{"id":14676,"date":"2012-12-08T13:47:55","date_gmt":"2012-12-08T11:47:55","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14676"},"modified":"2012-12-08T13:47:55","modified_gmt":"2012-12-08T11:47:55","slug":"vii-r-31-08-keine-wiedereinsetzung-bei-mangelhafter-ueberpruefung-des-eingangsstempels-zustellungsumschlag-als-bestandteil-der-handakte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-31-08-keine-wiedereinsetzung-bei-mangelhafter-ueberpruefung-des-eingangsstempels-zustellungsumschlag-als-bestandteil-der-handakte\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;31\/08 &#8211; Keine Wiedereinsetzung bei mangelhafter &Uuml;berpr&uuml;fung des Eingangsstempels &#8211; Zustellungsumschlag als Bestandteil der Handakte"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.1.2009, VII R 31\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Wiedereinsetzung bei mangelhafter &Uuml;berpr&uuml;fung des Eingangsstempels &#8211; Zustellungsumschlag als Bestandteil der Handakte<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) hat gegen das Urteil des Finanzgerichts, durch das seine Klage abgewiesen worden ist, die von dem beschlie&szlig;enden Senat durch Beschluss vom 18. Juli 2008 zugelassene Revision beim Bundesfinanzhof (BFH) mit hier eingegangenem Schriftsatz vom 3. September 2008 begr&uuml;ndet. Der Zulassungsbeschluss war dem Bevollm&auml;chtigten des Kl&auml;gers am 1. August 2008 mit Postzustellungsurkunde zugestellt worden. Nach ihm am 17. September 2008 zugestelltem Hinweis des Vorsitzenden des Senats auf die versp&auml;tete Begr&uuml;ndung der Revision ist mit am 19. September 2008 eingegangenen Schriftsatz Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen der vers&auml;umten Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist beantragt worden. Zur Begr&uuml;ndung seines Antrags tr&auml;gt der Bevollm&auml;chtigte des Kl&auml;gers im Wesentlichen vor, der vorgenannte Zulassungsbeschluss habe in seinem B&uuml;ro den &#8211;unzutreffenden&#8211; Eingangsstempel &quot;4.08.2008&quot; erhalten. Es lasse sich nicht aufkl&auml;ren, wie es dazu gekommen sei. Die mit der Ermittlung und Eintragung der Fristen beauftragte, sorgf&auml;ltig ausgew&auml;hlte und geschulte Kanzleimitarbeiterin habe nicht bemerkt, dass der Beschluss tats&auml;chlich bereits am 1. August 2008 zugestellt worden ist, und dementsprechend den Ablauf der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist einschlie&szlig;lich der beiden in der Kanzlei notierten Vorfristen unzutreffend berechnet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist unzul&auml;ssig und daher nach &sect; 126 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zu verwerfen. Der Kl&auml;ger, der sich das Handeln seines Bevollm&auml;chtigten zurechnen lassen muss, hat die Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist des &sect; 120 Abs. 2 Satz 1&nbsp;&nbsp;2. Halbsatz FGO vers&auml;umt. Wiedereinsetzung in den vorigen Stand kann ihm nach &sect; 56 Abs. 1 FGO nicht gew&auml;hrt werden, weil sein Bevollm&auml;chtigter nicht ohne Verschulden verhindert war, die Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist einzuhalten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zwar hat der Bevollm&auml;chtigte des Kl&auml;gers substantiiert und glaubhaft vorgetragen, dass die Behandlung von Fristsachen in seiner Kanzlei so organisiert ist, dass die Vers&auml;umung von Fristen soweit irgend m&ouml;glich vermieden wird, insbesondere die in diesem Zusammenhang in erster Linie verantwortliche B&uuml;rokraft sorgf&auml;ltig ausgew&auml;hlt und geschult ist und bisher fehlerfrei gearbeitet hat. Das rechtfertigt indes eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nicht, weil sich der Bevollm&auml;chtigte des Kl&auml;gers, der bearbeitende Rechtsanwalt, eigenes Verschulden vorwerfen lassen muss. Denn es geh&ouml;rte zu seinen Aufgaben, bei der Bearbeitung der Sache eigenst&auml;ndig den Ablauf der Rechtsmittelbegr&uuml;ndungsfrist zu pr&uuml;fen. Er durfte sich nicht blindlings auf den von seinen Kanzleimitarbeitern dem Zulassungsbeschluss des Senats verliehenen Eingangsstempel verlassen, sondern musste, was ohne Weiteres und ohne besonderen Zeitaufwand m&ouml;glich gewesen w&auml;re, pr&uuml;fen, ob das dort angegebene Datum mit dem von dem Postbediensteten auf dem Zustellungsumschlag eingetragenen Zustellungsdatum &uuml;bereinstimmt; dieser Umschlag d&uuml;rfte sich in der ihm vorgelegten Handakte befunden haben oder h&auml;tte sich zumindest bei ordnungsgem&auml;&szlig;er B&uuml;roorganisation dort befinden m&uuml;ssen (vgl. BFH-Urteil vom 19. Februar 1993 VI R 70\/92, BFH\/NV 1993, 552; Beschluss des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 22. Mai 1984 VI ZR 49\/84, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1985, 193).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ob der Bevollm&auml;chtigte des Kl&auml;gers eine solche eigenst&auml;ndige Pr&uuml;fungspflicht bereits h&auml;tte erf&uuml;llen m&uuml;ssen, als ihm der Vorgang mit dem Zustellungsbeschluss des Senats erstmals vorgelegt wurde (verneinend BGH-Beschluss vom 11. Februar 2004 XII ZB 263\/03, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Familienrecht 2004, 696, mit zahlreichen Nachweisen), kann hier dahinstehen. Denn der Bevollm&auml;chtigte des Kl&auml;gers h&auml;tte eine solche Pr&uuml;fung jedenfalls in dem Zeitpunkt vornehmen m&uuml;ssen, in dem ihm der Vorgang zur Bearbeitung der Revisionsbegr&uuml;ndungsschrift vorgelegt wurde. Nach seinem eigenen Vortrag war die Bearbeitung etwa eine Woche vor Fristablauf &#8211;die (letzte) Vorfrist war auf den 28. August 2008 notiert&#8211; in dem Sinne abgeschlossen, dass die Revisionsbegr&uuml;ndung fertig diktiert war. Damit bestand hinreichend Gelegenheit zur &Uuml;berpr&uuml;fung des Zustellungsdatums. Der Senat muss deshalb davon ausgehen, dass f&uuml;r die Fristvers&auml;umnis allein urs&auml;chlich war, dass der Prozessbevollm&auml;chtigte des Kl&auml;gers die Richtigkeit des durch den Eingangsstempel der Kanzlei beurkundeten Zustellungsdatums entgegen seiner Verpflichtung aufgrund der oben angef&uuml;hrten Rechtsprechung &uuml;berhaupt nicht gepr&uuml;ft hat &#8211;wie er es in seinem Wiedereinsetzungsantrag sinngem&auml;&szlig; auch selbst zugesteht&#8211;, obwohl ihm dies ohne Weiteres m&ouml;glich gewesen w&auml;re und er auf den versp&auml;teten Eingang der Revisionsbegr&uuml;ndung erst durch den Hinweis des BFH aufmerksam geworden ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.1.2009, VII R 31\/08 Keine Wiedereinsetzung bei mangelhafter &Uuml;berpr&uuml;fung des Eingangsstempels &#8211; Zustellungsumschlag als Bestandteil der Handakte Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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