{"id":14495,"date":"2012-12-20T03:06:59","date_gmt":"2012-12-20T01:06:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14495"},"modified":"2012-12-20T03:06:59","modified_gmt":"2012-12-20T01:06:59","slug":"vii-r-2-08-anfechtbarkeit-der-ungueltigerklaerung-einer-zollanmeldung-rechtsschutzbeduerfnis-ungueltigkeitserklaerung-der-zollanmeldung-bei-verboten-und-beschraenkungen-unterliegenden-arzneimitteln-be","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-2-08-anfechtbarkeit-der-ungueltigerklaerung-einer-zollanmeldung-rechtsschutzbeduerfnis-ungueltigkeitserklaerung-der-zollanmeldung-bei-verboten-und-beschraenkungen-unterliegenden-arzneimitteln-be\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;2\/08 &#8211; Anfechtbarkeit der Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung einer Zollanmeldung &#8211; Rechtsschutzbed&uuml;rfnis &#8211; Ung&uuml;ltigkeitserkl&auml;rung der Zollanmeldung bei Verboten und Beschr&auml;nkungen unterliegenden Arzneimitteln &#8211; Bezugsberechtigung des Apothekers &#8211; Vor&uuml;bergehende Verweigerung der &Uuml;berlassung angemeldeter Arzneimittel"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.7.2009, VII R 2\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Anfechtbarkeit der Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung einer Zollanmeldung &#8211; Rechtsschutzbed&uuml;rfnis &#8211; Ung&uuml;ltigkeitserkl&auml;rung der Zollanmeldung bei Verboten und Beschr&auml;nkungen unterliegenden Arzneimitteln &#8211; Bezugsberechtigung des Apothekers &#8211; Vor&uuml;bergehende Verweigerung der &Uuml;berlassung angemeldeter Arzneimittel<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Stellt sich nach Annahme der Zollanmeldung f&uuml;r eingef&uuml;hrte Arzneimittel heraus, dass die Voraussetzungen des &sect; 73 Abs. 3 Satz 1 AMG nicht vorliegen, kann die Zollanmeldung nicht von Amts wegen f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt, jedoch unter den Voraussetzungen des Art. 8 ZK die Annahme der Zollanmeldung zur&uuml;ckgenommen werden.<\/p>\n<p>2. Ob ein Apotheker gem&auml;&szlig; &sect; 73 Abs. 3 Satz 2 AMG berechtigt ist, Arzneimittel zu beziehen, die unter den Voraussetzungen des Satzes 1 der Vorschrift eingef&uuml;hrt worden sind, entscheidet nicht das HZA, sondern die zust&auml;ndige Arzneimittel&uuml;berwachungsbeh&ouml;rde. Hat das HZA Zweifel an der Bezugsberechtigung, kann es die Annahme der Zollanmeldung nicht zur&uuml;cknehmen; es kann jedoch vor &Uuml;berlassung der Waren die Sendung vor&uuml;bergehend anhalten, um der Arzneimittel&uuml;berwachungsbeh&ouml;rde Gelegenheit zu geben, die Frage der Bezugsberechtigung binnen angemessener Frist zu entscheiden.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) meldete im Januar 2005 eine f&uuml;r seine Apotheke bestellte, aus den USA eingef&uuml;hrte Warensendung zur Abfertigung zum freien Verkehr an. Die Waren der Position 1 der Anmeldung wurden als &quot;synthetisch hergestellte Hormone&quot;, die der Position 2 als &quot;zubereitete Arzneiwirkstoffe, keine Anwendung am Menschen, f&uuml;r analytische Zwecke im Labor&quot; beschrieben. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) nahm die Anmeldung an. Die am folgenden Tag durchgef&uuml;hrte Beschau f&uuml;hrte zur Feststellung des HZA, dass es sich bei den Waren &uuml;berwiegend um Arzneimittel im Sinne des Arzneimittelgesetzes (AMG) handele, ohne dass ersichtlich sei, dass die Einfuhrvoraussetzungen nach diesem Gesetz vorl&auml;gen, woraufhin die Zollanmeldung f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt und die Waren sichergestellt wurden. Ein Teil der Waren der Position 2, bei dem es sich nicht um Arzneimittel handelte, wurde dem Kl&auml;ger sp&auml;ter nach erneuter Zollanmeldung &uuml;berlassen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren gegen die Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung der Zollanmeldung sowie auf &Uuml;berlassung der Waren zum freien Verkehr gerichtete Klage wies das Finanzgericht (FG) ab. Das FG urteilte, dass die Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung der Zollanmeldung bez&uuml;glich der Warenposition 1 gem&auml;&szlig; Art. 75 Buchst. a Anstrich 4 des Zollkodex (ZK) rechtm&auml;&szlig;ig sei. Die Aufz&auml;hlung der F&auml;lle einer von Amts wegen f&uuml;r ung&uuml;ltig zu erkl&auml;renden Zollanmeldung in Art. 250 der Zollkodex-Durchf&uuml;hrungsverordnung (ZKDVO) sei nicht abschlie&szlig;end. Das von der Warenposition 1 der Zollanmeldung erfasste Erzeugnis DHEA sei ein zulassungspflichtiges, jedoch nicht zugelassenes Arzneimittel, das nach &sect; 73 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AMG nur mit einer Einfuhrerlaubnis in den Geltungsbereich des AMG verbracht werden d&uuml;rfe, welche jedoch weder mit der Zollanmeldung noch sp&auml;ter vorgelegt worden sei. Auch seien die Voraussetzungen einer sog. Einzeleinfuhr gem&auml;&szlig; &sect; 73 Abs. 3 AMG nicht gegeben. Die insoweit vom Kl&auml;ger gemachten Angaben h&auml;tten nicht ausgereicht, der Zollstelle eine Schl&uuml;ssigkeitspr&uuml;fung bez&uuml;glich der Einfuhrvoraussetzungen zu erm&ouml;glichen. Unter diesen Umst&auml;nden sei die Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung der Zollanmeldung zur Regelung des Falls erforderlich gewesen. Die Zolldienststellen h&auml;tten nach &sect; 74 Abs. 1 Satz 1 AMG bei der &Uuml;berwachung des Verbringens von Arzneimitteln und Wirkstoffen mitzuwirken, h&auml;tten somit auch auf die Vorlage aller erforderlichen Einfuhrdokumente zu achten, wenn auch letztlich die Entscheidung &uuml;ber die Zul&auml;ssigkeit der Einfuhr in Zweifelsf&auml;llen der Gesundheitsbeh&ouml;rde vorbehalten bleibe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hinsichtlich der Warenposition 2 sei die auf Aufhebung der Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung gerichtete Klage unzul&auml;ssig. Der Kl&auml;ger habe von dieser Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung Gebrauch gemacht, indem er f&uuml;r die nicht unter das Einfuhrverbot fallenden Vitaminpr&auml;parate eine neue Zollanmeldung abgegeben habe. Er handele rechtsmissbr&auml;uchlich, wenn er sich mit seiner Klage gleichwohl gegen die Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung der Zollanmeldung wende.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mangels Vorliegens einer g&uuml;ltigen Zollanmeldung habe der Kl&auml;ger auch keinen Anspruch auf Herausgabe der Arzneimittel, die ihm aber auch ohnehin wegen Nichtbeachtung der Beschr&auml;nkungen gem&auml;&szlig; &sect; 73 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 AMG nicht &uuml;berlassen werden k&ouml;nnten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Revision macht der Kl&auml;ger geltend, dass Art. 75 Buchst. a Anstrich 4 ZK nicht als Rechtsgrundlage f&uuml;r die Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung der Zollanmeldung herangezogen werden k&ouml;nne. Im &Uuml;brigen unterfielen die Arzneimittel keinem Einfuhrverbot. Unstreitig sei, dass die Arzneimittel von einer Apotheke bestellt worden seien. Die weiteren Tatbestandsvoraussetzungen des &sect; 75 Abs. 3 AMG habe die Zollbeh&ouml;rde nicht zu pr&uuml;fen. Bei Zweifeln habe sie sich mit der f&uuml;r den Verkehr mit Arzneimitteln zust&auml;ndigen Landesbeh&ouml;rde in Verbindung zu setzen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Au&szlig;erdem r&uuml;gt der Kl&auml;ger, dass das FG-Urteil von den mitwirkenden Richtern nicht unterschrieben sei und es den Tag weder seiner Verk&uuml;ndung noch seiner &Uuml;bergabe an die Gesch&auml;ftsstelle erkennen lasse. Zudem habe das HZA im Termin zur m&uuml;ndlichen Verhandlung Unterlagen &uuml;berreicht, die ihm (dem Kl&auml;ger) nicht &uuml;bergeben worden seien.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision des Kl&auml;gers ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die gegen die Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung der Zollanmeldung gerichtete Klage ist zul&auml;ssig. Die Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung ist eine zollrechtliche Entscheidung i.S. des Art. 4 Nr. 5 ZK (vgl. Weym&uuml;ller in Dorsch, Zollrecht, Art. 66 ZK Rz 47), die vom Zollanmelder mit Einspruch und Klage angefochten werden kann, wof&uuml;r auch ein Rechtsschutzbed&uuml;rfnis besteht, weil mit der Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung dem Begehren des Zollanmelders, die Waren in ein bestimmtes Zollverfahren zu &uuml;berf&uuml;hren, nicht entsprochen wird und die Waren gem&auml;&szlig; Art. 50 ZK als weiterhin in vor&uuml;bergehender Verwahrung befindlich zu behandeln sind. Anders als das FG meint, fehlt dem Kl&auml;ger auch kein Rechtsschutzbed&uuml;rfnis, soweit er sich gegen die Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung der Zollanmeldung hinsichtlich der Warenposition 2 wendet. Dass dem Kl&auml;ger insoweit die M&ouml;glichkeit er&ouml;ffnet worden ist, f&uuml;r einen Teil der Waren dieser Position, der keinen Verboten und Beschr&auml;nkungen (VuB) unterlag, eine neue Zollanmeldung abzugeben, und er von dieser M&ouml;glichkeit Gebrauch gemacht hat, &auml;ndert nichts daran, dass die Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung der Zollanmeldung hinsichtlich der &uuml;brigen Waren der Position 2 als belastende zollrechtliche Entscheidung fortwirkt, da ihre &Uuml;berf&uuml;hrung in das beantragte Zollverfahren dem Kl&auml;ger weiterhin verweigert wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die vom FG getroffenen Feststellungen rechtfertigen nicht die Abweisung der gegen die Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung der Zollanmeldung gerichteten Klage.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Der Grundsatz des Art. 58 Abs. 1 ZK, dass Waren ungeachtet ihrer Beschaffenheit, ihrer Menge, ihres Ursprungs, ihrer Herkunft oder ihres Bestimmungsorts jederzeit unter den festgelegten Voraussetzungen eine beliebige zollrechtliche Bestimmung erhalten k&ouml;nnen, steht gem&auml;&szlig; Abs. 2 der Vorschrift Verboten oder Beschr&auml;nkungen nicht entgegen, die aus Gr&uuml;nden (u.a.) der Gesundheit und des Lebens von Menschen gerechtfertigt sind. VuB im Sinne dieser Vorschrift k&ouml;nnen sich u.a. aus einzelstaatlichem Recht ergeben. Liegen sie bez&uuml;glich einer in das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland verbrachten Ware vor, ist die Annahme der Zollanmeldung nach &sect; 7 Abs. 1 Nr. 3 des Zollverwaltungsgesetzes (ZollVG) abzulehnen (vgl. Weym&uuml;ller in Dorsch, a.a.O., Art. 63 ZK Rz 34; Witte\/Henke, Zollkodex, 5. Aufl., Art. 58 Rz 11, Art. 63 Rz 9).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Im Streitfall hat das HZA hingegen die Zollanmeldung bereits angenommen, so dass sich die Frage stellt, ob die Zollanmeldung nachtr&auml;glich f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt werden kann. Das FG hat sich insoweit der von der Zollverwaltung und von einem Teil der Literatur vertretenen Auffassung angeschlossen, dass eine bereits von der Zollstelle angenommene Zollanmeldung gem&auml;&szlig; Art. 75 Buchst. a Anstrich 4 ZK von Amts wegen f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt werden kann, wenn sich das Vorliegen von VuB erst nachtr&auml;glich bei der Beschau herausstellt (vgl. Abs. 18 Satz 2 der Dienstvorschrift Zollbehandlung, Allgemeine Vorschriften, Vorschriftensammlung der Bundesfinanzverwaltung &#8211;VSF&#8211; Z 07 01; ebenso: Weym&uuml;ller in Dorsch, a.a.O., Art. 58 Rz 7, Art. 66 Rz 62; a.A.: Witte\/Henke, a.a.O., Art. 66 Rz 9, 11, Art. 75 Rz 2, der die Regelungen einer Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung von Amts wegen in Art. 66 ZK i.V.m. Art. 250 ZKDVO f&uuml;r abschlie&szlig;end h&auml;lt).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Vor der Entscheidung, ob dieser Rechtsansicht des FG zu folgen ist, bedarf es allerdings zun&auml;chst der Kl&auml;rung, ob der Annahme der Zollanmeldung des Kl&auml;gers VuB entgegenstehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach &sect; 73 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AMG d&uuml;rfen zwar Arzneimittel, die zum Verkehr im Geltungsbereich dieses Gesetzes nicht zugelassen oder registriert oder insoweit freigestellt sind, nur mit einer Einfuhrerlaubnis gem&auml;&szlig; &sect; 72 AMG, die im Streitfall nicht vorliegt, aus Drittl&auml;ndern in den Geltungsbereich des AMG verbracht werden. Abweichend von jener Vorschrift d&uuml;rfen jedoch dem Verbringungsverbot unterliegende Fertigarzneimittel nach &sect; 73 Abs. 3 Satz 1 AMG (in der seinerzeit geltenden Fassung) in den Geltungsbereich des Gesetzes verbracht werden, wenn sie in dem Staat in Verkehr gebracht werden d&uuml;rfen, aus dem sie in den Geltungsbereich des AMG verbracht werden, und von Apotheken bestellt sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ob die Voraussetzungen dieser Ausnahmevorschrift im Streitfall vorliegen, l&auml;sst sich anhand der vom FG getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen weder bejahen noch verneinen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Bei den noch im Streit befindlichen Arzneimitteln scheint es sich um von einer Apotheke bestellte Fertigarzneimittel zu handeln. Das FG hat dies zwar f&uuml;r zweifelhaft gehalten; aus dem Schreiben des HZA an den Prozessbevollm&auml;chtigten des Kl&auml;gers vom 21. Februar 2005 sowie aus der Einspruchsentscheidung vom 20. Oktober 2005 ergibt sich jedoch, dass das HZA die Fertigarzneimittel-Eigenschaft i.S. von &sect; 2 Abs. 1, &sect; 4 Abs. 1 AMG aufgrund der durchgef&uuml;hrten Warenbeschau selbst festgestellt hat und hiervon zwischenzeitlich offenbar auch nicht abger&uuml;ckt ist, so dass das Vorliegen dieses Tatbestandsmerkmals als unstreitig angesehen werden kann.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zweifelhaft ist allein, ob diese Fertigarzneimittel in den USA, von wo sie stammen, in Verkehr gebracht werden d&uuml;rfen. Das FG hat insoweit lediglich auf die zu &sect; 73 Abs. 2 Nr. 6a AMG vertretene Rechtsauffassung des Bundesgerichtshofs &quot;hingewiesen&quot;, wonach zu verlangen ist, dass die Mittel im Ausland auch als Arzneimittel in Verkehr gebracht werden d&uuml;rfen (Urteil vom 11. Juli 2002 I ZR 34\/01 (KG), Neue Juristische Wochenschrift 2002, 3469), sowie auf die gegenteilige Auffassung des Regierungspr&auml;sidiums D, wonach es gen&uuml;gt, dass das Mittel im Herkunftsland &quot;als was auch immer rechtm&auml;&szlig;ig im Verkehr ist&quot;. Welcher Auffassung das FG folgt, ist seinen Ausf&uuml;hrungen indes nicht zu entnehmen. Unklar ist auch, ob das FG hinsichtlich des Mittels DHEA festgestellt hat, dass dieses in den USA als Nahrungserg&auml;nzungsmittel, nicht aber als Arzneimittel erh&auml;ltlich ist. Sollte dies seinen Ausf&uuml;hrungen zu entnehmen sein, fehlt es jedenfalls an entsprechenden Feststellungen hinsichtlich der &uuml;brigen vom Kl&auml;ger angemeldeten Arzneimittel.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Anders als das FG und das HZA meinen, l&auml;sst sich die Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung der Zollanmeldung nicht mit den ihrer Ansicht nach nicht erf&uuml;llten Voraussetzungen des &sect; 73 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 AMG rechtfertigen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Satz 1 und Satz 2 des &sect; 73 Abs. 3 AMG unterscheiden sich ma&szlig;geblich dadurch, dass jene Vorschrift regelt, unter welchen Voraussetzungen nicht zugelassene oder registrierte Arzneimittel ausnahmsweise abweichend von &sect; 73 Abs. 1 Satz 1 AMG in den Geltungsbereich des Gesetzes &quot;verbracht&quot; werden d&uuml;rfen, w&auml;hrend Satz 2 beschreibt, unter welchen Voraussetzungen Apotheken solche Arzneimittel &quot;beziehen&quot; d&uuml;rfen. Da die der Zollverwaltung als Aufgabe obliegende zollamtliche &Uuml;berwachung gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 3 ZollVG die Einhaltung der gemeinschaftlichen oder nationalen Vorschriften sichert, die &quot;das Verbringen&quot; von Waren in den, durch den und aus dem Geltungsbereich des Gesetzes verbieten oder beschr&auml;nken (VuB), hat die Zollverwaltung bei der auf die Ausnahmeregelung des &sect; 73 Abs. 3 AMG gest&uuml;tzten Einfuhr von Arzneimitteln die Einhaltung der in Satz 1 der Vorschrift beschriebenen Voraussetzungen zu sichern. Die Kontrolle, ob sich Apotheken an die Vorschrift des &sect; 73 Abs. 3 Satz 2 AMG halten, die regelt, was eine Apotheke von den nach Satz 1 eingef&uuml;hrten Arzneimitteln und in welchem Umfang beziehen darf, obliegt dagegen nicht der Zollverwaltung, sondern der f&uuml;r die &Uuml;berwachung des Verkehrs mit Arzneimitteln zust&auml;ndigen Landesbeh&ouml;rde, was u.a. aus dem letzten Halbsatz des &sect; 73 Abs. 3 Satz 2 AMG &quot;das N&auml;here regelt die Apothekenbetriebsordnung&quot; folgt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auch aus &sect; 74 Abs. 1 AMG ergibt sich, dass die Zolldienststellen keine Arzneimittel&uuml;berwachungsbeh&ouml;rden sind, sondern bei der &Uuml;berwachung des Verbringens von Arzneimitteln in den Geltungsbereich des AMG lediglich &quot;mitwirken&quot;, wobei ihnen die in &sect; 74 Abs. 1 Satz 2 AMG beschriebenen Befugnisse zustehen. Sie sind nicht berechtigt, andere Entscheidungen als die Arzneimittel&uuml;berwachungsbeh&ouml;rde zu treffen oder arzneimittelrechtliche Sachverhalte eigenst&auml;ndig zu beurteilen; besteht der Verdacht eines Versto&szlig;es gegen arzneimittelrechtliche Vorschriften, haben sie die zust&auml;ndige &Uuml;berwachungsbeh&ouml;rde einzuschalten (Rehmann, AMG, 3. Aufl., &sect; 74 Rz 1).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine Rechtsverordnung zur Regelung des &quot;Mitwirkens&quot; der Zolldienststellen, zu deren Erlass &sect; 74 Abs. 2 AMG erm&auml;chtigt, ist bisher nicht erlassen worden. Es gibt lediglich eine Dienstvorschrift zum Arzneimittelgesetz (VSF SV 06 22-3), deren Abs. 7a Satz 4, Abs. 8 Unterabs. 2 und Abs. 10 ebenfalls deutlich machen, dass die Zolldienststellen &uuml;ber die Einhaltung arzneimittelrechtlicher Vorschriften keine eigene Entscheidung treffen, sondern diese der zust&auml;ndigen &Uuml;berwachungsbeh&ouml;rde zu &uuml;berlassen haben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dementsprechend hat im Fall einer auf &sect; 73 Abs. 3 AMG gest&uuml;tzten Einfuhr von Arzneimitteln die zust&auml;ndige Zolldienststelle nicht zu entscheiden, ob die Voraussetzungen des Satzes 2 der Vorschrift eingehalten sind, sondern sie hat, falls es Hinweise auf einen entsprechenden Versto&szlig; gibt, die zust&auml;ndige Arzneimittel&uuml;berwachungsbeh&ouml;rde einzuschalten. Ohne deren Beteiligung kann die Zolldienststelle keine auf &sect; 73 Abs. 3 Satz 2 AMG gest&uuml;tzten zollrechtlichen Konsequenzen ziehen, also weder eine Zollanmeldung ablehnen noch eine bereits angenommene Zollanmeldung f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;ren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Senat teilt nicht die Auffassung des FG und des HZA, dass ohne eine Entscheidungskompetenz der Zolldienststellen hinsichtlich der Voraussetzungen des &sect; 73 Abs. 3 Satz 2 AMG das grunds&auml;tzlich bestehende Verbringungsverbot f&uuml;r nicht zugelassene Arzneimittel in erheblichem Umfang leer liefe. Die Zolldienststellen m&uuml;ssen ihre Augen nicht vor erkannten oder drohenden Verst&ouml;&szlig;en gegen &sect; 73 Abs. 3 Satz 2 AMG verschlie&szlig;en und sie sind bei insoweit fehlender Entscheidungskompetenz auch nicht &#8211;wie das FG meint&#8211; darauf beschr&auml;nkt, gem&auml;&szlig; &sect; 68 Abs. 1 AMG eine Kontrollmitteilung &uuml;ber den Vorgang an die zust&auml;ndige &Uuml;berwachungsbeh&ouml;rde zu machen. Vielmehr ist ihnen nach &sect; 74 Abs. 1 Satz 2 AMG die Befugnis einger&auml;umt, Arzneimittelsendungen anzuhalten, den Verdacht eines Versto&szlig;es gegen VuB der &Uuml;berwachungsbeh&ouml;rde mitzuteilen sowie anzuordnen, dass die Sendung der &Uuml;berwachungsbeh&ouml;rde vorgef&uuml;hrt wird. Damit bestehen ausreichende Befugnisse des HZA, der vom FG gesehenen Gefahr zu begegnen, dass auf Verst&ouml;&szlig;e gegen arzneimittelrechtliche VuB nur nachtr&auml;glich, nachdem die Arzneimittel bereits im Verkehr sind, reagiert werden kann.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Sollte sich im zweiten Rechtsgang die vom FG &#8211;ggf. unter Beteiligung der zust&auml;ndigen Arzneimittel&uuml;berwachungsbeh&ouml;rde&#8211; nachzuholende Feststellung, dass die gestellten Arzneimittel in den USA in Verkehr gebracht werden d&uuml;rfen, nicht treffen lassen, w&auml;ren hinsichtlich der streitigen Arzneimittel die Voraussetzungen des &sect; 73 Abs. 3 Satz 1 AMG nicht erf&uuml;llt, ihrem Verbringen in die Bundesrepublik Deutschland st&uuml;nden dann VuB entgegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auch f&uuml;r diesen Fall teilt der erkennende Senat allerdings die Auffassung des FG nicht, dass die Zollanmeldung gem&auml;&szlig; Art. 75 Buchst. a Anstrich 4 ZK f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt werden kann. In Anbetracht der dem HZA gem&auml;&szlig; Art. 73 Abs. 1 ZK gegebenen M&ouml;glichkeit, beim Vorliegen von VuB die Waren dem Anmelder nicht zu &uuml;berlassen, erscheint es bereits zweifelhaft, ob die Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung der Zollanmeldung von Amts wegen eine i.S. des Art. 75 ZK &quot;erforderliche&quot; Ma&szlig;nahme ist. Jedenfalls kann aber eine bereits angenommene Zollanmeldung gem&auml;&szlig; Art. 66 ZK nur auf Antrag des Anmelders f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt werden, von Amts wegen hingegen nur in den in Art. 250 ZKDVO geregelten F&auml;llen, welche vorliegend nicht einschl&auml;gig sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Da es sich aber bei der Annahme der Zollanmeldung um eine zollrechtliche Entscheidung i.S. des Art. 4 Nr. 5 ZK handelt, die nach Art. 8 ZK zur&uuml;ckgenommen werden kann (vgl. Weym&uuml;ller in Dorsch, a.a.O., Art. 63 Rz 43, 54, 57; Zimmermann in Dorsch, Zollrecht, &sect; 7 ZollVG Rz 25), ist im Streitfall die Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung der Zollanmeldung durch das HZA, f&uuml;r die es eine Rechtsgrundlage nicht gibt, entsprechend umzudeuten. Sollte sich daher im zweiten Rechtsgang herausstellen, dass der Einfuhr der Arzneimittel VuB entgegenstehen, w&auml;re vom FG das Vorliegen der Voraussetzungen des Art. 8 ZK und somit insbesondere zu pr&uuml;fen, ob dem Kl&auml;ger bekannt war oder vern&uuml;nftigerweise h&auml;tte bekannt sein m&uuml;ssen, dass die Einfuhrvoraussetzungen des &sect; 73 Abs. 3 Satz 1 AMG f&uuml;r die angemeldeten Arzneimittel nicht vorliegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die auf &Uuml;berlassung der angemeldeten Arzneimittel gerichtete Klage ist ebenfalls zul&auml;ssig; auf die entsprechenden Ausf&uuml;hrungen des FG wird Bezug genommen. Die vom FG getroffenen Feststellungen rechtfertigen aber nicht die Abweisung der Klage.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Sollten die im zweiten Rechtsgang nachzuholenden Feststellungen ergeben, dass die Einfuhrvoraussetzungen gem&auml;&szlig; &sect; 73 Abs. 3 Satz 1 AMG nicht vorliegen, k&ouml;nnen die Arzneimittel dem Kl&auml;ger nicht &uuml;berlassen werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Liegen die Voraussetzungen des &sect; 73 Abs. 3 Satz 1 AMG vor, ist zwar die Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung der Zollanmeldung aufzuheben, was jedoch &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211; nicht automatisch dazu f&uuml;hrt, dass die angemeldeten Waren dem Kl&auml;ger auch zu &uuml;berlassen sind. Auch wenn eine Zollanmeldung angenommen worden ist (Art. 63 ZK), muss n&auml;mlich gem&auml;&szlig; Art. 73 Abs. 1 Satz 1 ZK vor &Uuml;berlassung der Waren das Vorliegen etwaiger VuB gepr&uuml;ft werden. In diesem Zusammenhang ist dann auch die Vorschrift des &sect; 73 Abs. 3 Satz 2 AMG zu ber&uuml;cksichtigen, deren Einhaltung allerdings nicht &#8211;wie sich aus vorstehenden Ausf&uuml;hrungen ergibt&#8211; das HZA, das insoweit nur &quot;mitwirkt&quot;, sondern die zust&auml;ndige Arzneimittel&uuml;berwachungsbeh&ouml;rde zu sichern hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auch im Fall der Annahme der Zollanmeldung des Kl&auml;gers ist daher das HZA berechtigt, die &Uuml;berlassung der angemeldeten Arzneimittel vor&uuml;bergehend zu verweigern, wenn es meint, dass der Kl&auml;ger die Voraussetzungen des &sect; 73 Abs. 3 Satz 2 AMG nicht erf&uuml;llt, weil es gem&auml;&szlig; &sect; 74 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 AMG die Befugnis hat, Arzneimittelsendungen zur &Uuml;berwachung anzuhalten. Die endg&uuml;ltige Entscheidung, ob die zur Abfertigung zum freien Verkehr angemeldeten Arzneimittel dem Kl&auml;ger &uuml;berlassen werden k&ouml;nnen, trifft dann allerdings die vom HZA einzuschaltende zust&auml;ndige Arzneimittel&uuml;berwachungsbeh&ouml;rde, der f&uuml;r diese Entscheidung eine angemessene Frist einzur&auml;umen ist. Entscheidet die Arzneimittel&uuml;berwachungsbeh&ouml;rde, dass der Kl&auml;ger hinsichtlich der streitigen Arzneimittel bezugsberechtigt i.S. des &sect; 73 Abs. 3 Satz 2 AMG ist oder wird innerhalb angemessener Frist keine Entscheidung getroffen, sind die Arzneimittel dem Kl&auml;ger zu &uuml;berlassen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Da die Vorentscheidung aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen ist, braucht auf die seitens der Revision ger&uuml;gten Verfahrensm&auml;ngel nicht eingegangen zu werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.7.2009, VII R 2\/08 Anfechtbarkeit der Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung einer Zollanmeldung &#8211; Rechtsschutzbed&uuml;rfnis &#8211; Ung&uuml;ltigkeitserkl&auml;rung der Zollanmeldung bei Verboten und Beschr&auml;nkungen unterliegenden Arzneimitteln &#8211; Bezugsberechtigung des Apothekers &#8211; Vor&uuml;bergehende Verweigerung der &Uuml;berlassung angemeldeter Arzneimittel Leits&auml;tze 1. Stellt sich nach Annahme der Zollanmeldung f&uuml;r eingef&uuml;hrte Arzneimittel heraus, dass die Voraussetzungen des &sect; 73 Abs. 3 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-2-08-anfechtbarkeit-der-ungueltigerklaerung-einer-zollanmeldung-rechtsschutzbeduerfnis-ungueltigkeitserklaerung-der-zollanmeldung-bei-verboten-und-beschraenkungen-unterliegenden-arzneimitteln-be\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;2\/08 &#8211; Anfechtbarkeit der Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung einer Zollanmeldung &#8211; Rechtsschutzbed&uuml;rfnis &#8211; Ung&uuml;ltigkeitserkl&auml;rung der Zollanmeldung bei Verboten und Beschr&auml;nkungen unterliegenden Arzneimitteln &#8211; Bezugsberechtigung des Apothekers &#8211; Vor&uuml;bergehende Verweigerung der &Uuml;berlassung angemeldeter Arzneimittel<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14495","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14495","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14495"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14495\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14495"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14495"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14495"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}