{"id":15017,"date":"2012-12-08T14:20:21","date_gmt":"2012-12-08T12:20:21","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15016"},"modified":"2012-12-08T14:20:21","modified_gmt":"2012-12-08T12:20:21","slug":"ix-r-28-08-keine-nachtraeglichen-anschaffungskosten-bei-darlehen-fuer-mittelbare-beteiligung-realisationszeitpunkt-des-aufloesungsverlusts-fehlende-tatsaechliche-feststellungen-des-fg-zweck-des-instit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-28-08-keine-nachtraeglichen-anschaffungskosten-bei-darlehen-fuer-mittelbare-beteiligung-realisationszeitpunkt-des-aufloesungsverlusts-fehlende-tatsaechliche-feststellungen-des-fg-zweck-des-instit\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;28\/08 &#8211; Keine nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten bei Darlehen f&uuml;r mittelbare Beteiligung &#8211; Realisationszeitpunkt des Aufl&ouml;sungsverlusts &#8211; fehlende tats&auml;chliche Feststellungen des FG &#8211; Zweck des Instituts der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung ohne Auftrag"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.2.2009, IX R 28\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten bei Darlehen f&uuml;r mittelbare Beteiligung &#8211; Realisationszeitpunkt des Aufl&ouml;sungsverlusts &#8211; fehlende tats&auml;chliche Feststellungen des FG &#8211; Zweck des Instituts der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung ohne Auftrag<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) wurde im Streitjahr 1995 mit seiner Ehefrau zusammen und im Streitjahr 1996 getrennt zur Einkommensteuer veranlagt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger hielt 100 % am Stammkapital der E1-GmbH. Die E1-GmbH war ihrerseits zu 100 % an der E2-GmbH beteiligt. Mit notariellem Vertrag vom 5. Juni 1997 wurde die &Uuml;bertragung des Verm&ouml;gens der E2-GmbH durch Verschmelzung auf die E1-GmbH vereinbart. Bis zur wirksamen Eintragung der Verschmelzung in das Handelsregister sollte die E2-GmbH ihren Gesch&auml;ftsbetrieb an die E1-GmbH verpachten. Am 9. September 1997 wurde das Konkursverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der E2-GmbH er&ouml;ffnet, am 6. Oktober 1997 fiel die E1-GmbH in die Gesamtvollstreckung. Die Verschmelzung wurde nicht in das Handelsregister eingetragen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger machte f&uuml;r das Jahr 1997 einen Verlust nach &sect; 17 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r das Jahr 1997 geltenden Fassung (EStG) aus seiner Beteiligung an der E1-GmbH in H&ouml;he von 3 176 526 DM geltend; darin waren u.a. Darlehen in H&ouml;he von 480 000 DM enthalten, die der Kl&auml;ger der E2-GmbH gew&auml;hrt hatte. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte nur einen Verlust nach &sect; 17 EStG in H&ouml;he von 581 301 DM und ermittelte f&uuml;r das Jahr 1997 einen negativen Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte in H&ouml;he von 247 914 DM. Die &uuml;brigen Aufwendungen erkannte das FA nicht an, da sie nicht im Zusammenhang mit der Beteiligung an der E1-GmbH st&uuml;nden bzw. nicht nachgewiesen seien. Das FA &auml;nderte daher die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre und gew&auml;hrte Verlustr&uuml;cktr&auml;ge in H&ouml;he von 95 351 DM (1995) und in H&ouml;he von 152 563 DM (1996). Hiergegen legte der Kl&auml;ger Einspruch ein. Mit Bescheid jeweils vom 1. September 2005 &auml;nderte das FA die Steuerfestsetzungen und erh&ouml;hte die Verlustvortr&auml;ge auf 181 889 DM (1995) und auf 291 025 DM (1996). Den Einspruch wies es am 2. September 2005 zur&uuml;ck.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                W&auml;hrend des Klageverfahrens ergingen erneut ge&auml;nderte Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre; die &Auml;nderungen ber&uuml;hrten nicht die tats&auml;chlichen Grundlagen des Streitstoffes. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 1295 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre dahin gehend zu &auml;ndern, dass ein weiterer Verlustr&uuml;cktrag aus dem Jahr 1997 in H&ouml;he von 2 095 137,78 DM ber&uuml;cksichtigt wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Entscheidung des FG ist zwar insoweit zutreffend, als ein Verlust der Gesellschafterdarlehen des Kl&auml;gers zugunsten der E2-GmbH nicht einen Aufl&ouml;sungsverlust des Kl&auml;gers i.S. des &sect; 17 Abs. 1, 2 und 4 EStG aus seiner Beteiligung an der E1-GmbH erh&ouml;ht. Die tats&auml;chlichen Feststellungen des FG tragen jedoch nicht seine Auffassung, auch die &uuml;brigen, vom Kl&auml;ger geltend gemachten Aufwendungen seien nicht bei der Ermittlung eines Aufl&ouml;sungsverlusts zu ber&uuml;cksichtigen. Das Fehlen ausreichender Feststellungen ist ein materieller Fehler, der auch ohne R&uuml;ge zur Aufhebung des FG-Urteils f&uuml;hrt (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 4. November 2004 III R 73\/03, BFHE 207, 327, BStBl II 2005, 290, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 17 Abs. 1 und 4 EStG geh&ouml;rt zu den Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb auch der Gewinn aus der Aufl&ouml;sung von Kapitalgesellschaften, wenn der Gesellschafter innerhalb der letzten f&uuml;nf Jahre am Kapital der Gesellschaft wesentlich beteiligt war und er die Beteiligung in seinem Privatverm&ouml;gen hielt. Entsprechendes gilt f&uuml;r die aus der Aufl&ouml;sung einer Kapitalgesellschaft entstehenden Verluste (BFH-Urteil vom 2. April 2008 IX R 76\/06, BFHE 221, 7, BStBl II 2008, 706, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufl&ouml;sungsverlust i.S. des &sect; 17 Abs. 1, 2 und 4 EStG ist der Betrag, um den die im Zusammenhang mit der Aufl&ouml;sung der Gesellschaft vom Steuerpflichtigen pers&ouml;nlich getragenen Kosten (entsprechend den Ver&auml;u&szlig;erungskosten nach &sect; 17 Abs. 2 Satz 1 EStG) sowie seine Anschaffungskosten den gemeinen Wert des dem Steuerpflichtigen zugeteilten oder zur&uuml;ckgezahlten Verm&ouml;gens der Kapitalgesellschaft &uuml;bersteigen (BFH-Urteil in BFHE 221, 7, BStBl II 2008, 706, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anschaffungskosten sind nach &sect; 255 Abs. 1 Satz 1 des Handelsgesetzbuches (HGB) Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Verm&ouml;gensgegenstand zu erwerben; dazu geh&ouml;ren nach &sect; 255 Abs. 1 Satz 2 HGB auch die nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten. Zu den nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten einer Beteiligung z&auml;hlen neben (verdeckten) Einlagen auch nachtr&auml;gliche Aufwendungen auf die Beteiligung, wenn sie durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlasst sind und weder Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen noch Ver&auml;u&szlig;erungskosten sind. Dazu rechnen Finanzierungshilfen, z.B. durch &Uuml;bernahme einer B&uuml;rgschaft oder durch andere Rechtshandlungen i.S. des &sect; 32a Abs. 3 Satz 1 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung (GmbHG), wenn sie eigenkapitalersetzenden Charakter haben. Ma&szlig;gebend daf&uuml;r ist, ob ein Gesellschafter der Gesellschaft in einem Zeitpunkt, in dem ihr die Gesellschafter als ordentliche Kaufleute Eigenkapital zugef&uuml;hrt h&auml;tten (Krise der Gesellschaft), stattdessen ein Darlehen gew&auml;hrt oder eine dem Darlehen wirtschaftlich entsprechend andere Rechtshandlung ausf&uuml;hrt (&sect; 32a Abs. 1 und 3 GmbHG). Finanzierungsma&szlig;nahmen zugunsten einer Gesellschaft, an welcher der Anteilseigner nur mittelbar beteiligt ist, f&uuml;hren nicht zu nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten der (unmittelbaren) wesentlichen Beteiligung. Sie sind nicht durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis mit der unmittelbaren Beteiligungsgesellschaft veranlasst (BFH-Urteil vom 4. M&auml;rz 2008 IX R 78\/06, BFHE 220, 446, BStBl II 2008, 575, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben f&uuml;hrt ein Verlust der Darlehen, die der Kl&auml;ger der E2-GmbH gew&auml;hrt hat, nicht zu nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten f&uuml;r seine Beteiligung an der E1-GmbH. Die Gew&auml;hrung der Darlehen an die E2-GmbH hat auch nicht zu verdeckten mittelbaren Einlagen (hierzu BFH-Urteil vom 9. September 1986 VIII R 159\/85, BFHE 148, 246, BStBl II 1987, 257, m.w.N.) in die E1-GmbH gef&uuml;hrt, da sie das bilanzierungsf&auml;hige Verm&ouml;gen der E2-GmbH nicht vermehrt haben (vgl. BFH-Urteil vom 12. Dezember 2000 VIII R 36\/97, BFH\/NV 2001, 761, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten liegen auch nicht unter dem Gesichtspunkt einer i.S. von &sect; 32a Abs. 3 GmbHG &auml;hnlichen Kreditierung eines Aufwendungsersatzanspruchs auf der Ebene der E1-GmbH vor (hierzu BFH-Urteil vom 4. M&auml;rz 2008 IX R 80\/06, BFHE 220, 451, BStBl II 2008, 577), da der Kl&auml;ger jedenfalls aufgrund der Gew&auml;hrung der Darlehen an die E2-GmbH keinen Aufwendungsersatzanspruch aus Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung ohne Auftrag gegen die E1-GmbH erlangt hat. Denn die Darlehensvertr&auml;ge zwischen dem Kl&auml;ger und der E2-GmbH regeln insoweit umfassend die Rechte und Pflichten des Kl&auml;gers. Den R&uuml;ckgriff auf Aufwendungsersatzanspr&uuml;che verwehrt der Vorrang der vertraglichen Rechte gegen&uuml;ber dem Ausgleich der aus der erbrachten Leistung resultierenden Vorteile Dritter, die au&szlig;erhalb des Vertrags stehen. Wollen die Parteien eine Mithaftung des Dritten herbeif&uuml;hren, haben sie die M&ouml;glichkeit, dies durch Vereinbarung mit ihm zu erreichen. Zweck des Instituts der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung ohne Auftrag ist es nicht, das Insolvenzrisiko der Parteien aufzufangen und auf Dritte zu verlagern (vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 21. Oktober 2003 X ZR 66\/01, Neue Juristische Wochenschrift-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht 2004, 81, m.w.N., zum Entgeltanspruch aus einem Werkvertrag).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers ergibt sich aus der steuerrechtlichen Behandlung des abgek&uuml;rzten Zahlungs- oder Vertragswegs nichts anderes. Die Rechtsgrunds&auml;tze zum abgek&uuml;rzten Zahlungs- oder Vertragsweg beantworten nur die &#8211;im Streitfall nicht entscheidungserhebliche&#8211; Frage, ob Kosten, die ein Dritter im Interesse des Steuerpflichtigen leistet, dem Steuerpflichtigen als eigener Aufwand zurechenbar sind (vgl. BFH-Urteil in BFHE 220, 451, BStBl II 2008, 577, m.w.N.). Ebenso ist unerheblich, ob die Verpachtung des Betriebs der E2-GmbH an die E1-GmbH dazu gef&uuml;hrt hat, dass die E1-GmbH nach &sect; 25 Abs. 1, &sect; 6 Abs. 1 HGB i.V.m. &sect; 13 Abs. 3 GmbHG f&uuml;r alle im Betrieb des Gesch&auml;fts der E2-GmbH begr&uuml;ndeten Verbindlichkeiten haftet. Denn dies w&uuml;rde nichts daran &auml;ndern, dass die der E2-GmbH gew&auml;hrten Darlehen nicht durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis zur E1-GmbH veranlasst waren (vgl. BFH-Urteil in BFHE 220, 446, BStBl II 2008, 575).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die tats&auml;chlichen Feststellungen des FG erm&ouml;glichen keine abschlie&szlig;ende Beurteilung, ob die &uuml;brigen, vom Kl&auml;ger geltend gemachten Aufwendungen bei der Ermittlung des Aufl&ouml;sungsverlusts aus der Beteiligung an der E1-GmbH zu ber&uuml;cksichtigen sind. Zur Nachholung der erforderlichen Feststellungen wird die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckverwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom FG im Tatbestand seines Urteils unter der &Uuml;berschrift &quot;B&uuml;rgschaften und Inanspruchnahme wegen Konto&uuml;berziehung&quot;, &quot;Abl&ouml;sung B&uuml;rgschaften&quot; und &quot;Rechtsstreit X gegen Y&quot; aufgelisteten Positionen lassen nicht erkennen, um was f&uuml;r Aufwendungen es sich konkret handelt und ob sie die E1-GmbH oder die E2-GmbH betreffen. Auch die Position &quot;Stammkapital&quot; l&auml;sst offen, welcher Gesellschaft sie zuzuordnen ist. Unklar ist ferner, welche Art von Aufwendung sich hinter der &quot;fehlerhaften Einzahlung&quot; verbirgt. Insoweit fehlt es an tats&auml;chlichen Feststellungen des FG, die weder durch allgemeine Bezugnahmen auf die Prozessakten und Beiakten (BFH-Urteil vom 21. Januar 1981 I R 153\/77, BFHE 133, 33, BStBl II 1981, 517, m.w.N.) noch durch die Verweisung auf die Einspruchsentscheidung ersetzt werden k&ouml;nnen (BFH-Urteil vom 24. Januar 1995 IX R 22\/94, BFHE 176, 315, BStBl II 1995, 328, m.w.N.); &sect; 105 Abs. 5 FGO bezieht sich nur auf die Entscheidungsgr&uuml;nde (&sect; 105 Abs. 2 Nr. 5 FGO), nicht aber auf den Tatbestand (&sect; 105 Abs. 2 Nr. 4 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sollte das FG im zweiten Rechtsgang zu dem Ergebnis gelangen, dass weitere Aufwendungen des Kl&auml;gers als nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten f&uuml;r die Beteiligung an der E1-GmbH oder als im Zusammenhang mit der Aufl&ouml;sung dieser GmbH pers&ouml;nlich getragene Kosten zu beurteilen sind, hat das FG weiter festzustellen, ob der Aufl&ouml;sungsverlust im Jahr 1997 entstanden ist und damit f&uuml;r die Streitjahre zu einem h&ouml;heren Verlustr&uuml;cktrag nach &sect; 10d Abs. 1 Satz 1 EStG f&uuml;hrt. Im Konkursverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen einer GmbH ist der Aufl&ouml;sungsverlust i.S. von &sect; 17 Abs. 4 EStG regelm&auml;&szlig;ig erst mit Abschluss des Konkursverfahrens realisiert. Ausnahmsweise kann der Zeitpunkt, in dem der Aufl&ouml;sungsverlust realisiert ist, schon vor Abschluss der Liquidation durch Konkurs liegen, wenn mit einer wesentlichen &Auml;nderung des Verlustes wegen Verm&ouml;genslosigkeit der GmbH nicht mehr zu rechnen ist (BFH-Urteil vom 25. Januar 2000 VIII R 63\/98, BFHE 191, 115, BStBl II 2000, 343, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.2.2009, IX R 28\/08 Keine nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten bei Darlehen f&uuml;r mittelbare Beteiligung &#8211; Realisationszeitpunkt des Aufl&ouml;sungsverlusts &#8211; fehlende tats&auml;chliche Feststellungen des FG &#8211; Zweck des Instituts der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung ohne Auftrag Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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