{"id":14753,"date":"2012-12-08T14:20:25","date_gmt":"2012-12-08T12:20:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14753"},"modified":"2012-12-08T14:20:25","modified_gmt":"2012-12-08T12:20:25","slug":"xi-b-40-08-verfahrensfehler-ordnungsgemaesser-beweisantritt-fehlen-von-entscheidungsgruenden-versagung-des-vorsteuerabzugs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-40-08-verfahrensfehler-ordnungsgemaesser-beweisantritt-fehlen-von-entscheidungsgruenden-versagung-des-vorsteuerabzugs\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;40\/08 &#8211; Verfahrensfehler &#8211; Ordnungsgem&auml;&szlig;er Beweisantritt &#8211; Fehlen von Entscheidungsgr&uuml;nden &#8211; Versagung des Vorsteuerabzugs"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.3.2009, XI B 40\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Verfahrensfehler &#8211; Ordnungsgem&auml;&szlig;er Beweisantritt &#8211; Fehlen von Entscheidungsgr&uuml;nden &#8211; Versagung des Vorsteuerabzugs<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ist die Revision zuzulassen, wenn ein Verfahrensmangel geltend gemacht wird und vorliegt, auf dem die Entscheidung beruhen kann.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Das Finanzgericht (FG) hat mit der Ablehnung des Beweisantrags auf Vernehmung von Gesch&auml;ftspartnern der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) nicht gegen die Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO) versto&szlig;en.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Aus der Niederschrift &uuml;ber die &ouml;ffentliche Sitzung des FG vom 24. Januar 2008 ergibt sich der Antrag der Kl&auml;gerin, zur Feststellung, dass es sich um eine Vermittlungsleistung gehandelt hat, &quot;die jeweiligen Gesch&auml;ftspartner der Kl&auml;gerin zu vernehmen (der B GmbH und H GmbH)&quot;.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Nach &sect; 82 FGO i.V.m. &sect; 373 der Zivilprozessordnung (ZPO) wird der Zeugenbeweis durch die Benennung der Zeugen und die Bezeichnung der Tatsachen, &uuml;ber welche die Vernehmung der Zeugen stattfinden soll, angetreten. Da als Zeugen nur namentlich bezeichnete nat&uuml;rliche Personen vernommen werden k&ouml;nnen, wurde mit der Angabe des Firmennamens von juristischen Personen (B GmbH, H GmbH) sowie der abstrakten Bezeichnung &quot;Gesch&auml;ftspartner&quot; ein Zeugenbeweis nicht ordnungsgem&auml;&szlig; angetreten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Ein Verfahrensfehler ist auch nicht darin zu sehen, dass das FG weder der Beweisanregung der Kl&auml;gerin gefolgt ist, das Arbeitszimmer in der Wohnung Nr. 19 zu vermessen, noch dem Beweisantrag entsprochen hat, den als Zeugen benannten Herrn X zur unternehmerischen Nutzung des Abstellraums in der Wohnung Nr. 19 zu vernehmen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Dass die unternehmerische Nutzung der Wohnung Nr. 19 lediglich 8,22 % betrage, beruht auf der Annahme eines Arbeitszimmers mit der Fl&auml;che von 11,93 qm und einer Wohnfl&auml;che insgesamt von 145,06 qm. Zu diesem Ergebnis ist das FG auf der Grundlage eines Bauplans &quot;DG, Wohnung 19&quot; mit der Eintragung Kind 11,93 qm sowie eines Wohnungsplans des Schreiners Y im Ma&szlig;stab 1:50 gekommen. Soweit die Kl&auml;gerin vortr&auml;gt, die tats&auml;chliche Gr&ouml;&szlig;e des Arbeitszimmers betrage 15,21 qm, wird dies nach dem Plan des Schreiners Y best&auml;tigt. Denn bei einer L&auml;nge von 7,8 cm und einer Breite von ebenfalls 7,8 cm ergibt sich unter Ber&uuml;cksichtigung des o.g. Ma&szlig;stabes eine Grundfl&auml;che von 15,21 qm (3,9 m x 3,9 m). Indem das FG davon ausgegangen ist, dass die Gr&ouml;&szlig;e des Arbeitszimmers im Plan des Schreiners Y lediglich 11,93 qm betrage, hat es zwar ein ihm vorgelegtes Beweismittel (Urkunde) unzutreffend ausgewertet und gew&uuml;rdigt. Dies begr&uuml;ndet jedoch ebenso wenig einen Verfahrensfehler wie die fehlerhafte Auswertung und W&uuml;rdigung eines Gutachtens (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 19. Oktober 1998 XI B 29\/98, BFH\/NV 1999, 607).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Ein entscheidungserheblicher Verfahrensfehler ist auch nicht darin zu sehen, dass das FG die Vernehmung des Zeugen X zur unternehmerischen Nutzung der Abstellkammer abgelehnt hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Die Einvernahme des Zeugen X h&auml;tte zwar nicht schon deshalb abgelehnt werden d&uuml;rfen, weil die Kl&auml;gerin die ladungsf&auml;hige Anschrift des Zeugen im Termin zur m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht angeben konnte. Denn die individualisierende Benennung eines Zeugen ist auch ohne seine ladungsf&auml;hige Anschrift ein den Anforderungen des &sect; 373 ZPO gen&uuml;gender beachtlicher Beweisantritt. Da es sich um ein behebbares Hindernis handelt, h&auml;tte von einer Beweiserhebung erst dann abgesehen werden d&uuml;rfen, wenn das Gericht zur Behebung des Hindernisses fruchtlos eine Frist gesetzt hat (vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 31. M&auml;rz 1993 VIII ZR 91\/92, Neue Juristische Wochenschrift 1993, 1926).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Der Beweisantrag der Kl&auml;gerin war jedoch nicht hinreichend substantiiert. Sie hatte nicht, wie &sect; 373 ZPO dies erfordert, die Tatsachen bezeichnet, &uuml;ber welche die Vernehmung des Zeugen stattfinden soll, sondern ausweislich der Niederschrift X &quot;f&uuml;r die unternehmerische Nutzung des Abstellraums Nr. 19&quot; als Zeugen angeboten. Damit hat die Kl&auml;gerin keine entscheidungserheblichen Tatsachen in das Wissen des von ihr benannten Zeugen gestellt. Denn ob eine unternehmerische Nutzung eines Raumes vorliegt, ergibt sich als Schlussfolgerung aus bestimmten Tatsachen und ist damit eine Frage der Beweisw&uuml;rdigung. Die Beweisw&uuml;rdigung ist Aufgabe des Gerichts und nicht Gegenstand einer Beweisaufnahme durch die Einvernahme von Zeugen. Auch im Rahmen der Nichtzulassungsbeschwerde hat die Kl&auml;gerin keine Tatsachen vorgetragen, die der Zeuge h&auml;tte bekunden k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Entgegen der R&uuml;ge der Kl&auml;gerin ist das angefochtene Urteil mit Gr&uuml;nden versehen. Ein Versto&szlig; gegen &sect; 119 Nr. 6 FGO liegt nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Es ist zwar anerkannt, dass &sect; 119 Nr. 6 FGO auch dann verletzt ist, wenn die Gr&uuml;nde nur zum Teil fehlen. Da die Entscheidungsgr&uuml;nde der Mitteilung der wesentlichen rechtlichen Erw&auml;gungen dienen, die aus der Sicht des Gerichts f&uuml;r die getroffene Entscheidung ma&szlig;geblich waren, fehlen Entscheidungsgr&uuml;nde aber nur dann, wenn nicht mehr erkennbar ist, auf welche rechtlichen Erw&auml;gungen sich die Entscheidung st&uuml;tzt (BFH-Urteil vom 23. Januar 1985 I R 292\/81, BFHE 143, 325, BStBl II 1985, 417).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Im Streitfall hat das FG &quot;unter den oben genannten Grunds&auml;tzen&quot; und damit nach &sect; 15 Abs. 1 Satz 2 des Umsatzsteuergesetzes 1999 einen Vorsteuerabzug versagt, weil die bezogenen Eingangsleistungen nicht in einem objektiven und erkennbaren wirtschaftlichen Zusammenhang mit der unternehmerischen T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin st&uuml;nden. Eine unternehmerische Verwendung im gesetzlich vorgeschriebenen Umfang &#8211;also zu mindestens 10 %&#8211; sei nicht ersichtlich. Dies reicht als Begr&uuml;ndung aus.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Soweit das FG weiter ausf&uuml;hrt, es sei &quot;aufgrund objektiver Anhaltspunkte&quot; davon &uuml;berzeugt, dass die Kl&auml;gerin im Zeitpunkt des Bezugs der Lieferung weder beabsichtigte, die Unterhaltungselektronik zu mindestens 10 % unternehmerisch zu nutzen, noch sie tats&auml;chlich in diesem Umfang genutzt hat, versteht der Senat diese Ausf&uuml;hrungen als Erg&auml;nzung zum ersten Absatz der Begr&uuml;ndung. Daher ist offensichtlich nicht &quot;aufgrund&quot; objektiver Anhaltspunkte gemeint, sondern &quot;mangels&quot; objektiver Anhaltspunkte. Dies wird dadurch best&auml;tigt, dass die Kl&auml;gerin den Vorsteuerabzug aus Eingangsleistungen begehrt. Sie tr&auml;gt daher nach st&auml;ndiger Rechtsprechung die Darlegungs- und Feststellungslast (objektive Beweislast) f&uuml;r die den Vorsteuerabzug begr&uuml;ndenden Tatsachen (vgl. Wagner in S&ouml;lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, &sect; 15 Rz 82, m.w.N.). Tr&auml;gt der Leistungsempf&auml;nger nicht substantiiert Tatsachen zur unternehmerischen Nutzung vor oder weist er diese nicht nach, stellt es keinen Begr&uuml;ndungsmangel i.S. von &sect; 119 Nr. 6 FGO dar, wenn das FG die Versagung des Vorsteuerabzugs damit begr&uuml;ndet, dass objektive Anhaltspunkte f&uuml;r eine unternehmerische Verwendung nicht ersichtlich seien.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.3.2009, XI B 40\/08 Verfahrensfehler &#8211; Ordnungsgem&auml;&szlig;er Beweisantritt &#8211; Fehlen von Entscheidungsgr&uuml;nden &#8211; Versagung des Vorsteuerabzugs Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. 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