{"id":15035,"date":"2012-12-19T14:53:39","date_gmt":"2012-12-19T12:53:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15035"},"modified":"2012-12-19T14:53:39","modified_gmt":"2012-12-19T12:53:39","slug":"vi-b-126-08-zum-werbungskostenabzug-bei-verlusten-in-der-privaten-vermoegenssphaere-tatrichterliche-ueberzeugungsbildung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-126-08-zum-werbungskostenabzug-bei-verlusten-in-der-privaten-vermoegenssphaere-tatrichterliche-ueberzeugungsbildung\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;126\/08 &#8211; Zum Werbungskostenabzug bei Verlusten in der privaten Verm&ouml;genssph&auml;re &#8211; Tatrichterliche &Uuml;berzeugungsbildung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.4.2009, VI B 126\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Zum Werbungskostenabzug bei Verlusten in der privaten Verm&ouml;genssph&auml;re &#8211; Tatrichterliche &Uuml;berzeugungsbildung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) wegen Nichtzulassung der Revision ist &#8211;bei Zweifeln an ihrer Zul&auml;ssigkeit&#8211; jedenfalls unbegr&uuml;ndet. Gr&uuml;nde nach &sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO), die eine Zulassung rechtfertigen w&uuml;rden, liegen nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. a) &quot;Grunds&auml;tzliche Bedeutung&quot; kommt einer Rechtssache nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zu, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalles ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das (abstrakte) Interesse an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Die Rechtsfrage muss kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und kl&auml;rungsf&auml;hig sein (vgl. z.B. Gr&auml;ber\/ Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 23, m.w.N.). Eine Rechtsfrage ist u.a. dann nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, wenn sie bereits durch die Rechtsprechung des BFH hinreichend gekl&auml;rt ist und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung dieser Frage durch den BFH erforderlich machen (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 28, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Das Finanzgericht (FG) hat im Streitfall entschieden, dass der Beteiligungsverlust des Kl&auml;gers an der ihn besch&auml;ftigenden Kapitalgesellschaft nicht als Werbungskosten bei seinen Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nne; der Verlust sei der steuerlich unbeachtlichen Verm&ouml;genssph&auml;re des Kl&auml;gers zuzurechnen. F&uuml;r die Zuweisung des Beteiligungsverlustes zur Berufs- bzw. Erwerbssph&auml;re l&auml;gen keine hinreichenden Gr&uuml;nde vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Die vom Kl&auml;ger aufgeworfene Rechtsfrage, ob (und unter welchen Voraussetzungen) ein Beteiligungsverlust zu Werbungskosten f&uuml;hre, ist durch die Rechtsprechung des BFH hinreichend gekl&auml;rt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach st&auml;ndiger h&ouml;chstrichterlicher Rechtsprechung bleiben &#8211;entsprechend der steuerlichen Systematik&#8211; Wert&auml;nderungen (Verluste) in der privaten Verm&ouml;genssph&auml;re bei der Einkunftsermittlung im Rahmen der &Uuml;berschusseink&uuml;nfte grunds&auml;tzlich au&szlig;er Betracht (z.B. BFH-Beschluss vom 4. Juli 1990 GrS 1\/89, BFHE 160, 466, BStBl II 1990, 830; BFH-Urteile vom 12. Mai 1995 VI R 64\/94, BFHE 177, 472, BStBl II 1995, 644; vom 24. Mai 2000 VI R 28\/97, BFHE 191, 552, BStBl II 2000, 474; umfassend: Kreft in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect; 9 EStG Rz 185 ff.; vgl. auch Grube in Festschrift f&uuml;r Franz Klein, K&ouml;ln 1994, S. 913 ff., 923, insbesondere zu Darlehensverlusten). Ein Verm&ouml;gensverlust kann unter Beachtung des objektiven Nettoprinzips nur dann als Erwerbsaufwand ber&uuml;cksichtigt werden, wenn besondere Umst&auml;nde den Schluss rechtfertigen, dass die Gr&uuml;nde f&uuml;r den unfreiwilligen (v&ouml;lligen oder teilweisen) Verlust in der Berufs- bzw. Erwerbssph&auml;re liegen (s. auch Schmidt\/Drenseck, EStG, 27. Aufl., &sect; 9 Rz 24 ff. und 56 ff.; Schneider, Der Betrieb, Beilage 6\/2006, S. 51 ff., insbesondere S. 56 f.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Ob die jeweiligen Aufwendungen (Verluste) &#8211;unter Beachtung der vorgenannten Rechtsma&szlig;st&auml;be&#8211; der einkommensteuerlich relevanten Erwerbssph&auml;re oder der privaten Verm&ouml;genssph&auml;re zuzuweisen sind, kann nur unter Ber&uuml;cksichtigung der Gesamtumst&auml;nde des betreffenden Einzelfalles entschieden werden. Dies ist Aufgabe des Tatsachengerichts.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Unter Ber&uuml;cksichtigung der angef&uuml;hrten Rechtsprechung des BFH hat das FG rechtsfehlerfrei festgestellt und eingehend ausgef&uuml;hrt, dass im Streitfall keine besonderen Umst&auml;nde vorliegen, die es rechtfertigen k&ouml;nnten, den Beteiligungsverlust ausnahmsweise den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit zuzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                e) Insgesamt weist der Rechtsstreit keine grunds&auml;tzlichen, fall&uuml;bergreifenden Rechtsfragen auf, die einer weitergehenden Kl&auml;rung durch den BFH bed&uuml;rften (vgl. auch BFH-Beschl&uuml;sse vom 20. August 2008 VI B 17\/08, BFH\/NV 2009, 13; vom 22. Februar 2007 VI B 99\/06, BFH\/NV 2007, 1297; vom 10. November 2005 VI B 47\/05, BFH\/NV 2006, 296; vom 10. November 2005 VI B 141\/04, BFH\/NV 2006, 529).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die vom Kl&auml;ger erhobenen Verfahrensr&uuml;gen (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) gen&uuml;gen nicht den gesetzlichen Anforderungen (umfassend hierzu z.B. Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 48 ff.; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 116 FGO Rz 58 ff.). Der Kl&auml;ger hat bereits nicht schl&uuml;ssig dargelegt, dass das FG seine Pflicht zur Aufkl&auml;rung des Sachverhalts (&sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO) durch Nichtvernehmung von Zeugen bzw. des Kl&auml;gers verletzt habe. Der Kl&auml;ger verkennt insbesondere, dass diese R&uuml;ge zu den verzichtbaren Verfahrensr&uuml;gen geh&ouml;rt (&sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 295 der Zivilprozessordnung). Deshalb erfordert eine ordnungsgem&auml;&szlig;e R&uuml;ge dieser Verfahrensm&auml;ngel auch den Vortrag, dass die Verletzung der betreffenden Verfahrensvorschrift in der Vorinstanz ger&uuml;gt wurde, sofern sich die R&uuml;ge nicht schon aus dem angegriffenen Urteil ergibt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 10. Oktober 2008 VIII B 20-22\/08, BFH\/NV 2009, 183; vom 16. Juli 2008 X B 202\/07, BFH\/NV 2008, 1681; vom 9. September 2005 I B 40\/05, BFH\/NV 2006, 101; Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 103). Entsprechende Darlegungen fehlen in der Beschwerdebegr&uuml;ndung. Auch aus dem Protokoll der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG vom 18. November 2008 ergibt sich nichts Einschl&auml;giges.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Soweit sich die Beschwerde gegen die tatrichterliche &Uuml;berzeugungsbildung des FG richtet, rechtfertigt dies keine Zulassung der Revision. Der Kl&auml;ger vernachl&auml;ssigt insoweit, dass die tatrichterliche &Uuml;berzeugungsbildung, die Tatsachen- bzw. Sachverhaltsw&uuml;rdigung sowie diesbez&uuml;gliche Schlussfolgerungen einer Nachpr&uuml;fung durch den BFH weitgehend entzogen sind (vgl. &sect; 118 Abs. 2 FGO; z.B. BFH-Beschluss vom 30. Dezember 2004 VI B 67\/03, BFH\/NV 2005, 702). Die tatrichterliche &Uuml;berzeugungsbildung kann im Revisionsverfahren nur darauf &uuml;berpr&uuml;ft werden, ob die Schlussfolgerungen des FG aus den (verfahrensrechtlich einwandfrei) festgestellten Tatsachen mit den allgemeinverbindlichen Grunds&auml;tzen der Beweisw&uuml;rdigung, insbesondere den allgemeinen Erfahrungss&auml;tzen und den Denkgesetzen vereinbar sind (vgl. hierzu Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 82). Im &Uuml;brigen betrifft das Vorbringen gegen eine vom FG vorgenommene Tatsachenw&uuml;rdigung einen die Zulassung der Revision grunds&auml;tzlich nicht rechtfertigenden materiell-rechtlichen Mangel der Vorentscheidung (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 14. August 2006 III B 198\/05, BFH\/NV 2006, 2281; vom 25. Januar 2000 VI B 384\/98, BFH\/NV 2000, 868). Dies trifft auch im Streitfall zu.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.4.2009, VI B 126\/08 Zum Werbungskostenabzug bei Verlusten in der privaten Verm&ouml;genssph&auml;re &#8211; Tatrichterliche &Uuml;berzeugungsbildung Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) wegen Nichtzulassung der Revision ist &#8211;bei Zweifeln an ihrer Zul&auml;ssigkeit&#8211; jedenfalls unbegr&uuml;ndet. 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