{"id":14545,"date":"2012-12-19T15:06:17","date_gmt":"2012-12-19T13:06:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14545"},"modified":"2012-12-19T15:06:17","modified_gmt":"2012-12-19T13:06:17","slug":"ii-r-53-07-freibetrag-nach-par-13a-erbstg-fuer-betriebsvermoegen-eines-freiberuflichen-kunstmalers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-53-07-freibetrag-nach-par-13a-erbstg-fuer-betriebsvermoegen-eines-freiberuflichen-kunstmalers\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;53\/07 &#8211; Freibetrag nach &sect; 13a ErbStG f&uuml;r Betriebsverm&ouml;gen eines freiberuflichen Kunstmalers"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.5.2009, II R 53\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Freibetrag nach &sect; 13a ErbStG f&uuml;r Betriebsverm&ouml;gen eines freiberuflichen Kunstmalers<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Eigenschaft als Betriebsverm&ouml;gen i.S. des &sect; 13a Abs. 1 und 4 ErbStG a.F. geht nicht allein deshalb verloren, weil die k&uuml;nstlerische T&auml;tigkeit aufgrund ihrer h&ouml;chstpers&ouml;nlichen Natur von den Erben nicht fortgesetzt werden kann.<\/p>\n<p>2. Ist bei einem Rechtsstreit &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Versagung des Freibetrags nach &sect; 13a Abs. 1 ErbStG a.F. das FG der Ansicht, die Voraussetzungen f&uuml;r die Gew&auml;hrung des Freibetrags seien zun&auml;chst erf&uuml;llt gewesen, hat es bei Vorliegen entsprechender Anhaltspunkte zu pr&uuml;fen, ob der Freibetrag gem&auml;&szlig; &sect; 13a Abs. 5 ErbStG a.F. ganz oder teilweise mit Wirkung f&uuml;r die Vergangenheit weggefallen ist.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist Alleinerbin ihres am 12. M&auml;rz 2004 verstorbenen Vaters (V), eines freiberuflich t&auml;tigen Kunstmalers. Der Nachlass des V umfasste u.a. sein Betriebsverm&ouml;gen, zu dem nach der Schlussbilanz zum 12. M&auml;rz 2004 neben einem PKW und Gesch&auml;ftsausstattung u.a. von V angefertigte &Ouml;lbilder, Arbeiten auf Papier und Radierungen geh&ouml;rten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte gegen die Kl&auml;gerin durch ge&auml;nderten Bescheid vom 6. Juli 2005 Erbschaftsteuer in H&ouml;he von 11 143 EUR fest; im steuerpflichtigen Erwerb war das Betriebsverm&ouml;gen des V mit 27 329 EUR ber&uuml;cksichtigt. Dem Antrag der Kl&auml;gerin auf Gew&auml;hrung des Freibetrags gem&auml;&szlig; &sect; 13a Abs. 1 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes in der seinerzeit geltenden Fassung (ErbStG), den sie mit der Fortf&uuml;hrung des Verkaufs der Kunstwerke des V begr&uuml;ndete, folgte das FA nicht. Es vertrat die Auffassung, mit dem Tode des V sei eine weitere Erschaffung von Kunstwerken und somit auch eine zuk&uuml;nftige Fortf&uuml;hrung der freiberuflichen T&auml;tigkeit des V durch die Kl&auml;gerin unm&ouml;glich geworden. Der Verkauf der noch von V erschaffenen Kunstwerke durch die Kl&auml;gerin sei eine eigenst&auml;ndige gewerbliche T&auml;tigkeit, die zwangsweise zur Ver&auml;u&szlig;erung des Betriebsverm&ouml;gens des Erblassers und damit zur Betriebsaufgabe f&uuml;hre. Demgem&auml;&szlig; k&ouml;nne die Behaltensfrist des &sect; 13a Abs. 5 Nr. 1 ErbStG von der Kl&auml;gerin nicht eingehalten werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) hat der Klage mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 398 ver&ouml;ffentlichten Urteil stattgegeben. Durch den Tod des V h&auml;tten weder seine Bilder ihre Eigenschaft als Betriebsverm&ouml;gen verloren noch sei es zu einer Betriebsaufgabe gekommen. Der Verkauf von Kunstwerken des V sei noch dessen k&uuml;nstlerischer Bet&auml;tigung zuzurechnen. Den von V geschaffenen Werken werde ihre Eigenschaft als Betriebsverm&ouml;gen auch nicht dadurch entzogen, dass die Kl&auml;gerin diese durch Ausstellungen der &Ouml;ffentlichkeit zug&auml;nglich mache.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA Verletzung des &sect; 13a ErbStG.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Die Vorentscheidung war aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zwar zutreffend angenommen, dass der Tod des V nicht zwangsweise zu einer Betriebsaufgabe gef&uuml;hrt hat. Das FG hat aber zu Unrecht nicht gepr&uuml;ft, ob der Freibetrag nach &sect; 13a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ErbStG gem&auml;&szlig; &sect; 13a Abs. 5 Nr. 1 ErbStG ganz oder teilweise mit Wirkung f&uuml;r die Vergangenheit weggefallen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Der Freibetrag des &sect; 13a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ErbStG wird u.a. gew&auml;hrt, wenn inl&auml;ndisches Betriebsverm&ouml;gen (&sect; 13a Abs. 4 Nr. 1 ErbStG) beim Erwerb von Todes wegen auf den Erwerber &uuml;bergeht. Beg&uuml;nstigt ist nur solches Betriebsverm&ouml;gen, das diese Eigenschaft durchgehend sowohl beim bisherigen Rechtstr&auml;ger als auch beim neuen Rechtstr&auml;ger (Erwerber) aufweist. Dies ergibt sich f&uuml;r die Erwerberseite bereits aus dem Beg&uuml;nstigungszweck dieser Vorschrift sowie den Behaltensregeln des &sect; 13a Abs. 5 ErbStG; f&uuml;r die Seite des Erblassers bzw. Schenkers folgt dies aus dem Gleichheitssatz des Art. 3 des Grundgesetzes. Die verfassungsrechtliche Rechtfertigung der Milderung des Steuerzugriffs bei dem Erwerb von Betriebsverm&ouml;gen h&auml;ngt u.a. von der Aufrechterhaltung und Weiterf&uuml;hrung des Betriebs des Erblassers bzw. Schenkers ab (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 14. Februar 2007 II R 69\/05, BFHE 215, 533, BStBl II 2007, 443; vom 10. Dezember 2008 II R 34\/07, BFHE 224, 144, BStBl II 2009, 312).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Der Erwerb des Betriebsverm&ouml;gens des V durch die Kl&auml;gerin von Todes wegen erf&uuml;llt die Beg&uuml;nstigungsvoraussetzungen des &sect; 13a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. Abs. 4 Nr. 1 ErbStG. Das Betriebsverm&ouml;gen des V ist nicht aufgrund dessen Tod Privatverm&ouml;gen geworden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Inl&auml;ndisches Betriebsverm&ouml;gen i.S. des &sect; 13a Abs. 4 Nr. 1 ErbStG ist, wie sich aus dem Verweis dieser Vorschrift auf &sect; 12 Abs. 5 ErbStG ergibt, auch das einem freien Beruf dienende Verm&ouml;gen (&sect; 12 Abs. 5 Satz 2 ErbStG i.V.m. &sect; 96 des Bewertungsgesetzes &#8211;BewG&#8211;). Das Betriebsverm&ouml;gen bei freiberuflicher T&auml;tigkeit i.S. des &sect; 96 BewG i.V.m. &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) umfasst die Wirtschaftsg&uuml;ter, die der Aus&uuml;bung des freien Berufs dienen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Streitfall bildete danach das in die Schlussbilanz aufgenommene Anlage- und Umlaufverm&ouml;gen das freiberufliche Betriebsverm&ouml;gen des V.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Zutreffend hat das FG erkannt, dass das Betriebsverm&ouml;gen des V diese Eigenschaft nicht durch den Tod des V verloren hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Ertragsteuerlich wird beim Tod eines selbst&auml;ndig t&auml;tigen K&uuml;nstlers dessen Betrieb nicht &#8211;wie das FA unter Berufung auf Moench\/Weinmann (Erbschaft- und Schenkungsteuer, &sect; 13a Rz 111) meint&#8211; &quot;zwangsweise&quot; aufgegeben, sondern geht trotz der h&ouml;chstpers&ouml;nlichen Natur der k&uuml;nstlerischen T&auml;tigkeit als freiberuflicher Betrieb auf die Erben &uuml;ber (BFH-Urteile vom 29. April 1993 IV R 16\/92, BFHE 171, 385, BStBl II 1993, 716; vom 15. November 2006 XI R 6\/06, BFH\/NV 2007, 436, m.w.N.; Brandt in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect; 18 EStG Rz 332, 388). Das Betriebsverm&ouml;gen wird daher nicht zwangsl&auml;ufig notwendiges Privatverm&ouml;gen (BFH-Urteile vom 12. M&auml;rz 1992 IV R 29\/91, BFHE 168, 405, BStBl II 1993, 36, und in BFH\/NV 2007, 436, m.w.N.). Die mit dem Tod des freiberuflichen K&uuml;nstlers verbundene Betriebseinstellung ist noch keine Betriebsaufgabe (BFH-Urteil in BFH\/NV 2007, 436).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Diese Beurteilung ist auch f&uuml;r die Betriebsverm&ouml;genseigenschaft i.S. des &sect; 13a Abs. 4 Nr. 1 ErbStG ma&szlig;gebend. Entgegen der Auffassung des FA h&auml;ngt der Fortbestand der Qualit&auml;t als Betriebsverm&ouml;gen bei dessen Erwerb von einem Freiberufler nicht &#8211;t&auml;tigkeitsbezogen&#8211; davon ab, dass der Erbe auch die freiberufliche T&auml;tigkeit des Erblassers fortsetzt. &sect; 13a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. Abs. 4 Nr. 1 ErbStG stellt wegen der Ankn&uuml;pfung an den Erwerb von Betriebsverm&ouml;gen allein &#8211;betriebsbezogen&#8211; auf die Aufrechterhaltung und Weiterf&uuml;hrung des Betriebs des Erblassers ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Das FG hat zu Unrecht nicht gepr&uuml;ft, ob die Behaltensregelung des &sect; 13a Abs. 5 Nr. 1 ErbStG der Gew&auml;hrung des Freibetrags nach &sect; 13a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ErbStG ganz oder teilweise entgegensteht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Gem&auml;&szlig; &sect; 13a Abs. 5 Nr. 1 ErbStG fallen der Freibetrag oder Freibetragsanteil nach &sect; 13a Abs. 1 ErbStG mit Wirkung f&uuml;r die Vergangenheit u.a. weg, soweit der Erwerber innerhalb von f&uuml;nf Jahren nach dem Erwerb den Gewerbebetrieb ver&auml;u&szlig;ert; als Ver&auml;u&szlig;erung gilt auch die Aufgabe des Gewerbebetriebs. Gleiches gilt gem&auml;&szlig; &sect; 13a Abs. 5 Nr. 1 Satz 2 ErbStG u.a. auch dann, wenn wesentliche Betriebsgrundlagen eines Gewerbebetriebs ver&auml;u&szlig;ert oder in das Privatverm&ouml;gen &uuml;berf&uuml;hrt oder anderen betriebsfremden Zwecken zugef&uuml;hrt werden. Diese Regelungen fin-      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                den auch auf den Erwerb des Betriebs eines i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG selbst&auml;ndig T&auml;tigen Anwendung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Aufgrund des in &sect; 13a Abs. 5 (Eingangssatz) ErbStG unter bestimmten Voraussetzungen angeordneten Wegfalls des Freibetrags oder des Freibetragsanteils &quot;mit Wirkung f&uuml;r die Vergangenheit&quot; f&uuml;hrt die Gew&auml;hrung des Freibetrags zun&auml;chst nur zu einer (materiell) vorl&auml;ufigen Beg&uuml;nstigung (Moench\/ Weinmann, Erbschaft- und Schenkungsteuer, &sect; 13a Rz 100). Die Verwirklichung eines der in &sect; 13a Abs. 5 ErbStG geregelten Tatbest&auml;nde ist verfahrensrechtlich ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis i.S. des &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und Abs. 2 Satz 1 der Abgabenordnung, das bei einem bereits bestandskr&auml;ftigen Erbschaftsteuerbescheid durch Erlass eines &Auml;nderungsbescheids zu ber&uuml;cksichtigen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ist das FG in einem auf Gew&auml;hrung des vom FA versagten Freibetrags nach &sect; 13a Abs. 1 ErbStG gerichteten Verfahren der Ansicht, die Voraussetzungen f&uuml;r dessen Ber&uuml;cksichtigung seien (zun&auml;chst) erf&uuml;llt gewesen, hat es bei Vorliegen entsprechender Anhaltspunkte zu pr&uuml;fen, ob der Freibetrag gem&auml;&szlig; &sect; 13a Abs. 5 ErbStG ganz oder teilweise mit Wirkung f&uuml;r die Vergangenheit weggefallen ist. Trifft dies zu, ist die urspr&uuml;nglich rechtswidrige Ablehnung des Freibetrags ganz oder teilweise r&uuml;ckwirkend rechtm&auml;&szlig;ig geworden. Dies hat das FG bei seiner Entscheidung zu ber&uuml;cksichtigen; denn nach &sect; 100 Abs. 1 Satz 1 FGO muss die Rechtswidrigkeit eines angefochtenen Verwaltungsakts im Zeitpunkt der Entscheidung des FG bestehen (BFH-Urteil vom 28. Juli 2005 III R 68\/04, BFHE 211, 107, BStBl II 2008, 350; Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 100 FGO Rz 39, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Da das FG im Streitfall bei seiner Entscheidung allein auf den Zeitpunkt des &Uuml;bergangs des Betriebsverm&ouml;gens auf die Kl&auml;gerin abgestellt hat, war die Vorentscheidung aufzuheben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Die Sache ist nicht spruchreif.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Das FG hat nicht gepr&uuml;ft, ob die Kl&auml;gerin durch einen Verkauf von Bildern des V den Tatbestand des &sect; 13a Abs. 5 Nr. 1 ErbStG verwirklicht hat. Sollten die vom FG noch nachzuholenden tats&auml;chlichen Feststellungen ergeben, dass die Kl&auml;gerin innerhalb der Behaltensfrist des &sect; 13a Abs. 5 ErbStG Bilder des V verkauft hat, liegt eine Ver&auml;u&szlig;erung wesentlicher Betriebsgrundlagen i.S. des &sect; 13a Abs. 5 Nr. 1 Satz 2 ErbStG vor. Nach der insoweit ma&szlig;geblichen ertragsteuerlichen Betrachtung geh&ouml;ren zu den wesentlichen Grundlagen eines Betriebs im Allgemeinen die Betriebsr&auml;ume, der (bisherige) betriebliche Wirkungskreis (Bet&auml;tigungsfeld und Kundschaft) und auch der Warenbestand, soweit er nicht in seiner konkreten Zusammensetzung jederzeit wieder kurzfristig beschaffbar ist (BFH-Urteile vom 24. Juni 1976 IV R 200\/72, BFHE 119, 430, BStBl II 1976, 672; vom 29. November 1988 VIII R 316\/82, BFHE 156, 408, BStBl II 1989, 602). Diese Voraussetzungen sind f&uuml;r die von einem freiberuflichen Kunstmaler geschaffenen und zu seinem Nachlass geh&ouml;renden Kunstwerke zu bejahen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hat die Kl&auml;gerin innerhalb von f&uuml;nf Jahren nach dem Erwerb im Nachlass des V befindliche Kunstwerke ver&auml;u&szlig;ert, ist der Freibetrag nur in H&ouml;he der Werte r&uuml;ckwirkend weggefallen, mit denen die Werke in die Bemessungsgrundlage der Erbschaftsteuer eingegangen sind. Dies ergibt sich aus der Verwendung des Wortes &quot;soweit&quot; in der Einleitung des &sect; 13a Abs. 5 ErbStG. Eine innerhalb des Zeitraums von f&uuml;nf Jahren nicht verwirklichte Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht spielt keine Rolle.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Das FG hat zu Recht keine tats&auml;chlichen Feststellungen zu dem Vorbringen des FA getroffen, die Kl&auml;gerin habe die Atelierr&auml;ume des V an dessen 1. Todestag als Museum und Galerie er&ouml;ffnet. Ein etwaiger &Uuml;bergang eines bisher freiberuflichen Betriebsverm&ouml;gens in gewerbliches Betriebsverm&ouml;gen und eine entsprechende Umqualifizierung der aus dem Betrieb erzielten Eink&uuml;nfte f&uuml;hren n&auml;mlich als sog. Strukturwandel nicht zu einer Betriebsaufgabe (vgl. BFH-Urteile vom 19. Mai 1981 VIII R 143\/78, BFHE 133, 396, BStBl II 1981, 665, und in BFHE 168, 405, BStBl II 1993, 36; J&uuml;licher in Troll\/Gebel\/J&uuml;licher, ErbStG, &sect; 13a Rz 275).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.5.2009, II R 53\/07 Freibetrag nach &sect; 13a ErbStG f&uuml;r Betriebsverm&ouml;gen eines freiberuflichen Kunstmalers Leits&auml;tze 1. Die Eigenschaft als Betriebsverm&ouml;gen i.S. des &sect; 13a Abs. 1 und 4 ErbStG a.F. geht nicht allein deshalb verloren, weil die k&uuml;nstlerische T&auml;tigkeit aufgrund ihrer h&ouml;chstpers&ouml;nlichen Natur von den Erben nicht fortgesetzt werden kann. 2. Ist &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-53-07-freibetrag-nach-par-13a-erbstg-fuer-betriebsvermoegen-eines-freiberuflichen-kunstmalers\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;53\/07 &#8211; Freibetrag nach &sect; 13a ErbStG f&uuml;r Betriebsverm&ouml;gen eines freiberuflichen Kunstmalers<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14545","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14545","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14545"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14545\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14545"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14545"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14545"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}