{"id":14998,"date":"2012-12-08T14:34:00","date_gmt":"2012-12-08T12:34:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14998"},"modified":"2012-12-08T14:34:00","modified_gmt":"2012-12-08T12:34:00","slug":"vi-r-60-08-unterhaltsaufwendungen-als-aussergewoehnliche-belastung-nach-verwendung-eigener-einkuenfte-und-bezuege-der-unterhaltenen-person-zur-finanzierung-ihrer-heimunterbringung-einkuenfte-und-bezue","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-60-08-unterhaltsaufwendungen-als-aussergewoehnliche-belastung-nach-verwendung-eigener-einkuenfte-und-bezuege-der-unterhaltenen-person-zur-finanzierung-ihrer-heimunterbringung-einkuenfte-und-bezue\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;60\/08 &#8211; Unterhaltsaufwendungen als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung nach Verwendung eigener Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge der unterhaltenen Person zur Finanzierung ihrer Heimunterbringung &#8211; Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge &#8211; Wirtschaftliche Leistungsf&auml;higkeit des Unterhaltsempf&auml;ngers"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.3.2009, VI R 60\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Unterhaltsaufwendungen als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung nach Verwendung eigener Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge der unterhaltenen Person zur Finanzierung ihrer Heimunterbringung &#8211; Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge &#8211; Wirtschaftliche Leistungsf&auml;higkeit des Unterhaltsempf&auml;ngers<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) wurden im Streitjahr (2005) als Ehegatten zur Einkommensteuer zusammen veranlagt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Streitjahr wohnte die zu jener Zeit 94 Jahre alte Mutter des Kl&auml;gers (M) in einem Pflegeheim. Die eigenen Mittel der M &#8211;bestehend aus einer Altersrente und einer Pension&#8211; in H&ouml;he von 11 538,48 EUR reichten nicht aus, um die Kosten der Heimunterbringung zu decken. Zur Begleichung der ungedeckten Heimkosten leistete der Kl&auml;ger (wie auch seine Schwester) im Streitjahr in monatlichen Zahlungen zu je 195,71 EUR insgesamt einen Betrag in H&ouml;he von 2 348,52 EUR.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diesen Betrag machten die Kl&auml;ger in ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung 2005 als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung geltend. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) versagte den Abzug mit der Begr&uuml;ndung, die grunds&auml;tzlich nach &sect; 33 des Einkommensteuergesetzes in seiner im Streitjahr geltenden Fassung (EStG) zu ber&uuml;cksichtigenden Aufwendungen blieben wegen der zumutbaren Belastung nach &sect; 33 Abs. 3 EStG ohne steuerliche Auswirkung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit ihrem Einspruch begehrten die Kl&auml;ger den Abzug nach &sect; 33a EStG mit der Begr&uuml;ndung, die eigenen Eink&uuml;nfte der M in H&ouml;he von 11 538,48 EUR seien unbeachtlich, denn der Tr&auml;ger der Sozialhilfe habe diese vollst&auml;ndig einbehalten und zur Heimunterbringung verwandt. In seiner Teil-Einspruchsentscheidung vom 28. Juni 2007 vertrat das FA die Auffassung, M verf&uuml;ge &uuml;ber eigene Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge i.S. des &sect; 33a Abs. 1 Satz 4 EStG, welche die Summe aus abziehbarem H&ouml;chstbetrag und anrechnungsfreiem Betrag (7 680 EUR + 624 EUR = 8 304 EUR) &uuml;berstiegen. Deshalb scheide auch ein Abzug nach &sect; 33a Abs. 1 EStG aus. Im anschlie&szlig;enden Klageverfahren berief sich das FA zudem auf das Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 2. Dezember 2002 (BStBl I 2002, 1389).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) wies die Klage im Wesentlichen mit der Begr&uuml;ndung ab, der Verweis des &sect; 33a Abs. 1 Satz 4 EStG auf &sect; 32 Abs. 4 S&auml;tze 2 und 4 EStG bedeute, dass nur zweckgebundene Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge nicht zu ber&uuml;cksichtigen seien, die &uuml;ber den typischen Unterhalt hinausgingen und f&uuml;r einen besonderen Bedarf zufl&ouml;ssen. Dies sei bei Altersrente und Pension, die M zugeflossen seien, nicht der Fall. Denn diese Mittel st&uuml;nden M grunds&auml;tzlich f&uuml;r deren Lebensunterhalt zur Verf&uuml;gung. Wenn der Tr&auml;ger der Sozialhilfe von den Eink&uuml;nften der M die Kosten f&uuml;r die Heimunterbringung abgezogen habe, sei dies rechtlich unbeachtlich und k&ouml;nne nicht anders beurteilt werden, als wenn M aus den ihr zugeflossenen Altersbez&uuml;gen selbst die Heimkosten beglichen h&auml;tte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;, das vorinstanzliche Urteil aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2005 vom 20. September 2006 in Gestalt der Teil-Einspruchsentscheidung vom 28. Juni 2007 dahingehend zu &auml;ndern, dass ein Betrag in H&ouml;he von 2 348,52 EUR als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung i.S. von &sect; 33a Abs. 1 EStG anerkannt wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision der Kl&auml;ger ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat im Ergebnis zu Recht entschieden, dass die von den Kl&auml;gern geltend gemachten Aufwendungen f&uuml;r Heimunterbringung nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung abziehbar sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Zwischen den Beteiligten ist zu Recht nicht im Streit, dass ein Abzug der streitigen Aufwendungen nach &sect; 33 EStG schon deshalb ausscheidet, weil diese Aufwendungen die zumutbare Belastung i.S. von Abs. 3 der Vorschrift nicht &uuml;bersteigen. Dies ungeachtet dessen, dass nach &sect; 33a Abs. 5 EStG in den F&auml;llen der Abs. 1 bis 3 der Regelung wegen der in diesen Vorschriften bezeichneten Aufwendungen der Steuerpflichtige eine Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect; 33 EStG nicht in Anspruch nehmen kann, also kein Wahlrecht zwischen einem Abzug nach &sect; 33 EStG oder nach &sect; 33a EStG hat. Deshalb bedarf es auch keiner Entscheidung, ob bzw. inwieweit hier &uuml;berhaupt der Anwendungsbereich des &sect; 33 EStG er&ouml;ffnet ist, weil in Folge der Heimunterbringung der M durch die Pauschalregelungen des &sect; 33a EStG nicht abgegoltene zus&auml;tzliche Aufwendungen entstanden sind (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 24. Februar 2000 III R 80\/97, BFHE 191, 280, BStBl II 2000, 294).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Anwendbarkeit des &sect; 33a EStG (vgl. BFH-Urteil in BFHE 191, 280, BStBl II 2000, 294) und die grunds&auml;tzliche Abziehbarkeit der von den Kl&auml;gern geltend gemachten Aufwendungen nach dieser Vorschrift unterstellt, ist das FG zutreffend davon ausgegangen, dass im Streitfall auch die vom Tr&auml;ger der Sozialhilfe zur Finanzierung der Heimunterbringung verwendeten Altersbez&uuml;ge der im Heim untergebrachten M als Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge i.S. des &sect; 33a Abs. 1 Satz 4 EStG zu ber&uuml;cksichtigen sind und deshalb ein Abzug nach &sect; 33a EStG ausscheidet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Erwachsen einem Steuerpflichtigen Aufwendungen f&uuml;r den Unterhalt einer dem Steuerpflichtigen oder seinem Ehegatten gegen&uuml;ber gesetzlich unterhaltsberechtigten Person, so wird gem&auml;&szlig; &sect; 33a Abs. 1 Satz 1 EStG auf Antrag die Einkommensteuer dadurch erm&auml;&szlig;igt, dass die Aufwendungen bis zu 7 680 EUR im Kalenderjahr vom Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte abgezogen werden. Hat die unterhaltene Person andere Eink&uuml;nfte oder Bez&uuml;ge i.S. des &sect; 32 Abs. 4 S&auml;tze 2 und 4 EStG, so vermindert sich nach &sect; 33a Abs. 1 Satz 4 EStG der Betrag von 7 680 EUR u.a. um den Betrag, um den diese Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge den Betrag von 624 EUR im Kalenderjahr &uuml;bersteigen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Begriff der &quot;Eink&uuml;nfte&quot; in &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 EStG, auf den &sect; 33a Abs. 1 Satz 4 EStG ab dem Veranlagungszeitraum 2002 ausdr&uuml;cklich verweist, entspricht (auch) im Streitjahr 2005 der Legaldefinition des &sect; 2 Abs. 2 EStG. Zu den Eink&uuml;nften z&auml;hlen gem&auml;&szlig; &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 EStG i.V.m. &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a EStG auch Leibrenten mit ihrem in &sect; 22 EStG ausgewiesenen Besteuerungs- bzw. Ertragsanteil. Bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte k&ouml;nnen keine Sonderausgaben und au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen ber&uuml;cksichtigt werden (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 21. Juli 2000 VI R 153\/99, BFHE 192, 316, BStBl II 2000, 566). Allerdings sind &#8211;auch nach Auffassung der Finanzverwaltung&#8211; bei der Ermittlung der anrechenbaren Eink&uuml;nfte (auch bei Anwendung des &sect; 33a EStG) die Pflichtbeitr&auml;ge zur gesetzlichen Sozialversicherung von den Eink&uuml;nften abzuziehen (vgl. f&uuml;r das Streitjahr Amtliches Einkommensteuer-Handbuch 2005, H 33a.1, Sozialversicherungsbeitr&auml;ge, mit Hinweis auf BMF-Schreiben vom 18. November 2005, BStBl I 2005, 1027). Die Verwaltungsanweisungen enthalten die Folgerungen aus dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 11. Januar 2005&nbsp;&nbsp;2 BvR 167\/02 (BVerfGE 112, 164, BFH\/NV 2005, Beilage 3, 260). Nach dieser Entscheidung des BVerfG (unter B.II.3.) ist im Rahmen einer verfassungskonformen Auslegung der in &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 EStG enthaltene Relativsatz &quot;die zur Bestreitung des Unterhalts oder der Berufsausbildung bestimmt oder geeignet sind&quot; nicht nur auf Bez&uuml;ge, sondern auch auf Eink&uuml;nfte zu beziehen. Dies betrifft jedenfalls die Beitr&auml;ge, die, wie die gesetzlichen Sozialversicherungsbeitr&auml;ge, von Gesetzes wegen der Eink&uuml;nfte erzielenden Person nicht verf&uuml;gbar sind und deshalb nicht der Bestreitung des Unterhalts dienen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Unter Bez&uuml;gen sind nach st&auml;ndiger Rechtsprechung alle Einnahmen in Geld oder Geldeswert zu verstehen, also auch nicht steuerbare oder &#8211;z.B. in den &sect;&sect; 3 und 3b EStG&#8211; f&uuml;r steuerfrei erkl&auml;rte Einnahmen, die nicht bereits im Rahmen der einkommensteuerrechtlichen Einkunftsermittlung erfasst werden, sofern sie zur Bestreitung des Unterhalts bestimmt oder geeignet sind (BFH-Urteile vom 6. April 1990 III R 131\/85, BFHE 160, 490, BStBl II 1990, 885; vom 24. November 1994 III R 37\/93, BFHE 176, 114, BStBl II 1995, 527; vom 26. September 2000 VI R 85\/99, BFHE 192, 485, BStBl II 2000, 684; vom 14. Mai 2002 VIII R 57\/00, BFHE 199, 194, BStBl II 2002, 746; BFH-Beschluss vom 16. Juni 2006 III B 43\/05, BFH\/NV 2006, 2056). Zweckgebundene Bez&uuml;ge, die dem Unterhaltsberechtigten f&uuml;r seinen &uuml;blichen Lebensunterhalt tats&auml;chlich nicht zur Verf&uuml;gung stehen und seine wirtschaftliche Leistungsf&auml;higkeit deshalb nicht erh&ouml;hen, z&auml;hlen nach der Rechtsprechung des III. Senats des BFH nicht dazu (z.B. BFH-Urteile vom 22. Juli 1988 III R 175\/86, BFHE 154, 115, BStBl II 1988, 939; vom 11. Juli 1990 III R 111\/86, BFHE 162, 231, BStBl II 1991, 62, und vom 19. Juni 2002 III R 28\/99, BFHE 199, 355, BStBl II 2002, 753). Zu den Bez&uuml;gen, die zur Bestreitung des Unterhalts bestimmt oder geeignet sind, z&auml;hlt auch der Kapitalanteil einer Leibrente (vgl. BFH-Urteil vom 17. Oktober 1980 VI R 98\/77, BFHE 132, 34, BStBl II 1981, 158; Schmidt\/ Loschelder, EStG, 28. Aufl., &sect; 33a Rz 34).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben z&auml;hlen auch die von M bezogene Altersrente und Pension zu den nach &sect; 33a Abs. 1 Satz 4 i.V.m. &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 EStG zu ber&uuml;cksichtigenden Eink&uuml;nften und Bez&uuml;gen der unterhaltenen Person.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) F&uuml;r die Ber&uuml;cksichtigung der Altersbez&uuml;ge der M ist &#8211;wovon offenkundig auch die Beteiligten ausgehen&#8211; nicht von Belang, inwieweit sie auf einen Kapital- und auf einen Ertragsanteil entfallen. Denn die Bestimmung der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit der M ist im Streitfall nicht davon abh&auml;ngig, inwieweit die Altersbez&uuml;ge der M als Eink&uuml;nfte oder als Bez&uuml;ge i.S. des &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 EStG anzusehen sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Die vom FG in H&ouml;he von insgesamt 11 538,48 EUR festgestellten und von den Kl&auml;gern in ihrer Revisionsbegr&uuml;ndung nochmals in dieser H&ouml;he best&auml;tigten Altersbez&uuml;ge der M standen dieser auch f&uuml;r ihren &uuml;blichen Lebensunterhalt tats&auml;chlich zur Verf&uuml;gung und sind deshalb nicht zum Zweck ihrer Anrechnung nach den &sect;&sect; 33a Abs. 1 Satz 4, 32 Abs. 4 Satz 2 EStG zu vermindern.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                (1) Die Altersbez&uuml;ge der M waren nicht noch weiter um (zweckgebundene) Pflichtbeitr&auml;ge zur gesetzlichen Sozialversicherung zu k&uuml;rzen. Das FG hat zwar keine Feststellungen zu den von M zu zahlenden Sozialversicherungsbeitr&auml;gen getroffen. Nachdem sich jedoch die Kl&auml;ger nicht mit Verfahrensr&uuml;gen gegen die vom FG festgestellte H&ouml;he der Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge gewandt haben, sondern nur aus dem Umstand, dass die Altersbez&uuml;ge f&uuml;r den Heimaufenthalt der M verwendet worden sind, andere rechtliche Folgerungen als das FG gezogen haben, versteht der erkennende Senat die Feststellungen des FG dahin, dass es sich um einen nicht um gesetzliche Sozialversicherungsbeitr&auml;ge zu k&uuml;rzenden Betrag handelt; der Senat sieht sich insoweit nach &sect; 118 Abs. 2 FGO gebunden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                (2) Die anzurechnenden Altersbez&uuml;ge der M sind auch sonst nicht weiter zu k&uuml;rzen. Das FG hat im Streitfall weder Umst&auml;nde festgestellt, die f&uuml;r einen au&szlig;ergew&ouml;hnlichen, hier insbesondere alters- oder krankheitsbedingten Mehrbedarf der M sprechen k&ouml;nnten, noch eine partielle Zweckbindung der Altersbez&uuml;ge der M im Hinblick auf einen besonderen Lebensbedarf. Die Kl&auml;ger, die auch insoweit keine Verfahrensr&uuml;gen gegen die Feststellungen des FG erhoben haben, haben eine solche Zweckbindung nicht vorgetragen. Dem entspricht, dass eine Altersrente bzw. Pension regelm&auml;&szlig;ig zur Abdeckung des allgemeinen Lebensbedarfs gezahlt wird. Im &Uuml;brigen setzt die &#8211;vom Senat zugunsten der Kl&auml;ger unterstellte&#8211; Anwendbarkeit des &sect; 33a EStG voraus, dass es sich um Aufwendungen f&uuml;r den Unterhalt einer unterhaltsberechtigten Person handelt. Damit sind nur die &uuml;blichen, f&uuml;r den laufenden Lebensunterhalt des Empf&auml;ngers bestimmten Leistungen gemeint; zu den &uuml;blichen Aufwendungen rechnen regelm&auml;&szlig;ig auch die Kosten f&uuml;r die altersbedingte Unterbringung in einem normalen Altenheim (vgl. BFH-Urteil in BFHE 191, 280, BStBl II 2000, 294, m.w.N.). Der von den Kl&auml;gern &#8211;anstelle von &sect; 33 EStG&#8211; begehrten Anwendung des &sect; 33a EStG st&uuml;nde deshalb die Annahme au&szlig;ergew&ouml;hnlichen &#8211;etwa pflegebedingten&#8211; Sonderbedarfs der M entgegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der erkennende Senat braucht deshalb nicht zu entscheiden, inwieweit er sich der Rechtsprechung des III. Senats des BFH (z.B. in BFHE 154, 115, BStBl II 1988, 939, unter 4.b &#8211; zu Mehrbedarfszuschlag und Telefonhilfe nach dem Bundessozialhilfegesetz) anschlie&szlig;en k&ouml;nnte, dass bei der Bestimmung der eigenen wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit des Unterhaltsempf&auml;ngers solche Bez&uuml;ge auszuscheiden sind, die ihm zweckgebunden f&uuml;r die Abdeckung eines nach Art und H&ouml;he &uuml;ber das &Uuml;bliche hinausgehenden besonderen und au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Lebensbedarfs zuflie&szlig;en. Offen bleiben kann auch, inwieweit es gleichheitsrechtlichen Bedenken begegnen k&ouml;nnte, nur im Hinblick auf speziellen Lebensbedarf zweckgebunden gew&auml;hrte Sozialleistungen aus den anzurechnenden Bez&uuml;gen auszuscheiden, nicht aber selbst erwirtschaftete Mittel, die f&uuml;r einen vergleichbaren &quot;Sonderbedarf&quot; verwendet werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Der Umstand, dass die Altersbez&uuml;ge der M auf Veranlassung des Tr&auml;gers der Sozialhilfe zur Finanzierung der Heimunterbringung der M verwendet worden sind, schlie&szlig;t deren Anrechnung nach den &sect;&sect; 33a Abs. 1 Satz 4, 32 Abs. 4 Satz 2 EStG nicht aus. Die Anrechnung h&auml;ngt in dieser Situation allein davon ab, ob die konkrete Mittelverwendung den Lebensunterhalt des Unterhaltsempf&auml;ngers betrifft. Ist dies &#8211;wie hier&#8211; der Fall, so sind auch solche Mittel Ausdruck der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit des Unterhaltsempf&auml;ngers. Ob die Verwendung der Mittel f&uuml;r den Lebensunterhalt durch den Unterhaltsempf&auml;nger selbst oder durch einen Dritten &#8211;hier den Tr&auml;ger der Sozialhilfe&#8211; veranlasst worden ist, ist nach dem Ma&szlig;stab der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit des Unterhaltsempf&auml;ngers nicht von Bedeutung. Deshalb ist der Streitfall nicht anders zu beurteilen, als wenn M ihre Altersbez&uuml;ge selbst zur Begleichung der Heimkosten verwendet h&auml;tte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.3.2009, VI R 60\/08 Unterhaltsaufwendungen als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung nach Verwendung eigener Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge der unterhaltenen Person zur Finanzierung ihrer Heimunterbringung &#8211; Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge &#8211; Wirtschaftliche Leistungsf&auml;higkeit des Unterhaltsempf&auml;ngers Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) wurden im Streitjahr (2005) als Ehegatten zur Einkommensteuer zusammen veranlagt. 2&nbsp; Im Streitjahr &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-60-08-unterhaltsaufwendungen-als-aussergewoehnliche-belastung-nach-verwendung-eigener-einkuenfte-und-bezuege-der-unterhaltenen-person-zur-finanzierung-ihrer-heimunterbringung-einkuenfte-und-bezue\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;60\/08 &#8211; Unterhaltsaufwendungen als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung nach Verwendung eigener Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge der unterhaltenen Person zur Finanzierung ihrer Heimunterbringung &#8211; Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge &#8211; Wirtschaftliche Leistungsf&auml;higkeit des Unterhaltsempf&auml;ngers<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14998","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14998","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14998"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14998\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14998"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14998"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14998"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}