{"id":15154,"date":"2012-12-20T06:29:35","date_gmt":"2012-12-20T04:29:35","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15154"},"modified":"2012-12-20T06:29:35","modified_gmt":"2012-12-20T04:29:35","slug":"xi-r-42-08-ablaufhemmung-des-par-171-abs-5-ao-umfasst-nicht-gesamten-steueranspruch-eugh-rechtsprechung-zur-steuerfreiheit-der-umsaetze-mit-geldspielgeraeten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-42-08-ablaufhemmung-des-par-171-abs-5-ao-umfasst-nicht-gesamten-steueranspruch-eugh-rechtsprechung-zur-steuerfreiheit-der-umsaetze-mit-geldspielgeraeten\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;42\/08 &#8211; Ablaufhemmung des &sect; 171 Abs. 5 AO umfasst nicht gesamten Steueranspruch &#8211; EuGH-Rechtsprechung zur Steuerfreiheit der Ums&auml;tze mit Geldspielger&auml;ten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.7.2009, XI R 42\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Ablaufhemmung des &sect; 171 Abs. 5 AO umfasst nicht gesamten Steueranspruch &#8211; EuGH-Rechtsprechung zur Steuerfreiheit der Ums&auml;tze mit Geldspielger&auml;ten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine Erbengemeinschaft, die im Streitjahr 1995 diverse Spielhallenunternehmen betrieb. In den Spielhallen waren Geldspielautomaten mit Gewinnm&ouml;glichkeiten sowie sog. Unterhaltungsautomaten aufgestellt. Der weit &uuml;berwiegende Teil der Einnahmen entfiel auf die Geldspielautomaten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin reichte im November 1996 die Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung f&uuml;r 1995 beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ein. Diese stand einer Steuerfestsetzung unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gleich (&sect; 168 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Pr&uuml;fungsauftrag vom 8. Februar 2000 des zust&auml;ndigen Finanzamts f&uuml;r Steuerstrafsachen und Steuerfahndung wurde gegen den Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der A und B GmbH (GmbH) ein steuerstrafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Im Juni 2000 ordnete das zust&auml;ndige Amtsgericht die Durchsuchung von Wohn- und Gesch&auml;ftsr&auml;umen des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers wegen des Verdachts der &quot;Umsatz-, K&ouml;rperschaft- und Gewerbesteuerhinterziehung 1995 bis 1997 als Verantwortlicher der A und B GmbH&quot; an. In den Gr&uuml;nden des Beschlusses hei&szlig;t es, der Beschuldigte sei verd&auml;chtig, Steuern verk&uuml;rzt zu haben (&sect; 370 AO). Er sei nach dem Tod von A und B im Februar 1995 am 1. M&auml;rz 1995 zum Notgesch&auml;ftsf&uuml;hrer bestellt worden. In dieser Funktion soll er Aufzeichnungen &uuml;ber Einnahmen aus dem Betrieb von Geldspiel- und Unterhaltungsautomaten manipuliert und dadurch unvollst&auml;ndige Erl&ouml;sbuchungen veranlasst haben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Durchsuchungsbeschluss wurde am 24. Juli 2000 vollzogen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Am 4. April 2003 einigten sich die Beteiligten im Rahmen einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung &uuml;ber die H&ouml;he der hinzuzusch&auml;tzenden Ums&auml;tze. Das FA erlie&szlig; daraufhin gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin am 5. Januar 2004 einen entsprechend ge&auml;nderten Umsatzsteuerbescheid 1995.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin legte gegen den Bescheid Einspruch ein. Der Bundesfinanzhof (BFH) entschied w&auml;hrend des Einspruchsverfahrens unter Bezugnahme auf hierzu ergangene Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Gemeinschaften (EuGH), dass sich ein Aufsteller von Geldspielautomaten im Hinblick auf die Steuerfreiheit seiner Ums&auml;tze unmittelbar auf Art. 13 Teil B Buchst. f der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern berufen k&ouml;nne (BFH-Urteil vom 12. Mai 2005 V R 7\/02, BFHE 210, 164, BStBl II 2005, 617).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA erm&auml;&szlig;igte daraufhin mit seiner Einspruchsentscheidung vom 27. Januar 2006 die Umsatzsteuer 1995 auf 114.460,66 EUR, was der H&ouml;he nach der urspr&uuml;nglichen erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;en Umsatzsteuerfestsetzung entsprach. Im &Uuml;brigen wies es den Einspruch zur&uuml;ck.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Es f&uuml;hrte zur Begr&uuml;ndung aus, die Umsatzsteuerfreiheit k&ouml;nne nicht auf die Geldspielautomatenums&auml;tze ausgedehnt werden, die bereits in dem vor Einleitung des steuerstrafrechtlichen Ermittlungsverfahrens ergangenen Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr angesetzt worden seien. Diese Festsetzung k&ouml;nnte nicht ge&auml;ndert werden. Der Ablauf der Festsetzungsfrist hinsichtlich der vor Pr&uuml;fungsbeginn in die Umsatzsteuerfestsetzung einbezogenen Geldspielums&auml;tze sei nicht nach &sect; 171 Abs. 5 AO gehemmt. Der Fristablauf werde entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin nur insoweit gehemmt, als sich die Ergebnisse der Ermittlungen auf die Besteuerungsgrundlagen auswirken k&ouml;nnten; anders als im Fall des &sect; 171 Abs. 4 AO umfasse die Ablaufhemmung nicht den gesamten Steueranspruch, wenn sich die Ermittlungen &#8211;wie im Streitfall&#8211; lediglich auf bestimmte Sachverhaltsmerkmale beschr&auml;nkten. Die Ablaufhemmung erstrecke sich somit nur auf die festgestellten &quot;Mehr&quot;-Ums&auml;tze.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zur Begr&uuml;ndung der Revision tr&auml;gt die Kl&auml;gerin vor, ihres Erachtens sei die Ablaufhemmung i.S. von &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO insofern sachverhaltsbezogen, als sie den Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung f&uuml;r diejenigen Steuern hindere, deren tats&auml;chliche Grundlagen ermittelt worden seien. Diese Voraussetzung sei hier erf&uuml;llt. Ziel der Ermittlungen sei die Aufdeckung s&auml;mtlicher nicht erkl&auml;rter Einnahmen der Spielger&auml;te gewesen, die einer voll inhaltlichen &Uuml;berpr&uuml;fung unterzogen worden seien.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                F&uuml;r die vom FG vertretene Auffassung, dass sich die Ablaufhemmung nur auf das infolge der steuerstrafrechtlichen Ermittlungen erzielte &quot;Mehrergebnis&quot; erstrecken solle, finde sich weder im Gesetz noch in Rechtsprechung oder Literatur ein Ankn&uuml;pfungspunkt. Die mit Einleitung steuerstrafrechtlicher Ermittlungen eingetretene Ablaufhemmung k&ouml;nne nicht von deren &#8211;oft erst Jahre sp&auml;ter feststehendem&#8211; Ergebnis abh&auml;ngen. Wenn die Ablaufhemmung mit Einleitung der steuerstrafrechtlichen Ermittlungen bzw. ihrer Ausweitung auf weitere Sachverhalte eintrete (BFH-Urteil vom 9. M&auml;rz 1999 VIII R 19\/97, BFH\/NV 1999, 1186), m&uuml;sse zu diesem Zeitpunkt auch deren Reichweite bestimmt werden. Zuk&uuml;nftige zu diesem Zeitpunkt &uuml;berhaupt noch nicht absehbare Umst&auml;nde k&ouml;nnten in diesem Zusammenhang keine Rolle spielen. Das FG setze sich mit seinem Urteil auch in Widerspruch zum BFH-Urteil vom 24. April 2002 I R 25\/01 (BFHE 198, 303, BStBl II 2002, 586). Nach dieser Entscheidung ende die durch eine Steuerfahndungspr&uuml;fung ausgel&ouml;ste Ablaufhemmung erst dann, wenn auf Grund der Pr&uuml;fung Steuerbescheide ergangen und diese unanfechtbar geworden seien.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im &Uuml;brigen sei die Finanzverwaltung auf Grund des Vorrangs des Gemeinschaftsrechts verpflichtet, die Vorgaben des EuGH zur Umsatzsteuerfreiheit der Geldspielger&auml;te, soweit ihr dies m&ouml;glich sei, umzusetzen. Nichts anderes k&ouml;nne gelten, wenn auf den rechtzeitig eingelegten Einspruch die Rechtsanwendung einer &Uuml;berpr&uuml;fung unterzogen werde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, unter Aufhebung der Vorentscheidung den Umsatzsteuerbescheid 1995 vom 5. Januar 2004 sowie die Einspruchsentscheidung vom 27. Januar 2006 insoweit aufzuheben, als f&uuml;r die Einnahmen aus Geldspielger&auml;ten Umsatzsteuer festgesetzt worden ist, mit der Ma&szlig;gabe, dass die Einnahmen aus Geldspielger&auml;ten entsprechend den Aufstellungen wie Bl. 20 der FG-Akte angesetzt werden und die in diesen Aufstellungen aufgef&uuml;hrten Vorsteuerbetr&auml;ge im Zusammenhang mit den Geldspielger&auml;ten nicht angesetzt werden sowie noch zu beziffernde Vorsteuerkorrekturen nach &sect; 15a des Umsatzsteuergesetzes 1993 zus&auml;tzlich ber&uuml;cksichtigt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG hat im Ergebnis zu Recht entschieden, dass die von der Kl&auml;gerin begehrte &Auml;nderung der Umsatzsteuerfestsetzung 1995 wegen des Eintritts der Festsetzungsverj&auml;hrung nicht in Betracht kommt. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin war der Ablauf der Festsetzungsfrist nicht in vollem Umfang nach &sect; 171 Abs. 5 AO gehemmt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Beginnt die mit der Steuerfahndung betraute Dienststelle vor Ablauf der Festsetzungsfrist beim Steuerpflichtigen mit Ermittlungen der Besteuerungsgrundlagen, so l&auml;uft nach &sect; 171 Abs. 5 AO &quot;die Festsetzungsfrist insoweit nicht ab, bevor die auf Grund der Ermittlungen zu erlassenden Steuerbescheide unanfechtbar geworden sind; &#8230;&quot;      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Im Streitfall begann die vierj&auml;hrige Festsetzungsfrist des &sect; 169 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 AO f&uuml;r die Umsatzsteuer 1995 mit Ablauf des 31. Dezember 1996 (&sect; 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AO) und endete &#8211;vorbehaltlich einer Hemmung&#8211; am 31. Dezember 2000.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Das FG hat zu Recht offengelassen, ob der Ablauf dieser Festsetzungsfrist mit der am 24. Juli 2000 durchgef&uuml;hrten Durchsuchung der Wohn- und Gesch&auml;ftsr&auml;ume der GmbH durch die Steuerfahndung nach &sect; 171 Abs. 5 AO &uuml;berhaupt dem Grunde nach gehemmt war. Dies erscheint zweifelhaft, weil die Ermittlungsma&szlig;nahmen der Steuerfahndungsbeh&ouml;rde sich in erster Linie gegen den Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der GmbH richteten. F&uuml;r den Fall der Annahme einer Ablaufhemmung dem Grunde nach bezog sich der Umfang dieser Hemmung entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin jedenfalls nicht auf die bereits vor Beginn der Fahndungspr&uuml;fung von der Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r 1995 erfassten Geldspielautomatenums&auml;tze.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Denn anders als im Fall des &sect; 171 Abs. 4 AO umfasst die Ablaufhemmung des &sect; 171 Abs. 5 AO nicht den gesamten Steueranspruch; vielmehr tritt die Hemmung nur in dem Umfang ein, in dem sich die Ergebnisse der Ermittlungen auf die H&ouml;he der festzusetzenden Steuer auswirken. Der eingeschr&auml;nkte Umfang der Ablaufhemmung ergibt sich aus der besonderen Zielsetzung und dem speziellen Aufgabenbereich der Fahndungsermittlungen. Die allgemeine Au&szlig;enpr&uuml;fung, die den Erlass einer Pr&uuml;fungsanordnung voraussetzt, dient einer umfassenden Ermittlung der steuerlichen Verh&auml;ltnisse eines Steuerpflichtigen (vgl. &sect; 194 Abs. 1 Satz 1, &sect; 199 Abs. 1 AO); der Ablauf der Festsetzungsfrist ist deshalb nach &sect; 171 Abs. 4 AO &quot;f&uuml;r die Steuern&quot; gehemmt, die in der Pr&uuml;fungsanordnung angegeben sind und &quot;auf die sich die Au&szlig;enpr&uuml;fung erstreckt&quot; hat. Demgegen&uuml;ber hat die Steuerfahndung die Aufgabe, bestimmte straf- oder bu&szlig;geldrechtlich relevante Vorg&auml;nge sowie unbekannte Steuerf&auml;lle aufzudecken und zu ermitteln (vgl. &sect; 208 Abs. 1 Satz 1 AO). &sect; 171 Abs. 5 AO l&auml;sst &quot;insoweit&quot; die Festsetzungsfrist nicht ablaufen, &quot;bevor die auf Grund der Ermittlungen zu erlassenden Steuerbescheide unanfechtbar geworden sind&quot;. Der Fristablauf soll danach erkennbar nur gehemmt werden, soweit und damit die Ergebnisse der Ermittlungen der Festsetzung der betreffenden Steuern zugrunde gelegt werden k&ouml;nnen (vgl. BFH-Urteile vom 14. April 1999 XI R 30\/96, BFHE 188, 286, BStBl II 1999, 478, unter II.2.b; vom 14. April 2005 XI R 83\/03, BFH\/NV 2005, 1961, unter II.3.a, und in BFHE 198, 303, BStBl II 2002, 586, unter II.3.a). Eine Ablaufhemmung tritt somit nur hinsichtlich der Steuern ein, die sich aus Sachverhalten, die Gegenstand der Ermittlungen waren, ergeben (vgl. BFH-Urteil vom 13. Februar 2003 X R 62\/00, BFH\/NV 2003, 740, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Streitfall wurde lt. dem Durchsuchungsbeschluss vom Juni 2000 gegen den Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der GmbH wegen des Verdachts unvollst&auml;ndiger Erl&ouml;sbuchungen und einer entsprechenden Steuerverk&uuml;rzung i.S. von &sect; 370 AO ermittelt. Die Steuerfahndungspr&uuml;fung erstreckte sich somit tats&auml;chlich nicht auf bereits von der Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r 1995 erfasste Ums&auml;tze, sondern nur auf etwaige noch nicht erkl&auml;rte Ums&auml;tze und die insoweit in der Umsatzsteuerfestsetzung noch nicht ber&uuml;cksichtigten Besteuerungsgrundlagen. Abweichend von der Rechtsauffassung der Kl&auml;gerin bezog sich die Steuerfahndungspr&uuml;fung somit von vornherein nicht auf s&auml;mtliche mit den Geldspielger&auml;ten im Pr&uuml;fungszeitraum ausgef&uuml;hrten Ums&auml;tze.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Soweit der BFH in dem von der Kl&auml;gerin genannten Urteil in BFH\/NV 1999, 1186 die Auffassung vertritt, der Umfang der Ablaufhemmung in &sect; 171 Abs. 5 AO h&auml;nge davon ab, auf welche Steueranspr&uuml;che sich die Steuerfahndungspr&uuml;fung insgesamt erstreckt, f&uuml;hrt dies im Streitfall zu keinem anderen Ergebnis. Denn der genannten Entscheidung l&auml;sst sich gleichfalls entnehmen, dass der BFH dort die Frage, ob &sect; 171 Abs. 5 AO dar&uuml;ber hinaus im Hinblick auf den Gegenstand der Ermittlungen einschr&auml;nkend auszulegen ist, mangels Entscheidungserheblichkeit ausdr&uuml;cklich offengelassen hat (vgl. unter II.1.a. und b der Gr&uuml;nde).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Schlie&szlig;lich kann sich die Kl&auml;gerin auch nicht mit Erfolg darauf berufen, dass das FA verpflichtet sei, wegen des Vorrangs des Gemeinschaftsrechts der Rechtsprechung des EuGH zur Steuerfreiheit der Ums&auml;tze mit Geldspielger&auml;ten (EuGH-Urteil vom 17. Februar 2005 Rs. C-453\/02 und C-462\/02 &#8211;Linneweber&#8211;, Slg. 2005, I-1131) unabh&auml;ngig vom Ablauf der Festsetzungsverj&auml;hrungsfrist uneingeschr&auml;nkt Geltung zu verschaffen. Denn der BFH hat bereits mehrfach entschieden, dass das genannte EuGH-Urteil keinen Einfluss auf die Bestandskraft bereits ergangener Steuerbescheide und den Ablauf von Festsetzungsfristen hat (vgl. im Einzelnen BFH-Urteile vom 23. November 2006 V R 51\/05, BFHE 216, 350, BStBl II 2007, 433; V R 67\/05, BFHE 216, 357, BStBl II 2007, 436, und V R 28\/05, BFH\/NV 2007, 872).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.7.2009, XI R 42\/08 Ablaufhemmung des &sect; 171 Abs. 5 AO umfasst nicht gesamten Steueranspruch &#8211; EuGH-Rechtsprechung zur Steuerfreiheit der Ums&auml;tze mit Geldspielger&auml;ten Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine Erbengemeinschaft, die im Streitjahr 1995 diverse Spielhallenunternehmen betrieb. In den Spielhallen waren Geldspielautomaten mit Gewinnm&ouml;glichkeiten sowie sog. Unterhaltungsautomaten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-42-08-ablaufhemmung-des-par-171-abs-5-ao-umfasst-nicht-gesamten-steueranspruch-eugh-rechtsprechung-zur-steuerfreiheit-der-umsaetze-mit-geldspielgeraeten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;42\/08 &#8211; Ablaufhemmung des &sect; 171 Abs. 5 AO umfasst nicht gesamten Steueranspruch &#8211; EuGH-Rechtsprechung zur Steuerfreiheit der Ums&auml;tze mit Geldspielger&auml;ten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-15154","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15154","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15154"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15154\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15154"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15154"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15154"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}