{"id":14792,"date":"2012-12-19T15:30:24","date_gmt":"2012-12-19T13:30:24","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14792"},"modified":"2012-12-19T15:30:24","modified_gmt":"2012-12-19T13:30:24","slug":"xi-b-6-09-keine-grundsaetzliche-bedeutung-bei-wuerdigung-der-gesamtumstaende-des-einzelfalls-sachaufklaerungsruege-unterlassen-der-einvernahme-des-geschaeftsfuehrers-der-komplementaerin-der-klaegerin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-6-09-keine-grundsaetzliche-bedeutung-bei-wuerdigung-der-gesamtumstaende-des-einzelfalls-sachaufklaerungsruege-unterlassen-der-einvernahme-des-geschaeftsfuehrers-der-komplementaerin-der-klaegerin\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;6\/09 &#8211; Keine grunds&auml;tzliche Bedeutung bei W&uuml;rdigung der Gesamtumst&auml;nde des Einzelfalls &#8211; Sachaufkl&auml;rungsr&uuml;ge: Unterlassen der Einvernahme des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers der Komplement&auml;rin der Kl&auml;gerin"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.6.2009, XI B 6\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine grunds&auml;tzliche Bedeutung bei W&uuml;rdigung der Gesamtumst&auml;nde des Einzelfalls &#8211; Sachaufkl&auml;rungsr&uuml;ge: Unterlassen der Einvernahme des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers der Komplement&auml;rin der Kl&auml;gerin<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) hat keinen Erfolg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Revision ist nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) und zur Fortbildung des Rechts gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 1 FGO zuzulassen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Wird eine Nichtzulassungsbeschwerde auf grunds&auml;tzliche Bedeutung und die Notwendigkeit einer Fortbildung des Rechts gest&uuml;tzt, so muss in der Beschwerdebegr&uuml;ndung eine bestimmte &#8211;abstrakte&#8211; kl&auml;rungsbed&uuml;rftige und in dem angestrebten Revisionsverfahren auch kl&auml;rbare Rechtsfrage herausgestellt und &#8211;unter Ber&uuml;cksichtigung von Rechtsprechung und Literatur&#8211; deren Bedeutung f&uuml;r die Allgemeinheit substantiiert dargelegt werden (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 116 Rz 26, 32, 38, m.w.N.). Eine grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache liegt nicht vor, wenn die Entscheidung auf der W&uuml;rdigung der Gesamtumst&auml;nde des Einzelfalls beruht (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 6. November 2008 XI B 172\/07, BFH\/NV 2009, 617, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Kl&auml;gerin tr&auml;gt insoweit sinngem&auml;&szlig; vor, die Aufforderung des Finanzgerichts (FG), den bei den &Uuml;berweisungen nicht bezeichneten Zweck dieser Zahlungsfl&uuml;sse zu belegen bzw. n&auml;her zu erl&auml;utern, versto&szlig;e gegen die in &sect; 43a Abs. 2 der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) verankerte Verschwiegenheitspflicht im Hinblick auf das Rechtsanwaltsanderkonto. Zu diesem Problemkreis gebe es bislang lediglich eine Entscheidung, wonach die Beschlagnahme von Unterlagen eines Kreditinstituts &uuml;ber ein Rechtsanwaltsanderkonto unzul&auml;ssig sei (Amtsgericht M&uuml;nster, Beschluss vom 8. August 1997 23 Gs 459\/97, Wertpapier-Mitteilungen\/Zeitschrift f&uuml;r Wirtschafts- und Bankrecht 1998, 1329). Wie im Fall eines Rechtsstreits bez&uuml;glich der Nachweisf&uuml;hrung und der Offenlegung eines Rechtsanwaltsanderkontos zu verfahren sei und in welchem Umfang eine Nachweisf&uuml;hrung zu erfolgen habe, sei bisher noch nicht entschieden worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit diesem Vorbringen hat die Kl&auml;gerin weder eine Rechtsfrage von grunds&auml;tzlicher Bedeutung, noch die Notwendigkeit einer Fortbildung des Rechts schl&uuml;ssig dargelegt. Denn es fehlt jegliche Auseinandersetzung mit der Frage, weshalb insoweit keine Entbindung von der in &sect; 43a Abs. 2 BRAO normierten Verschwiegenheitspflicht in Betracht kam (vgl. zur Beweisw&uuml;rdigung bei Versagung der Entbindung von der Verschwiegenheitspflicht z.B. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 20. April 1983 VIII ZR 46\/82, Der Betrieb 1983, 1921).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die geltend gemachten Verfahrensfehler i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO liegen gleichfalls nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Mit dem Vorbringen, das FG habe ihr im Schriftsatz vom September 2008 formuliertes Beweisangebot und ihre schriftliche Versicherung im Schriftsatz vom August 2008 &uuml;bergangen, r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung der dem FG obliegenden Sachaufkl&auml;rungspflicht nach &sect; 76 Abs. 1 FGO.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG hat mit der unterlassenen Einvernahme des angebotenen Zeugen aber keinen Verfahrensfehler begangen, weil es sich bei dem benannten Zeugen um den Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Komplement&auml;rin der Kl&auml;gerin handelte. Dieses Beweisangebot steht einer beantragten Parteieinvernahme gleich, die in einem Steuerprozess nur als &quot;letztes Hilfsmittel&quot; zur Aufkl&auml;rung des Sachverhalts gilt (vgl. BFH-Urteil vom 2. Juli 1998 IV R 39\/97, BFHE 186, 299, BStBl II 1999, 28, unter 5.b; Gr&auml;ber\/Stapperfend, a.a.O., &sect; 76 Rz 26, m.w.N.). Die Beteiligtenvernehmung ist nicht geboten, wenn andere Nachweise m&ouml;glich w&auml;ren und der Beteiligte &#8211;wie im Streitfall&#8211; insoweit nicht in gebotenem Ma&szlig;e mitwirkt. Im Streitfall waren andere Beweise m&ouml;glich, solange die Kl&auml;gerin keine nachvollziehbaren Gr&uuml;nde daf&uuml;r vorgetragen hat, dass eine Entbindung von der Verschwiegenheitspflicht nicht m&ouml;glich gewesen sei. Einen der Beteiligtenvernehmung vergleichbaren Beweiswert hat die schriftliche Versicherung der Kl&auml;gerin in ihrem Schriftsatz vom 20. August 2008, wonach es sich bei den streitbefangenen Zahlungen um eine R&uuml;ckzahlung von Fremdgeld aus dem Rechtsanwaltsanderkonto handele.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Auch der Hinweis der Kl&auml;gerin darauf, das FG habe den vorgelegten Darlehensvertrag und die Hinterlegungsanweisung des Notars sowie das entsprechende Beweisangebot zur Einvernahme des Notars &uuml;bergangen, vermag keine Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht durch das FG zu begr&uuml;nden. Denn das FG hat ausweislich der Entscheidungsgr&uuml;nde seines Urteils in tats&auml;chlicher Hinsicht nicht die Existenz des Darlehens bzw. die Hinterlegungsanweisung des Notars in Frage gestellt, sondern ausschlie&szlig;lich die aus seiner Sicht nicht hinreichend nachgewiesene Angabe des Zahlungszwecks beanstandet. Das FG hat damit stillschweigend die den genannten schriftlichen Unterlagen zugrunde liegenden Tatsachen als wahr unterstellt bzw. diese nicht f&uuml;r entscheidungserheblich gehalten und durfte aus diesem Grund insoweit von einer weiteren Beweiserhebung absehen (vgl. Gr&auml;ber\/Stapperfend, a.a.O., &sect; 76 Rz 26).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Soweit die Kl&auml;gerin sich im &Uuml;brigen gegen die ihres Erachtens unzutreffende Beweisw&uuml;rdigung durch das FG wendet, betrifft dies die materielle Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Urteils, was keinen Verfahrensmangel begr&uuml;nden kann (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 76).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Der Vortrag der Kl&auml;gerin, das FG habe trotz ihrer Anzeige der vollst&auml;ndigen bzw. teilweisen Erledigung der Hauptsache durch die &Auml;nderungsbescheide vom Juli 2008 im Urteil mit entsprechend nachteiliger Kostenfolge f&uuml;r sie &uuml;ber den urspr&uuml;nglichen Klageantrag entschieden, ist erst mit Schriftsatz vom 8. Mai 2009 und damit nach Ablauf der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist (&sect; 116 Abs. 3 Satz 1 FGO) am 9. M&auml;rz 2009 vorgebracht worden. Schon deshalb kann dieses Vorbringen die Zulassung der Revision nicht rechtfertigen (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 22, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.6.2009, XI B 6\/09 Keine grunds&auml;tzliche Bedeutung bei W&uuml;rdigung der Gesamtumst&auml;nde des Einzelfalls &#8211; Sachaufkl&auml;rungsr&uuml;ge: Unterlassen der Einvernahme des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers der Komplement&auml;rin der Kl&auml;gerin Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) hat keinen Erfolg. 2&nbsp; 1. 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