{"id":15111,"date":"2012-12-20T06:43:21","date_gmt":"2012-12-20T04:43:21","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15111"},"modified":"2012-12-20T06:43:21","modified_gmt":"2012-12-20T04:43:21","slug":"iv-r-20-07-reparaturaufwendungen-an-einem-betriebsgebaeude-als-betriebsausgaben-eines-vorbehaltsniessbrauchers-steuerliche-anerkennung-einer-nebenabrede","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-20-07-reparaturaufwendungen-an-einem-betriebsgebaeude-als-betriebsausgaben-eines-vorbehaltsniessbrauchers-steuerliche-anerkennung-einer-nebenabrede\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;20\/07 &#8211; Reparaturaufwendungen an einem Betriebsgeb&auml;ude als Betriebsausgaben eines Vorbehaltsnie&szlig;brauchers &#8211; Steuerliche Anerkennung einer Nebenabrede"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.6.2009, IV R 20\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Reparaturaufwendungen an einem Betriebsgeb&auml;ude als Betriebsausgaben eines Vorbehaltsnie&szlig;brauchers &#8211; Steuerliche Anerkennung einer Nebenabrede<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute. Der Kl&auml;ger bewirtschaftete bis zum 30. Juni 2000 einen landwirtschaftlichen Betrieb und erzielte daraus in den Streitjahren (1998 bis 2000) Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft. Den Gewinn ermittelte er durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich f&uuml;r das landwirtschaftliche Normalwirtschaftsjahr (1. Juli bis 30. Juni).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Eigentum an dem Hof hatte der Kl&auml;ger 1995 unter Nie&szlig;brauchsvorbehalt auf einen Sohn &uuml;bertragen. Dieser konnte vom Kl&auml;ger unter bestimmten zeitlichen Voraussetzungen einen Verzicht auf den Nie&szlig;brauch verlangen. Ab dem 1. Juli 2000 &uuml;bte der Kl&auml;ger dieser Vereinbarung entsprechend den Nie&szlig;brauch nicht mehr aus. Seither bewirtschaftet der Sohn den Hof.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zum landwirtschaftlichen Betriebsverm&ouml;gen geh&ouml;rt u.a. ein &quot;Melkerhaus&quot;. Wegen erheblichen Reparaturbedarfs hatten der Kl&auml;ger und sein Sohn in engem zeitlichen Zusammenhang mit dem &Uuml;bertragungsvertrag m&uuml;ndlich vereinbart, dass der Kl&auml;ger das Haus reparieren lassen sollte. Dabei waren beide &uuml;bereingekommen, dass dem Kl&auml;ger kein Ersatzanspruch nach &sect; 1049 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) zustehen sollte. F&uuml;r die Reparatur wendete der Kl&auml;ger insgesamt 301 453,84 DM auf, wovon 256 356,45 DM auf das Wirtschaftsjahr 1998\/1999 und 45 097,39 DM auf das Wirtschaftsjahr 1999\/2000 entfielen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Haus war bis zum 30. April 1997 an fremde Dritte vermietet. Sp&auml;ter mietete der Sohn das Haus und wohnte mit seiner Ehefrau ab Juli 1999 bis Mai 2000 darin. Nachdem der Kl&auml;ger zwischenzeitlich auf den Nie&szlig;brauch verzichtet hatte, vermietete der Sohn das Haus mit Vertrag vom 25. August 2000 an fremde Dritte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach einer Betriebspr&uuml;fung gelangte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zu der Auffassung, dass es sich bei den Reparaturaufwendungen zwar um Erhaltungsaufwand gehandelt habe, dieser aber eine nach &sect; 12 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) nicht abziehbare Zuwendung an den Sohn darstelle.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die dagegen gerichtete Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) entschied, Aufwendungen f&uuml;r umfangreiche Umbau- und Instandsetzungsarbeiten, die ein Nie&szlig;braucher auf dem mit dem Nie&szlig;brauchsrecht belasteten Grundst&uuml;ck durchf&uuml;hren lasse, stellten Zuwendungen i.S. des &sect; 12 Nr. 2 EStG dar, wenn der Nie&szlig;braucher von vorneherein auf jeglichen Ersatz der Aufwendungen verzichte. Der Kl&auml;ger habe aus privaten Gr&uuml;nden auf den Aufwendungsersatzanspruch verzichtet; er habe die Liquidit&auml;t des vom Sohn bewirtschafteten Hofes st&auml;rken und positive Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin durch die Verrechnung mit den Betriebsausgaben mindern wollen. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 1418 ver&ouml;ffentlicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der dagegen gerichteten Revision machen die Kl&auml;ger geltend, die Betr&auml;ge seien aufgewandt worden, um Vermietungseink&uuml;nfte im Rahmen der Land- und Forstwirtschaft erzielen zu k&ouml;nnen. Die Einnahmen seien immer den Kl&auml;gern zugerechnet worden. Die ausschlie&szlig;lich daf&uuml;r aufgewendeten Renovierungskosten stellten deshalb Betriebsausgaben dar. Das m&uuml;sse auch gelten, wenn der Nie&szlig;braucher aufgrund abweichender Vereinbarungen verpflichtet sei, auch erheblichen Erhaltungsaufwand zu tragen, da er auch die Mieteinnahmen versteuere. Die steuerlichen Spezialvorschriften (&sect; 4 Abs. 4 EStG) d&uuml;rften durch allgemeine Vorschriften des Zivilrechts (&sect; 1049 BGB) nicht eingeschr&auml;nkt werden. Da der Sohn als Eigent&uuml;mer zum Zeitpunkt der Verauslagung der Renovierungsaufwendungen wegen des bestehenden Nie&szlig;brauchsrechts keine Mieteinnahmen erzielt habe, seien die aufgewendeten Renovierungskosten bei ihm mangels Einnahmeerzielung nicht als Betriebsausgaben abziehbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die teilweise abweichende Rechtsprechung verkenne den sehr weit gefassten Betriebsausgabenbegriff. Das zeige sich &#8211;losgel&ouml;st vom vorliegend bestehenden Nie&szlig;brauchsrecht&#8211; auch daran, dass der &Uuml;bertragsgeber bis zum &Uuml;bergabezeitpunkt s&auml;mtliche Mieteinnahmen versteuere und s&auml;mtliche damit zusammenh&auml;ngenden Betriebsausgaben abziehen k&ouml;nne, selbst wenn er diese nur kurze Zeit vor der &Uuml;bergabe get&auml;tigt habe. Auch wenn nach der &Uuml;bergabe allein der Sohn an den Wertsteigerungen partizipiere, &auml;ndere das am Betriebsausgabenabzug nichts.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        das Urteil des FG M&uuml;nster vom 4. Mai 2006&nbsp;&nbsp;14 K 5858\/03 E aufzuheben und die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 1998 bis 2000 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 17. Oktober 2003 in der Weise zu &auml;ndern, dass folgende Gewinne aus Land- und Forstwirtschaft angesetzt werden:          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        Wirtschaftsjahr 1998\/1999&nbsp;&nbsp;&nbsp;&#8211; 164 247 DM          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        Wirtschaftsjahr 1999\/2000&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;18 234 DM.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Stattgabe der Klage (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die bei der Reparatur des &quot;Melkerhauses&quot; angefallenen Erhaltungsaufwendungen stellen keine Zuwendungen dar, die nach &sect; 12 Nr. 2 EStG nicht abziehbar sind; sie mindern vielmehr als Betriebsausgaben den Gewinn des Kl&auml;gers aus dem Betrieb der Land- und Forstwirtschaft.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Betriebsausgaben sind Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind (&sect; 4 Abs. 4 EStG). Dazu geh&ouml;ren u.a. Aufwendungen, die durch die Nutzung fremder Wirtschaftsg&uuml;ter f&uuml;r eigene betriebliche Zwecke veranlasst sind (vgl. u.a. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 13. Mai 2004 IV R 1\/02, BFHE 206, 146, BStBl II 2004, 780, unter I. der Gr&uuml;nde). Deshalb kann der Vorbehaltsnie&szlig;braucher, der ein nie&szlig;brauchsbelastetes Grundst&uuml;ck wie bisher weiter betrieblich nutzt, seine eigenen Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der betrieblichen Nutzung des Grundst&uuml;cks stehen, gewinnmindernd ber&uuml;cksichtigen (u.a. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 30. Januar 1995 GrS 4\/92, BFHE 176, 267, BStBl II 1995, 281, unter C.III.2.a der Gr&uuml;nde, m.w.N.). Zu den eigenen Aufwendungen z&auml;hlen die abschreibbaren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, die der nie&szlig;brauchsberechtigte Betriebsinhaber selbst auf das &uuml;bertragene Wirtschaftsgut aufgewendet hatte, soweit sie durch fr&uuml;here Absetzungen f&uuml;r Abnutzung noch nicht verbraucht sind (BFH- Urteil vom 16. Dezember 1988 III R 113\/85, BFHE 155, 380, BStBl II 1989, 763, m.w.N.). Denn durch die fortdauernde betriebliche Nutzung des Wirtschaftsguts bleibt die betriebliche Veranlassung der auf die Nutzungsdauer zu verteilenden Aufwendungen des Betriebsinhabers f&uuml;r die Anschaffung oder Herstellung des Wirtschaftsguts auch nach dem Verlust der Eigent&uuml;merstellung gewahrt (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 176, 267, unter C.III.2.a der Gr&uuml;nde).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. &Uuml;bernimmt der Nie&szlig;braucher au&szlig;ergew&ouml;hnliche Aufwendungen, zu denen er berechtigt, aber nicht verpflichtet ist, kann es sich um Zuwendungen an den Eigent&uuml;mer handeln, die nach &sect; 12 Nr. 2 EStG nicht abziehbar sind (BFH-Urteil vom 10. April 1991 XI R 13\/87, BFH\/NV 1991, 740, unter c der Gr&uuml;nde; vgl. auch zur &Uuml;bernahme werterh&ouml;henden Modernisierungsaufwands durch den Nutzungsberechtigten bei eiserner Verpachtung BFH-Urteil in BFHE 206, 146, BStBl II 2004, 780; sowie zum Wirtschafts&uuml;berlassungsvertrag BFH-Urteile vom 8. Mai 2003 IV R 6\/02, BFH\/NV 2003, 1546, und vom 28. Februar 2002 IV R 20\/00, BFHE 198, 446, BStBl II 2003, 644).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach &sect; 1041 BGB hat der Nie&szlig;braucher f&uuml;r die Erhaltung der Sache in ihrem wirtschaftlichen Bestand zu sorgen; Ausbesserungen und Erneuerungen obliegen ihm nur insoweit, als sie zur gew&ouml;hnlichen Unterhaltung der Sache geh&ouml;ren. Allerdings ist der Nie&szlig;braucher auch zu au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Unterhaltungsma&szlig;nahmen berechtigt (&sect; 1043 BGB). Gegebenenfalls hat er nach &sect;&sect; 677 ff. BGB einen Anspruch auf Kostenerstattung (&sect; 1049 BGB; vgl. Palandt\/Bassenge, B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, 68. Aufl., &sect; 1044 Rz 1; BFH-Urteil in BFH\/NV 1991, 740, unter c der Gr&uuml;nde).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beteiligten k&ouml;nnen jedoch vereinbaren, dass dem Nie&szlig;braucher auch au&szlig;ergew&ouml;hnliche Ausbesserungen oder Erneuerungen auf eigene Kosten obliegen (u.a. Palandt\/Bassenge, a.a.O., &sect; 1041 Rz 5 und &sect; 1049 Rz 1). Unter nahen Angeh&ouml;rigen ist eine derartige Nebenabrede steuerlich anzuerkennen, wenn sie klar und eindeutig getroffen und tats&auml;chlich durchgef&uuml;hrt worden ist (BFH-Urteile vom 9. M&auml;rz 1993 IX R 96\/89, BFH\/NV 1993, 594, und vom 10. Juli 1990 IX R 50\/88, BFH\/NV 1991, 157).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Wenn der (Vorbehalts-)Nie&szlig;braucher au&szlig;ergew&ouml;hnliche Unterhaltungsaufwendungen t&auml;tigt, zu denen er berechtigt aber nicht verpflichtet ist, und wenn deshalb ein gesetzlicher Erstattungsanspruch gegen den Eigent&uuml;mer entsteht, der Nie&szlig;braucher diesen jedoch nicht geltend macht, liegt darin eine nach &sect; 12 Nr. 2 EStG nicht abziehbare Zuwendung an den Eigent&uuml;mer (BFH- Urteil in BFH\/NV 1991, 740, unter c der Gr&uuml;nde; ebenso f&uuml;r einen vom Sohn angepachteten Betrieb BFH-Urteil vom 28. Juli 1994 IV R 89\/93, BFH\/NV 1995, 379).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) So liegt der Fall jedoch nicht, wenn ein gesetzlicher Erstattungsanspruch nicht entsteht, entweder weil dessen Voraussetzungen nicht erf&uuml;llt sind (BFH-Urteil in BFH\/NV 1991, 740, unter c der Gr&uuml;nde) oder weil der Nie&szlig;braucher vertraglich auch die au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Unterhaltungsaufwendungen &uuml;bernommen hat (BFH-Urteile vom 14. November 1989 IX R 110\/85, BFHE 159, 442, BStBl II 1990, 462, und in BFH\/NV 1991, 157). F&uuml;r den betrieblichen Bereich gelten dabei dieselben Ma&szlig;st&auml;be wie f&uuml;r die Verm&ouml;gensverwaltung (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 1995, 379, unter 1.c der Gr&uuml;nde; Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 23. August 1999 GrS 1\/97, BFHE 189, 151, BStBl II 1999, 778, unter C.I.1. der Gr&uuml;nde). Tr&auml;gt der Vorbehaltsnie&szlig;braucher Aufwendungen auf Wirtschaftsg&uuml;ter, die er weiterhin betrieblich nutzt, handelt es sich deshalb um Betriebsausgaben und nicht um nach &sect; 12 Nr. 2 EStG nicht abziehbare Zuwendungen, wenn er zur &Uuml;bernahme der Aufwendungen gesetzlich oder vertraglich verpflichtet ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Nach den &#8211;f&uuml;r den erkennenden Senat bindenden (&sect; 118 Abs. 2 FGO)&#8211; Feststellungen des FG haben der Kl&auml;ger und sein Sohn im Zusammenhang mit der Einr&auml;umung des bei der &Uuml;bertragung des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs vorbehaltenen Nie&szlig;brauchs wirksam vereinbart, dass dem Kl&auml;ger ein Ersatzanspruch f&uuml;r die an dem &quot;Melkerhaus&quot; durchzuf&uuml;hrenden Reparaturen nicht zustehen sollte. Soweit das FG bei dieser Sachlage dem Kl&auml;ger die Abziehbarkeit der Reparaturaufwendungen versagt hat, folgt ihm der erkennende Senat nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Zu Unrecht beruft sich das FG zur St&uuml;tzung seiner Auffassung auf die BFH-Urteile in BFHE 159, 442, BStBl II 1990, 462, und vom 8. Dezember 1982 VIII R 53\/82 (BFHE 139, 28, BStBl II 1983, 710). Im Urteil in BFHE 159, 442, BStBl II 1990, 462 (im zweiten Abschnitt der Entscheidungsgr&uuml;nde) hat der BFH zwar ausgef&uuml;hrt, dass in umfangreichen Umbau- und Instandsetzungsarbeiten gem&auml;&szlig; &sect; 12 EStG nicht abziehbare Zuwendungen an den Eigent&uuml;mer des Geb&auml;udes liegen, falls der Nie&szlig;braucher von vornherein auf jeglichen Ersatz verzichtet hat. Das FG hat jedoch nicht ber&uuml;cksichtigt, dass dies nur f&uuml;r solche Ma&szlig;nahmen gilt &#8211;wie es an dieser Stelle des Urteils w&ouml;rtlich hei&szlig;t&#8211;, &quot;die der Nie&szlig;braucher ohne vertragliche oder gesetzliche Verpflichtung durchf&uuml;hren l&auml;sst&quot;. Entsprechend hat der BFH auch im Urteil in BFHE 139, 28, BStBl II 1983, 710 eine nach &sect; 12 Nr. 2 EStG nicht abziehbare Zuwendung angenommen, weil daf&uuml;r keine Verpflichtung nach &sect; 1041 BGB bestand und es an anderweitigen vertraglichen Vereinbarungen fehlte (s. unter 1.b der Gr&uuml;nde). So liegt der Fall jedoch gerade nicht, wenn der Nie&szlig;braucher &#8211;wie im Streitfall&#8211; vertraglich die Durchf&uuml;hrung der Ma&szlig;nahmen &uuml;bernommen hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Unerheblich ist auch, dass die &Uuml;bernahme der au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Unterhaltungsaufwendungen durch den Vorbehaltsnie&szlig;braucher nicht auf betrieblichen, sondern auf privaten Motiven beruhte. Denn die &Uuml;bertragung des Betriebes auf den Sohn unter Nie&szlig;brauchsvorbehalt war insgesamt nicht betrieblich, sondern privat veranlasst. Darauf kommt es jedoch nicht an. Denn der Kl&auml;ger nutzte aufgrund des vorbehaltenen Nie&szlig;brauchs die zum Betriebsverm&ouml;gen geh&ouml;renden Wirtschaftsg&uuml;ter weiterhin betrieblich. Er konnte daher die mit der fortdauernden betrieblichen Nutzung der Wirtschaftsg&uuml;ter in Zusammenhang stehenden Aufwendungen gewinnmindernd ber&uuml;cksichtigen. Durch die Bejahung betrieblich veranlasster Aufwendungen wird nicht etwa ein auf der Nutzung beruhender und im Betrieb erwirtschafteter Gewinn der Besteuerung entzogen, sondern es wird ein vom Betriebsinhaber f&uuml;r betriebliche Zwecke getragener Aufwand zum Betriebsausgabenabzug zugelassen (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 176, 267, BStBl II 1995, 281, unter C.III.2.c der Gr&uuml;nde). Falls die Reparaturen zur Bildung stiller Reserven gef&uuml;hrt haben, unterlagen diese &#8211;nicht anders als andere im &uuml;bertragenen Betrieb steckende stille Reserven&#8211; beim Sohn der Besteuerung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Die Sache ist entscheidungsreif. Die H&ouml;he und die zeitliche Zuordnung der Erhaltungsaufwendungen sind unter den Beteiligten nicht streitig. Das angefochtene Urteil war daher aufzuheben; die Einkommensteuerbescheide 1998 bis 2000 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 17. Oktober 2003 sind nach Ma&szlig;gabe der Urteilsgr&uuml;nde zu &auml;ndern. Die Neuberechnung der festzusetzenden Einkommensteuer wird dem FA &uuml;bertragen (&sect; 121 i.V.m. &sect; 100 Abs. 2 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.6.2009, IV R 20\/07 Reparaturaufwendungen an einem Betriebsgeb&auml;ude als Betriebsausgaben eines Vorbehaltsnie&szlig;brauchers &#8211; Steuerliche Anerkennung einer Nebenabrede Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute. Der Kl&auml;ger bewirtschaftete bis zum 30. 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