{"id":15003,"date":"2012-12-08T14:45:36","date_gmt":"2012-12-08T12:45:36","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15002"},"modified":"2012-12-08T14:45:36","modified_gmt":"2012-12-08T12:45:36","slug":"viii-b-176-08-feststellungslast-und-schaetzung-bei-steuerhinterziehung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-176-08-feststellungslast-und-schaetzung-bei-steuerhinterziehung\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;176\/08 &#8211; Feststellungslast und Sch&auml;tzung bei Steuerhinterziehung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.4.2009, VIII B 176\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Feststellungslast und Sch&auml;tzung bei Steuerhinterziehung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde ist nicht begr&uuml;ndet. 1. Eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist &#8211;insbesondere zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung&#8211; nicht erforderlich (vgl. zu den diesbez&uuml;glichen Anforderungen BFH-Beschluss vom 30. August 2001 IV B 79, 80\/01, BFHE 196, 30, BStBl II 2001, 837; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 54, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die im Streitfall einschl&auml;gigen Rechtsfragen sind durch die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung gekl&auml;rt. Es ist gekl&auml;rt, dass die f&uuml;r das Vorliegen einer Steuerhinterziehung gem&auml;&szlig; &sect; 169 Abs. 2 Satz 2 der Abgabenordnung (AO) erforderlichen Feststellungen nach den Vorschriften der AO und der Finanzgerichtsordnung (FGO) zu treffen sind und dass bei nicht behebbaren Zweifeln die Feststellung einer Steuerhinterziehung mittels reduzierten Beweisma&szlig;es nicht zul&auml;ssig ist (Senatsurteil vom 7. November 2006 VIII R 81\/04, BFHE 215, 66, BStBl II 2007, 364, m.w.N.). &Uuml;ber das Vorliegen der tats&auml;chlichen Voraussetzungen einer Steuerhinterziehung hat das Gericht nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung zu entscheiden (vgl. BFH-Urteil in BFHE 215, 66, BStBl II 2007, 364; BFH-Beschluss vom 24. Januar 2008 VIII B 163\/06, BFH\/NV 2008, 1099). Kann sich das Gericht eine entsprechende &Uuml;berzeugung nicht bilden, geht dies letztlich zu Lasten der Finanzbeh&ouml;rde, die insoweit die objektive Feststellungslast zu tragen hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Von diesen Grunds&auml;tzen ist das Finanzgericht (FG) in der angefochtenen Entscheidung ersichtlich ausgegangen. Es hat auch keine diesen Rechtss&auml;tzen widersprechenden Rechtss&auml;tze aufgestellt. Vielmehr hat es die feststehenden Ankn&uuml;pfungstatsachen umfassend gew&uuml;rdigt und ist auf deren Grundlage zu der &Uuml;berzeugung gelangt, dass die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) in den Streitjahren Einkommensteuer hinterzogen haben, indem sie Einnahmen aus ausl&auml;ndischen Kapitalanlagen nicht erkl&auml;rt haben. Das Gericht hat die Besteuerungsgrundlagen unter Abw&auml;gung s&auml;mtlicher Umst&auml;nde gesch&auml;tzt, da es davon ausgegangen ist, dass die Kl&auml;ger ihrer (erh&ouml;hten) Mitwirkungspflicht (&sect; 90 Abs. 2 AO) nicht nachgekommen seien.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gegen das Urteil l&auml;sst sich insbesondere nicht einwenden, das FG habe die Beweislast (objektive Feststellungslast) verkannt. Denn aufgrund der Ermittlungen der Steuerfahndung und dem eigenen Vorbringen der Kl&auml;ger steht im Streitfall fest, dass die Kl&auml;ger zumindest Teile des 1991 ausbezahlten Verm&ouml;gens in den Folgejahren bei ausl&auml;ndischen Banken wieder angelegt und die daraus erzielten Zinseinahmen in ihren Einkommensteuererkl&auml;rungen nicht angegeben haben. Diese Feststellungen tragen die Annahme der Steuerhinterziehung dem Grunde nach in den Streitjahren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Wenn das FG &#8211;davon ausgehend&#8211; die weder hinreichend substantiierten noch erwiesenen Einlassungen der Kl&auml;ger, wonach sie das &uuml;brige Verm&ouml;gen 1991 ausgegeben haben wollen, verworfen und zur Feststellung der H&ouml;he der nicht erkl&auml;rten Eink&uuml;nfte entsprechende Zusch&auml;tzungen vorgenommen hat, k&ouml;nnen die diesbez&uuml;glichen Schlussfolgerungen schon deshalb nicht erfolgreich mit der Nichtzulassungsbeschwerde angegriffen werden, weil sie auch in einem anschlie&szlig;enden Revisionsverfahren nicht &uuml;berpr&uuml;ft werden k&ouml;nnten. Denn an die tats&auml;chlichen Feststellungen und Schlussfolgerungen der Vorinstanz ist der BFH als Revisionsgericht gem&auml;&szlig; &sect; 118 Abs. 2 FGO schon dann gebunden, wenn sie nur m&ouml;glich, d.h. vertretbar sind; sie m&uuml;ssen nicht zwingend sein (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteil vom 14. Februar 1995 IX R 95\/93, BFHE 177, 95, BStBl II 1995, 462; BFH-Beschluss vom 10. Februar 2005 VI B 113\/04, BFHE 209, 211, BStBl II 2005, 488). Solche Verst&ouml;&szlig;e sind jedoch im Streitfall weder dargelegt (vgl. &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO) noch erkennbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Letztlich r&uuml;gen die Kl&auml;ger die an den Umst&auml;nden des konkreten Einzelfalles orientierte Sachverhalts- und Beweisw&uuml;rdigung des FG, d.h. im Ergebnis die Fehlerhaftigkeit des FG-Urteils. Die R&uuml;ge falscher materieller Rechtsanwendung f&uuml;hrt aber grunds&auml;tzlich nicht zur Zulassung der Revision (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 28. April 2003 VIII B 260\/02, BFH\/NV 2003, 1336; vom 23. Juni 2003 IX B 119\/02, BFH\/NV 2003, 1289). Denn die Sachverhalts- und Beweisw&uuml;rdigung sind revisionsrechtlich dem materiellen Recht zuzuordnen (vgl. BFH-Beschluss vom 3. Februar 2000 I B 40\/99, BFH\/NV 2000, 874). Gleiches gilt f&uuml;r den Vortrag, anstelle der von der Steuerfahndung angesetzten Steuerverk&uuml;rzungsbetr&auml;ge h&auml;tten nur geringere Betr&auml;ge angesetzt werden d&uuml;rfen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.4.2009, VIII B 176\/08 Feststellungslast und Sch&auml;tzung bei Steuerhinterziehung Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde ist nicht begr&uuml;ndet. 1. Eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist &#8211;insbesondere zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung&#8211; nicht erforderlich (vgl. zu den diesbez&uuml;glichen Anforderungen BFH-Beschluss vom 30. 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