Aufbewahrung auszunehmen oder f\u00fcr sie eine spezielle Pflicht zur Aufbewahrung an anderer Stelle als in \u00a7 147 Abs. 1 Nr. 1 AO zu suchen (so aber Trzaskalik in HHSp, \u00a7 147 AO Rz 6).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Der sachliche Umfang der Aufbewahrungspflicht in \u00a7 147 Abs. 1 AO wird grunds\u00e4tzlich begrenzt durch die Reichweite der zugrunde liegenden Aufzeichnungspflicht. Die Pflicht zur Aufbewahrung von Unterlagen ist akzessorisch. Das hei\u00dft, sie setzt stets eine Aufzeichnungspflicht voraus und besteht grunds\u00e4tzlich nur im Umfang der Aufzeichnungspflicht (vgl. BFH-Urteil in BFHE 205, 249, BStBl II 2004, 599; Dr\u00fcen in Tipke\/Kruse, a.a.O., \u00a7 147 AO Rz 1; Tipke in Tipke\/Kruse, a.a.O., \u00a7 200 AO Rz 9; Trzaskalik in HHSp, \u00a7 147 AO Rz 5; Dumke in Schwarz, a.a.O., \u00a7 147 Rz 1; Kuhfus in: K\u00fchn\/ v.Wedelst\u00e4dt, a.a.O., \u00a7 147 Rz 1, unklar Rz 25; a.A. Klein\/ Brockmeyer, a.a.O., \u00a7 147 Rz 5, 11). Eine eigenst\u00e4ndige Pflicht zur Aufbewahrung von Unterlagen, die nicht mit einer Pflicht zur Aufzeichnung von Daten in Zusammenhang stehen, ist \u00a7 147 Abs. 1 AO nicht zu entnehmen. Durch die Abh\u00e4ngigkeit der Aufbewahrungspflicht von einer im Gesetz angeordneten Aufzeichnungspflicht wird der Umfang der aufzubewahrenden Unterlagen sachgem\u00e4\u00df begrenzt. Diese Beschr\u00e4nkung tr\u00e4gt dem Erfordernis hinreichender Bestimmtheit der in \u00a7 147 Abs. 1 AO geregelten Aufbewahrungspflicht ebenso Rechnung wie der von Verfassungs wegen geforderten Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit der Norm. Erst Recht gilt dies f\u00fcr den Zugriff auf elektronisch gespeicherte Daten gem\u00e4\u00df \u00a7 147 Abs. 6 AO. Denn das Erheben von Daten hat sich auf das erforderliche Minimum zu beschr\u00e4nken (vgl. BVerfG-Urteil in BVerfGE 65, 1, 45 f., unter C.II.2.a der Gr\u00fcnde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Aufbewahrungspflicht nach \u00a7 147 Abs. 1 AO und dem Datenzugriff nach \u00a7 147 Abs. 6 AO unterliegen danach &#8211;ungeachtet der Aufz\u00e4hlung in \u00a7 147 Abs. 1 Nr. 1 bis Nr. 5 AO&#8211; grunds\u00e4tzlich alle Unterlagen und Daten, die zum Verst\u00e4ndnis und zur \u00dcberpr\u00fcfung der gesetzlich vorgeschriebenen Aufzeichnungen von Bedeutung sind. Nicht dazu geh\u00f6ren dagegen Unterlagen und Daten, die z.B. private, nicht aufzeichnungspflichtige Vorg\u00e4nge betreffen, aber auch Unterlagen und Daten, die &#8222;freiwilligen&#8220;, also \u00fcber die gesetzliche Pflicht hinaus reichenden Aufzeichnungen zuzuordnen sind. Soweit sich f\u00fcr sie eine Aufbewahrungspflicht nicht aus anderen Gesetzen ergibt, k\u00f6nnen sie vom Steuerpflichtigen jederzeit vernichtet oder gel\u00f6scht werden (ebenso Kromer, DStR 2001, 1017, 1018; Dr\u00fcen, StuW 2003, 365, 372; a.A. BMF, Fragen und Antworten zum Datenzugriffsrecht der Finanzverwaltung &#8211;Stand: 22. Januar 2009&#8211;, Gliederungspunkt I.10., abrufbar im Internet unter http:\/\/www.bundesfinanzministerium.de).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Aus \u00a7 147 Abs. 1 Nr. 5 AO ergibt sich entgegen der Auffassung des BMF nichts anderes. Danach sind auch sonstige Unterlagen aufzubewahren, soweit sie f\u00fcr die Besteuerung von Bedeutung sind. Zwar l\u00e4sst der weite Wortlaut der Vorschrift die Deutung zu, dass nach ihr ohne R\u00fccksicht auf eine Aufzeichnungspflicht s\u00e4mtliche f\u00fcr die Besteuerung bedeutsamen Unterlagen aufzubewahren sind (so wohl Klein\/Brockmeyer, a.a.O., \u00a7 147 Rz 5; M\u00f6sbauer in Koch\/Scholtz, AO, 5. Aufl., \u00a7 147 Rz 11; Kuhfus in: K\u00fchn\/v.Wedelst\u00e4dt, a.a.O., \u00a7 147 Rz 10). Dieser Ansicht ist jedoch nicht zu folgen. Vielmehr ist \u00a7 147 Abs. 1 Nr. 5 AO unter Ber\u00fccksichtigung der generellen Akzessoriet\u00e4t der Aufbewahrungspflicht im Lichte der im Einzelfall jeweils bestehenden gesetzlichen Aufzeichnungspflichten einschr\u00e4nkend auszulegen (ebenso Trzaskalik in HHSp, \u00a7 147 AO Rz 25; Dr\u00fcen in Tipke\/Kruse, a.a.O., \u00a7 147 AO Rz 23; Schaumburg, DStR 2002, 829, 833). Danach m\u00fcssen bei einer abstrakten Bestimmung der Reichweite der gesetzlichen Aufbewahrungspflicht nach \u00a7 147 Abs. 1 Nr. 5 AO nur solche sonstigen, also nicht unter \u00a7 147 Abs. 1 Nr. 1 bis Nr. 4a AO fallenden, Unterlagen aufbewahrt werden, die zum Verst\u00e4ndnis und zur \u00dcberpr\u00fcfung der f\u00fcr die Besteuerung gesetzlich vorgeschriebenen Aufzeichnungen im Einzelfall von Bedeutung sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>dd) F\u00fcr Steuerpflichtige mit Eink\u00fcnften aus selbst\u00e4ndiger Arbeit, die gem\u00e4\u00df \u00a7 4 Abs. 3 EStG als Gewinn den \u00dcberschuss der Betriebseinnahmen \u00fcber die Betriebsausgaben ansetzen, ist der sachliche Umfang der Aufbewahrungspflicht &#8211;und mithin zugleich der sachliche Umfang der Zugriffsbefugnis der Finanzbeh\u00f6rde nach \u00a7 147 Abs. 6 AO&#8211; nach den vorstehend dargestellten Grunds\u00e4tzen im Regelfall begrenzt auf solche Unterlagen, die zum Verst\u00e4ndnis und zur \u00dcberpr\u00fcfung der f\u00fcr sie geltenden steuergesetzlichen Aufzeichnungspflichten, z.B. in \u00a7 4 Abs. 3 Satz 5, Abs. 7 EStG und \u00a7 22 UStG, von Bedeutung sind (vgl. BFH-Urteil in BFHE 205, 249, BStBl II 2004, 599; a.A.: kein Zugriffsrecht Tipke in Tipke\/Kruse, a.a.O., \u00a7 200 AO Rz 10; Trzaskalik in HHSp, \u00a7 147 AO Rz 6).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>ee) Aus \u00a7 146 Abs. 5 Satz 1 AO ergibt sich im Streitfall keine dar\u00fcber hinausgehende Beschr\u00e4nkung der Aufbewahrungspflicht. Entgegen der Auffassung der Kl\u00e4gerin ist das Recht, nach \u00a7 146 Abs. 5 Satz 1 AO eine bestimmte Form der Aufzeichnung und der Aufbewahrung w\u00e4hlen zu k\u00f6nnen, bereits ausge\u00fcbt, wenn sich der Steuerpflichtige entschieden hat, Aufzeichnungen sowohl in Papierform als auch in elektronischer Form zu f\u00fchren und wenn er die notwendigen Unterlagen ebenfalls in beiden Formen aufbewahrt. In diesem Fall erstreckt sich auch die Pflicht zur Aufbewahrung nach \u00a7 147 Abs. 1 AO (in Abh\u00e4ngigkeit vom Umfang der gesetzlichen Aufzeichnungspflicht) auf s\u00e4mtliche vorhandenen Aufzeichnungen und Unterlagen. Diese hat der Steuerpflichtige auf Verlangen (\u00a7 200 Abs. 1 Satz 2 AO) vorzulegen; im selben Umfang hat er (unter den weiteren Voraussetzungen des \u00a7 147 Abs. 6 AO) den Datenzugriff zu dulden und die Finanzbeh\u00f6rde dabei zu unterst\u00fctzen (vgl. dazu auch BFH-Beschluss vom 26. September 2007 I B 53, 54\/07, BFHE 219, 19, BStBl II 2008, 415).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>ff) Aus \u00a7 146 Abs. 6 AO ergibt sich entgegen der Auffassung des FA keine weiter gehende Aufbewahrungspflicht. Danach gelten &#8222;die Ordnungsvorschriften&#8220; auch dann, wenn der Unternehmer B\u00fccher und Aufzeichnungen f\u00fchrt, die f\u00fcr die Besteuerung von Bedeutung sind, ohne hierzu verpflichtet zu sein. Es kann dahinstehen, ob eine vom Steuerpflichtigen freiwillig erstellte Bestandsbuchhaltung, die auch f\u00fcr die Besteuerung von Bedeutung ist, weil sie der Besteuerung zugrunde zu legen ist (vgl. \u00a7 4 Abs. 3 Satz 1 EStG; dazu BFH-Urteil vom 24. November 1959 I 47\/58 U, BFHE 70, 499, BStBl III 1960, 188; vgl. aber auch BFH-Urteil vom 19. M\u00e4rz 2009 IV R 57\/07, BFH\/NV 2009, 1298), nicht der Aufbewahrungspflicht unterliegt, weil \u00a7 146 Abs. 6 AO nur auf \u00a7 146 Abs. 1 bis 5 AO verweist und nicht auf die Ordnungsvorschriften in \u00a7 147 AO (so Dr\u00fcen in Tipke\/Kruse, a.a.O., \u00a7 147 AO Rz 4, m.w.N.). Im vorliegenden Fall ist \u00a7 146 Abs. 6 AO schon deshalb nicht einschl\u00e4gig, weil die Kl\u00e4gerin ihren Gewinn nach \u00a7 4 Abs. 3 EStG ermittelt, so dass \u00fcber die dazu erforderlichen Aufzeichnungen hinaus (z.B. aus internen Gr\u00fcnden) gef\u00fchrte B\u00fccher und Aufzeichnungen jedenfalls f\u00fcr die Besteuerung der Kl\u00e4gerin nicht von Bedeutung sind. F\u00fcr solcherart &#8222;freiwillige Aufzeichnungen&#8220; gelten entgegen der Auffassung des BMF weder die Ordnungsvorschriften der \u00a7\u00a7 145, 146 AO noch die Aufbewahrungspflichten gem\u00e4\u00df \u00a7 147 Abs. 1 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>25<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Bei Anlegung dieser Ma\u00dfst\u00e4be ist die Entscheidung des FG nicht zu beanstanden, wonach das FA die ihm durch \u00a7 147 Abs. 6 AO einger\u00e4umte Befugnis \u00fcberschritten hat, indem es von der Kl\u00e4gerin den Zugriff auf &#8222;die Sachkonten der Jahre 2002 und 2003&#8220; verlangt hat. Die Aufforderung vom 2. Juni 2005 enth\u00e4lt keine Beschr\u00e4nkung des Verlangens auf Unterlagen, welche die Kl\u00e4gerin nach den f\u00fcr sie geltenden gesetzlichen Aufzeichnungspflichten aufbewahren musste. Eine nachtr\u00e4gliche Einschr\u00e4nkung des Verwaltungsakts im Wege der Auslegung kommt nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>26<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Zu Unrecht hat das FG allerdings angenommen, das FA habe dadurch sein Ermessen \u00fcberschritten. Ermessen steht der Finanzbeh\u00f6rde insbesondere in der Frage zu, ob und ggf. in welcher Form sie auf Daten Zugriff nehmen m\u00f6chte (vgl. Dr\u00fcen, StuW 2003, 365 ff.; Pahlke\/Koenig\/C\u00f6ster, a.a.O., \u00a7 147 Rz 40). Der sachliche Umfang der in \u00a7 147 Abs. 6 AO gew\u00e4hrten Befugnis wird jedoch im Hinblick auf den abstrakt zul\u00e4ssigen Gegenstand der Einsichtnahme abschlie\u00dfend durch das Gesetz vorgegeben und ist dar\u00fcber hinaus keiner Ermessensentscheidung zug\u00e4nglich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>27<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Die Sache ist spruchreif. Da das streitgegenst\u00e4ndliche Vorlageverlangen von der gesetzlichen Erm\u00e4chtigung nicht gedeckt ist und auch nicht nachgebessert werden kann, war es rechtswidrig. Das FG hat deshalb den Verwaltungsakt im Ergebnis zu Recht aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.6.2009, VIII R 80\/06 Dateneinsichtsrecht der Finanzbeh\u00f6rden &#8211; Aufzeichnungspflichten und Aufbewahrungspflichten des Steuerpflichtigen bei \u00dcberschussrechnung &#8211; Form und Umfang &#8211; Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit &#8211; Ermessen der Finanzbeh\u00f6rden Leits\u00e4tze 1. 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