{"id":14876,"date":"2012-12-19T14:53:34","date_gmt":"2012-12-19T12:53:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14876"},"modified":"2012-12-19T14:53:34","modified_gmt":"2012-12-19T12:53:34","slug":"x-r-30-08-wissenschaftliche-hochschule-fuer-unternehmensfuehrung-in-koblenz-ist-weder-ersatzschule-noch-ergaenzungsschule-schulgeld-als-sonderausgabe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-30-08-wissenschaftliche-hochschule-fuer-unternehmensfuehrung-in-koblenz-ist-weder-ersatzschule-noch-ergaenzungsschule-schulgeld-als-sonderausgabe\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;30\/08 &#8211; Wissenschaftliche Hochschule f&uuml;r Unternehmensf&uuml;hrung in Koblenz ist weder Ersatzschule noch Erg&auml;nzungsschule &#8211; Schulgeld als Sonderausgabe"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.4.2009, X R 30\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Wissenschaftliche Hochschule f&uuml;r Unternehmensf&uuml;hrung in Koblenz ist weder Ersatzschule noch Erg&auml;nzungsschule &#8211; Schulgeld als Sonderausgabe<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Sache befindet sich im dritten Rechtsgang. Streitig ist, ob Studiengeb&uuml;hren f&uuml;r den Besuch einer wissenschaftlichen Hochschule in privater Tr&auml;gerschaft im Rahmen des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 des Einkommensteuergesetzes (EStG) als Sonderausgaben abziehbar sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) werden als Eheleute f&uuml;r das Streitjahr 1992 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. In ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung machten sie u.a. 1 650 DM als Sonderausgaben i.S. des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG (&quot;Schulgeld&quot;) geltend; hierbei handelte es sich um 30 % der Studiengeb&uuml;hren von 5 500 DM f&uuml;r ihren Sohn, der ab Oktober 1992 ein Studium an der wissenschaftlichen Hochschule f&uuml;r Unternehmensf&uuml;hrung in Koblenz (im Folgenden WHU) begonnen hatte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte diese Aufwendungen nicht; Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) f&uuml;hrte im Urteil vom 23. November 2001&nbsp;&nbsp;18 K 9791\/97 E (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2002, 398) aus, der Gesetzgeber kn&uuml;pfe in &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG erkennbar an schulrechtliche Begriffe (&quot;Ersatzschule&quot;, &quot;Erg&auml;nzungsschule&quot;) an. Die von dem Sohn der Kl&auml;ger besuchte private Hochschule sei indes schon begrifflich keine Ersatzschule; Hochschulen st&uuml;nden au&szlig;erhalb des von Art. 7 des Grundgesetzes (GG) geregelten Schulwesens. Dass nach Art. 30 Abs. 1 Satz 1 der Landesverfassung Rheinland-Pfalz (LV RhPf) mit staatlicher Genehmigung auch private Hochschulen als Ersatz f&uuml;r &ouml;ffentliche Hochschulen errichtet und betrieben werden k&ouml;nnten, &auml;ndere an der grundgesetzlich verankerten Unterscheidung zwischen Schulwesen und Hochschulwesen nichts.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Bundesfinanzhof (BFH) hob mit Urteil vom 5. November 2002 IX R 32\/02 (BFH\/NV 2003, 599) die Entscheidung des FG auf. Die Qualifikation einer Schule als Ersatzschule i.S. des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG sei den zust&auml;ndigen Kultusbeh&ouml;rden der L&auml;nder vorbehalten, und zwar mit Bindungswirkung f&uuml;r die Finanzbeh&ouml;rden. Das FG h&auml;tte deshalb pr&uuml;fen m&uuml;ssen, ob f&uuml;r die vom Sohn der Kl&auml;ger besuchte private Hochschule &quot;eine Genehmigung als Ersatzschule&quot; vorliege; diese Pr&uuml;fung sei nachzuholen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im zweiten Rechtsgang entschied das FG, dass die WHU nach Landesrecht nicht als Ersatzschule genehmigt worden sei, weil es sich bei ihr um eine Hochschule handele. Der BFH hob das klageabweisende FG-Urteil auf, weil die Voraussetzungen f&uuml;r eine Entscheidung ohne m&uuml;ndliche Verhandlung wegen eines nicht wirksamen Verzichts der Kl&auml;ger nicht vorgelegen h&auml;tten (BFH-Beschluss vom 9. Januar 2006 XI B 176\/04, BFH\/NV 2006, 1105).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auch im dritten Rechtsgang wies das FG die Klage ab. Der BFH habe ausdr&uuml;cklich eine Genehmigung durch die Kultusbeh&ouml;rden als Ersatzschule gefordert. Eine solche Genehmigung als Ersatzschule sei der WHU im Streitfall nicht erteilt worden. Die WHU k&ouml;nne &#8211;so das Landesministerium&#8211; nach Landesrecht schon nicht als Ersatzschule genehmigt werden, weil es sich bei ihr gerade nicht um eine Schule, sondern um eine Hochschule handele.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision machen die Kl&auml;ger geltend:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG ber&uuml;cksichtige nicht den Inhalt der Genehmigungsurkunde f&uuml;r die WHU vom 20. August 1984. Aus der Urkunde ergebe sich eindeutig, dass die WHU als Ersatzschule genehmigt worden sei. Art. 30 LV RhPf befasse sich nur mit Ersatzschulen. Auf die teilweise widerspr&uuml;chlichen Formulierungen im Schreiben des Kultusministeriums vom 11. August 2003 komme es nicht an. Im &Uuml;brigen best&auml;tige dieses Schreiben, dass die WHU als Ersatzhochschule und damit als Ersatzschule i.S. von Art. 30 LV RhPf genehmigt worden sei. Die Genehmigung nach Art. 30 LV RhPf sei zwingend eine Genehmigung als Ersatzschule. Die WHU sei eine nach Landesrecht erlaubte Ersatzschule. Art. 30 LV RhPf unterscheide gerade nicht zwischen Schulen und Hochschulen, sondern schlie&szlig;e Hochschulen ausdr&uuml;cklich bei den &quot;Schulen&quot; ein.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger beantragen, das FG-Urteil aufzuheben und unter &Auml;nderung des &Auml;nderungsbescheides vom 5. Mai 2004 Sonderausgaben gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG in H&ouml;he von 1 650 DM (844 EUR) abzuziehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Den zun&auml;chst gestellten Antrag, auch die Beitr&auml;ge zur Rentenversicherung in H&ouml;he von &#8230; als vorweggenommene Werbungskosten bei den sonstigen Eink&uuml;nften abzuziehen, haben die Kl&auml;ger mit Schriftsatz vom 6. Februar 2009 zur&uuml;ckgenommen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen. Das angefochtene Urteil ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;ger ist die von dem Sohn der Kl&auml;ger besuchte Hochschule keine Schule i.S. des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Abgezogen werden k&ouml;nnen nach &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG 30 % des Entgelts, das der Steuerpflichtige f&uuml;r ein Kind, f&uuml;r das er einen Kinderfreibetrag oder Kindergeld erh&auml;lt, f&uuml;r den Besuch einer gem&auml;&szlig; Art. 7 Abs. 4 GG staatlich genehmigten oder nach Landesrecht erlaubten Ersatzschule sowie einer nach Landesrecht anerkannten allgemeinbildenden Erg&auml;nzungsschule entrichtet mit Ausnahme des Entgelts f&uuml;r Beherbergung, Betreuung und Verpflegung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit den in &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG genannten Schulen kn&uuml;pft der Gesetzgeber erkennbar an (landes-)schulrechtliche Begriffe an, die durch Art. 7 Abs. 4 GG vorgepr&auml;gt und in den Gesetzen der Bundesl&auml;nder, welche die staatliche Schulaufsicht &uuml;ber Schulen in freier Tr&auml;gerschaft regeln, konkretisiert sind (Kulosa in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect; 10 EStG Rz 277-279; S&ouml;hn, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect; 10 Rz L 30 ff.). Ersatzschulen gem&auml;&szlig; Art. 7 Abs. 4 GG sind nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts Schulen, die nach dem mit ihrer Errichtung verfolgten Gesamtzweck als Ersatz f&uuml;r eine in dem jeweiligen Bundesland vorhandene oder grunds&auml;tzlich vorgesehene &ouml;ffentliche Schule dienen sollen. Solche Ersatzschulen bed&uuml;rfen nach Art. 7 Abs. 4 GG der staatlichen Genehmigung und unterstehen den Landesgesetzen. Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn die privaten Schulen in ihren Lehrzielen und Einrichtungen sowie in der wissenschaftlichen Ausbildung ihrer Lehrkr&auml;fte nicht hinter &ouml;ffentlichen Schulen zur&uuml;ckstehen und eine &quot;Sonderung der Sch&uuml;ler nach den Besitzverh&auml;ltnissen der Eltern nicht gef&ouml;rdert wird&quot;. Erg&auml;nzungsschulen sind inl&auml;ndische Schulen, die keine Ersatzschulen sind; sie bed&uuml;rfen &#8211;im Gegensatz zu Ersatzschulen&#8211; keiner Genehmigung und m&uuml;ssen lediglich die Aufnahme des Betriebs anzeigen; Schulgeld f&uuml;r den Besuch von Erg&auml;nzungsschulen ist nur beg&uuml;nstigt, wenn es sich um eine nach Landesrecht anerkannte allgemeinbildende Erg&auml;nzungsschule handelt (vgl. im Einzelnen BFH-Urteil vom 11. Juni 1997 X R 77\/94, BFHE 183, 432, BStBl II 1997, 615).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die landesrechtlichen Genehmigungs- und Anerkennungsentscheidungen sind bindende Grundlagenentscheidungen f&uuml;r den Abzug nach &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG (BFH-Urteile in BFHE 183, 432, BStBl II 1997, 615, unter II.2.c; vom 5. November 2002 IX R 32\/02, BFH\/NV 2003, 599; vom 14. Dezember 2004 XI R 32\/03, BFHE 209, 40, BStBl II 2005, 518, unter II.1.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Bei Anwendung dieser Grunds&auml;tze liegen die Voraussetzungen f&uuml;r den Schulgeldabzug im Streitfall nicht vor. Die WHU ist weder Ersatz- noch Erg&auml;nzungsschule (so auch S&ouml;hn, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, a.a.O., &sect; 10 Rz L 54).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Soweit die Kl&auml;ger der Auffassung sind, dass nach Art. 30 LV RhPf die privaten Hochschulen stets als Ersatzschulen zu behandeln seien, kann ihnen nicht gefolgt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Aus Art. 30 LV RhPf folgt, dass neben Privatschulen auch Hochschulen in privater Tr&auml;gerschaft betrieben werden k&ouml;nnen. Die LV RhPf l&auml;sst in Art. 30 Abs. 1 Satz 1 auch die private Tr&auml;gerschaft von Hochschulen an der grundrechtlichen Freiheit teilhaben; insoweit geht Art. 30 Abs. 1 LV RhPf &uuml;ber das GG hinaus (Hennecke, in Grimm\/Caesar, Verfassung f&uuml;r Rheinland-Pfalz, 2001, Art. 30 Rz 4). Daraus l&auml;sst sich aber entgegen der Auffassung der Kl&auml;ger nicht der Schluss ziehen, dass jede Hochschule in privater Tr&auml;gerschaft (&quot;Ersatzhochschule&quot;) zwangsl&auml;ufig auch den Status einer Ersatzschule besitzt. Art. 30 Abs. 1 LV RhPf besagt lediglich, dass auch Hochschulen mit staatlicher Genehmigung errichtet und betrieben werden k&ouml;nnen; Art 30 Abs. 1 LV RhPf besagt aber nicht, dass eine Hochschule in privater Tr&auml;gerschaft in jedem Fall als (Ersatz-) Schule zu behandeln ist. Diese Rechtsfolge l&auml;sst sich entgegen der Auffassung der Kl&auml;ger auch nicht daraus herleiten, dass Art. 30 Abs. 1 LV RhPf die Genehmigungsf&auml;higkeit von &quot;Privatschulen &#8230; einschlie&szlig;lich der Hochschulen&quot; normiert. Die Genehmigungsf&auml;higkeit einer Hochschule bedeutet nicht, dass jede Hochschule zugleich auch Ersatzschule ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die WHU ist (nur) als wissenschaftliche Hochschule anerkannt und eingerichtet worden. Die staatliche Anerkennung der Hochschule vom 20. August 1984 st&uuml;tzt sich auf &sect; 115 Abs. 1 des Hochschulgesetzes Rheinland-Pfalz (HochSchG RhPf) i.V.m. Art. 30 der LV RhPf. Nach &sect; 115 Abs. 1 HochSchG RhPf k&ouml;nnen unter bestimmten Voraussetzungen Einrichtungen des Bildungswesens, die nicht wissenschaftliche Hochschulen des Landes sind, vom Kultusminister die staatliche Anerkennung als wissenschaftliche Hochschule in freier Tr&auml;gerschaft erhalten. Die Regelung des &sect; 115 HochSchG RhPf ist Teil des Zehnten Teils des HochSchG RhPf, der mit &quot;Wissenschaftliche Hochschulen in freier Tr&auml;gerschaft&quot; &uuml;berschrieben ist. Die Bezugnahme auf Art. 30 LV RhPf erkl&auml;rt sich daraus, dass Art. 30 Abs. 1 LV RhPf die Voraussetzungen normiert, unter denen eine Genehmigung zu erteilen ist. Demzufolge hat &#8211;auf entsprechende Anfrage des FG&#8211; das Ministerium f&uuml;r Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur mit Schreiben vom 11. August 2003 erkl&auml;rt, dass eine landesrechtliche Genehmigung als Ersatzschule zu keinem Zeitpunkt erfolgt sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Soweit die Kl&auml;ger zun&auml;chst mit ihrer Revision auch geltend gemacht haben, dass die von ihnen gezahlten Rentenbeitr&auml;ge in vollem Umfang als vorweggenommene Werbungskosten abzuziehen seien, haben sie diesen Antrag mit Schriftsatz vom 6. Februar 2009 zur&uuml;ckgenommen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.4.2009, X R 30\/08 Wissenschaftliche Hochschule f&uuml;r Unternehmensf&uuml;hrung in Koblenz ist weder Ersatzschule noch Erg&auml;nzungsschule &#8211; Schulgeld als Sonderausgabe Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Sache befindet sich im dritten Rechtsgang. Streitig ist, ob Studiengeb&uuml;hren f&uuml;r den Besuch einer wissenschaftlichen Hochschule in privater Tr&auml;gerschaft im Rahmen des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-30-08-wissenschaftliche-hochschule-fuer-unternehmensfuehrung-in-koblenz-ist-weder-ersatzschule-noch-ergaenzungsschule-schulgeld-als-sonderausgabe\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;30\/08 &#8211; Wissenschaftliche Hochschule f&uuml;r Unternehmensf&uuml;hrung in Koblenz ist weder Ersatzschule noch Erg&auml;nzungsschule &#8211; Schulgeld als Sonderausgabe<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14876","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14876","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14876"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14876\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14876"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14876"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14876"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}