{"id":15104,"date":"2012-12-19T14:59:53","date_gmt":"2012-12-19T12:59:53","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15104"},"modified":"2012-12-19T14:59:53","modified_gmt":"2012-12-19T12:59:53","slug":"vii-b-136-08-zolltarif-einreihung-sog-aloe-vera-filets-begriff-der-zubereitung-unrichtigkeit-des-tatbestandes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-136-08-zolltarif-einreihung-sog-aloe-vera-filets-begriff-der-zubereitung-unrichtigkeit-des-tatbestandes\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;136\/08 &#8211; Zolltarif: Einreihung sog. Aloe Vera-Filets &#8211; Begriff der Zubereitung &#8211; Unrichtigkeit des Tatbestandes"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.5.2009, VII B 136\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Zolltarif: Einreihung sog. Aloe Vera-Filets &#8211; Begriff der Zubereitung &#8211; Unrichtigkeit des Tatbestandes<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) f&uuml;hrte im Januar und Juni 2004 gesch&auml;lte gefrorene Bl&auml;tter der Pflanze Aloe Vera (sog. Filets) ein. Hierbei handelt es sich um eine im Inneren der Bl&auml;tter befindliche Substanz, die durch das Sch&auml;len der Bl&auml;tter gewonnen wird. Die unter der Codenummer 1211 9097 009 bzw. 1211 9097 909 der Kombinierten Nomenklatur (KN) angemeldete Ware wurde zum Zollsatz &quot;frei&quot; abgefertigt. Nachdem der Beklagte und Beschwerdegegner (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) Kenntnis von einer der Kl&auml;gerin erteilten verbindlichen Zolltarifauskunft erhalten hatte, der zufolge die Ware in die Codenummer 2008 9999 430 KN einzureihen war, erhob er die f&uuml;r Waren dieser Art festzusetzenden Einfuhrabgaben nach.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die hiergegen nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) ab. Das FG urteilte, dass eine Einreihung der Ware weder in die Pos. 1211 KN noch in die Pos. 1212 oder Pos. 1302 KN in Betracht komme. Die Pos. 1211 KN erfasse nur frische oder getrocknete, nicht aber gefrorene Pflanzen oder Pflanzenteile. F&uuml;r die Einreihung in die Pos. 1212 KN fehle es an dem Merkmal &quot;der haupts&auml;chlich zur menschlichen Ern&auml;hrung verwendeten Art&quot;, denn nach dem Vorbringen der Kl&auml;gerin werde die Ware haupts&auml;chlich f&uuml;r medizinische oder kosmetische Zwecke eingesetzt. Auch sei die Ware nicht in die Pos. 1302 KN einzureihen, weil es sich bei den Filets weder um Pflanzensaft noch um Pflanzenausz&uuml;ge handele. Richtigerweise werde die Ware daher von der Pos. 2008 KN erfasst, denn sie sei genie&szlig;bar, haltbar gemacht und anderweitig in der KN nicht genannt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde der Kl&auml;gerin, welche sie auf s&auml;mtliche Zulassungsgr&uuml;nde des &sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) st&uuml;tzt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg, weil die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde z.T. nicht schl&uuml;ssig dargelegt sind, wie es &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO verlangt, jedenfalls aber nicht vorliegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Geht es &#8211;wie im Streitfall&#8211; allein darum, ob die Zollverwaltung die betreffende Ware zutreffend in den Zolltarif eingereiht hat oder ob die gegenteilige Auffassung des Beschwerdef&uuml;hrers die richtige ist, beschr&auml;nkt sich also die Rechtsfrage, der grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO zukommen soll, auf die Frage der zutreffenden Tarifierung, so kommt, wie der beschlie&szlig;ende Senat in seinem Beschluss vom 11. Februar 2002 VII B 136\/01 (BFHE 198, 242) ausgef&uuml;hrt hat, der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit der Tarifierungsfrage und ihrer ausreichenden Darlegung (&sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO) entscheidende Bedeutung zu. Hat das FG die Tarifauffassung der Zollverwaltung best&auml;tigt, muss der Beschwerdef&uuml;hrer unter Heranziehung der zu dieser Frage ggf. vorhandenen Literatur und Rechtsprechung der europ&auml;ischen und der nationalen Gerichte sowie der einschl&auml;gigen Zolltarifmaterialien (Avise, Erl&auml;uterungen u.a.) Zweifel an dieser Einreihung der Ware erwecken und aufzeigen, aus welchen Gr&uuml;nden seiner abweichenden Tarifauffassung m&ouml;glicherweise der Vorzug vor der Tarifauffassung der Zollverwaltung gegeben werden k&ouml;nnte. Derartige Zweifel begr&uuml;ndet das Beschwerdevorbringen nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Soweit die Beschwerde meint, das FG habe die Einreihung in die Pos. 1212 KN zu Unrecht mit der Erw&auml;gung abgelehnt, dass die Filets haupts&auml;chlich zu medizinischen oder kosmetischen Zwecken, nicht aber zur menschlichen Ern&auml;hrung verwendet w&uuml;rden, begr&uuml;ndet sie dies mit im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde unzul&auml;ssigem neuen Tatsachenvorbringen, demzufolge die Filets tats&auml;chlich doch in der Hauptsache zur menschlichen Ern&auml;hrung bestimmt seien. Die Feststellungen des FG gr&uuml;nden sich dagegen auf das kl&auml;gerische Vorbringen, wonach die Filets haupts&auml;chlich als Rohstoff f&uuml;r medizinische und\/oder kosmetische Zwecke eingesetzt werden, w&auml;hrend ihre Verwendung in menschlicher Nahrung zwar stattfinde, aber &#8211;so der Kl&auml;gervortrag&#8211; nicht die haupts&auml;chliche Verwendung sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dass die Beschwerde diese tats&auml;chlichen Feststellungen f&uuml;r unzutreffend h&auml;lt, rechtfertigt nicht die Zulassung der Revision. Einwendungen gegen die Richtigkeit des im FG-Urteil festgestellten Tatbestands sind nicht als Verfahrensmangel im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren zu r&uuml;gen, sondern m&uuml;ssen ggf. zum Gegenstand eines Antrags auf Tatbestandsberichtigung (&sect; 108 FGO) gemacht werden (Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 7. Mai 1999 IX B 20\/99, BFH\/NV 1999, 1369). Anders als die Beschwerde meint, bestand f&uuml;r das FG insoweit auch kein Anlass zu weiterer Sachaufkl&auml;rung, zumal sich aus dem Vorbringen der Kl&auml;gerin keine Anhaltspunkte f&uuml;r eine vorwiegende Verwendung der Filets zur menschlichen Ern&auml;hrung ergaben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die vom FG vorgenommene Einreihung der streitigen Ware in die Pos. 2008 KN ist im Ergebnis zutreffend.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Vom Kap. 20 KN werden u.a. Zubereitungen anderer genie&szlig;barer Pflanzenteile (andere als Gem&uuml;se, Fr&uuml;chte oder N&uuml;sse) erfasst. Unter einer Zubereitung ist die Be- oder Verarbeitung eines Erzeugnisses oder seine Vermischung mit anderen Erzeugnissen zu verstehen (vgl. Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Gemeinschaften vom 23. M&auml;rz 1972&nbsp;&nbsp;36\/71 &#8211;Henck&#8211;, Slg. 1972, 187 Rz 4). Das Sch&auml;len der Aloe Vera-Bl&auml;tter, um die sog. Filets zu erhalten, ist somit &#8211;wie auch das FG, wenn auch nur hilfsweise, ausgef&uuml;hrt hat&#8211; als eine Zubereitung anderer Pflanzenteile i.S. des Kap. 20 KN anzusehen, und zwar als eine Zubereitung in anderer, nicht in den vorangehenden Pos. 2001 bis 2007 KN genannter Weise, so dass die Einreihung in die Pos. 2008 zu erfolgen hat. Nach den Feststellungen des FG handelt es sich auch um eine Zubereitung genie&szlig;barer Pflanzenteile, weil die Filets zum Verzehr durch Menschen geeignet sind und dazu jedenfalls auch verwendet werden (vgl. zum Merkmal &quot;genie&szlig;bar&quot;: Senatsurteil vom 10. Februar 2009 VII R 22\/08, zur Ver&ouml;ffentlichung in BFH\/NV vorgesehen). Dem Einwand der Beschwerde, die &quot;Genie&szlig;barkeit&quot; erfordere die M&ouml;glichkeit des sofortigen Verzehrs, was bei einer gefrorenen Ware nicht gegeben sei, ist nicht zu folgen. Positionen anderer Kapitel der KN, z.B. Kap. 2, 3, 7 oder 8 KN, zeigen, dass genie&szlig;bare Erzeugnisse nicht etwa aus diesen Kapiteln ausgewiesen werden, wenn sie gefroren sind. Auch Gem&uuml;sezubereitungen k&ouml;nnen, wie z.B. Pos. 2004 KN zeigt, in gefrorenem Zustand sein, ohne dass dies ihre Einreihung als genie&szlig;bare Zubereitung in das Kap. 20 KN hindert.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Aus der Pos. 2008 KN kommt f&uuml;r die streitige Ware allein die Unterpos. 2008 99 99 KN in Betracht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Zu den geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nden der Fortbildung des Rechts und der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung enth&auml;lt die Beschwerde keine Darlegungen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.5.2009, VII B 136\/08 Zolltarif: Einreihung sog. Aloe Vera-Filets &#8211; Begriff der Zubereitung &#8211; Unrichtigkeit des Tatbestandes Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) f&uuml;hrte im Januar und Juni 2004 gesch&auml;lte gefrorene Bl&auml;tter der Pflanze Aloe Vera (sog. Filets) ein. Hierbei handelt es sich um eine im Inneren der Bl&auml;tter &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-136-08-zolltarif-einreihung-sog-aloe-vera-filets-begriff-der-zubereitung-unrichtigkeit-des-tatbestandes\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;B&nbsp;136\/08 &#8211; Zolltarif: Einreihung sog. 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