{"id":14866,"date":"2012-12-19T14:53:32","date_gmt":"2012-12-19T12:53:32","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14866"},"modified":"2012-12-19T14:53:32","modified_gmt":"2012-12-19T12:53:32","slug":"iii-b-113-08-aenderung-eines-kindergeldbescheides-wegen-verspaeteter-nachweise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-113-08-aenderung-eines-kindergeldbescheides-wegen-verspaeteter-nachweise\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;113\/08 &#8211; &Auml;nderung eines Kindergeldbescheides wegen versp&auml;teter Nachweise"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.4.2009, III B 113\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">&Auml;nderung eines Kindergeldbescheides wegen versp&auml;teter Nachweise<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Nachdem die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) am 25. M&auml;rz 2004 Kindergeld f&uuml;r die im April 1986 geborene Tochter der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) festgesetzt hatte, forderte sie mehrmals vergeblich Unterlagen zur Pr&uuml;fung der Anspruchsvoraussetzungen an. Im Mai 2006 hob die Familienkasse daher die Kindergeldfestsetzung ab Mai 2004 auf, weil die Kl&auml;gerin ihre Mitwirkungspflichten verletzt habe. Der Einspruch wurde, nachdem am 4. Juli 2006 gem&auml;&szlig; &sect; 364b Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) fruchtlos eine Frist zur Vorlage der Unterlagen gesetzt worden war, am 25. Juli 2006 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die von der Kl&auml;gerin am 28. Juli 2006 eingereichte Erkl&auml;rung nebst Bescheinigungen behandelte die Familienkasse als Antrag auf &Auml;nderung des Aufhebungsbescheides. Sie lehnte eine Korrektur ab und wies den dagegen eingelegten Einspruch zur&uuml;ck.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Es entschied, einer &Auml;nderung nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO stehe entgegen, dass die Kl&auml;gerin am nachtr&auml;glichen Bekanntwerden der anspruchserheblichen Tatsachen grobes Verschulden treffe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zur Begr&uuml;ndung ihrer Nichtzulassungsbeschwerde tr&auml;gt die Kl&auml;gerin vor, die Frage, ob in der Nichteinreichung angeforderter Unterlagen auch dann grobes Verschulden gesehen werden k&ouml;nne, wenn auf die Folgen nicht rechtzeitig hingewiesen werde, habe grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Dem FG sei auch ein Verfahrensfehler unterlaufen (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO). Die Sachbearbeiterin der Familienkasse habe ihr zur Einreichung der Unterlagen am 3. Juli 2006 telefonisch eine Fristverl&auml;ngerung gew&auml;hrt. Das FG habe dies jedoch nicht festgestellt, da es ohne m&uuml;ndliche Verhandlung und damit ohne Vernehmung der Sachbearbeiterin entschieden habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung, denn der Begriff des groben Verschuldens i.S. des &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO ist durch die Rechtsprechung gekl&auml;rt, desgleichen die Anforderungen, die in diesem Zusammenhang an den Steuerpflichtigen zu stellen sind (Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 26. Juni 1997 X B 150\/96, BFH\/NV 1997, 827). Ein Steuerpflichtiger handelt regelm&auml;&szlig;ig grob schuldhaft i.S. des &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO, wenn er eine im Steuererkl&auml;rungsformular ausdr&uuml;cklich gestellte Frage nicht beantwortet, und zwar selbst dann, wenn die Finanzbeh&ouml;rde ihre Aufkl&auml;rungs- oder F&uuml;rsorgepflicht verletzt hat (Senatsurteile vom 9. August 1991 III R 24\/87, BFHE 165, 454, BStBl II 1992, 65; vom 9. Oktober 1992 III R 72\/91, BFH\/NV 1994, 217, und vom 4. Februar 1993 III R 78\/91, BFH\/NV 1993, 641). Dies gilt umso mehr, wenn ausdr&uuml;ckliche Nachfragen einer Finanzbeh&ouml;rde nicht beantwortet werden. Die sich im Streitfall stellende Frage, ob es am groben Verschulden fehlen kann, wenn trotz mehrfacher Anforderung durch die Familienkasse offenkundig anspruchserhebliche Tatsachen nicht mitgeteilt oder nachgewiesen werden, weil &uuml;ber die Folgen fehlender Mitwirkung nicht belehrt wurde, ist daher unzweifelhaft zu verneinen und somit nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die R&uuml;ge, das FG habe seine Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 Abs. 1 FGO) verletzt, indem es ohne Vernehmung der Sachbearbeiterin &uuml;ber die von der Kl&auml;gerin behauptete Fristverl&auml;ngerung entschied, gen&uuml;gt nicht den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO und ist daher unzul&auml;ssig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zur ordnungsgem&auml;&szlig;en R&uuml;ge der Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht bedarf es u.a. der Darlegung, warum der Kl&auml;ger nicht von sich aus einen entsprechenden Beweisantrag gestellt hat und warum sich die Notwendigkeit der Beweiserhebung gleichwohl dem FG h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, ferner ist darzulegen, dass die vermeintlich unzul&auml;ngliche Sachaufkl&auml;rung vor dem FG ger&uuml;gt wurde oder warum eine solche R&uuml;ge nicht m&ouml;glich gewesen war (z.B. Senatsbeschluss vom 14. Februar 2006 III B 143\/05, BFH\/NV 2006, 1058). Dazu hat die Kl&auml;gerin nichts vorgetragen. Tats&auml;chlich hatte sie nach der Mitteilung der Familienkasse, dass die behauptete Terminsverl&auml;ngerung weder der Sachbearbeiterin bekannt noch in der Akte vermerkt sei, von einem Beweisantrag abgesehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Da die R&uuml;ge den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO nicht entspricht, kommt es nicht darauf an, ob die behauptete m&uuml;ndliche Fristverl&auml;ngerung wegen der danach von der Familienkasse gesetzten Ausschlussfrist &uuml;berhaupt rechtserheblich w&auml;re (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 30).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.4.2009, III B 113\/08 &Auml;nderung eines Kindergeldbescheides wegen versp&auml;teter Nachweise Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Nachdem die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) am 25. M&auml;rz 2004 Kindergeld f&uuml;r die im April 1986 geborene Tochter der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) festgesetzt hatte, forderte sie mehrmals vergeblich Unterlagen zur Pr&uuml;fung der Anspruchsvoraussetzungen an. 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