{"id":15141,"date":"2012-12-19T14:54:59","date_gmt":"2012-12-19T12:54:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15141"},"modified":"2012-12-19T14:54:59","modified_gmt":"2012-12-19T12:54:59","slug":"i-r-93-08-hinzurechnung-von-zinsen-fuer-dauerschulden-fuer-darlehen-der-staatsbank-der-ddr-fortbestand-der-auf-eine-veb-nachfolge-gmbh-uebergegangenen-verpflichtung-zur-kreditrueckzahlung-annahme-eine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-93-08-hinzurechnung-von-zinsen-fuer-dauerschulden-fuer-darlehen-der-staatsbank-der-ddr-fortbestand-der-auf-eine-veb-nachfolge-gmbh-uebergegangenen-verpflichtung-zur-kreditrueckzahlung-annahme-eine\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;93\/08 &#8211; Hinzurechnung von Zinsen f&uuml;r Dauerschulden f&uuml;r Darlehen der Staatsbank der DDR &#8211; Fortbestand der auf eine VEB-Nachfolge-GmbH &uuml;bergegangenen Verpflichtung zur Kreditr&uuml;ckzahlung &#8211; Annahme einer Dauerschuld"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.4.2009, I R 93\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Hinzurechnung von Zinsen f&uuml;r Dauerschulden f&uuml;r Darlehen der Staatsbank der DDR &#8211; Fortbestand der auf eine VEB-Nachfolge-GmbH &uuml;bergegangenen Verpflichtung zur Kreditr&uuml;ckzahlung &#8211; Annahme einer Dauerschuld<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) war im Streitjahr 1991 alleinige Gesellschafterin der X GmbH (X). Zwischen dieser und der Kl&auml;gerin als Organtr&auml;gerin wurde mit einem Beherrschungs- und Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag ein gewerbesteuerliches Organschaftsverh&auml;ltnis zum 1. Januar 1991 vereinbart.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die X, die am 20. September 1990 im Handelsregister eingetragen wurde, ist im Wege der Umwandlung aus dem VEB Y (VEB) entstanden. Die Kl&auml;gerin erwarb die Anteile an der X am 20. Dezember 1990 von der Treuhandanstalt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum 1. Juli 1990 beliefen sich die Ende der 60er Jahre gew&auml;hrten und unstreitig schon vor dem Jahr 1990 mindestens in gleicher H&ouml;he bestehenden Kredite, hinsichtlich derer die X als Gesamtrechtsnachfolgerin in das Schuldverh&auml;ltnis des VEB gegen&uuml;ber der Staatsbank der DDR eintrat, auf umgerechnet 47 928 667 DM. Diese Altkredite setzten sich laut Bilanz zum 30. Juni 1990 aus einem Grundmittelkredit in H&ouml;he von 16 993 829 Mark der DDR und einem Umlaufmittelkredit in H&ouml;he von 78 863 505 Mark der DDR zusammen, die im Verh&auml;ltnis zwei zu eins umgerechnet wurden. Im Rahmen einer Umschuldung am 27. Februar 1991 wurden die Darlehen bei der Z-Bank als partieller Rechtsnachfolgerin der Staatsbank getilgt. F&uuml;r den Zeitraum vom 2. Januar 1991 bis zum 27. Februar 1991 entstanden Kreditzinsen in H&ouml;he von 745 556 DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vertrat unter Hinweis auf das Senatsurteil vom 2. Juli 1997 I R 28\/96 (BFH\/NV 1998, 212) die Auffassung, die Entgelte f&uuml;r die Altkredite seien als sog. Dauerschuldzinsen i.S. des &sect; 8 Nr. 1 zweite Tatbestandsgruppe des Gewerbesteuergesetzes 1991 (GewStG 1991) anzusehen, und rechnete in dem gem&auml;&szlig; &sect; 164 Abs. 2 der Abgabenordnung ge&auml;nderten Bescheid &uuml;ber den Gewerbesteuermessbetrag 1991 die gezahlten Zinsen dem Gewinn aus Gewerbebetrieb zur H&auml;lfte (372 778 DM) hinzu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der dagegen gerichteten Klage gab das Hessische Finanzgericht mit Urteil vom 20. Mai 2008 8 K 1797\/03 statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt die Verletzung materiellen Rechts und beantragt mit der Revision, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Das Finanzgericht (FG) hat zutreffend angenommen, dass die streitbefangenen Kreditzinsen nicht gem&auml;&szlig; &sect; 8 Nr. 1 GewStG 1991 zur H&auml;lfte dem Gewinn aus Gewerbebetrieb hinzuzurechnen sind. Im Streitfall handelt es sich bei den Kreditverbindlichkeiten zwar um Schulden. Das FG hat aber zu Recht angenommen, dass sie nur der vor&uuml;bergehenden Verst&auml;rkung des Betriebskapitals gedient haben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Nach &sect; 8 Nr. 1 GewStG 1991 werden dem Gewinn aus Gewerbebetrieb u.a. die bei seiner Ermittlung abgezogenen Entgelte f&uuml;r die Schulden zur H&auml;lfte wieder hinzugerechnet, die der nicht nur vor&uuml;bergehenden Verst&auml;rkung des Betriebskapitals dienen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. &sect; 8 Nr. 1 GewStG 1991 ist im Beitrittsgebiet ab dem 1. Januar 1991 anzuwenden (Art. 8 i.V.m. Anlage I Kapitel IV Sachgebiet B Abschn. II Nr. 14 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und Nr. 20 Buchst. h des Einigungsvertrages vom 31. August 1990, BGBl II 1990, 889). Hierbei sind die Verh&auml;ltnisse im jeweiligen Erhebungszeitraum auch insoweit ma&szlig;gebend, als es f&uuml;r das Tatbestandsmerkmal der Schulden auf deren Bestehen, nicht aber auf den Zeitpunkt ihrer Entstehung ankommt. Daraus folgt, dass bei Gewerbebetrieben mit Gesch&auml;ftsleitung im Beitrittsgebiet ab dem Erhebungszeitraum 1991 Entgelte f&uuml;r Dauerschulden auch dann der Hinzurechnung unterliegen, wenn die Schulden vor dem 1. Januar 1991 begr&uuml;ndet worden sind. Dies ist verfassungsrechtlich unbedenklich (Senatsurteil in BFH\/NV 1998, 212).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die streitbefangenen Kreditverbindlichkeiten sind Schulden i.S. des &sect; 8 Nr. 1 GewStG 1991.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Wie der Senat in seinem Urteil in BFH\/NV 1998, 212 im Einzelnen ausgef&uuml;hrt hat, unterschieden sich die Kredite in der DDR in Wesen und Funktion zwar grundlegend von einer marktwirtschaftlichen Darlehensaufnahme nach den &sect;&sect; 607 ff. des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches (BGB a.F., jetzt: &sect;&sect; 488 ff. BGB n.F.); gleichwohl schlie&szlig;en diese Besonderheiten die Annahme nicht aus, dass zivilrechtlich und gewerbesteuerrechtlich Schulden (fort-)bestanden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 26. Oktober 1993 XI ZR 222\/92 (BGHZ 124, 1) hat das Ende der sozialistischen Planwirtschaft die Verpflichtungen der volkseigenen Wirtschaftseinheiten zur R&uuml;ckzahlung der Altkredite nicht wegfallen lassen. Ma&szlig;gebend ist die Erw&auml;gung, dass der Einigungsgesetzgeber die Verpflichtungen als tilgungsbed&uuml;rftig behandelt hat. Da auch die speziell Altkreditschulden von Treuhandunternehmen betreffende Verordnung &uuml;ber Ma&szlig;nahmen zur Entschuldung bisher volkseigener Unternehmen von Altkrediten (Entschuldungsverordnung) vom 5. September 1990 (Gesetzblatt der DDR I 1990, 1435) den Fortbestand solcher Schulden voraussetzt, gilt f&uuml;r die auf eine VEB-Nachfolge-GmbH &uuml;bergegangene Verpflichtung zur Kreditr&uuml;ckzahlung nichts anderes (BGH-Urteil vom 11. Oktober 1994 XI ZR 189\/93, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 1995, 47, unter II.2.). Ebenso wenig besteht ein Grund, die Altkredite nach dem 1. Juli 1990 generell in Eigenkapital der VEB-Nachfolgegesellschaften umzuqualifizieren (vgl. BGH-Urteil in NJW 1995, 47, unter II.5.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hieran ist, wie der Senat bereits in seinem Urteil in BFH\/NV 1998, 212 ausgef&uuml;hrt hat, f&uuml;r die gewerbesteuerrechtliche Beurteilung anzukn&uuml;pfen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Die Schulden haben das Betriebskapital der X gest&auml;rkt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) dient grunds&auml;tzlich jede Schuld des Betriebs der Verst&auml;rkung des Betriebskapitals (z.B. Urteile vom 5. November 1980 I R 132\/77, BFHE 132, 87, BStBl II 1981, 219; vom 24. Mai 1989 I R 85\/85, BFHE 158, 79, BStBl II 1989, 900; vom 7. August 1990 VIII R 30\/89, BFHE 162, 129, BStBl II 1990, 1081; vom 4. September 1997 IV B 110\/96, BFH\/NV 1998, 202). Dies gilt auch dann, wenn der Gegenwert der Schuld im Betriebskapital nicht mehr vorhanden ist. Bereits die Tatsache, dass eine Schuld aufrechterhalten wird, ist eine objektive Verst&auml;rkung des Betriebskapitals. Eine Tilgung der Schuld w&uuml;rde den Einsatz von Betriebsmitteln erfordern und damit zu einer Verringerung des Betriebskapitals f&uuml;hren (BFH-Urteil vom 26. November 1957 I 230\/56 U, BFHE 66, 97, BStBl III 1958, 39; Bl&uuml;mich\/Hofmeister, &sect; 8 GewStG Rz 421). Auf das Handeln und den Willen des Unternehmers kommt es ebenso wenig an wie auf den Inhalt und den Entstehungsgrund der Schuld; die Annahme einer Dauerschuld setzt auch keine rechtsgesch&auml;ftliche Verpflichtung im Sinne einer sog. Schuldaufnahme voraus (vgl. BFH-Urteile vom 27. Juni 1957 IV 140\/56 U, BFHE 65, 140, BStBl III 1957, 287; in BFHE 66, 97, BStBl III 1958, 39; vom 11. August 1959 I 197\/57 S, BFHE 69, 447, BStBl III 1959, 428). Die Kl&auml;gerin kann sich daher nicht mit Erfolg darauf berufen, dass sie selbst keine rechtsgesch&auml;ftliche Verpflichtung eingegangen und die &quot;Kreditaufnahme&quot; durch den VEB mit einer Darlehensaufnahme nach den &sect;&sect; 607 ff. BGB a.F. nicht vergleichbar gewesen sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                5. Die Schulden dienten jedoch nicht der l&auml;ngerfristigen Verst&auml;rkung des Betriebskapitals der Kl&auml;gerin.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Eine Schuld &#8211;ausgenommen Verbindlichkeiten des laufenden Gesch&auml;ftsverkehrs und Kontokorrentschulden, f&uuml;r die abweichende Regeln gelten&#8211; dient der nicht nur vor&uuml;bergehenden Verst&auml;rkung des Betriebskapitals, wenn ihr Gegenwert das Betriebskapital tats&auml;chlich l&auml;nger als ein Jahr verst&auml;rkt (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteile vom 27. Februar 1991 I R 29\/89, BFHE 164, 89, BStBl II 1991, 529, m.w.N.; vom 31. Mai 2005 I R 73\/03, BFHE 211, 43, BStBl II 2006, 134). Diese Voraussetzung ist vorliegend nicht gegeben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Darlehen wurden zwar dem Rechtsvorg&auml;nger der X bereits vor 1970 gew&auml;hrt. Die unter Geltung der sozialistischen Planwirtschaft gew&auml;hrten Kredite unterscheiden sich jedoch grundlegend von marktwirtschaftlich gew&auml;hrten Darlehen und k&ouml;nnen nicht als Dauerschulden i.S. des &sect; 8 Nr. 1 GewStG 1991 beurteilt werden (a.A. S&auml;chsisches Staatsministerium der Finanzen vom 8. Juni 1995, Deutsches Steuerrecht 1995, 1151). So war das sozialistische Kreditverh&auml;ltnis vor allem durch das staatliche Interesse an der Planerf&uuml;llung bestimmt, in dessen Dienst es stand. Die Kredite waren zwar wie marktwirtschaftliche zur&uuml;ckzuzahlen und zu verzinsen. Doch galten diese Pflichten wiederum unter den Bedingungen des geschlossenen sozialistischen Wirtschaftssystems; sie konnten auch bei Nichterf&uuml;llung jedenfalls nicht zum Scheitern des Betriebes f&uuml;hren (vgl. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 8. April 1997&nbsp;&nbsp;1 BvR 48\/94, BVerfGE 95, 267, 304).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Erst mit dem R&uuml;ckzug des Staates aus den Rechtsbeziehungen zwischen den volkseigenen Betrieben und der kreditgebenden Bank und der Privatisierung der Unternehmen und ihrer Rechtsbeziehungen wandelte der Kreditvertrag seine Bedeutung. Zum einen wurde er aus dem Bedingungsverh&auml;ltnis von Kreditaufnahme und Planerf&uuml;llung gel&ouml;st. Im Verh&auml;ltnis zur Bank blieben nur die reinen Kreditschulden &uuml;brig, ohne dass deren Ursache noch eine Rolle spielte. Zum anderen waren die Kredite f&uuml;r die in die staatliche Wirtschaftslenkung nicht eingebundene Z-Bank als partieller Rechtsnachfolgerin der Staatsbank nicht mehr ein Mittel der Durchsetzung des Plans, sondern der Gewinnerzielung (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 95, 267, 304 f.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Wie das FG zutreffend ausf&uuml;hrt, liegt der Hinzurechnung von Dauerschuldzinsen die Vorstellung zugrunde, dass es rechtlich dem Gewerbebetrieb freisteht, sich entweder mit Eigenkapital oder Fremdkapital zu finanzieren. Diese Wahlfreiheit stand den volkseigenen Betrieben der DDR jedoch nicht zu. Erst mit der Einf&uuml;hrung der sozialen Marktwirtschaft durch den am 30. Juni 1990 in Kraft getretenen Staatsvertrag zur W&auml;hrungs-, Wirtschafts- und Sozialunion vom 18. Mai 1990 (BGBl II 1990, 537) sind aus den Altverbindlichkeiten der volkseigenen Betriebe Schulden i.S. des &sect; 8 Nr. 1 GewStG 1991 geworden. Erst ab diesem Zeitpunkt war es der X rechtlich m&ouml;glich, die Darlehen zu tilgen, und erst ab diesem Zeitpunkt wandelten sich die Darlehen ihrer Funktion nach in marktwirtschaftliche Darlehen. Da die Kl&auml;gerin die Kredite unstreitig am 28. Februar 1991 zur&uuml;ckgezahlt hat, haben sie das Betriebskapital der X weniger als ein Jahr und damit nur vor&uuml;bergehend verst&auml;rkt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.4.2009, I R 93\/08 Hinzurechnung von Zinsen f&uuml;r Dauerschulden f&uuml;r Darlehen der Staatsbank der DDR &#8211; Fortbestand der auf eine VEB-Nachfolge-GmbH &uuml;bergegangenen Verpflichtung zur Kreditr&uuml;ckzahlung &#8211; Annahme einer Dauerschuld Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) war im Streitjahr 1991 alleinige Gesellschafterin der X GmbH (X). 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