{"id":14799,"date":"2012-12-19T15:06:20","date_gmt":"2012-12-19T13:06:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14799"},"modified":"2012-12-19T15:06:20","modified_gmt":"2012-12-19T13:06:20","slug":"vii-b-231-08-haftungsbegrenzung-durch-interne-aufgabenverteilung-in-einer-gesellschaft-keine-grundsaetzliche-bedeutung-der-rechtssache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-231-08-haftungsbegrenzung-durch-interne-aufgabenverteilung-in-einer-gesellschaft-keine-grundsaetzliche-bedeutung-der-rechtssache\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;231\/08 &#8211; Haftungsbegrenzung durch interne Aufgabenverteilung in einer Gesellschaft &#8211; Keine grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.5.2009, VII B 231\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Haftungsbegrenzung durch interne Aufgabenverteilung in einer Gesellschaft &#8211; Keine grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) war bei einem in Deutschland t&auml;tigen rum&auml;nischen Unternehmen &#8211;X&#8211; u.a. als Bauleiter besch&auml;ftigt. Wegen r&uuml;ckst&auml;ndiger Umsatz- und Lohnsteuerschulden sowie steuerlicher Nebenleistungen der X wurde er vom Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) neben dem eingetragenen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer und dessen Stellvertreter mit zwei Haftungsbescheiden gem&auml;&szlig; &sect; 69 i.V.m. &sect; 35 der Abgabenordnung (AO) als Haftungsschuldner in Anspruch genommen. Dabei ging das FA davon aus, dass der Kl&auml;ger als Generaldirektor und damit als faktischer Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer nach au&szlig;en t&auml;tig geworden ist. Die Einspr&uuml;che wies das FA als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auch die Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) urteilte, dass der Kl&auml;ger aufgrund einer vom Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Gesellschaft unterschriebenen Vollmacht, mit der dem Kl&auml;ger die Abwicklung von Bauvertr&auml;gen in Deutschland &uuml;bertragen worden sei, und eines Auftrages, der den Kl&auml;ger bevollm&auml;chtigt habe, Bankunterlagen zu unterschreiben, als faktischer Betriebsleiter anzusehen sei. In dieser Eigenschaft sei er f&uuml;r die Einhaltung des Budgets sowie f&uuml;r die Einnahmen und Ausgaben des Unternehmens in Deutschland verantwortlich gewesen. Sp&auml;testens seit Ende des Jahres 1999 sei er als faktischer Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer und damit als Verf&uuml;gungsberechtigter i.S. von &sect; 35 AO aufgetreten. Die ihm obliegenden steuerlichen Pflichten habe er schuldhaft unerf&uuml;llt gelassen, weshalb seine haftungsrechtliche Inanspruchnahme sowohl dem Grunde als auch der H&ouml;he nach nicht zu beanstanden sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Beschwerde begehrt der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zu kl&auml;ren sei die Rechtsfrage, ob auch derjenige als Verf&uuml;gungsberechtigter i.S. von &sect; 35 AO anzusehen sei, der zwar grunds&auml;tzlich &uuml;ber Mittel einer Gesellschaft verf&uuml;gen k&ouml;nne, jedoch aufgrund der internen arbeits- und aufgabenteiligen Gesch&auml;ftsverteilung f&uuml;r steuerliche Belange der Gesellschaft nicht zust&auml;ndig sei und nicht auftrete, obwohl die steuerlichen Belange der Gesellschaft in der Vergangenheit ausschlie&szlig;lich von dem gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft tats&auml;chlich wahrgenommen worden seien. Des weiteren sei die Rechtsfrage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, ob einem Verf&uuml;gungsberechtigten i.S. von &sect; 35 AO auch dann grobe Fahrl&auml;ssigkeit i.S. von &sect; 69 AO vorgeworfen werden k&ouml;nne, wenn er intern mit steuerlichen Angelegenheiten nicht betraut gewesen sei und darauf vertraut habe, dass die steuerlichen Belange der Gesellschaft vom gesetzlichen Vertreter bzw. von einer beauftragten Steuerkanzlei ordnungsgem&auml;&szlig; erf&uuml;llt w&uuml;rden. Entgegen der Auffassung des FG sei ihm keine Generalvollmacht erteilt worden. Das FG habe unber&uuml;cksichtigt gelassen, dass Steuererkl&auml;rungen vom Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer unterzeichnet und eingereicht worden seien. Dieser habe auch Besprechungen mit dem FA durchgef&uuml;hrt und eine pers&ouml;nliche B&uuml;rgschaft gestellt. Er, der Kl&auml;ger, sei vorwiegend im technischen Bereich t&auml;tig gewesen. Es habe langj&auml;hriger &Uuml;bung entsprochen, dass f&uuml;r die steuerlichen Angelegenheiten ausschlie&szlig;lich der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer zust&auml;ndig gewesen sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA ist der Beschwerde entgegengetreten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg, denn die vom Kl&auml;ger aufgeworfenen Fragen w&auml;ren in dem angestrebten Revisionsverfahren nicht kl&auml;rungsf&auml;hig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der auf den Streitfall zugeschnittenen Fragestellung wird unterstellt, dass zwischen bestimmten Personen, die f&uuml;r eine Gesellschaft t&auml;tig geworden sind, eine eindeutige und ausdr&uuml;ckliche Vereinbarung hinsichtlich der Erf&uuml;llung der der Gesellschaft obliegenden steuerlichen Pflichten getroffen worden ist. Das Vorliegen einer solchen internen Gesch&auml;ftsverteilung hat das FG jedoch nicht festgestellt. Vielmehr hat es die &Uuml;berzeugung gewonnen, dass der Kl&auml;ger faktischer Leiter des Unternehmens in Deutschland gewesen ist und dass er die ihm zugewiesene Stellung auch ausgef&uuml;llt hat. In seiner Urteilsbegr&uuml;ndung hat das FG ausdr&uuml;cklich darauf hingewiesen, dass der Kl&auml;ger durch die Er&ouml;ffnung eines Kontos mit Einzelzeichnungsbefugnis gegen&uuml;ber einer Bank im Au&szlig;enverh&auml;ltnis rechtsgesch&auml;ftlich t&auml;tig geworden ist. Den mit Verfahrensr&uuml;gen nicht angegriffenen Feststellungen des FG kann nicht entnommen werden, dass im Haftungszeitraum die Entrichtung f&auml;lliger Umsatz- oder Lohnsteuern einer anderen Person als dem Kl&auml;ger oblag. Dass das FG von einer solchen &Uuml;bertragung nicht ausgegangen ist, belegen seine Ausf&uuml;hrungen, nach denen der Kl&auml;ger allein &uuml;ber das Gesch&auml;ftskonto der Gesellschaft verf&uuml;gt habe und allein in der Lage gewesen sei, die f&auml;lligen Steuern zu entrichten. Dar&uuml;ber hinaus hat das FG keine Feststellungen dar&uuml;ber getroffen, ob der Kl&auml;ger tats&auml;chlich auf die Erf&uuml;llung der steuerlichen Aufgaben durch eine andere Person vertraut hat oder darauf h&auml;tte vertrauen d&uuml;rfen. Die vom Kl&auml;ger aufgeworfenen Fragen w&uuml;rden sich somit in einem Revisionsverfahren nicht stellen, so dass eine Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung nicht in Betracht kommt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Erg&auml;nzend weist der Senat darauf hin, dass die Fragen hinsichtlich der haftungsrechtlichen Auswirkungen einer internen Aufgabenverteilung in der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung hinreichend gekl&auml;rt sind. Um eine haftungsbegrenzende Wirkung zu entfalten, muss die interne Aufgabenverteilung grunds&auml;tzlich vor Aufnahme der T&auml;tigkeit des Haftungsschuldners klar und eindeutig, d.h. in schriftlicher Form, festgelegt worden sein (Entscheidungen des Bundesfinanzhofs vom 4. M&auml;rz 1986 VII S 33\/85, BFHE 146, 23, BStBl II 1986, 384, und vom 26. April 1984 V R 128\/79, BFHE 141, 443, BStBl II 1984, 776). Auch hier&uuml;ber hat das FG im Streitfall keine Feststellungen getroffen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.5.2009, VII B 231\/08 Haftungsbegrenzung durch interne Aufgabenverteilung in einer Gesellschaft &#8211; Keine grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) war bei einem in Deutschland t&auml;tigen rum&auml;nischen Unternehmen &#8211;X&#8211; u.a. als Bauleiter besch&auml;ftigt. Wegen r&uuml;ckst&auml;ndiger Umsatz- und Lohnsteuerschulden sowie steuerlicher Nebenleistungen der X wurde er vom &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-231-08-haftungsbegrenzung-durch-interne-aufgabenverteilung-in-einer-gesellschaft-keine-grundsaetzliche-bedeutung-der-rechtssache\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;B&nbsp;231\/08 &#8211; Haftungsbegrenzung durch interne Aufgabenverteilung in einer Gesellschaft &#8211; Keine grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14799","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14799","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14799"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14799\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14799"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14799"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14799"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}