{"id":14854,"date":"2012-12-19T14:56:26","date_gmt":"2012-12-19T12:56:26","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14854"},"modified":"2012-12-19T14:56:26","modified_gmt":"2012-12-19T12:56:26","slug":"ix-b-13-09-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung-der-rechtssache-gewaehrung-rechtlichen-gehoers-anforderungen-an-die-ruege-der-verletzung-der-sachaufklaerungspflicht-gesamtergebnis-des-verfahrens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-13-09-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung-der-rechtssache-gewaehrung-rechtlichen-gehoers-anforderungen-an-die-ruege-der-verletzung-der-sachaufklaerungspflicht-gesamtergebnis-des-verfahrens\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;13\/09 &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache &#8211; Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs &#8211; Anforderungen an die R&uuml;ge der Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht &#8211; Gesamtergebnis des Verfahrens"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.5.2009, IX B 13\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache &#8211; Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs &#8211; Anforderungen an die R&uuml;ge der Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht &#8211; Gesamtergebnis des Verfahrens<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde hat keinen Erfolg. 1. Soweit die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) die hervorgehobene Frage, wann ein Aufl&ouml;sungsverlust i.S. des &sect; 17 des Einkommensteuergesetzes im Falle der gescheiterten Entschuldung der insolventen Gesellschaft durch eine Auffanggesellschaft realisiert werde, f&uuml;r i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) grunds&auml;tzlich bedeutsam halten, haben sie die Bedeutung der Rechtssache schon nicht hinreichend dargelegt. Es fehlt insoweit an Ausf&uuml;hrungen, inwieweit die von ihnen aufgeworfene Frage in Rechtsprechung und\/oder Schrifttum umstritten ist und deshalb eine h&ouml;chstrichterliche Kl&auml;rung &uuml;ber die materiell-rechtliche Beurteilung des Streitfalles hinaus f&uuml;r die Allgemeinheit Bedeutung hat. Hierzu reicht es nicht aus vorzutragen, der Bundesfinanzhof (BFH) habe &uuml;ber diese Rechtsfrage noch nicht entschieden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Soweit die Kl&auml;ger eine Zulassung der Revision zur Sicherung der Rechtseinheit (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative FGO) begehren, haben sie nicht &#8211;wie erforderlich&#8211; die behauptete Abweichung durch das Gegen&uuml;berstellen einander widersprechender abstrakter Rechtss&auml;tze aus der Entscheidung der Vorinstanz einerseits und einer &#8211;mit Aktenzeichen und Fundstelle zutreffend bezeichneten&#8211; Divergenzentscheidung andererseits deutlich gemacht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die Kl&auml;ger machen zu Unrecht geltend, das Finanzgericht (FG) habe ihren Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r verletzt (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, &sect; 96 Abs. 2 FGO, &sect; 76 Abs. 2 FGO). Eine sog. &Uuml;berraschungsentscheidung liegt vor, wenn das FG sein Urteil auf einen bis dahin nicht er&ouml;rterten rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkt st&uuml;tzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gibt, mit der auch ein gewissenhafter und kundiger Prozessbeteiligter selbst unter Ber&uuml;cksichtigung der Vielzahl vertretbarer Auffassungen nach dem bisherigen Verlauf der Verhandlung nicht rechnen musste (BFH-Beschluss vom 2. April 2002 X B 56\/01, BFH\/NV 2002, 947). Das Gebot, rechtliches Geh&ouml;r zu gew&auml;hren, verpflichtet das Gericht indes nicht, die f&uuml;r die Entscheidung ma&szlig;geblichen Gesichtspunkte mit den Beteiligten umfassend zu er&ouml;rtern oder sie ihnen im Voraus anzudeuten (BFH-Beschluss vom 25. Mai 2000 VI B 100\/00, BFH\/NV 2000, 1235). Danach liegt im Streitfall keine &Uuml;berraschungsentscheidung vor; denn die ma&szlig;gebliche Frage des Zeitpunkts der Realisierung eines Aufl&ouml;sungsverlustes war &#8211;unter Ber&uuml;cksichtigung aller von den Beteiligten vorgebrachten rechtlichen Erw&auml;gungen&#8211; zentraler Diskussionspunkt im finanzgerichtlichen Verfahren. Auch eine Verletzung der richterlichen Hinweispflicht (&sect; 76 Abs. 2 FGO) ist nicht gegeben. Auf naheliegende tats&auml;chliche oder rechtliche Gesichtspunkte braucht das Gericht zumindest dann nicht hinzuweisen, wenn die Beteiligten &#8211;wie im Streitfall&#8211; fachkundig vertreten sind. Abgesehen davon muss ein Beteiligter bei unklarer Sach- und\/oder Rechtslage grunds&auml;tzlich alle vertretbaren rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkte von sich aus in Betracht ziehen und seinen Vortrag darauf einrichten (BFH-Beschluss vom 7. Dezember 2006 IX B 50\/06, BFH\/NV 2007, 1135, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Soweit nach Auffassung der Kl&auml;ger das FG gegen seine Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO) versto&szlig;en habe, geh&ouml;rt zur ordnungsgem&auml;&szlig;en R&uuml;ge eines dahin gehenden Verfahrensmangels nicht nur die genaue Angabe der Beweismittel, die das FG nicht erhoben hat, deren Erhebung sich ihm aber als noch erforderlich h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, sondern auch, welche rechtserheblichen Tatsachen sich hierbei voraussichtlich ergeben h&auml;tten. Ferner h&auml;tte dargelegt werden m&uuml;ssen, weshalb in der m&uuml;ndlichen Verhandlung keine entsprechenden Antr&auml;ge gestellt wurden, da ein Verfahrensmangel nach &sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 295 der Zivilprozessordnung nicht mehr erfolgreich geltend gemacht werden kann, wenn er eine Verfahrensvorschrift betrifft, auf deren Einhaltung die Prozessbeteiligten verzichten k&ouml;nnen und auch verzichtet haben, indem sie ihre Verletzung nicht ger&uuml;gt haben (z.B. BFH-Beschluss vom 29. Oktober 2004 XI B 213\/02, BFH\/NV 2005, 566, m.w.N.). Hieran fehlt es im Streitfall.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                5. Die Kl&auml;ger machen auch zu Unrecht geltend, das FG habe Teile ihres Vorbringens unber&uuml;cksichtigt gelassen; der damit sinngem&auml;&szlig; ger&uuml;gte Verfahrensmangel einer Nichtber&uuml;cksichtigung des Gesamtergebnisses des Verfahrens liegt nicht vor. &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO gebietet es schon dem Grunde nach nicht, alle im Einzelfall gegebenen Umst&auml;nde im Urteil zu er&ouml;rtern. Vielmehr ist im Allgemeinen davon auszugehen, dass ein Gericht auch denjenigen Akteninhalt in Erw&auml;gung gezogen hat, mit dem es sich in den schriftlichen Entscheidungsgr&uuml;nden nicht ausdr&uuml;cklich auseinandergesetzt hat (BFH-Beschluss vom 15. September 2006 IX B 209\/05, BFH\/NV 2007, 80, unter 3. c, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.5.2009, IX B 13\/09 Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache &#8211; Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs &#8211; Anforderungen an die R&uuml;ge der Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht &#8211; Gesamtergebnis des Verfahrens Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. 1. 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