{"id":14709,"date":"2012-12-08T13:54:15","date_gmt":"2012-12-08T11:54:15","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14709"},"modified":"2012-12-08T13:54:15","modified_gmt":"2012-12-08T11:54:15","slug":"x-b-38-08-verletzung-des-anspruchs-auf-rechtliches-gehoer-einwaende-gegen-die-richtigkeit-der-schaetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-38-08-verletzung-des-anspruchs-auf-rechtliches-gehoer-einwaende-gegen-die-richtigkeit-der-schaetzung\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;38\/08 &#8211; Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r &#8211; Einw&auml;nde gegen die Richtigkeit der Sch&auml;tzung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.3.2009, X B 38\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r &#8211; Einw&auml;nde gegen die Richtigkeit der Sch&auml;tzung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat keinen Erfolg. Keiner der nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) geltend gemachten Verfahrensfehler liegt vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Ein Verfahrensmangel liegt nicht darin, dass die Nichtzulassung der Revision in der Urteilsformel nicht ausgesprochen wurde. Nach &sect; 115 Abs. 1 FGO findet die Revision nur statt, wenn das Finanzgericht (FG) oder auf Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Bundesfinanzhof (BFH) diese zugelassen hat. Enth&auml;lt die Entscheidung des FG keinen Ausspruch &uuml;ber die Zulassung der Revision, so ist sie versagt (st&auml;ndige Rechtsprechung des BFH, vgl. Beschluss vom 21. M&auml;rz 1995 VIII R 7\/95, BFH\/NV 1995, 995, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Auch eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r (&sect; 96 Abs. 2 FGO) liegt nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die Kl&auml;ger r&uuml;gen, das FG habe gegen das Verbot einer &Uuml;berraschungsentscheidung versto&szlig;en. Es habe seine Entscheidung zur Sch&auml;tzung darauf gest&uuml;tzt, dass die Buchf&uuml;hrung der Kl&auml;ger der Besteuerung nicht zugrunde gelegt werden k&ouml;nne, da diese formell und materiell derart mangelhaft gewesen sei, dass sie zur G&auml;nze zu verwerfen gewesen sei. In den Gespr&auml;chen im Rahmen der Au&szlig;enpr&uuml;fung und auch in der Verhandlung vor dem FG sei aber nur die Beibringung der entsprechenden Nachweise f&uuml;r die Darlehn aus Griechenland thematisiert worden, und nicht die H&ouml;he der Zusch&auml;tzung. Deshalb sei es im Rahmen des rechtlichen Geh&ouml;rs geboten gewesen, den Kl&auml;gern Gelegenheit zu geben, hierzu im Einzelnen noch vorzutragen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Das rechtliche Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211; i.V.m. &sect; 96 Abs. 2 FGO) gew&auml;hrleistet den Verfahrensbeteiligten die M&ouml;glichkeit, sich zu Tatsachen und Beweisergebnissen zu &auml;u&szlig;ern, die der gerichtlichen Entscheidung zugrunde gelegt werden sollen (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 11. Oktober 1978&nbsp;&nbsp;2 BvR 214\/76, BVerfGE 49, 325). Die Verfahrensbeteiligten werden durch Art. 103 Abs. 1 GG auch davor gesch&uuml;tzt, dass das Gericht ihnen den Vortrag zur Rechtslage dadurch abschneidet, dass es ohne vorherigen Hinweis auf einen nicht vorhersehbaren rechtlichen Gesichtspunkt abstellt (vgl. Beschluss des BVerfG vom 19. Mai 1992&nbsp;&nbsp;1 BvR 986\/91, BVerfGE 86, 133, 144; BFH-Urteil vom 23. September 1999 VI R 106\/98, BFH\/NV 2000, 448, m.w.N.). Andererseits verlangt der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r nicht, dass das Gericht die ma&szlig;geblichen rechtlichen Gesichtspunkte mit den Beteiligten umfassend er&ouml;rtert (vgl. BFH-Urteile vom 25. Februar 1976 I R 77\/74, BFHE 118, 361, BStBl II 1976, 431; vom 31. Juli 1991 VIII R 23\/89, BFHE 165, 398, BStBl II 1992, 375). Der Anspruch auf Schutz vor &Uuml;berraschungsentscheidungen ist daher nicht schon dann verletzt, wenn das FG rechtliche Gesichtspunkte, die im bisherigen Verfahren nicht im Vordergrund standen, in der Entscheidung als ma&szlig;gebend herausstellt (Beschluss des BVerfG vom 14. April 1978&nbsp;&nbsp;2 BvR 238\/78, Steuerrechtsprechung in Karteiform, Grundgesetz, Art. 103 Abs. 1, Rechtsspruch 160; BFH-Urteil vom 14. M&auml;rz 1989 I R 105\/88, BFHE 157, 72, BStBl II 1989, 741). Ein Versto&szlig; kommt allerdings dann in Betracht, wenn das Gericht einen bis dahin nicht er&ouml;rterten rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkt zur Grundlage seiner Entscheidung gemacht hat und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gegeben hat, mit der die Beteiligten nach dem bisherigen Verlauf des Verfahrens nicht zu rechnen brauchten (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 119 Rz 10a, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Das Vorbringen der Kl&auml;ger rechtfertigt nicht die Annahme eines Verfahrensfehlers. Das FG hat den Kl&auml;gern in ausreichendem Ma&szlig; rechtliches Geh&ouml;r gew&auml;hrt. Im Rahmen der m&uuml;ndlichen Verhandlung wurde ausdr&uuml;cklich der Umstand angesprochen, dass der Kl&auml;ger f&uuml;r die im Streit stehenden Jahre keine Kassenbelege oder Tagesendbons vorlegen konnte. Damit musste es f&uuml;r den sachkundig vertretenen Kl&auml;ger naheliegen, dass das FG seine Buchf&uuml;hrung nicht als ordnungsgem&auml;&szlig; ansehen und zu einer Sch&auml;tzung gem&auml;&szlig; &sect; 162 Abs. 2 Satz 2 der Abgabenordnung (AO) kommen w&uuml;rde. Einwendungen gegen die H&ouml;he der Sch&auml;tzung mussten sich daher aufdr&auml;ngen; sie sind jedoch seitens der Kl&auml;ger unterblieben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die von den Kl&auml;gern gegen die H&ouml;he der Sch&auml;tzung des FG erhobenen Einw&auml;nde verm&ouml;gen die Zulassung der Revision ebenfalls nicht zu begr&uuml;nden. Sie haben einen erheblichen Rechtsanwendungsfehler des FG bei der Sch&auml;tzung des Gewinns, der gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO zur Zulassung der Revision f&uuml;hren k&ouml;nnte (Senatsbeschl&uuml;sse vom 24. Oktober 2007 X B 126\/07, nicht ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;; vom 16. Januar 2007 X B 38\/06, BFH\/NV 2007, 757), nicht hinreichend dargelegt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die R&uuml;ge der falschen Rechtsanwendung und tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung des Streitfalles durch das FG im Rahmen einer Sch&auml;tzung ist im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren grunds&auml;tzlich unbeachtlich (Senatsbeschluss vom 17. Februar 2004 X B 142\/03, n.v.). Dies gilt insbesondere f&uuml;r Einw&auml;nde gegen die Richtigkeit von Steuersch&auml;tzungen (Verst&ouml;&szlig;e gegen anerkannte Sch&auml;tzungsgrunds&auml;tze, Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze sowie materielle Rechtsfehler, vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 31. Juli 2007 X B 36\/07, n.v.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Ein zur Zulassung der Revision berechtigender erheblicher Rechtsfehler aufgrund objektiver Willk&uuml;r kann allenfalls in F&auml;llen bejaht werden, in denen das Sch&auml;tzungsergebnis des FG wirtschaftlich unm&ouml;glich und damit schlechthin unvertretbar ist (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 69, m.w.N.). Ein Versto&szlig; gegen Denkgesetze f&uuml;hrt bei Sch&auml;tzungen erst zur Zulassung der Revision wegen willk&uuml;rlich falscher Rechtsanwendung, wenn sich das Ergebnis der Sch&auml;tzung als offensichtlich realit&auml;tsfremd darstellt (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 69, m.w.N.). Das Vorliegen dieser besonderen Umst&auml;nde ist in der Beschwerdeschrift darzulegen (Senatsbeschluss vom 9. August 2007 X B 218\/06, BFH\/NV 2007, 2273).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass die f&uuml;r den Kl&auml;ger nach Hinzusch&auml;tzung vom FG ermittelten Gewinne seines Bistros in den Streitjahren willk&uuml;rlich hoch und realit&auml;tsfremd sind, wurden weder vorgetragen noch sind sie erkennbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.3.2009, X B 38\/08 Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r &#8211; Einw&auml;nde gegen die Richtigkeit der Sch&auml;tzung Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat keinen Erfolg. 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