{"id":14796,"date":"2012-12-19T14:59:47","date_gmt":"2012-12-19T12:59:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14796"},"modified":"2012-12-19T14:59:47","modified_gmt":"2012-12-19T12:59:47","slug":"vii-r-5-08-keine-wiedereinsetzung-in-den-vorigen-stand-bei-versaeumung-der-in-par-18-abs-1-stromstv-normierten-antragsfrist-gleichzeitiger-ablauf-von-antragsfrist-und-feststellungsfrist-keine-hemmung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-5-08-keine-wiedereinsetzung-in-den-vorigen-stand-bei-versaeumung-der-in-par-18-abs-1-stromstv-normierten-antragsfrist-gleichzeitiger-ablauf-von-antragsfrist-und-feststellungsfrist-keine-hemmung\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;5\/08 &#8211; Keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei Vers&auml;umung der in &sect; 18 Abs. 1 StromStV normierten Antragsfrist: Gleichzeitiger Ablauf von Antragsfrist und Feststellungsfrist, Keine Hemmung des Ablaufs einer bereits abgelaufenen Festsetzungsfrist gem. &sect; 171 Abs. 3 AO in Folge einer Wiedereinsetzung, Keine Wiedereinsetzung in Festsetzungsverj&auml;hrungsfrist, Wiedereinsetzungsf&auml;higkeit der Antragsfrist &#8211; Billigkeitserlass gem. &sect; 163 AO: Hinweispflicht des HZA auf Stromsteuerverg&uuml;tungsanspruch gem. &sect; 10 StromStG bzw. Antragsfrist gem. &sect; 18 Abs. 1 StromStV, Anforderungen an den Nachweis der Existenzgef&auml;hrdung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.5.2009, VII R 5\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei Vers&auml;umung der in &sect; 18 Abs. 1 StromStV normierten Antragsfrist: Gleichzeitiger Ablauf von Antragsfrist und Feststellungsfrist, Keine Hemmung des Ablaufs einer bereits abgelaufenen Festsetzungsfrist gem. &sect; 171 Abs. 3 AO in Folge einer Wiedereinsetzung, Keine Wiedereinsetzung in Festsetzungsverj&auml;hrungsfrist, Wiedereinsetzungsf&auml;higkeit der Antragsfrist &#8211; Billigkeitserlass gem. &sect; 163 AO: Hinweispflicht des HZA auf Stromsteuerverg&uuml;tungsanspruch gem. &sect; 10 StromStG bzw. Antragsfrist gem. &sect; 18 Abs. 1 StromStV, Anforderungen an den Nachweis der Existenzgef&auml;hrdung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) erhielt antragsgem&auml;&szlig; f&uuml;r die Kalenderjahre 2003 und 2004 Mineral&ouml;lsteuerverg&uuml;tungen nach &sect; 25 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 des Mineral&ouml;lsteuergesetzes (Min&ouml;StG 1993). Den am 16. Mai 2006 beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) gestellten Antrag, ihr dar&uuml;ber hinaus f&uuml;r die Kalenderjahre 2003 und 2004 eine Steuerverg&uuml;tung nach &sect; 25a Min&ouml;StG 1993 und &sect; 10 des Stromsteuergesetzes (StromStG) zu gew&auml;hren, lehnte das HZA mit Hinweis auf den Ablauf der Festsetzungsfrist ab. Daraufhin beantragte die Kl&auml;gerin am 24. Mai 2006 Wiedereinsetzung in den vorigen Stand und hilfsweise die Gew&auml;hrung der begehrten Steuerverg&uuml;tungen im Wege einer Billigkeitsentscheidung. Zur Begr&uuml;ndung berief sich die Kl&auml;gerin auf ein Versehen des stets zuverl&auml;ssigen Leiters des Bereichs Controlling, der die Antr&auml;ge nach &sect; 25 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 Min&ouml;StG 1993 und nach &sect; 25a Min&ouml;StG 1993 verwechselt und den Unterschied zwischen der Antragsfrist des &sect; 18 Abs. 1 der Verordnung zur Durchf&uuml;hrung des Stromsteuergesetzes (StromStV) und der Festsetzungsfrist nach &sect; 170 Abs. 2 Satz 2 der Abgabenordnung (AO) nicht ber&uuml;cksichtigt habe. Beide Antr&auml;ge lehnte das HZA ab. Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) urteilte, dass die Verpflichtungsklage der Kl&auml;gerin zwar zul&auml;ssig, jedoch unbegr&uuml;ndet sei. Das HZA sei nicht daran gehindert gewesen, &uuml;ber den Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand isoliert zu entscheiden. Eine Wiedereinsetzung komme im Streitfall deshalb nicht in Betracht, weil eine solche hinsichtlich der Frist des &sect; 18 Abs. 1 StromStV nicht zur Folge haben k&ouml;nne, dass damit gleichzeitig eine Wiedereinsetzung in die abgelaufene und nicht wiedereinsetzungsf&auml;hige Festsetzungsfrist des &sect; 169 Abs. 2 AO stattfinde. &sect; 171 Abs. 3 AO setzte ausdr&uuml;cklich voraus, dass der Antrag auf Festsetzung einer Steuerverg&uuml;tung vor Ablauf der Festsetzungsfrist gestellt worden sei. Dem Urteil des FG Hamburg vom 19. Dezember 2006&nbsp;&nbsp;4 K 107\/06, das in einem vergleichbaren Fall entschieden habe, dass die Wiedereinsetzung in die vers&auml;umte Antragsfrist des &sect; 18 Abs. 1 StromStV zum r&uuml;ckwirkenden Eintritt der in &sect; 171 Abs. 3 AO vorgesehenen Ablaufhemmung und damit zum Aufleben des zun&auml;chst erloschenen Verg&uuml;tungsanspruchs f&uuml;hre, k&ouml;nne nicht gefolgt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das HZA habe es zu Recht auch abgelehnt, die beantragte Steuerverg&uuml;tung im Wege einer Billigkeitsentscheidung festzusetzen. Rechtsgrundlage f&uuml;r eine Billigkeitsentscheidung k&ouml;nne nicht &sect; 227 AO sein, denn auf Verg&uuml;tungsanspr&uuml;che finde diese Vorschrift keine Anwendung. Als Anspruchsgrundlage komme jedoch &sect; 163 Satz 1 AO i.V.m. &sect; 155 Abs. 4 AO in Betracht. Indes l&auml;gen im Streitfall weder sachliche noch pers&ouml;nliche Billigkeitsgr&uuml;nde vor. Ein unverschuldeter Rechtsirrtum des Steuerpflichtigen k&ouml;nne grunds&auml;tzlich keine sachliche Unbilligkeit begr&uuml;nden. Der von der Kl&auml;gerin behauptete Versto&szlig; des HZA gegen die sich aus &sect; 89 Satz 1 AO ergebende F&uuml;rsorgepflicht liege nicht vor. Den Akten seien keine Anhaltspunkte daf&uuml;r zu entnehmen, dass die Kl&auml;gerin neben ihrem Antrag nach &sect; 25 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 Min&ouml;StG 1993 weitergehende Antr&auml;ge nach &sect; 25a Min&ouml;StG 1993 und nach &sect; 10 StromStG habe stellen wollen. Dem HZA habe sich folglich eine dahingehende Beratungspflicht nicht aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen. Unbeschadet dessen h&auml;tte die Kl&auml;gerin aus einem Rundschreiben des HZA vom 15. Oktober 2003 die M&ouml;glichkeit einer weiteren Verg&uuml;tung im Rahmen des sog. Spitzenausgleichs entnehmen k&ouml;nnen. Auch w&auml;re es der Kl&auml;gerin infolge des in dem Schreiben enthaltenen Hinweises auf die Internetseite der deutschen Zollverwaltung m&ouml;glich gewesen, sich &uuml;ber die Existenz des Verg&uuml;tungstatbestands des &sect; 25a Min&ouml;StG zu informieren. Selbst wenn die Kl&auml;gerin dieses Schreiben aufgrund eines Fehlers des HZA bei der Adressierung nicht erhalten haben sollte, begr&uuml;nde dieses Versehen keinen Versto&szlig; des HZA gegen &sect; 89 Satz 1 AO. Auch eine Billigkeitsma&szlig;nahme wegen pers&ouml;nlicher Billigkeitsgr&uuml;nde komme nicht in Betracht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit ihrer Revision begehrt die Kl&auml;gerin die Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils sowie die Verpflichtung des HZA zur Gew&auml;hrung einer Wiedereinsetzung in den vorigen Stand, hilfsweise die Verpflichtung des HZA, die beantragten Steuerverg&uuml;tungen im Wege einer Billigkeitsma&szlig;nahme zu gew&auml;hren. Entgegen der Sachverhaltsdarstellung des FG habe der Leiter des Bereichs Controlling die Antr&auml;ge nicht verwechselt, sondern er sei davon ausgegangen, dass &uuml;ber den Antrag nach &sect; 25 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 Min&ouml;StG 1993 hinaus kein weiterer Antrag gestellt werden m&uuml;sse bzw. gestellt werden k&ouml;nne. Verfahrensfehlerhaft habe es das FG unterlassen, zu pr&uuml;fen bzw. Beweis dar&uuml;ber zu erheben, ob ihr, der Kl&auml;gerin, das in der Urteilsbegr&uuml;ndung in Bezug genommene Schreiben des HZA vom 15. Oktober 2003 &uuml;berhaupt zugegangen sei. Nicht verst&auml;ndlich sei die Abweichung von der im Urteil des FG Hamburg vom 19. Dezember 2006&nbsp;&nbsp;4 K 107\/06 vertretenen Rechtsansicht. Vielmehr sei der Zusammenhang zwischen der Antragsfrist des &sect; 18 Abs. 1 StromStV und der Festsetzungsfrist zu beachten, der sich aus &sect; 171 Abs. 3 AO ergebe. Eine Wiedereinsetzung in die vers&auml;umte Antragsfrist habe auch die Hemmung der Festsetzungsfrist zur Folge. Der Rechtsauffassung des FG st&uuml;nden verfassungsrechtliche Bedenken, insbesondere solche aus Art. 19 Abs. 4 des Grundgesetzes (GG) entgegen. Auch hinsichtlich der Mineral&ouml;lsteuerverg&uuml;tung sei Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gew&auml;hren. Unzutreffend sei die Feststellung des FG, dass eine Festsetzungsfrist keine gesetzliche Frist sei. Zudem m&uuml;sse ber&uuml;cksichtigt werden, dass im Streitfall die Besonderheit vorliege, dass das HZA den Ablauf von Festsetzungsfristen erst pr&uuml;fen k&ouml;nne, wenn Verg&uuml;tungsantr&auml;ge vorl&auml;gen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Unabh&auml;ngig davon habe das FG nicht beachtet, dass bei Antragstellung am 16. Mai 2006 f&uuml;r das Kalenderjahr 2004 zwar die Antragsfrist nach &sect; 18 Abs. 1 StromStV, nicht jedoch die Festsetzungsfrist abgelaufen gewesen sei. Die genaue H&ouml;he der Steuerverg&uuml;tung f&uuml;r das Jahr 2004 habe fr&uuml;hestens am 1. Januar 2005 ermittelt werden k&ouml;nnen. Demgem&auml;&szlig; habe der Ablauf der Festsetzungsfrist nach &sect; 170 Abs. 1 AO erst am 31. Dezember 2005 begonnen. Im Zeitpunkt der Antragstellung sei die Festsetzungsfrist noch nicht abgelaufen gewesen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Bei der Befassung mit den vorgebrachten Billigkeitsgr&uuml;nden habe das FG &uuml;bersehen, dass die Steuerverg&uuml;tungen nach &sect; 25 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 und &sect; 25a Min&ouml;StG 1993 von &auml;hnlichen Voraussetzungen abhingen. In beiden F&auml;llen handele es sich um Unternehmen des Produzierenden Gewerbes, die Erdgase, Fl&uuml;ssiggase und andere gasf&ouml;rmige Kohlenwasserstoffe verwendeten. Infolgedessen h&auml;tte sich dem HZA aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, dass diese Unternehmen auch die Voraussetzungen des &sect; 25a Min&ouml;StG 1993 erf&uuml;llen k&ouml;nnten, zumal dieser Verg&uuml;tungsanspruch erst durch das Gesetz zur Fortentwicklung der &ouml;kologischen Steuerreform mit Wirkung zum 1. Januar 2003 eingef&uuml;hrt worden sei. Die Existenz des Rundschreibens vom 15. Oktober 2003 belege, dass auch das HZA einen erheblichen Aufkl&auml;rungsbedarf erkannt habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und unter Aufhebung der angefochtenen Verwaltungsentscheidungen das HZA zu verpflichten, Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gew&auml;hren, hilfsweise die beantragten Steuerverg&uuml;tungen im Billigkeitswege festzusetzen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das HZA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Es schlie&szlig;t sich im Wesentlichen der Rechtsauffassung des FG an. Entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin h&auml;tte diese die Antr&auml;ge auf Gew&auml;hrung einer Stromsteuerverg&uuml;tung f&uuml;r das Kalenderjahr 2003 bis zum 31. Dezember 2004 und f&uuml;r das Kalenderjahr 2004 bis zum 31. Dezember 2005 stellen m&uuml;ssen. Zu diesen Zeitpunkten sei auch die Festsetzungsfrist abgelaufen. Weder &sect; 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AO noch &sect; 170 Abs. 3 AO k&ouml;nnten im Streitfall Anwendung finden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zutreffend entschieden, dass das HZA die Antr&auml;ge der Kl&auml;gerin auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand und auf Gew&auml;hrung der beantragten Steuerverg&uuml;tungen aus Gr&uuml;nden der Billigkeit zu Recht abgelehnt hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Anspr&uuml;che der Kl&auml;gerin auf eine Stromsteuerverg&uuml;tung nach &sect; 10 Abs. 1 StromStG und auf eine Mineral&ouml;lsteuerverg&uuml;tung nach &sect; 25a Min&ouml;StG 1993 sind infolge des Ablaufs der Festsetzungsfrist erloschen (&sect; 169 Abs. 1 und 2 Nr. 1 i.V.m. &sect; 155 Abs. 4 und &sect; 47 AO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Gem&auml;&szlig; &sect; 155 Abs. 4 AO sind die f&uuml;r die Steuerfestsetzung geltenden Vorschriften auf die Festsetzung von Steuerverg&uuml;tungen sinngem&auml;&szlig; anzuwenden. Nach &sect; 169 Abs. 1 Satz 1 AO sind eine Steuerfestsetzung sowie ihre Aufhebung oder &Auml;nderung nicht mehr zul&auml;ssig, wenn die Festsetzungsfrist abgelaufen ist. Diese betr&auml;gt f&uuml;r Verbrauchsteuern und Verbrauchsteuerverg&uuml;tungen ein Jahr (&sect; 169 Abs. 2 Nr. 1 AO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Im Streitfall macht die Kl&auml;gerin einen Anspruch auf Verg&uuml;tung der Stromsteuer nach &sect; 10 Abs. 1 StromStG f&uuml;r den im Zeitraum vom 1. Januar 2003 bis zum 31. Dezember 2004 zu betrieblichen Zwecken entnommenen und f&uuml;r beg&uuml;nstigte Zwecke i.S. von &sect; 9 Abs. 3 StromStG verwendeten Strom geltend. Gem&auml;&szlig; &sect; 18 Abs. 1 StromStV ist die Verg&uuml;tung der Steuer f&uuml;r innerhalb eines Kalenderjahres entnommenen Strom bis zum 31. Dezember des folgenden Kalenderjahres schriftlich beim HZA zu beantragen. Folglich h&auml;tte die Kl&auml;gerin einen entsprechenden Antrag f&uuml;r das Kalenderjahr 2003 bis zum 31. Dezember 2004 und f&uuml;r das Kalenderjahr 2004 bis zum 31. Dezember 2005 stellen m&uuml;ssen. Nach den Feststellungen des FG gingen die Verg&uuml;tungsantr&auml;ge jedoch erst am 16. Mai 2006 beim HZA ein.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auch den auf die Kalenderjahre 2003 und 2004 bezogenen Antrag auf Verg&uuml;tung der Mineral&ouml;lsteuer nach &sect; 25a Min&ouml;StG 1993 hat die Kl&auml;gerin erst am 16. Mai 2006 gestellt. Allerdings enth&auml;lt das Min&ouml;StG 1993 keine &sect; 18 Abs. 1 StromStV entsprechende Antragsfrist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) F&uuml;r beide Anspr&uuml;che war jedenfalls die Festsetzungsfrist im Zeitpunkt der Antragstellung bereits abgelaufen, so dass die Anspr&uuml;che infolge des Eintritts der Festsetzungsverj&auml;hrung gem&auml;&szlig; &sect; 47 AO erloschen sind. Im Streitfall begann die Festsetzungsfrist nach &sect; 170 Abs. 1 AO mit Ablauf des jeweiligen Kalenderjahres, f&uuml;r das die Kl&auml;gerin die Steuerverg&uuml;tungen begehrt und in dem die Verg&uuml;tungsanspr&uuml;che durch Entnahme des Stroms bzw. Verwendung des Mineral&ouml;ls entstanden sind. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin wird der Beginn der Festsetzungsfrist nicht dadurch um ein Jahr hinausgeschoben, dass der Steuerpflichtige erst am Ende des Kalenderjahres bzw. am 1. Januar des darauffolgenden Jahres in der Lage ist, die Verg&uuml;tung der H&ouml;he nach genau zu berechnen. Entscheidend ist die Entstehung des Verg&uuml;tungsanspruchs durch die innerhalb des Kalenderjahres erfolgte Verwirklichung des Entlastungstatbestands. Folglich begann im Streitfall die Festsetzungsfrist f&uuml;r das Kalenderjahr 2003 mit Ablauf des 31. Dezember 2003, sie endete mit Ablauf des 31. Dezember 2004. F&uuml;r das Kalenderjahr 2004 begann die Festsetzungsfrist mit Ablauf des 31. Dezember 2004, sie endete mit Ablauf des 31. Dezembers 2005. Eine Anwendung von &sect; 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AO oder &sect; 170 Abs. 3 AO kommt offensichtlich nicht in Betracht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Entgegen der Rechtsauffassung der Kl&auml;gerin kann die durch den Ablauf der Festsetzungsfrist eingetretene Rechtsfolge nicht dadurch r&uuml;ckwirkend beseitigt werden, dass ihr nach &sect; 110 Abs. 1 AO Wiedereinsetzung in den vorigen Stand in die vers&auml;umte Antragsfrist des &sect; 18 Abs. 1 StromStV gew&auml;hrt wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach &sect; 110 Abs. 1 AO ist Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gew&auml;hren, wenn der Steuerpflichtige ohne Verschulden an der Einhaltung einer gesetzlichen Frist gehindert war. Ob die in &sect; 18 Abs. 1 StromStV normierte Antragsfrist einer Wiedereinsetzung f&auml;hig ist, oder ob es sich um eine Ausschlussfrist handelt, braucht der Senat nicht zu entscheiden. Nicht zu den in &sect; 110 Abs. 1 AO genannten Fristen geh&ouml;ren solche, die dem Steuerpflichtigen kein bestimmtes Verhalten nahelegen und von diesem nicht durch eine entsprechende Ausrichtung seines Handelns befolgt werden k&ouml;nnen. Nicht wiedereinsetzungsf&auml;hig sind daher die gesetzlichen Fristen, die von den Finanzbeh&ouml;rden als Verwaltungstr&auml;ger im Verwaltungsverfahren zu beachten sind. Daher kommt nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand in eine abgelaufene Festsetzungsfrist nicht in Betracht (BFH-Urteil vom 19. August 1999 III R 57\/98, BFHE 191, 198, BStBl II 2000, 330, sowie BFH-Entscheidungen vom 21. Oktober 1996 VI R 4\/94, BFH\/NV 1997, 330, und vom 13. Juni 1995 I B 108\/94, BFH\/NV 1996, 104).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Eine Hemmung des Ablaufs der Festsetzungsfrist und damit ein Hinausschieben des Eintritts der Festsetzungsverj&auml;hrung sieht das Gesetz nur f&uuml;r den Fall vor, dass ein Antrag auf Steuerfestsetzung vor Ablauf der Festsetzungsfrist gestellt worden ist (&sect; 171 Abs. 3 AO). Hat es der Steuerpflichtige dagegen unterlassen, einen Antrag auf Steuerfestsetzung bzw. einen Verg&uuml;tungsantrag innerhalb der Festsetzungsfrist zu stellen, ist das Erl&ouml;schen des Anspruchs aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis unabweisbar. Wie der Senat unter Aufhebung des Urteils des FG Hamburg vom 19. Dezember 2006&nbsp;&nbsp;4 K 107\/06 entschieden hat (Senatsurteil vom 24. Januar 2008 VII R 3\/07, BFHE 220, 214, BStBl II 2008, 462), kann selbst bei unverschuldeter S&auml;umnis des Steuerpflichtigen eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach &sect; 110 Abs. 1 AO mit dem Ziel einer r&uuml;ckwirkenden Ablaufhemmung nach &sect; 171 Abs. 3 AO nicht gew&auml;hrt werden (Kruse in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 171 AO Rz 10; Frotscher in Schwarz, AO, &sect; 171 Rz 9a; Klein\/R&uuml;sken, AO, 9. Aufl., &sect; 171 Rz 11; a.A. ohne n&auml;here Begr&uuml;ndung Ruban in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect; 171 AO Rz 19, und Hartmann in Beermann\/Gosch, AO &sect; 171 Rz 17).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ist ein Verg&uuml;tungsanspruch aufgrund des Eintritts der Festsetzungsverj&auml;hrung nach &sect; 47 AO erloschen, kommt eine r&uuml;ckwirkende Anwendung von &sect; 171 Abs. 3 AO nicht mehr in Betracht. Wie bereits ausgef&uuml;hrt, geh&ouml;rt die Festsetzungsfrist zu den nicht wiedereinsetzungsf&auml;higen Fristen. Daher scheidet auch eine Wiedereinsetzung in die Ablaufhemmung nach &sect; 171 Abs. 3 AO aus. Ein Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach &sect; 110 Abs. 1 AO wegen Vers&auml;umung einer zur Ablaufhemmung f&uuml;hrenden Antragsfrist geht somit in den F&auml;llen ins Leere, in denen die Festsetzungsfrist bereits abgelaufen und der geltend gemachte Anspruch erloschen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin begegnet dieses Ergebnis keinen verfassungsrechtlichen Bedenken aus Art. 19 Abs. 4 GG. Der Gesetzgeber ist nicht daran gehindert, eine gesetzliche Antragsfrist so zu bemessen, dass ihr Ablauf mit dem Ablauf der Festsetzungsfrist zusammenf&auml;llt. Bei der Ausgestaltung von Verfahrensarten und Verfahrensgrunds&auml;tzen kommt dem Gesetzgeber eine weite Gestaltungsfreiheit zu, insbesondere der Vorrang, zwischen Erfordernissen der Rechtssicherheit und der Herstellung der Gerechtigkeit im Einzelfall abzuw&auml;gen (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 20. April 1982&nbsp;&nbsp;2 BvL 26\/81, BVerfGE 60, 253, 268).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Unter Ber&uuml;cksichtigung dieser Grunds&auml;tze begegnet die Normierung nicht wiedereinsetzungsf&auml;higer Festsetzungsfristen (&sect; 169 Abs. 2 AO) keinen verfassungsrechtlichen Bedenken. Die Festsetzungsfrist dient der Rechtssicherheit und dem Rechtsfrieden; denn die Erweisbarkeit eines Anspruchs wird um so schwieriger, je mehr Zeit nach Entstehung des Anspruchs verstrichen ist (BFH-Entscheidungen vom 28. September 2000 III R 43\/97, BFHE 193, 28, BStBl II 2001, 211; vom 18. Juni 1998 V R 24\/97, BFH\/NV 1999, 281; vom 31. Januar 1989 VII R 77\/86, BFHE 156, 30, BStBl II 1989, 442, und BVerfG-Beschluss vom 22. Oktober 1981&nbsp;&nbsp;1 BvR 172\/81, Steuerrechtsprechung in Karteiform, Einkommensteuergesetz 1974, &sect; 46, Rechtsspruch 2). Diese Zielsetzung legitimiert zugleich eine Beschr&auml;nkung der in &sect; 171 Abs. 3 AO er&ouml;ffneten M&ouml;glichkeit, den Ablauf der Verj&auml;hrungsfrist zu hemmen. Nur f&uuml;r den Fall, dass der Antrag vor Ablauf der Festsetzungsfrist gestellt worden ist, tritt nach dem eindeutigen Wortlaut der gesetzlichen Bestimmung eine Hemmung des Fristablaufs ein. Die gegen das Senatsurteil in BFHE 220, 214, BStBl II 2008, 462 eingelegte Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung angenommen worden (BVerfG-Beschluss vom 6. April 2009&nbsp;&nbsp;1 BvR 1692\/08).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Im Streitfall ist f&uuml;r den Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung der konkrete Grund der Fristvers&auml;umung unerheblich. Ob der f&uuml;r das Controlling verantwortliche Mitarbeiter der Kl&auml;gerin die Antr&auml;ge nach &sect; 25 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 und &sect; 25a Min&ouml;StG 1993 verwechselt hat, wie das FG im Urteil ausf&uuml;hrt, oder ob er nach dem Vortrag der Kl&auml;gerin davon ausging, dass &uuml;ber den Antrag nach &sect; 25 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 Min&ouml;StG hinaus keine weiteren Antr&auml;ge erforderlich seien, ist daher ohne Belang.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                5. Zutreffend hat das FG auch entschieden, dass im Streitfall die Gew&auml;hrung der beantragten Steuerverg&uuml;tungen trotz des Ablaufs der Festsetzungsfrist aus Billigkeitsgr&uuml;nden nicht in Betracht kommt. Ein Anspruch auf einen solchen Billigkeitserweis ergibt sich insbesondere nicht aus einer Verletzung der dem HZA obliegenden F&uuml;rsorgepflicht. Grunds&auml;tzlich hat sich der Steuerpflichtige mit der aktuellen Rechtslage selbst vertraut zu machen und sich &uuml;ber die Voraussetzungen zur Erlangung von Steuervorteilen, wie z.B. strom- und mineral&ouml;lsteuerliche Entlastungsm&ouml;glichkeiten, selbst zu informieren (S&ouml;hn in HHSp, &sect; 89 AO Rz 69, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Streitfall ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass die Kl&auml;gerin keine im Umgang mit den Finanzbeh&ouml;rden unerfahrene Privatperson, sondern ein Industrieunternehmen ist, das zur Optimierung des Energiesektors einen Mitarbeiter in leitender Position eingesetzt hat. Wie die fristgerecht gestellten Antr&auml;ge nach &sect; 25 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 Min&ouml;StG 1993 belegen, war diesem Mitarbeiter auch bekannt, dass das Mineral&ouml;lsteuerrecht Steuerentlastungen f&uuml;r Unternehmen des Produzierenden Gewerbes vorsieht. Die in &sect; 25a Min&ouml;StG und in &sect; 10 StromStG normierten Steuerbeg&uuml;nstigungen wurden bereits durch das Gesetz zum Einstieg in die &ouml;kologische Steuerreform vom 24. M&auml;rz 1999 eingef&uuml;hrt und danach mehrfach neu gefasst. Dass die Kl&auml;gerin die mit Wirkung zum 1. April 1999 eingef&uuml;hrten Entlastungsm&ouml;glichkeiten mehrere Jahre unbeachtet gelassen hat, liegt in ihrem eigenen Verantwortungsbereich. Dem HZA musste sich bei der Bearbeitung der Antr&auml;ge nach &sect; 25 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 Min&ouml;StG 1993 nicht aufdr&auml;ngen, dass die Kl&auml;gerin auch den sog. Spitzenausgleich beantragen wollte. Denn ob ein solcher Anspruch besteht, h&auml;ngt insbesondere von der H&ouml;he des Selbstbehalts ab, der sich nach den Arbeitgeberanteilen an den Rentenversicherungsbeitr&auml;gen bemisst. Es ist durchaus m&ouml;glich, dass einem Unternehmen des Produzierenden Gewerbes zwar ein Anspruch aus &sect; 25 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 Min&ouml;StG 1993 zusteht, jedoch die nach &sect; 25a Abs. 3 Min&ouml;StG 1993 bzw. &sect; 10 Abs. 2 StromStG anzustellende &Uuml;berschussrechnung ergibt, dass eine weitere Entlastung ausgeschlossen ist. Dass dem HZA entsprechende Angaben &uuml;ber die Rentenversicherungsbeitr&auml;ge im Zeitpunkt des Eingangs oder der Bearbeitung der Antr&auml;ge nach &sect; 25 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 Min&ouml;StG 1993 vorlagen, hat die Kl&auml;gerin nicht vorgetragen. Das FG hat hierzu auch keine Feststellungen getroffen. Das HZA musste somit nicht davon ausgehen, dass die Kl&auml;gerin gem&auml;&szlig; &sect; 89 Abs. 1 AO offensichtlich nur aus Versehen keine weiteren Verg&uuml;tungsantr&auml;ge gestellt hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                6. Der von der Kl&auml;gerin in diesem Zusammenhang ger&uuml;gte Verfahrensversto&szlig; mangelnder Sachaufkl&auml;rung liegt nicht vor. Das FG hat nicht dadurch gegen &sect; 76 Abs. 1 FGO versto&szlig;en, dass es keinen Beweis &uuml;ber den Zugang des Schreibens des HZA vom 15. Oktober 2003 erhoben hat. Von Amts wegen musste sich eine solche Beweiserhebung nicht aufdr&auml;ngen. Seine Ansicht, dass dem HZA kein Versto&szlig; gegen die aus &sect; 89 Satz 1 AO folgende F&uuml;rsorgepflicht vorzuwerfen sei, hat das FG damit begr&uuml;ndet, dass sich in den Akten keine Anhaltspunkte daf&uuml;r finden lie&szlig;en, dass die Kl&auml;gerin &uuml;ber den Antrag nach &sect; 25 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 Min&ouml;StG 1993 hinaus weitere Verg&uuml;tungsantr&auml;ge nach anderen Rechtsvorschriften habe stellen wollen. Es seien keine besonderen Umst&auml;nde zu erkennen, aufgrund derer das HZA verpflichtet gewesen sein k&ouml;nnte, die Kl&auml;gerin auf weitere Verg&uuml;tungsm&ouml;glichkeiten hinzuweisen. Diese Ausf&uuml;hrungen tragen die Begr&uuml;ndung f&uuml;r die Ablehnung des von der Kl&auml;gerin begehrten Billigkeitserweises. Nur erg&auml;nzend und hilfsweise hat das FG das Schreiben des HZA vom 15. Oktober 2003 in Bezug genommen und dessen Zugang unterstellt. Selbst wenn in dieser Vorgehensweise ein Verfahrensfehler liegen w&uuml;rde, k&ouml;nnte das erstinstanzliche Urteil auf diesem nicht beruhen. Erg&auml;nzend weist der Senat darauf hin, dass die Kl&auml;gerin ausweislich des Sitzungsprotokolls in der m&uuml;ndlichen Verhandlung keine Beweisantr&auml;ge hinsichtlich des Zugangs des Schreibens des HZA vom 15. Oktober 2003 gestellt und damit nach der Rechtsprechung des BFH (Senatsbeschluss vom 17. Dezember 1999 VII B 183\/99, BFH\/NV 2000, 597, m.w.N.) ihr R&uuml;gerecht verloren hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                7. Schlie&szlig;lich begegnet es keinen rechtlichen Bedenken, dass das FG aufgrund des Vorbringens der Kl&auml;gerin pers&ouml;nliche Billigkeitsgr&uuml;nde nicht zu erkennen vermocht hat. Ausweislich des Tatbestands hat die Kl&auml;gerin zwar eine existenzgef&auml;hrdende wirtschaftliche Notlage behauptet, jedoch hat das FG dieses Vorbringen nur dahingehend gedeutet, dass die Kl&auml;gerin sich darauf berufen hat, wirtschaftlich auf die Gew&auml;hrung der Steuerverg&uuml;tung angewiesen zu sein, was f&uuml;r einen Billigkeitserweis nach &sect; 163 Satz 1 AO jedoch nicht ausreiche. Selbst wenn die Ausf&uuml;hrungen des FG dahingehend verstanden werden k&ouml;nnten, dass es unzutreffend davon ausging, dass ein Billigkeitserweis nach &sect; 163 Satz 1 AO durch Festsetzung einer Steuerverg&uuml;tung selbst bei einer nachgewiesenen Existenzgef&auml;hrdung nicht in Betracht komme, erweist sich das Urteil im Ergebnis dennoch als richtig. Denn vom Steuerpflichtigen ist zu verlangen, dass er die besonderen Umst&auml;nde der behaupteten Existenzgef&auml;hrdung substantiiert darlegt. In der von der Kl&auml;gerin in der Revisionsbegr&uuml;ndung in Bezug genommenen Klagebegr&uuml;ndung hat die Kl&auml;gerin jedoch nur unsubstantiiert auf eine Existenzgef&auml;hrdung hingewiesen. Selbst aus dem ebenfalls in der Revisionsbegr&uuml;ndung ausdr&uuml;cklich in Bezug genommenen Schriftsatz an das HZA vom 25. Mai 2006 ergibt sich nach Auffassung des Senats keine ausreichend substantiierte Darlegung einer drohenden Existenzvernichtung. In diesem Schriftsatz beruft sich die Kl&auml;gerin &#8211;ohne Belege hierf&uuml;r vorzulegen&#8211; allgemein auf rapide gestiegene Energiekosten, auf eine angespannte Liquidit&auml;tslage der Gesellschaft, auf eine Reduzierung der Kontokorrentlinie und auf eine r&uuml;ckl&auml;ufige Produktion. Daraus ergibt sich jedoch nicht, dass die Kl&auml;gerin im Falle der Verweigerung der begehrten Billigkeitsma&szlig;nahme konkret in ihrer Existenz bedroht w&auml;re. Somit konnte das FG dem Akteninhalt den f&uuml;r eine Ma&szlig;nahme nach &sect; 163 Satz 1 AO zu fordernden Nachweis einer durch die Versagung der Steuerverg&uuml;tungen herbeigef&uuml;hrten Existenzgef&auml;hrdung nicht entnehmen, so dass sich die Klageabweisung im Ergebnis als rechtsfehlerfrei erweist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.5.2009, VII R 5\/08 Keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei Vers&auml;umung der in &sect; 18 Abs. 1 StromStV normierten Antragsfrist: Gleichzeitiger Ablauf von Antragsfrist und Feststellungsfrist, Keine Hemmung des Ablaufs einer bereits abgelaufenen Festsetzungsfrist gem. &sect; 171 Abs. 3 AO in Folge einer Wiedereinsetzung, Keine Wiedereinsetzung in Festsetzungsverj&auml;hrungsfrist, Wiedereinsetzungsf&auml;higkeit der Antragsfrist &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-5-08-keine-wiedereinsetzung-in-den-vorigen-stand-bei-versaeumung-der-in-par-18-abs-1-stromstv-normierten-antragsfrist-gleichzeitiger-ablauf-von-antragsfrist-und-feststellungsfrist-keine-hemmung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;5\/08 &#8211; Keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei Vers&auml;umung der in &sect; 18 Abs. 1 StromStV normierten Antragsfrist: Gleichzeitiger Ablauf von Antragsfrist und Feststellungsfrist, Keine Hemmung des Ablaufs einer bereits abgelaufenen Festsetzungsfrist gem. &sect; 171 Abs. 3 AO in Folge einer Wiedereinsetzung, Keine Wiedereinsetzung in Festsetzungsverj&auml;hrungsfrist, Wiedereinsetzungsf&auml;higkeit der Antragsfrist &#8211; Billigkeitserlass gem. &sect; 163 AO: Hinweispflicht des HZA auf Stromsteuerverg&uuml;tungsanspruch gem. &sect; 10 StromStG bzw. 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