{"id":14977,"date":"2012-12-19T14:53:37","date_gmt":"2012-12-19T12:53:37","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14977"},"modified":"2012-12-19T14:53:37","modified_gmt":"2012-12-19T12:53:37","slug":"viii-b-149-08-qualifizierung-als-haeusliches-arbeitszimmer-is-des-par-4-abs-5-satz-1-nr-6b-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-149-08-qualifizierung-als-haeusliches-arbeitszimmer-is-des-par-4-abs-5-satz-1-nr-6b-estg\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;149\/08 &#8211; Qualifizierung als &quot;h&auml;usliches Arbeitszimmer&quot; i.S. des &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.4.2009, VIII B 149\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Qualifizierung als &quot;h&auml;usliches Arbeitszimmer&quot; i.S. des &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Zulassung der Revision nach &sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) liegen nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Eine Zulassung nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO kommt nicht in Betracht. Denn die von den Kl&auml;gern und Beschwerdef&uuml;hrern (Kl&auml;ger) als grunds&auml;tzlich bedeutsam angesehene Frage, unter welchen Voraussetzungen selbstst&auml;ndig t&auml;tige Unternehmensberater den Aufwand f&uuml;r in ihrer Wohnung belegene Arbeitszimmer nur eingeschr&auml;nkt nach &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211; (wegen gegebener Merkmale eines &quot;h&auml;uslichen Arbeitszimmers&quot;) oder uneingeschr&auml;nkt (wegen Zuordnung zu den Betriebsst&auml;tten &auml;hnlichen R&auml;umen) nach &sect; 4 Abs. 4 EStG als Betriebsausgabe in Abzug bringen k&ouml;nnen, ist bereits durch die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) gekl&auml;rt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Der BFH hat mehrfach entschieden, dass es f&uuml;r die Qualifizierung als &quot;h&auml;usliches Arbeitszimmer&quot; i.S. des &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG ohne Bedeutung ist, ob der Raum eine Betriebsst&auml;tte i.S. des &sect; 12 der Abgabenordnung darstellt (BFH-Urteile vom 16. Oktober 2002 XI R 89\/00, BFHE 201, 27, BStBl II 2003, 185; vom 16. Dezember 2004 IV R 19\/03, BFHE 208, 263, BStBl II 2005, 212, und vom 20. November 2003 IV R 30\/03, BFHE 204, 176, BStBl II 2004, 775). Ebenso ist gekl&auml;rt, unter welchen Voraussetzungen die betriebliche Nutzung eines solchen Raums nicht mehr &quot;arbeitszimmertypisch&quot; ist und der insoweit entstehende Aufwand deshalb uneingeschr&auml;nkt als Betriebsausgabe abziehbar ist (vgl. BFH-Urteile vom 21. M&auml;rz 1995 XI R 93\/94, BFH\/NV 1995, 875; vom 5. Dezember 2002 IV R 7\/01, BFHE 201, 166, BStBl II 2003, 463). Danach ist ein &quot;h&auml;usliches Arbeitszimmer&quot; i.S. des &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG stets anzunehmen, wenn der betreffende Raum in die h&auml;usliche Sph&auml;re des Steuerpflichtigen eingebunden ist und nach Ausstattung und Funktion der Erledigung betrieblicher oder beruflicher Arbeiten vorwiegend b&uuml;rom&auml;&szlig;iger Art dient (vgl. BFH-Urteile vom 13. November 2002 VI R 164\/00, BFHE 201, 86, BStBl II 2003, 350; in BFHE 201, 27, BStBl II 2003, 185, und &#8211;zum Arbeitszimmer eines Unternehmensberaters&#8211; BFH-Urteil vom 15. Dezember 2004 XI R 14\/03, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2005, 1068).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Ebenfalls gekl&auml;rt ist, dass diese Grunds&auml;tze unabh&auml;ngig davon gelten, ob im Einzelfall nur ein Raum oder mehrere R&auml;ume zu betrieblichen Zwecken genutzt werden (BFH-Beschluss vom 9. August 2005 XI B 16\/04, BFH\/NV 2006, 268). Insbesondere kann der Steuerpflichtige den H&ouml;chstbetrag nach &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG nach der BFH-Rechtsprechung selbst bei einer Vielzahl genutzter Arbeitszimmer nur einmal in Abzug bringen (vgl. BFH-Urteil vom 9. November 2005 VI R 19\/04, BFHE 211, 505, BStBl II 2006, 328).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Auch die Voraussetzungen f&uuml;r eine Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung oder zur Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO) liegen nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Insbesondere ist die Revision schon deshalb nicht wegen der behaupteten Abweichung der angefochtenen Entscheidung von dem Beschluss des Finanzgerichts (FG) Baden-W&uuml;rttemberg vom 11. August 2006&nbsp;&nbsp;3 V 14\/05 (juris) zuzulassen, weil eine solche Abweichung nicht besteht. Denn sowohl dieser Beschluss wie auch das angefochtene Urteil gehen in &Uuml;bereinstimmung mit der BFH-Rechtsprechung davon aus, dass gelegentlicher Publikumsverkehr oder lediglich stundenweiser Einsatz einer Aushilfskraft f&uuml;r B&uuml;roarbeiten noch nicht gegen die rechtliche Einordnung als h&auml;usliches Arbeitszimmer sprechen (BFH-Urteil in HFR 2005, 1068). Ob ein B&uuml;ro- oder Praxisraum der Abzugsbeschr&auml;nkung f&uuml;r h&auml;usliche Arbeitszimmer unterliegt, l&auml;sst sich im &Uuml;brigen nicht generell, sondern nur aufgrund einer Gesamtw&uuml;rdigung der Umst&auml;nde des Einzelfalls beurteilen (BFH-Urteil vom 23. September 1999 VI R 74\/98, BFHE 189, 438, BStBl II 2000, 7); das gilt auch f&uuml;r die Frage, was als intensiver und dauerhafter Publikumsverkehr anzusehen ist (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2006, 268). Einwendungen gegen eine solche W&uuml;rdigung &#8211;wie im Streitfall&#8211; betreffen folglich die tatrichterliche &Uuml;berzeugungsbildung des FG und damit einen (angeblichen) materiell-rechtlichen Mangel der Vorentscheidung, der keinen der Tatbest&auml;nde des &sect; 115 Abs. 2 FGO erf&uuml;llt (vgl. BFH-Beschluss vom 15. Juni 2007 XI B 93\/06, BFH\/NV 2007, 1650).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Schlie&szlig;lich sind auch die Voraussetzungen f&uuml;r eine Zulassung der Revision wegen Verfahrensfehlern nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO nicht gegeben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach Auffassung der Kl&auml;ger h&auml;tte das Gericht insbesondere nach dem Verzicht der Beteiligten auf m&uuml;ndliche Verhandlung im Hinblick auf seine Hinweispflicht nach &sect; 76 FGO durch &quot;eine hinreichende Berichterstattung auf erforderlichen weitergehenden Vortrag zu seiner (des Kl&auml;gers) individuellen Arbeitssituation, dem Umfang der Nutzung der R&auml;umlichkeiten, dem Mittelpunkt seiner gesamten beruflichen Bet&auml;tigung, der Einbindung in die private Sph&auml;re und den Umfang des Publikumverkehrs&quot; hinweisen m&uuml;ssen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diesem Vortrag ist ein Verfahrensversto&szlig; des FG nicht zu entnehmen. Nach &sect; 76 Abs. 2 FGO hat der Vorsitzende &#8211;bzw. der Einzelrichter&#8211; im Rahmen seiner verfahrensrechtlichen Prozessf&ouml;rderungs- und F&uuml;rsorgepflichten u.a. darauf hinzuwirken, dass ungen&uuml;gende tats&auml;chliche Angaben erg&auml;nzt sowie alle f&uuml;r die Feststellung und Beurteilung des Sachverhalts wesentlichen Erkl&auml;rungen abgegeben werden. Der Erfolg der Klage soll nicht an der Rechtsunerfahrenheit eines Kl&auml;gers scheitern. Jedoch begr&uuml;ndet &sect; 76 Abs. 2 FGO &#8211;auch bei Rechtsunkundigen&#8211; keine umfassende Hinweispflicht, geschweige eine Pflicht zur Rechtsberatung bzw. Rechtsauskunft. Auf dieser Grundlage ist im Streitfall angesichts der anwaltlichen Vertretung der Kl&auml;ger im Verfahren und der vom FG ausschlie&szlig;lich zugrunde gelegten st&auml;ndigen Rechtsprechung zu den unter 1. und 2. dargestellten Rechtsfragen nicht erkennbar, auf welche besonderen Defizite das FG die Kl&auml;ger h&auml;tte hinweisen m&uuml;ssen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.4.2009, VIII B 149\/08 Qualifizierung als &quot;h&auml;usliches Arbeitszimmer&quot; i.S. des &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Zulassung der Revision nach &sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) liegen nicht vor. 2&nbsp; 1. Eine Zulassung nach &sect; 115 Abs. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-149-08-qualifizierung-als-haeusliches-arbeitszimmer-is-des-par-4-abs-5-satz-1-nr-6b-estg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;B&nbsp;149\/08 &#8211; Qualifizierung als &quot;h&auml;usliches Arbeitszimmer&quot; i.S. des &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14977","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14977","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14977"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14977\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14977"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14977"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14977"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}