{"id":14670,"date":"2012-12-08T14:20:28","date_gmt":"2012-12-08T12:20:28","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14670"},"modified":"2012-12-08T14:20:28","modified_gmt":"2012-12-08T12:20:28","slug":"ix-b-120-08-nichtzulassungsbeschwerde-postzustellungsurkunde-ohne-unterschrift-afaa-und-abbruchkosten-bei-erwerb-ohne-abbruchabsicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-120-08-nichtzulassungsbeschwerde-postzustellungsurkunde-ohne-unterschrift-afaa-und-abbruchkosten-bei-erwerb-ohne-abbruchabsicht\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;120\/08 &#8211; Nichtzulassungsbeschwerde: Postzustellungsurkunde ohne Unterschrift &#8211; AfaA und Abbruchkosten bei Erwerb ohne Abbruchabsicht"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.3.2009, IX B 120\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Nichtzulassungsbeschwerde: Postzustellungsurkunde ohne Unterschrift &#8211; AfaA und Abbruchkosten bei Erwerb ohne Abbruchabsicht<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Der vom Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) allein geltend gemachte Zulassungsgrund liegt nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. a) Die Beschwerde ist rechtzeitig innerhalb der Frist des &sect; 116 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) beim Bundesfinanzhof (BFH) eingegangen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zugestellt wird gem&auml;&szlig; &sect; 53 Abs. 2 FGO nach den Vorschriften der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211; (&sect; 176, &sect; 178, &sect; 180 ZPO). Die Postzustellungsurkunde &uuml;ber das zuzustellende Urteil des Finanzgerichts (FG) enth&auml;lt jedoch nicht die nach &sect; 182 Abs. 2 Nr. 8 ZPO erforderliche Unterschrift, sondern nur ein Handzeichen (Paraphe) der Zustellerin (zum Unterschriftserfordernis vgl. Urteile des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 10. Juli 1997 IX ZR 24\/97, Neue Juristische Wochenschrift 1997, 3380, Deutsches Steuerrecht 1997, 1653; vom 15. November 2006 IV ZR 122\/05, NJW-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht &#8211;NJW-RR&#8211; 2007, 351, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2007, 504). Das f&uuml;hrt aber nach der Neufassung der Zustellungsvorschriften durch das Zustellungsreformgesetz (vom 25. Juni 2001, BGBl I 2001, 1206) nicht zur Unwirksamkeit der Zustellung (vgl. BGH-Urteil vom 19. Juli 2007 I ZR 136\/05, Monatsschrift f&uuml;r Deutsches Recht 2008, 161, NJW-RR 2008, 218; zur alten Rechtslage s. BFH-Beschluss vom 20. Oktober 1999 V R 36\/99, BFH\/NV 2000, 466), sondern das FG-Urteil gilt nach &sect; 189 ZPO in dem Zeitpunkt als zugestellt, in dem es der betreffenden Person tats&auml;chlich zugegangen ist. Das ist vorliegend Montag, der 26. Mai 2008; die Monatsfrist des &sect; 116 Abs. 2 FGO lief daher erst am 26. Juni 2008 ab, an dem auch die Beschwerdeschrift eingegangen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Einer Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach &sect; 56 FGO bedarf es daher insoweit nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Wegen der Vers&auml;umung der Begr&uuml;ndungsfrist (&sect; 116 Abs. 3 S&auml;tze 1 und 2 FGO) wird dem Kl&auml;ger Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach &sect; 56 FGO gew&auml;hrt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Eine Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alt. FGO ist im Streitfall nicht erforderlich; die ger&uuml;gte Divergenz zum BFH-Beschluss vom 12. Juni 1978 GrS 1\/77 (BFHE 125, 516, BStBl II 1978, 620) und &#8211;in dessen Folge&#8211; zu den BFH-Urteilen vom 4. Dezember 1984 IX R 5\/79 (BFHE 142, 477, BStBl II 1985, 208), vom 20. April 1993 IX R 122\/88 (BFHE 171, 234, BStBl II 1993, 504), vom 6. Dezember 1995 X R 116\/91 (BFHE 179, 331, BStBl II 1996, 358) und vom 31. M&auml;rz 1998 IX R 26\/96 (BFH\/NV 1998, 1212) liegt nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH (s. vorstehend, insbes. Beschluss in BFHE 125, 516, BStBl II 1978, 620) kommt es f&uuml;r eine Ber&uuml;cksichtigung von Absetzungen f&uuml;r au&szlig;ergew&ouml;hnliche Abnutzung (AfaA) und Abrisskosten als Werbungskosten statt als Herstellungskosten darauf an, dass das abgerissene Geb&auml;ude nicht in der Abbruchabsicht erworben wurde. Die Unterscheidung danach, ob das Geb&auml;ude mit oder ohne Abbruchabsicht erworben wurde, hat der Gro&szlig;e Senat des BFH (in BFHE 125, 516, BStBl II 1978, 620, unter D.II.1.b) vor dem Hintergrund der bisherigen Nutzung des abgerissenen Geb&auml;udes getroffen. Wurde daher das sp&auml;ter abgerissene Geb&auml;ude zuvor in einkommensteuerrechtlich bedeutsamer Weise genutzt, bleibt diese vorherige Nutzung des (abgebrochenen) Objekts ma&szlig;geblich f&uuml;r die Abziehbarkeit, der Zusammenhang des Abbruchvorgangs mit der Herstellung eines neuen Geb&auml;udes tritt in den Hintergrund. Denn bei einem Erwerb des Objekts ohne Abbruchabsicht ist das sp&auml;tere Motiv des Steuerpflichtigen f&uuml;r den Abbruch grunds&auml;tzlich unerheblich. Das schlie&szlig;t es aber nach der BFH-Rechtsprechung nicht aus, dass der Abzug von AfaA und Abbruchkosten als Werbungskosten ausscheidet, wenn sie ausschlie&szlig;lich oder ganz &uuml;berwiegend durch eine nachfolgende Ver&auml;u&szlig;erung des Grundst&uuml;cks oder die geplante Selbstnutzung des Neubaus veranlasst sind (vgl. BFH-Urteile vom 6. M&auml;rz 1979 VIII R 110\/74, BFHE 127, 510, BStBl II 1979, 551; vom 26. Juni 2001 IX R 22\/98, BFH\/NV 2002, 16; BFH-Beschluss vom 13. Dezember 2000 IX B 106\/00, BFH\/NV 2001, 766; gl.A. Siebenh&uuml;ter in Herrmann\/ Heuer\/Raupach, &sect; 9 EStG Rz 750 &quot;Abbruchkosten&quot; a.E.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Nach den nicht mit zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Verfahrensr&uuml;gen angegriffenen und damit den Senat bindenden tats&auml;chlichen Feststellungen des FG (vgl. &sect; 118 Abs. 2 FGO) hat der Kl&auml;ger das Mehrfamilienhaus (Objekt) &#8211;unstreitig&#8211; ohne Abbruchabsicht erworben, und es f&uuml;hrten die w&auml;hrend der Vermietungszeit eingetretenen Sch&auml;den nicht zu einem technischen oder wirtschaftlichen Verbrauch des Objekts, das deshalb noch als sanierungsf&auml;hig anzusehen war; Gegenteiliges wie auch eine AfaA rechtfertigende Sch&auml;den und M&auml;ngel konnte der Kl&auml;ger nicht zur &Uuml;berzeugung des FG nachweisen. Auf der Basis dieser Feststellungen und in Beachtung der vorstehend wiedergegebenen Rechtsprechungsgrunds&auml;tze ist das FG unter W&uuml;rdigung der Umst&auml;nde des Streitfalles zu dem Ergebnis gelangt, dass der Abriss des Objekts &quot;nicht durch die (vorherige) Vermietungst&auml;tigkeit des Kl&auml;gers veranlasst&quot; war.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Insbesondere sei der Abriss durch die Vorg&auml;nge nach Ende der Vermietung (Planung f&uuml;r Neubau eines &#8211;dann selbstgenutzten&#8211; Einfamilienhauses Ende 2000, Bauantrag f&uuml;r Neubau, Architekten-Empfehlung zu Abriss und Neubau jeweils im M&auml;rz 2001) bestimmt gewesen. Diese (m&ouml;gliche) W&uuml;rdigung w&auml;re auch revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Entsprechend ist eine Vorlage an den Gro&szlig;en Senat des BFH nicht angezeigt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.3.2009, IX B 120\/08 Nichtzulassungsbeschwerde: Postzustellungsurkunde ohne Unterschrift &#8211; AfaA und Abbruchkosten bei Erwerb ohne Abbruchabsicht Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. 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