{"id":14615,"date":"2012-12-08T13:47:17","date_gmt":"2012-12-08T11:47:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14615"},"modified":"2012-12-08T13:47:17","modified_gmt":"2012-12-08T11:47:17","slug":"viii-b-52-08-nur-greifbar-gesetzwidrige-zurueckweisung-eines-ablehnungsgesuchs-als-verfahrensmangel-ruegbar-hinweis-des-berichterstatters-auf-vorlaeufigen-verfahrensausgang-und-ladung-unter-wahrung-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-52-08-nur-greifbar-gesetzwidrige-zurueckweisung-eines-ablehnungsgesuchs-als-verfahrensmangel-ruegbar-hinweis-des-berichterstatters-auf-vorlaeufigen-verfahrensausgang-und-ladung-unter-wahrung-de\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;52\/08 &#8211; Nur greifbar gesetzwidrige Zur&uuml;ckweisung eines Ablehnungsgesuchs als Verfahrensmangel r&uuml;gbar &#8211; Hinweis des Berichterstatters auf vorl&auml;ufigen Verfahrensausgang und Ladung unter Wahrung der Mindestfrist des &sect; 91 Abs. 1 FGO keine zureichenden Ablehnungsgr&uuml;nde"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.2.2009, VIII B 52\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Nur greifbar gesetzwidrige Zur&uuml;ckweisung eines Ablehnungsgesuchs als Verfahrensmangel r&uuml;gbar &#8211; Hinweis des Berichterstatters auf vorl&auml;ufigen Verfahrensausgang und Ladung unter Wahrung der Mindestfrist des &sect; 91 Abs. 1 FGO keine zureichenden Ablehnungsgr&uuml;nde<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet; die Voraussetzungen f&uuml;r eine Zulassung der Revision wegen Verfahrensm&auml;ngel der angefochtenen Entscheidung nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) liegen nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Soweit der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) in der Mitwirkung der von ihm abgelehnten Richterinnen einen Verfahrensmangel sieht, kommt eine Zulassung der Revision nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO schon deshalb nicht in Betracht, weil die Befangenheitsantr&auml;ge durch das Finanzgericht (FG) abgelehnt wurden und eine solche Ablehnung nach &sect; 128 Abs. 2 FGO unanfechtbar ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach &sect; 124 Abs. 2 FGO unterliegen dem Endurteil vorausgegangene Entscheidungen, die nach der FGO unanfechtbar sind, nicht der Beurteilung der Revision. Daher kann eine Nichtzulassungsbeschwerde grunds&auml;tzlich nicht auf die Ablehnung eines Befangenheitsgesuchs gest&uuml;tzt werden (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 13. Januar 2003 III B 51\/02, BFH\/NV 2003, 640). Allerdings schlie&szlig;t &sect; 124 Abs. 2 FGO die R&uuml;ge solcher Verfahrensm&auml;ngel nicht aus, die als Folge der beanstandeten Vorentscheidung fortwirken und damit dem angefochtenen Urteil anhaften, sofern die Vorentscheidung gegen das Willk&uuml;rverbot verst&ouml;&szlig;t oder ein Verfahrensgrundrecht verletzt wird, wie der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r oder auf den gesetzlichen Richter (BFH-Urteil vom 21. Februar 1980 V R 71-73\/79, BFHE 130, 157, BStBl II 1980, 457, 458; BFH-Beschluss vom 25. November 1999 VII B 140\/99, BFH\/NV 2000, 589, 590). Ein solcher Versto&szlig; durch die Zur&uuml;ckweisung eines Ablehnungsgesuchs kann indessen nur dann als Verfahrensmangel nach &sect;&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3, 119 Nr. 1 FGO geltend gemacht werden (vgl. Begr&uuml;ndung zum Zweiten Gesetz zur &Auml;nderung der Finanzgerichtsordnung und anderer Gesetze vom 19. Dezember 2000 zu Art. 1 Nr. 18 in BTDrucks 14\/4061, S. 11 f.; Spindler, Der Betrieb 2001, 61, 62; ferner BFH-Beschluss vom 19. August 2002 VIII B 112\/02, BFH\/NV 2003, 65, unter Bezugnahme auf Gr&auml;ber\/ Ruban, Finanzgerichtsordnung, 5. Aufl., &sect; 128 Rz 9 und &sect; 119 Rz 9), wenn der Beschluss &uuml;ber die Zur&uuml;ckweisung des Ablehnungsgesuchs nicht nur fehlerhaft, sondern greifbar gesetzwidrig und damit willk&uuml;rlich ist (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 21. Oktober 1999 VII R 15\/99, BFHE 190, 47, BStBl II 2000, 88; in BFH\/NV 2003, 640; Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 119 Rz 9).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Nach &sect; 51 Abs. 1 Satz 1 FGO i.V.m. &sect; 42 der Zivilprozessordnung kann ein Richter wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt werden, wenn ein Grund vorliegt, der geeignet ist, Misstrauen gegen die Unparteilichkeit des Richters zu rechtfertigen. Ein derartiger Grund ist gegeben, wenn ein Beteiligter von seinem Standpunkt aus, jedoch nach Ma&szlig;gabe einer vern&uuml;nftigen, objektiven Betrachtung, davon ausgehen kann, der Richter werde nicht unvoreingenommen entscheiden. Verfahrensverst&ouml;&szlig;e oder sonstige Rechtsfehler eines Richters bilden &#8211;selbst wenn sie objektiv vorliegen&#8211; grunds&auml;tzlich keinen Ablehnungsgrund.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Es kommt nicht darauf an, ob die Entscheidung wirklich durch Voreingenommenheit beeinflusst wird. Zureichende Ablehnungsgr&uuml;nde liegen allerdings nicht bereits darin, dass sich ein Richter als Berichterstatter vor dem Abschluss der m&uuml;ndlichen Verhandlung eine vorl&auml;ufige Meinung &uuml;ber den &#8211;f&uuml;r den Kl&auml;ger ung&uuml;nstigen&#8211; Ausgang des Klageverfahrens gebildet hat, sie dem Kl&auml;ger bzw. dessen Prozessvertreter bekannt gibt und damit die Bitte verbindet, eine Klager&uuml;cknahme zu erw&auml;gen. Dies entspricht der Pflicht des Gerichts, den Verfahrensfortgang zu f&ouml;rdern. Derartige richterliche Hinweise &uuml;ber den voraussichtlichen Verfahrensausgang liegen im Allgemeinen im wohl verstandenen Interesse der Beteiligten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Die Erw&auml;gungen des FG im Beschluss vom 9. Oktober 2007, mit dem es das Ablehnungsgesuch des Kl&auml;gers gegen die abgelehnten Richterinnen zur&uuml;ckgewiesen hat, orientieren sich erkennbar an dieser Rechtsprechung und sind insbesondere auch auf der Grundlage der dienstlichen &Auml;u&szlig;erungen, die in positiver wie in negativer Hinsicht zu ber&uuml;cksichtigen sind (vgl. BFH-Beschluss vom 26. August 1997 VII B 80\/97, BFH\/NV 1998, 463), keineswegs v&ouml;llig unvertretbar. Dies gilt insbesondere f&uuml;r die Ladung zur m&uuml;ndlichen Verhandlung unter Wahrung der gesetzlichen Mindestfrist in &sect; 91 Abs. 1 FGO, deren Bemessung die Auffassung des Gesetzgebers zum Ausdruck bringt, sie reiche grunds&auml;tzlich zur Wahrung der verfahrensm&auml;&szlig;igen Rechte der Beteiligten aus. Eine unter Wahrung dieser Frist vorgenommene Ladung ist danach grunds&auml;tzlich nicht geeignet, f&uuml;r sich genommen bei den Beteiligten eine berechtigte Besorgnis der Befangenheit gegen die die Ladung veranlassenden Richter auszul&ouml;sen. Auch im &Uuml;brigen sind keine Anhaltspunkte f&uuml;r eine greifbar gesetzwidrige, zu einer Verletzung des Rechts auf den gesetzlichen Richter f&uuml;hrende Zur&uuml;ckweisung des Ablehnungsgesuchs feststellbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Soweit der Kl&auml;ger eine Fehlerhaftigkeit der Gesch&auml;ftsverteilung des FG und damit eine vorschriftswidrige Besetzung der Richterbank r&uuml;gt (&sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO), fehlt es schon an dem ihm obliegenden Vortrag konkreter Tatsachen, die geeignet erscheinen, eine fehlerhafte Besetzung des Gerichts darzutun (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 10. Mai 1996 V R 53\/95, BFH\/NV 1997, 37; vom 19. Dezember 2000 IX R 29\/00, BFH\/NV 2001, 638), zumal nicht jeder Fehler bei der Besetzung der Richterbank zu einem Versto&szlig; gegen das Gebot des gesetzlichen Richters (Art. 101 Abs. 1 Satz 2 des Grundgesetzes) f&uuml;hrt (vgl. Senatsbeschluss in BFHE 190, 47, 56, BStBl II 2000, 88, 92).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.2.2009, VIII B 52\/08 Nur greifbar gesetzwidrige Zur&uuml;ckweisung eines Ablehnungsgesuchs als Verfahrensmangel r&uuml;gbar &#8211; Hinweis des Berichterstatters auf vorl&auml;ufigen Verfahrensausgang und Ladung unter Wahrung der Mindestfrist des &sect; 91 Abs. 1 FGO keine zureichenden Ablehnungsgr&uuml;nde Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet; die Voraussetzungen f&uuml;r eine Zulassung der Revision wegen Verfahrensm&auml;ngel der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-52-08-nur-greifbar-gesetzwidrige-zurueckweisung-eines-ablehnungsgesuchs-als-verfahrensmangel-ruegbar-hinweis-des-berichterstatters-auf-vorlaeufigen-verfahrensausgang-und-ladung-unter-wahrung-de\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;B&nbsp;52\/08 &#8211; Nur greifbar gesetzwidrige Zur&uuml;ckweisung eines Ablehnungsgesuchs als Verfahrensmangel r&uuml;gbar &#8211; Hinweis des Berichterstatters auf vorl&auml;ufigen Verfahrensausgang und Ladung unter Wahrung der Mindestfrist des &sect; 91 Abs. 1 FGO keine zureichenden Ablehnungsgr&uuml;nde<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14615","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14615","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14615"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14615\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14615"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14615"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14615"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}