{"id":15191,"date":"2012-12-20T02:51:22","date_gmt":"2012-12-20T00:51:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15191"},"modified":"2012-12-20T02:51:22","modified_gmt":"2012-12-20T00:51:22","slug":"i-b-215-08-verweigerung-des-einvernehmens-mit-der-umstellung-des-wirtschaftsjahrs-auf-vom-kalenderjahr-abweichenden-zeitraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-215-08-verweigerung-des-einvernehmens-mit-der-umstellung-des-wirtschaftsjahrs-auf-vom-kalenderjahr-abweichenden-zeitraum\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;215\/08 &#8211; Verweigerung des Einvernehmens mit der Umstellung des Wirtschaftsjahrs auf vom Kalenderjahr abweichenden Zeitraum"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 31.8.2009, I B 215\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Verweigerung des Einvernehmens mit der Umstellung des Wirtschaftsjahrs auf vom Kalenderjahr abweichenden Zeitraum<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Streitpunkt ist, ob der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) verpflichtet ist, sein Einvernehmen zu erteilen, das Wirtschaftsjahr der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) auf einen vom Kalenderjahr abweichenden Zeitraum umzustellen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin ist eine GmbH, deren Wirtschaftsjahr dem Kalenderjahr entsprach. Im November 2004 erwarb sie im Rahmen eines Management-Buy-out s&auml;mtliche Gesch&auml;ftsanteile an der H-GmbH. Mit satzungs&auml;nderndem Beschluss vom 24. Januar 2005, der zwei Tage sp&auml;ter in das Handelsregister eingetragen worden ist, stellte die Kl&auml;gerin ihr Gesch&auml;ftsjahr auf den Zeitraum 1. Februar bis 31. Januar um.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gleichfalls im Januar 2005 beantragte die Kl&auml;gerin beim FA, gem&auml;&szlig; &sect; 7 Abs. 4 Satz 3 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG 2002) sein Einvernehmen mit der Umstellung des Wirtschaftsjahrs auf den Zeitraum 1. Februar bis 31. Januar zu erteilen. Zur Begr&uuml;ndung trug sie vor, sie habe urspr&uuml;nglich geplant, noch vor dem 31. Dezember 2004 die Anteile an zwei weiteren zum H-Konzern geh&ouml;renden GmbH zu erwerben. Diese Erwerbe h&auml;tten u.a. durch Gesellschafterdarlehen finanziert werden sollen, deren Finanzierungskosten im Rahmen des &sect; 8a Abs. 4 KStG 2002 in der bis zum Unternehmensteuerreformgesetz 2008 vom 14. August 2007 (BGBl I 2007, 1912) geltenden Fassung (KStG 2002 a.F.) ab dem 1. Januar 2005 steuerlich abzugsf&auml;hig gewesen w&auml;ren. Der steuerliche Abzug der Finanzierungskosten sei wesentlicher Faktor bei der Gesamtfinanzierung des Management-Buy-out gewesen. Versehentlich seien die geplanten Beteiligungserwerbe jedoch nicht vor dem 31. Dezember 2004, sondern erst im Januar 2005 vollzogen worden. Da im Hinblick auf die f&uuml;r die Abzugsf&auml;higkeit nach &sect; 8a Abs. 4 KStG 2002 a.F. ma&szlig;gebliche Holdingeigenschaft der Kl&auml;gerin auf die Handelsbilanz zum Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahrs abzustellen sei, sei die Umstellung auf ein am 31. Januar endendes Wirtschaftsjahr erforderlich, um die fr&uuml;hestm&ouml;gliche steuerliche Abzugsf&auml;higkeit der Finanzierungskosten erreichen zu k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA hat sein Einvernehmen mit der Umstellung des Wirtschaftsjahrs verweigert. Die deswegen erhobene Klage hatte keinen Erfolg. Das Nieders&auml;chsische Finanzgericht (FG) hat sie mit Urteil vom 2. Oktober 2008&nbsp;&nbsp;6 K 485\/05 als unbegr&uuml;ndet abgewiesen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt mit ihrer Beschwerde die Zulassung der Revision gegen das FG-Urteil und st&uuml;tzt ihr Begehren auf die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Nichtzulassungsbeschwerde zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unzul&auml;ssig. Die Kl&auml;gerin hat den geltend gemachten Zulassungsgrund der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) nicht den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO entsprechend dargetan.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache kann nur erfolgen, wenn die zur Pr&uuml;fung gestellten Rechtsfragen in dem angestrebten Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig sind. Die Kl&auml;rungsf&auml;higkeit ist in der Beschwerdebegr&uuml;ndung zu erl&auml;utern (vgl. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs vom 23. Januar 2008 I B 101\/07, BFH\/NV 2008, 1290; vom 10. Februar 2005 II B 37\/04, BFH\/NV 2005, 1116, jeweils m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Dem werden die Ausf&uuml;hrungen in der Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht gerecht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach den Entscheidungsgr&uuml;nden des angefochtenen Urteils hat das FA sein Einvernehmen mit der Umstellung des Wirtschaftsjahrs ermessensfehlerfrei verweigert, weil die Umstellung nicht aus beachtlichen betriebswirtschaftlichen, sondern allein aus steuerlichen Gr&uuml;nden erfolgt sei. Die Kl&auml;gerin habe die Umstellung nach eigenem Bekunden vorgenommen, um die Voraussetzungen f&uuml;r den steuerlichen Abzug der Finanzierungskosten der Gesellschafterdarlehen nach Ma&szlig;gabe des &sect; 8a Abs. 4 KStG 2002 a.F. bereits f&uuml;r die Zeit ab Februar 2005 herbeizuf&uuml;hren, anstatt &#8211;wie bei Beibehaltung des kalendergleichen Wirtschaftsjahrs der Fall&#8211; erst die ab Januar 2006 anfallenden Finanzierungsaufwendungen im Rahmen des &sect; 8a Abs. 4 KStG 2002 a.F. als Betriebsausgaben steuerlich absetzen zu k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) In ihrer Beschwerdebegr&uuml;ndung zieht die Kl&auml;gerin nunmehr die Rechtsauffassung des FG in Zweifel, ohne die steuerliche Wirksamkeit der Umstellung des Wirtschaftsjahrs gem&auml;&szlig; &sect; 7 Abs. 4 Satz 3 KStG 2002 seien die Finanzierungsaufwendungen f&uuml;r die Gesellschafterdarlehen erst ab Januar 2006 steuerlich absetzbar. Ihrer Auffassung nach habe bereits die mit Gesellschafterbeschluss vom 24. Januar 2005 vorgenommene Umstellung des handelsrechtlichen Gesch&auml;ftsjahrs auf die Zeit vom 1. Februar bis zum 31. Januar dazu gef&uuml;hrt, dass die Finanzierungsaufwendungen nach Ma&szlig;gabe des &sect; 8a Abs. 4 KStG 2002 a.F. ab dem 1. Februar 2005 steuerlich absetzbar seien. In diesem Zusammenhang wirft sie als von grunds&auml;tzlicher Bedeutung die &#8211;von ihr bejahte&#8211; Rechtsfrage auf, ob f&uuml;r die Holdingeigenschaft gem&auml;&szlig; &sect; 8a Abs. 4 i.V.m. Abs. 2 KStG 2002 a.F. ma&szlig;geblich auf die Verh&auml;ltnisse in der Handelsbilanz zum Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahrs abzustellen sei, als die sie im Streitfall die auf den 31. Januar 2005 aufgestellte Handelsbilanz ansieht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Diese Rechtsfrage w&auml;re jedoch in dem angestrebten Revisionsverfahren nur dann kl&auml;rungsf&auml;hig, wenn ihre Bejahung dazu f&uuml;hren k&ouml;nnte, dass im Rahmen der zu treffenden Ermessensentscheidung &uuml;ber das Einvernehmen mit der beantragten &Auml;nderung des Wirtschaftsjahrs gem&auml;&szlig; &sect; 7 Abs. 4 Satz 3 KStG 2002 ein anderes Ergebnis als die Verweigerung des Einvernehmens in Betracht k&auml;me. Dazu bringt die Kl&auml;gerin indes nichts Substantielles vor. Insbesondere fehlen Ausf&uuml;hrungen dazu, inwiefern eine Zustimmung zu einer Umstellung des vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahrs denkbar w&auml;re, obwohl die daf&uuml;r von der Kl&auml;gerin einzig vorgebrachte Begr&uuml;ndung auf einer &#8211;wie sich ja dann erwiesen h&auml;tte&#8211; unzutreffenden Beurteilung der Rechtslage beruht. Denn die von der Kl&auml;gerin gegebene Begr&uuml;ndung f&uuml;r die begehrte Umstellung basierte gerade auf der jetzt verworfenen Rechtsauffassung, sie sei erforderlich, um die fr&uuml;hestm&ouml;gliche steuerliche Abzugsf&auml;higkeit der Finanzierungsaufwendungen herbeif&uuml;hren zu k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Einen anderen Grund, der die Umstellung rechtfertigen k&ouml;nnte, f&uuml;hrt die Kl&auml;gerin in ihrer Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht an. Der blo&szlig;e Hinweis darauf, sie gehe vom Vorliegen eines rechtfertigenden wirtschaftlichen Grundes aus, ist g&auml;nzlich unsubstantiiert. Mit der Auffassung des FG, die Umstellung des handelsrechtlichen Gesch&auml;ftsjahrs sei allein kein hinreichender Grund f&uuml;r eine Zustimmung zur &Auml;nderung des Wirtschaftsjahrs, befasst sich die Kl&auml;gerin nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 31.8.2009, I B 215\/08 Verweigerung des Einvernehmens mit der Umstellung des Wirtschaftsjahrs auf vom Kalenderjahr abweichenden Zeitraum Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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