{"id":14797,"date":"2012-12-19T14:59:48","date_gmt":"2012-12-19T12:59:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14797"},"modified":"2012-12-19T14:59:48","modified_gmt":"2012-12-19T12:59:48","slug":"vii-b-266-08-geschaeftsfuehrerhaftung-trotz-einsatzes-sachverstaendiger-sanierungsexperten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-266-08-geschaeftsfuehrerhaftung-trotz-einsatzes-sachverstaendiger-sanierungsexperten\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;266\/08 &#8211; Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerhaftung trotz Einsatzes sachverst&auml;ndiger Sanierungsexperten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.5.2009, VII B 266\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerhaftung trotz Einsatzes sachverst&auml;ndiger Sanierungsexperten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) war Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH. Weiterer Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer war bis zum 5. Januar 2003 ein Herr M. Mit Wirkung zum 31. Januar 2003 wurde Herr W neben dem Kl&auml;ger zum weiteren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer bestellt. Die GmbH war pers&ouml;nlich haftende und gesch&auml;ftsf&uuml;hrende Gesellschafterin einer GmbH &#038; Co. KG (KG), in der der Kl&auml;ger gesch&auml;ftsf&uuml;hrend f&uuml;r den Bereich Produktion und Technik zust&auml;ndig war. Die KG war in eine Unternehmensgruppe eingebunden. Ende 2002 geriet sie in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Im M&auml;rz 2003 stellte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) den Antrag, &uuml;ber das Verm&ouml;gen der KG das Insolvenzverfahren zu er&ouml;ffnen. Mit Beschluss vom 19. M&auml;rz 2003 bestellte das Insolvenzgericht einen vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalter mit Zustimmungsvorbehalt. Die ebenfalls beantragte Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber das Verm&ouml;gen der GmbH wurde mangels Masse abgelehnt. Aufgrund erheblicher Steuerschulden der KG nahm das FA den Kl&auml;ger nach &sect; 69 der Abgabenordnung (AO) i.V.m. &sect; 34 Abs. 1 AO f&uuml;r r&uuml;ckst&auml;ndige Lohnsteuern und steuerliche Nebenleistungen als Haftungsschuldner in Anspruch. F&uuml;r dieselben Steuerschulden wurde auch W in Anspruch genommen. Von einer haftungsrechtlichen Inanspruchnahme des M sah das FA mit der Begr&uuml;ndung ab, dass dieser bereits Mitte Dezember als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer ausgeschieden und die Durchsetzung des Haftungsanspruchs wegen des ausl&auml;ndischen Wohnsitzes erschwert sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage hatte nur hinsichtlich eines Teils der S&auml;umniszuschl&auml;ge Erfolg. Das Finanzgericht (FG) urteilte, dass das FA den Kl&auml;ger zu Recht als Haftungsschuldner in Anspruch genommen habe. Als gesetzlicher Vertreter der pers&ouml;nlich haftenden Gesellschafterin der KG habe er die Gesch&auml;fte der KG gef&uuml;hrt. Ma&szlig;geblich sei die nominelle Bestellung zum Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, so dass es nicht darauf ankomme, ob noch weitere Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer bestellt worden seien. Die ihm obliegende Pflicht zur Abf&uuml;hrung der Lohnsteuern f&uuml;r die Monate Oktober bis Dezember 2002 habe er schuldhaft unbeachtet gelassen. Auf die interne Gesch&auml;ftsverteilung k&ouml;nne er sich in Anbetracht der Krisensituation der KG nicht berufen. Bereits der Umstand, dass ein Sanierungsbeauftragter und ein dem Kl&auml;ger &uuml;bergeordneter Generalbevollm&auml;chtigter bestellt worden seien, h&auml;tten Anlass zur verst&auml;rkten Wahrnehmung von Informationspflichten und zu einer Intensivierung der &Uuml;berwachungs- und Kontrollpflichten gegeben. Der Kl&auml;ger h&auml;tte sich nicht auf die ungepr&uuml;ften Aussagen der gesch&auml;ftsleitend t&auml;tigen Personen verlassen d&uuml;rfen. Daher k&ouml;nne er sich nicht haftungsbefreiend darauf berufen, dass er lediglich die Funktion eines &quot;Titular-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers&quot; innegehabt habe. Bei dieser W&uuml;rdigung komme es auf die einzelnen Befugnisse des Sanierungsbeauftragten und des Generalbevollm&auml;chtigten nicht an. Auf den Grundsatz der anteiligen Tilgung k&ouml;nne er sich bei Lohnsteuerschulden nicht berufen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die vorwerfbare Pflichtverletzung liege in der ungek&uuml;rzten Auszahlung der Nettol&ouml;hne und in der mangelnden finanziellen Vorsorge zur Begleichung der Lohnsteuerschulden. Schuldhaft habe er es unterlassen, sich &uuml;ber den Umfang seiner Verantwortlichkeit in Kenntnis zu setzen, so dass er sich auf einen schuldausschlie&szlig;enden Irrtum &uuml;ber seine Pflichtenstellung nicht berufen k&ouml;nne. Der durch die Pflichtverletzung verursachte Steuerschaden werde nicht durch die behauptete M&ouml;glichkeit einer Berichtigung der von der KG geschuldeten Umsatzsteuer nach &sect; 17 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. Abs. 2 Nr. 1 des Umsatzsteuergesetzes beseitigt. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Aufrechnungslage k&ouml;nnten auch nicht ann&auml;hernd eingesch&auml;tzt werden. Eine Aufrechnung sei im Streitfall auch nicht erfolgt. Schlie&szlig;lich begegne die Ermessensaus&uuml;bung des FA keinen rechtlichen Bedenken.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Beschwerde begehrt der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung und Divergenz (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) sowie wegen unzureichender Sachaufkl&auml;rung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO). Entgegen der Rechtsauffassung des FG stehe das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 19. September 2007 VII R 39\/05 (BFH\/NV 2008, 18) nicht in Widerspruch zu den bisher von der Rechtsprechung zur Haftungsbegrenzung bei Lohnsteuerschulden entwickelten Grunds&auml;tzen. Folglich ergebe sich eine fehlerhafte Rechtsanwendung durch das FG, die das Vertrauen in die Rechtsprechung besch&auml;digen k&ouml;nnte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Von grunds&auml;tzlicher Bedeutung sei die Frage, ob einen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, der keine tats&auml;chlichen Leitungsbefugnisse habe, ein Haftungsverschulden auch dann treffe, wenn die erforderlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrert&auml;tigkeiten durch sachverst&auml;ndige Sanierungsexperten wahrgenommen w&uuml;rden. Er, der Kl&auml;ger, sei lediglich &quot;Titular-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer&quot; ohne Leitungsmacht und ohne Kontrolle &uuml;ber die Zahlungsstr&ouml;me gewesen. Eine Verletzung der &Uuml;berwachungspflicht k&ouml;nne ihm nicht vorgeworfen werden, denn er habe davon ausgehen k&ouml;nnen, dass die ihm faktisch &uuml;bergeordneten Experten die Gesch&auml;fte ordnungsgem&auml;&szlig; f&uuml;hrten. Des Weiteren stelle sich im Streitfall die grunds&auml;tzlich bedeutsame Frage, ob bei der Ermessensaus&uuml;bung f&uuml;r die Haftungsinanspruchnahme sich aufdr&auml;ngende Kenntnisse &uuml;ber ein erhebliches Guthaben des sich in der Insolvenz befindlichen Steuerpflichtigen au&szlig;er Acht gelassen werden k&ouml;nnten. Unstreitig bestehe ein hohes Umsatzsteuerguthaben der KG, so dass von einer Aufrechnungslage auszugehen sei. Hierzu seien vom FG keine Sachverhaltsermittlungen angestellt worden. Schlie&szlig;lich habe das FG unter Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes) und der Sachaufkl&auml;rungspflicht zur Frage der &quot;fehlenden Leitungsmacht&quot; angebotene Beweise nicht erhoben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA ist der Beschwerde entgegengetreten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde hat keinen Erfolg. 1. Mit seinem Vorbringen, das FG habe die Senatsentscheidung in BFH\/NV 2008, 18 unzutreffend dahin gedeutet, dass die bisherige Rechtsprechung teilweise aufgegeben worden sei, r&uuml;gt der Kl&auml;ger ausdr&uuml;cklich eine fehlerhafte Rechtsanwendung. Fehler bei der Auslegung und Anwendung des materiellen Rechts im konkreten Einzelfall rechtfertigen f&uuml;r sich gesehen jedoch nicht die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (vgl. Senatsbeschluss vom 6. Oktober 2003 VII B 130\/03, BFH\/NV 2004, 215; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 24 und &sect; 116 Rz 34, jeweils m.w.N.). Im &Uuml;brigen hat das FG die Senatsrechtsprechung zutreffend auf den Streitfall angewandt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die vom Kl&auml;ger aufgeworfenen Rechtsfragen sind nicht von grunds&auml;tzlicher Bedeutung. Einer Rechtsfrage kommt nur dann grunds&auml;tzliche Bedeutung zu, wenn sie kl&auml;rungsf&auml;hig und kl&auml;rungsbed&uuml;rftig ist (vgl. BFH-Entscheidungen vom 16. Juli 1999 IX B 81\/99, BFHE 189, 401, BStBl II 1999, 760, und vom 21. April 1999 I B 99\/98, BFHE 188, 372, BStBl II 2000, 254, m.w.N.). An der zu fordernden Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit fehlt es jedoch, wenn sich die Beantwortung der Rechtsfrage ohne Weiteres aus dem klaren Wortlaut und Sinngehalt des Gesetzes ergibt oder die Rechtsfrage offensichtlich so zu beantworten ist, wie es das FG in seiner Entscheidung getan hat, wenn die Rechtslage also eindeutig ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 18. Dezember 1998 VI B 215\/98, BFHE 187, 559, BStBl II 1999, 231, und vom 31. Mai 2000 X B 111\/99, BFH\/NV 2000, 1461). Dar&uuml;ber hinaus ist eine Rechtsfrage auch dann nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, wenn sie durch die Rechtsprechung des BFH hinreichend gekl&auml;rt ist und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar oder vorgetragen sind, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung dieser Frage durch den BFH geboten erscheinen lassen (BFH-Beschluss vom 4. Mai 1999 IX B 38\/99, BFHE 188, 395, BStBl II 1999, 587).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Der Frage, ob ein GmbH-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer ohne tats&auml;chliche Leitungsbefugnisse auch dann nach &sect; 69 AO in Anspruch genommen werden kann, wenn die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrungst&auml;tigkeiten durch sachverst&auml;ndige Sanierungsexperten wahrgenommen werden, kommt deshalb keine grunds&auml;tzliche Bedeutung zu, weil sie vom FG zutreffend beantwortet worden ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Wie das FG zutreffend ausgef&uuml;hrt hat, oblag dem Kl&auml;ger als Mitgesch&auml;ftsf&uuml;hrer der GmbH nach &sect; 41a Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes i.V.m. &sect; 35 Abs. 1 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung und &sect; 34 Abs. 1 AO die Pflicht zur fristgerechten Anmeldung und Abf&uuml;hrung der Lohnsteuer. Entgegen dieser Verpflichtung wurde die im Haftungszeitraum entstandene und f&auml;llige Lohnsteuer nicht an das FA abgef&uuml;hrt. Die Verantwortlichkeit des Kl&auml;gers ist nicht dadurch entfallen, dass die finanziellen Entscheidungen von einem Sanierungsbeauftragten und einem Generalbevollm&auml;chtigten getroffen worden sind und dass er selbst ohne deren Zustimmung keine Zahlungen h&auml;tte vornehmen k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen hat die Rechtsprechung eine Begrenzung der Haftung durch eine interne Verteilung von Aufgabenbereichen und eine dadurch bewirkte Einschr&auml;nkung des Grundsatzes der Gesamtverantwortung zugelassen. Danach kommt einer internen Aufgabenverteilung eine haftungsbegrenzende Wirkung nur dann zu, wenn die n&auml;here Ausgestaltung der Aufgabenzuweisungen vor Aufnahme der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrert&auml;tigkeit klar und eindeutig schriftlich festgelegt worden ist (BFH-Entscheidung vom 4. M&auml;rz 1986 VII S 33\/85, BFHE 146, 23, BStBl II 1986, 384), wof&uuml;r im Streitfall keine Anhaltspunkte bestehen. Allerdings k&ouml;nnen die zur Haftungsbegrenzung entwickelten Grunds&auml;tze auf andere Personen als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, auch wenn diese Personen im Unternehmen oder im Konzern Leitungsfunktionen wahrnehmen, nicht &uuml;bertragen werden (BFH-Urteil vom 10. Mai 1988 VII R 24\/85, BFH\/NV 1989, 72). Schlie&szlig;lich lebt die uneingeschr&auml;nkte Gesamtverantwortung wieder auf, wenn erkennbar wird, dass das Unternehmen in eine finanzielle Krise ger&auml;t (Senatsentscheidungen vom 13. M&auml;rz 2003 VII R 46\/02, BFHE 202, 22, BStBl II 2003, 556, und vom 21. August 2000 VII B 260\/99, BFH\/NV 2001, 413).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diese Grunds&auml;tze gelten auch dann, wenn die vom Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer vertretene Gesellschaft in einen Konzern eingebunden ist. Ein Haftungsprivileg f&uuml;r einen im Konzern t&auml;tigen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer ist daher nicht anzuerkennen. Mit der Pflichtenstellung des gesetzlichen Vertreters einer GmbH w&auml;re eine uneingeschr&auml;nkte Freistellung von der Erf&uuml;llung steuerlicher Pflichten &#8211;einschlie&szlig;lich etwaiger &Uuml;berwachungspflichten&#8211; aufgrund der zwischen mehreren Unternehmen bestehenden Organisationsstruktur nicht zu vereinbaren (Senatsbeschluss vom 31. Oktober 2005 VII B 57\/05, BFH\/NV 2006, 246).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Daraus folgt, dass ein GmbH-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer ohne Leitungsbefugnisse selbst dann nach &sect; 69 AO als Haftungsschuldner in Anspruch genommen werden kann, wenn die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung tats&auml;chlich von anderen Personen, wie. z.B. von Sanierungsexperten, wahrgenommen wird. Auf die ordnungsgem&auml;&szlig;e Aufgabenerledigung durch solche Personen darf ein Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer &#8211;insbesondere in der finanziellen Krise des Unternehmens&#8211; nicht blind vertrauen. Auch darf er nicht jegliche &Uuml;berwachung und Kontrolle der ordnungsgem&auml;&szlig;en Erf&uuml;llung der Steuerentrichtungspflichten unterlassen. Ein Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, der sich in der von ihm vertretenen Gesellschaft oder im Unternehmensverbund nicht durchsetzen kann und sich an jeglicher Einflussnahme und an einer Kontrolle des Zahlungsverkehrs gehindert sieht, darf nicht unt&auml;tig bleiben, sondern muss zur Vermeidung haftungsrechtlicher Konsequenzen von der &Uuml;bernahme der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrert&auml;tigkeit Abstand nehmen oder sein Amt niederlegen (Senatsbeschluss vom 5. M&auml;rz 1985 VII B 69\/84, BFH\/NV 1987, 422). Etwas anderes gilt nur dann, wenn ihm etwa durch Bestellung eines Insolvenzverwalters die Verf&uuml;gungsmacht entzogen worden ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Der weiteren vom Kl&auml;ger aufgeworfenen Rechtsfrage, ob bei der Ermessensaus&uuml;bung im Rahmen einer haftungsrechtlichen Inanspruchnahme eines gesetzlichen Vertreters sich aufdr&auml;ngende Kenntnisse &uuml;ber ein erhebliches Guthaben des Steuerpflichtigen au&szlig;er Acht gelassen werden k&ouml;nnen, kommt bereits deshalb keine grunds&auml;tzliche Bedeutung zu, weil die Frage in dem angestrebten Revisionsverfahren nicht kl&auml;rungsf&auml;hig w&auml;re. Denn die Beantwortung der Frage h&auml;ngt von den besonderen Umst&auml;nden des Einzelfalls ab und l&auml;sst sich infolgedessen nicht allgemein f&uuml;r eine Vielzahl von F&auml;llen beantworten. Im &Uuml;brigen hat das FG nicht festgestellt, dass sich dem FA die Existenz eines betr&auml;chtlichen Steuerguthabens h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die vom Kl&auml;ger ger&uuml;gten Verfahrensm&auml;ngel liegen nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach &sect; 76 Abs. 1 FGO hat das Gericht den Sachverhalt von Amts wegen zu erforschen und dabei die erforderlichen Beweise zu erheben (&sect; 81 Abs. 1 Satz 1 FGO). Ein ordnungsgem&auml;&szlig; gestellter Beweisantrag darf nur unber&uuml;cksichtigt bleiben, wenn es auf das Beweismittel f&uuml;r die Entscheidung nicht ankommt oder das Gericht die Richtigkeit der durch das Beweismittel zu beweisenden Tatsachen zugunsten des betreffenden Beteiligten unterstellt oder das Beweismittel nicht erreichbar oder v&ouml;llig ungeeignet ist, den Beweis zu erbringen (BFH-Beschl&uuml;sse vom 5. Februar 2004 V B 205\/02, BFH\/NV 2004, 964, und vom 27. Oktober 2004 XI B 182\/02, BFH\/NV 2005, 564). Im Streitfall durfte das Gericht von einer Vernehmung der vom Kl&auml;ger benannten Zeugen absehen, weil es eine Beweiserhebung &uuml;ber den Umfang der dem Sanierungsbeauftragten und dem Generalbevollm&auml;chtigten einger&auml;umten Befugnisse aus seiner Sicht nicht f&uuml;r erforderlich gehalten und dies auch nachvollziehbar begr&uuml;ndet hat. Die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der haftungsrechtlichen Inanspruchnahme des Kl&auml;gers hat das FG mit dessen formaler Stellung als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer und mit der Verletzung der ihm in dieser Eigenschaft obliegenden &Uuml;berwachungs- und Mittelbereithaltungspflichten begr&uuml;ndet. Auf die Befugnisse anderer f&uuml;r die KG t&auml;tigen Personen kam es somit nicht an. Dies begegnet keinen rechtlichen Bedenken.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die R&uuml;ge mangelnder Sachaufkl&auml;rung in Bezug auf das Bestehen eines vermeintlichen Umsatzsteuerguthabens der KG gen&uuml;gt nicht den Darlegungserfordernissen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO. Das Vorbringen ersch&ouml;pft sich in der blo&szlig;en Behauptung, dass sich dem FG die Notwendigkeit entsprechender Ermittlungen von Amts wegen h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen. Ein unmittelbarer Zusammenhang mit der Haftungsschuld des Kl&auml;gers wird auch nicht ansatzweise belegt. Auch l&auml;sst die Beschwerde die Ausf&uuml;hrungen des FG zur Ber&uuml;cksichtigung eines vermeintlichen Umsatzsteuerguthabens unber&uuml;cksichtigt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.5.2009, VII B 266\/08 Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerhaftung trotz Einsatzes sachverst&auml;ndiger Sanierungsexperten Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) war Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH. Weiterer Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer war bis zum 5. Januar 2003 ein Herr M. Mit Wirkung zum 31. Januar 2003 wurde Herr W neben dem Kl&auml;ger zum weiteren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer bestellt. Die GmbH war pers&ouml;nlich &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-266-08-geschaeftsfuehrerhaftung-trotz-einsatzes-sachverstaendiger-sanierungsexperten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;B&nbsp;266\/08 &#8211; Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerhaftung trotz Einsatzes sachverst&auml;ndiger Sanierungsexperten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14797","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14797","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14797"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14797\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14797"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14797"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14797"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}