{"id":14585,"date":"2012-12-08T14:45:34","date_gmt":"2012-12-08T12:45:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14585"},"modified":"2012-12-08T14:45:34","modified_gmt":"2012-12-08T12:45:34","slug":"ii-b-157-08-einheitlicher-erwerbsgegenstand-bei-abschluss-des-bauvertrags-vor-wirksamwerden-des-grundstueckskaufvertrags-aussetzung-der-vollziehung-bei-vorliegen-einer-unbilligen-haerte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-157-08-einheitlicher-erwerbsgegenstand-bei-abschluss-des-bauvertrags-vor-wirksamwerden-des-grundstueckskaufvertrags-aussetzung-der-vollziehung-bei-vorliegen-einer-unbilligen-haerte\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;157\/08 &#8211; Einheitlicher Erwerbsgegenstand bei Abschluss des Bauvertrags vor Wirksamwerden des Grundst&uuml;ckskaufvertrags &#8211; Aussetzung der Vollziehung bei Vorliegen einer unbilligen H&auml;rte"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.4.2009, II B 157\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Einheitlicher Erwerbsgegenstand bei Abschluss des Bauvertrags vor Wirksamwerden des Grundst&uuml;ckskaufvertrags &#8211; Aussetzung der Vollziehung bei Vorliegen einer unbilligen H&auml;rte<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Antragstellerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Antragstellerin) erhielt von einer KG ein am 27. Dezember 2004 notariell beurkundetes, bis zum 30. Juni 2005 bindendes Angebot zum Kauf bebauter Grundst&uuml;cke. Die Antragstellerin und die KG vereinbarten am 24. Januar 2005 umfangreiche Umbau-, Erneuerungs- und Sanierungsarbeiten an dem Grundbesitz, die durch die KG auf der Grundlage einer Leistungsbeschreibung der KG vom 10. Januar 2005 durchgef&uuml;hrt werden sollten. Die Verg&uuml;tung der KG sollte vorl&auml;ufig nach Ma&szlig;gabe der geplanten Sanierungs- und Umbauarbeiten 1 500 000 EUR netto betragen. Die endg&uuml;ltige Verg&uuml;tung sollte sich nach Aufma&szlig; und unter Zugrundelegung der Einheitspreise zuz&uuml;glich der jeweils geltenden gesetzlichen Umsatzsteuer bestimmen. Durch notarielle Urkunde vom 30. Juni 2005 nahm die Antragstellerin das Kaufangebot der KG an.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Antragsgegner und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte die Grunderwerbsteuer zun&auml;chst nur aufgrund des vereinbarten Kaufpreises von 1 300 000 EUR fest. Nachdem das FA Kenntnis von dem Vertrag vom 24. Januar 2005 erlangt hatte, erh&ouml;hte es die festgesetzte Grunderwerbsteuer durch Bescheid vom 8. Februar 2008 gem&auml;&szlig; &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 der Abgabenordnung um 3,5 % der in diesem Vertrag vereinbarten Gegenleistung einschlie&szlig;lich Umsatzsteuer von 1 740 000 EUR, also um 60 900 EUR auf 106 400 EUR. Der Einspruch blieb erfolglos.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Den von der Antragstellerin in dem noch nicht abgeschlossenen Klageverfahren gestellten Antrag, die Vollziehung des Steuerbescheids vom 8. Februar 2008 auszusetzen, soweit die Steuer erh&ouml;ht worden war, lehnte das Finanzgericht (FG) ebenso wie bereits zuvor das FA ab. Es vertrat die Auffassung, die im Vertrag vom 24. Januar 2005 vereinbarte Gegenleistung f&uuml;r die darin vereinbarten Bauma&szlig;nahmen sei in die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer einzubeziehen, da ein einheitlicher Erwerbsgegenstand vorliege.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Beschwerde, die das FG zugelassen hat, wendet sich die Antragstellerin gegen diese Beurteilung und f&uuml;hrt aus, bei den im Vertrag vom 24. Januar 2005 vereinbarten Sanierungsma&szlig;nahmen handele es sich um offensichtlich notwendige Instandsetzungsma&szlig;nahmen. Es habe jedoch kein von Seiten der Ver&auml;u&szlig;erin vorgefertigtes Konzept vorgelegen. Die Ver&auml;u&szlig;erin sei weder Mitinitiatorin des vorgesehenen Gro&szlig;projekts gewesen noch sei zu unterstellen, dass der Antragstellerin das Gesamtpaket eines bebauten Grundst&uuml;cks an die Hand habe gegeben werden sollen. Zudem liege eine gemeinschaftsrechtswidrige Doppelbelastung mit Grunderwerbsteuer und Umsatzsteuer vor. Dem Antrag auf Aussetzung der Vollziehung (AdV) m&uuml;sse im &Uuml;brigen auch deshalb stattgegeben werden, weil eine unbillige H&auml;rte gegeben sei. Die Liquidit&auml;t der Antragstellerin lasse die Entrichtung der zus&auml;tzlich festgesetzten Steuer nicht zu.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Antragstellerin beantragt, unter Aufhebung der Vorentscheidung die Vollziehung des angefochtenen Grunderwerbsteuerbescheids vom 8. Februar 2008 auszusetzen, soweit darin die festgesetzte Grunderwerbsteuer erh&ouml;ht wurde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Beschwerde als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die Vollziehung des Grunderwerbsteuerbescheids ist weder wegen ernstlicher Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit noch wegen Vorliegens einer unbilligen H&auml;rte auszusetzen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Nach &sect; 69 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. Abs. 2 Satz 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) soll das Gericht auf Antrag die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsaktes aussetzen, soweit ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Verwaltungsaktes bestehen oder seine Vollziehung f&uuml;r den Betroffenen eine unbillige, nicht durch &uuml;berwiegende &ouml;ffentliche Interessen gebotene H&auml;rte zur Folge h&auml;tte. Ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Verwaltungsaktes bestehen, wenn und soweit bei summarischer Pr&uuml;fung der Sach- und Rechtslage aufgrund der pr&auml;senten Beweismittel, des unstreitigen Sachverhalts und der gerichtsbekannten Tatsachen erkennbar wird, dass aus gewichtigen Gr&uuml;nden Unklarheit in der Beurteilung von Tatfragen oder Unsicherheit oder Unentschiedenheit in der Beurteilung von Rechtsfragen besteht und sich bei abschlie&szlig;ender Kl&auml;rung dieser Fragen der Verwaltungsakt als rechtswidrig erweisen kann (Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 1. Juni 2006 II B 148\/05, BFH\/NV 2006, 1627; vom 23. Februar 2007 IX B 222\/06, BFH\/NV 2007, 1351; vom 26. September 2007 I B 53, 54\/07, BFHE 219, 19, BStBl II 2008, 415, und vom 30. Oktober 2008 II B 58\/08, BFH\/NV 2009, 418).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Bei der gebotenen summarischen Pr&uuml;fung bestehen keine ernstlichen Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Grunderwerbsteuerbescheids.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Der f&uuml;r den Umfang der Gegenleistung (&sect; 9 Abs. 1 Nr. 1 des Grunderwerbsteuergesetzes &#8211;GrEStG&#8211;) ma&szlig;gebliche Gegenstand des Erwerbsvorgangs wird zun&auml;chst durch das den Steuertatbestand des &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG erf&uuml;llende zivilrechtliche Verpflichtungsgesch&auml;ft bestimmt. Ergibt sich jedoch aus weiteren Vereinbarungen, die mit diesem Rechtsgesch&auml;ft in einem rechtlichen oder zumindest objektiv sachlichen Zusammenhang stehen, dass der Erwerber das Grundst&uuml;ck in bebautem Zustand erh&auml;lt, bezieht sich der grunderwerbsteuerrechtliche Erwerbsvorgang auf diesen einheitlichen Erwerbsgegenstand (BFH-Urteile vom 27. Oktober 2004 II R 12\/03, BFHE 208, 51, BStBl II 2005, 220; vom 21. September 2005 II R 49\/04, BFHE 211, 530, BStBl II 2006, 269, und vom 23. August 2006 II R 42\/04, BFH\/NV 2007, 760).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ein solcher objektiv sachlicher Zusammenhang zwischen den Vertr&auml;gen ist u.a. gegeben, wenn der Erwerber im Zeitpunkt des Abschlusses des Grundst&uuml;ckskaufvertrags in seiner Entscheidung &uuml;ber das &quot;Ob&quot; und &quot;Wie&quot; der Bauma&szlig;nahme gegen&uuml;ber der Ver&auml;u&szlig;ererseite nicht mehr frei war und deshalb feststand, dass er das Grundst&uuml;ck nur in bebautem Zustand erhalten w&uuml;rde (BFH-Urteil in BFH\/NV 2007, 760, m.w.N.). Eine derartige Bindung gegen&uuml;ber der Ver&auml;u&szlig;ererseite liegt insbesondere dann vor, wenn der Bauvertrag vor dem Abschluss oder Wirksamwerden des Grundst&uuml;ckskaufvertrags geschlossen wird (BFH-Urteile vom 27. Oktober 1999 II R 17\/99, BFHE 189, 550, BStBl II 2000, 34, unter II.2.; vom 2. M&auml;rz 2006 II R 39\/04, BFH\/NV 2006, 1880, und vom 2. M&auml;rz 2006 II R 47\/04, BFH\/NV 2006, 1509, je m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diese Grunds&auml;tze gelten auch f&uuml;r den Erwerb bereits bebauter Grundst&uuml;cke, bei denen es lediglich um die Modernisierung, Sanierung und\/oder den Ausbau eines bereits vorhandenen Geb&auml;udes geht (BFH-Urteile vom 10. August 1994 II R 33\/91, BFH\/NV 1995, 337; vom 7. September 1994 II R 106\/91, BFH\/NV 1995, 434, und in BFH\/NV 2006, 1509; BFH-Beschl&uuml;sse vom 23. Februar 2005 II B 25\/04, BFH\/NV 2005, 1140, und vom 27. Juni 2006 II B 160\/05, BFH\/NV 2006, 1882).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die im Kaufvertrag vereinbarte &Uuml;bertragung des Grundbesitzes auf die Antragstellerin und die im Vertrag vom 24. Januar 2005 vereinbarten Leistungen der Ver&auml;u&szlig;erin bilden danach einen einheitlichen Erwerbsgegenstand. Weder aus dem Vorbringen der Antragstellerin noch aus den Akten ergeben sich hinreichende Anhaltspunkte, dass die Antragstellerin beim Zustandekommen des Kaufvertrags durch Annahme des Kaufangebots am 30. Juni 2005 hinsichtlich des &quot;Ob&quot; und &quot;Wie&quot; der durchzuf&uuml;hrenden Ma&szlig;nahmen gegen&uuml;ber der Ver&auml;u&szlig;erin noch frei war, obwohl zu diesem Zeitpunkt der Vertrag vom 24. Januar 2005 bereits abgeschlossen war. Entgegen der Ansicht der Antragstellerin steht es dem Vorliegen eines einheitlichen Erwerbsgegenstands nicht entgegen, dass die Antragstellerin bei der Planung der vereinbarten Umbau-, Erneuerungs- und Sanierungsarbeiten mitgewirkt und ihre Vorstellungen eingebracht oder die Planung sogar veranlasst haben soll (vgl. BFH-Urteile vom 26. August 1992 II R 100\/89, BFH\/NV 1993, 563, und vom 11. Mai 1994 II R 62\/91, BFH\/NV 1994, 901; Sack in Boruttau, Grunderwerbsteuergesetz, 15. Aufl., &sect; 9 Rz 167b).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Steuerbescheids wegen einer gemeinschaftsrechtlich unzul&auml;ssigen Belastung mit Grunderwerbsteuer und Umsatzsteuer bestehen ebenfalls nicht. Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Gemeinschaften verst&ouml;&szlig;t es nicht gegen Gemeinschaftsrecht, wenn beim Erwerb eines Grundst&uuml;cks k&uuml;nftige Bauleistungen in die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer einbezogen werden und somit ein der Umsatzsteuer unterliegender Vorgang zus&auml;tzlich mit dieser weiteren Steuer belegt wird (Beschluss vom 27. November 2008 C-156\/08, Vollkommer, Deutsches Steuerrecht 2009, 223; ebenso bereits BFH-Urteil in BFHE 189, 550, BStBl II 2000, 34).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Die Vollziehung des angefochtenen Grunderwerbsteuerbescheids ist auch nicht wegen einer unbilligen, nicht durch &uuml;berwiegende &ouml;ffentliche Interessen gebotenen H&auml;rte f&uuml;r die Antragstellerin auszusetzen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Eine unbillige und nicht durch &uuml;berwiegende &ouml;ffentliche Interessen gebotene H&auml;rte liegt vor, wenn dem Steuerpflichtigen durch die Vollziehung des angefochtenen Bescheids wirtschaftliche Nachteile drohen, die durch eine etwaige sp&auml;tere R&uuml;ckzahlung der eingezogenen Betr&auml;ge nicht ausgeglichen werden oder nur schwer gutzumachen sind, oder wenn die Vollziehung zu einer Gef&auml;hrdung der wirtschaftlichen Existenz des Steuerpflichtigen f&uuml;hren w&uuml;rde. Auch bei Vorliegen einer unbilligen H&auml;rte kommt eine AdV jedoch nur in Betracht, wenn Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Steuerbescheids nicht ausgeschlossen werden k&ouml;nnen (BFH-Beschl&uuml;sse vom 2. November 2004 XI S 15\/04, BFH\/NV 2005, 490, und vom 2. Juni 2005 III S 12\/05, BFH\/NV 2005, 1834).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Ob die Voraussetzungen einer unbilligen H&auml;rte im vorliegenden Fall erf&uuml;llt sind, kann offen bleiben. Jedenfalls scheidet eine AdV wegen unbilliger H&auml;rte aus, weil Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Steuerbescheids ausgeschlossen werden k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.4.2009, II B 157\/08 Einheitlicher Erwerbsgegenstand bei Abschluss des Bauvertrags vor Wirksamwerden des Grundst&uuml;ckskaufvertrags &#8211; Aussetzung der Vollziehung bei Vorliegen einer unbilligen H&auml;rte Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Antragstellerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Antragstellerin) erhielt von einer KG ein am 27. Dezember 2004 notariell beurkundetes, bis zum 30. 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