{"id":15065,"date":"2012-12-19T15:06:26","date_gmt":"2012-12-19T13:06:26","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15065"},"modified":"2012-12-19T15:06:26","modified_gmt":"2012-12-19T13:06:26","slug":"v-b-8-08-darlegung-der-grundsaetzliche-bedeutung-einer-rechtssache-berechtigung-zum-vorsteuerabzug-aus-einer-steuerfreien-grundstuecklieferung-von-wirksamer-option-des-verkaeufers-abhaengig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-8-08-darlegung-der-grundsaetzliche-bedeutung-einer-rechtssache-berechtigung-zum-vorsteuerabzug-aus-einer-steuerfreien-grundstuecklieferung-von-wirksamer-option-des-verkaeufers-abhaengig\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;8\/08 &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzliche Bedeutung einer Rechtssache &#8211; Berechtigung zum Vorsteuerabzug aus einer steuerfreien Grundst&uuml;cklieferung von wirksamer Option des Verk&auml;ufers abh&auml;ngig"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.5.2009, V B 8\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Darlegung der grunds&auml;tzliche Bedeutung einer Rechtssache &#8211; Berechtigung zum Vorsteuerabzug aus einer steuerfreien Grundst&uuml;cklieferung von wirksamer Option des Verk&auml;ufers abh&auml;ngig<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) erwarb mit notariellem Kaufvertrag vom 10. Januar 2000 siebzehn Tiefgaragenstellpl&auml;tze (Miteigentumsanteile) f&uuml;r 170 000 DM. Im notariellen Kaufvertrag wurde die Umsatzsteuer nicht offen ausgewiesen. Der Vertrag enth&auml;lt weiter unter &sect; 4 Nr. 2 eine Klausel, wonach der Kaufpreis ein Festpreis und eine Erstattung von Mehrkosten bei &Auml;nderung des Mehrwertsteuersatzes m&ouml;glich sei. Einige Tage zuvor &#8211;am 6. Januar 2000&#8211; hatte die Verk&auml;uferin der Kl&auml;gerin ein Schreiben &uuml;bersandt, das eine &quot;&Uuml;bersicht &uuml;ber die Zusammensetzung des Kaufpreises&quot; enthielt und nach dem Vortrag der Kl&auml;gerin die Rechnungsvoraussetzungen erf&uuml;llt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nachdem im Rahmen eines (anderweitigen) Klageverfahrens vor dem Finanzgericht (FG) wegen Umsatzsteuer f&uuml;r die Jahre 2001 bis 2003 rechtskr&auml;ftig &uuml;ber die Steuerpflicht der Stellplatzvermietung nach &sect; 4 Nr. 12 Buchst. c des Umsatzsteuergesetzes 1999 (UStG) entschieden wurde, beantragte die Kl&auml;gerin die Anerkennung der Vorsteuer aus den Anschaffungskosten der Tiefgarage f&uuml;r das Streitjahr 2000 aus der &quot;dem Kaufvertrag zugrunde liegenden Rechnung&quot;. Nachdem der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) die Anerkennung des Vorsteuerabzugs verweigert hatte, wies das FG die Klage ab und f&uuml;hrte zur Begr&uuml;ndung aus: Der Vorsteuerabzug sei zum einen mangels ordnungsgem&auml;&szlig;er Rechnung zu versagen, weil der notarielle Kaufvertrag keinen offenen Umsatzsteuerausweis enthalte und eine Verweisung auf das Schreiben vom 6. Januar 2000 (die &quot;&Uuml;bersicht &uuml;ber die Zusammensetzung des Kaufpreises&quot;) fehle. Zum anderen trete hinzu, dass die Verk&auml;uferin nicht auf die Steuerfreiheit des      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Stellplatzverkaufs nach &sect; 4 Nr. 9 Buchst. a UStG verzichtet habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit der auf grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache und Divergenz gest&uuml;tzten Nichtzulassungsbeschwerde. Von grunds&auml;tzlicher Bedeutung sei, ob es sich bei dem Schreiben vom 6. Januar 2000 um eine Rechnung handele und ob der Vorsteuerabzug im Jahre 2000 davon abh&auml;nge, dass eine &quot;umsatzsteuerbefreite&quot; Verk&auml;uferin ausdr&uuml;cklich auf diese Befreiung verzichte, wenn sie zuvor eine Rechnung mit Umsatzsteuerausweis erstellt habe. Hierzu gebe es keine Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH). Das FG habe die Sach- und Rechtslage falsch gew&uuml;rdigt, weil es zu Unrecht das Schreiben vom 6. Januar 2000 nicht als Rechnung angesehen habe. Zudem h&auml;tte das FG den Stellplatzverkauf nicht als nach &sect; 4 Nr. 9 Buchst. a UStG steuerfrei ansehen d&uuml;rfen, weil es sich um einen gewerblichen Verkauf gehandelt habe. Schlie&szlig;lich sei die Revision wegen Divergenz zuzulassen, weil das FG-Urteil nicht mit der BFH-Rechtsprechung &uuml;bereinstimme, wonach eine Urkunde, &quot;wie sie diesseits vorgelegt wurde&quot;, als Rechnung ausreiche.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Nichtzulassungsbeschwerde der Kl&auml;gerin ist unzul&auml;ssig, weil sie entgegen &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) keinen Zulassungsgrund dargelegt hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtssache i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO erfordert substantiierte Ausf&uuml;hrungen zur Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einer hinreichend bestimmten Rechtsfrage, die im konkreten Streitfall voraussichtlich kl&auml;rbar ist und deren Beurteilung zweifelhaft oder umstritten ist. Insbesondere ist auf die Bedeutung der Kl&auml;rung der Rechtsfrage f&uuml;r die Allgemeinheit einzugehen (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 7. September 2006 IV B 13\/05, BFH\/NV 2007, 27; vom 14. September 2007 VIII B 20\/07, BFH\/NV 2008, 25).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Diesen Anforderungen gen&uuml;gt die Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht. Die Kl&auml;gerin r&uuml;gt die Fehlerhaftigkeit des angefochtenen Urteils, legt aber weder eine Rechtsfrage dar, die &#8211;unabh&auml;ngig von den konkreten Umst&auml;nden des Einzelfalles&#8211; im allgemeinen Interesse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in einem Revisionsverfahren kl&auml;rbar w&auml;re noch legt sie ansatzweise dar, weshalb ihre Frage Bedeutung f&uuml;r die Allgemeinheit haben k&ouml;nnte. So ist es nicht von grunds&auml;tzlicher Bedeutung, ob das FG zu Unrecht das Schreiben vom 6. Januar 2000 nicht als zum Vorsteuerabzug berechtigende Rechnung angesehen hat, zumal &uuml;ber dieselbe Leistung nur wenige Tage sp&auml;ter in dem notariellen Grundst&uuml;ckskaufvertrag vom 10. Januar 2000 ohne Ausweis von Umsatzsteuer abgerechnet wurde. Nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig ist, dass die Berechtigung zum Vorsteuerabzug bei einer nach &sect; 4 Nr. 9 Buchst. a UStG steuerfreien Grundst&uuml;ckslieferung von einer wirksamen Option des Verk&auml;ufers nach &sect; 9 Abs. 1 UStG abh&auml;ngig ist. Ob der Verk&auml;ufer sein Optionsrecht tats&auml;chlich ausge&uuml;bt hat oder nicht, ist eine Frage der W&uuml;rdigung des Einzelfalls. Auch wird die behauptete Divergenz zur Rechtsprechung des BFH mangels Gegen&uuml;berstellung abstrakter Rechtsausf&uuml;hrungen nicht hinreichend mit der Behauptung dargelegt, nach der Rechtsprechung des BFH sei eine Rechnung, &quot;wie sie diesseits vorgelegt wurde&quot;, entgegen dem FG-Urteil als Rechnung anzuerkennen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.5.2009, V B 8\/08 Darlegung der grunds&auml;tzliche Bedeutung einer Rechtssache &#8211; Berechtigung zum Vorsteuerabzug aus einer steuerfreien Grundst&uuml;cklieferung von wirksamer Option des Verk&auml;ufers abh&auml;ngig Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) erwarb mit notariellem Kaufvertrag vom 10. Januar 2000 siebzehn Tiefgaragenstellpl&auml;tze (Miteigentumsanteile) f&uuml;r 170 000 DM. 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