{"id":15195,"date":"2012-12-20T02:48:14","date_gmt":"2012-12-20T00:48:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15195"},"modified":"2012-12-20T02:48:14","modified_gmt":"2012-12-20T00:48:14","slug":"vii-b-245-08-keine-beendigung-des-gemeinschaftlichen-versandverfahrens-durch-warenausfuhr-ausfuhrnachweis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-245-08-keine-beendigung-des-gemeinschaftlichen-versandverfahrens-durch-warenausfuhr-ausfuhrnachweis\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;245\/08 &#8211; Keine Beendigung des gemeinschaftlichen Versandverfahrens durch Warenausfuhr &#8211; Ausfuhrnachweis"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.9.2009, VII B 245\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Beendigung des gemeinschaftlichen Versandverfahrens durch Warenausfuhr &#8211; Ausfuhrnachweis<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) beantragte im Mai 2003 beim Zollamt (ZA) X die Er&ouml;ffnung f&uuml;nf externer gemeinschaftlicher Versandverfahren, um Nichtgemeinschaftswaren (Lebensmittel) an ein im &#8230; Hafen liegendes Kreuzfahrtschiff zu liefern. Das ZA entsprach den Antr&auml;gen und setzte f&uuml;r die Gestellung der Waren beim ZA R eine Frist bis zum 5. Juni 2003. Da das Schiff am 29. Mai 2003 in R eintraf, einem Feiertag, an dem die Abfertigungsstelle des ZA R geschlossen war, wurden die Waren ohne Gestellung auf das Schiff verbracht. Als Nachweis der Waren&uuml;bergabe lie&szlig;en sich die Fahrer die Exemplare 4 und 5 der Versandanmeldungen vom Kapit&auml;n stempeln, die bei der Kl&auml;gerin verblieben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nachdem der Beklagte und Beschwerdegegner (das Hauptzollamt) durch ein eingeleitetes Such- und Mahnverfahren &uuml;ber die Erledigungen der Versandverfahren Kenntnis von dem Vorgang erlangt hatte, setzte er mit mehreren Bescheiden die auf die Waren entfallenden Einfuhrabgaben gegen die Kl&auml;gerin fest. Die Einspr&uuml;che der Kl&auml;gerin f&uuml;hrten zur Neuberechnung s&auml;mtlicher Abgaben, blieben aber im &Uuml;brigen ohne Erfolg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die hiergegen erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) ab. Das FG urteilte, dass die Abgabenschuld nach Art. 203 Abs. 1 und 2 des Zollkodex (ZK) entstanden und die Kl&auml;gerin als Hauptverpflichtete Abgabenschuldner sei, weil die Waren ohne vorherige Gestellung geliefert und dadurch der zollamtlichen &Uuml;berwachung entzogen worden seien. Die Voraussetzungen des Art. 365 Abs. 3 der Zollkodex-Durchf&uuml;hrungsverordnung (ZKDVO) in der seinerzeit geltenden Fassung, unter denen ein gemeinschaftliches Versandverfahren als beendet gelte, l&auml;gen nicht vor. Eine entsprechende Anwendung dieser Vorschrift komme nicht in Betracht, denn die N&auml;mlichkeitssicherung durch die Zollbeh&ouml;rden sei ohne Wiedergestellung der Waren in der Regel nicht m&ouml;glich und k&ouml;nne insbesondere nicht durch eine Privatperson, wie im Streitfall den Schiffskapit&auml;n, gew&auml;hrleistet werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde der Kl&auml;gerin, welche sie auf die Zulassungsgr&uuml;nde der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache sowie der Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) st&uuml;tzt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde liegen nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die von der Beschwerde bezeichnete Frage, ob Art. 92 ZK im Licht des Modernisierten Zollkodex (MZK) dahin auszulegen ist, dass das Versandverfahren bereits dann als beendet gilt, wenn die betreffenden Waren nicht verwendet oder verbraucht, sondern aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft ausgef&uuml;hrt worden sind, und dass dieser Nachweis zur &Uuml;berzeugung der zust&auml;ndigen Zollbeh&ouml;rde gef&uuml;hrt sein muss, ohne dass die Vorschrift f&uuml;r den Nachweis besondere F&ouml;rmlichkeiten voraussetzt, ist nicht grunds&auml;tzlich kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, sondern zweifellos zu verneinen. Die am 24. Juni 2008 in Kraft getretenen Vorschriften des MZK sind gem&auml;&szlig; Art. 188 Abs. 1 MZK nur insoweit anzuwenden, als sie die Kommission zum Erlass von Durchf&uuml;hrungsvorschriften erm&auml;chtigen. Art. 86 Abs. 1 Buchst. k MZK, auf den sich die Beschwerde bezieht, findet somit auf den Streitfall keine Anwendung. Art. 92 ZK im Licht jener Vorschrift &quot;auszulegen&quot;, wie es die Beschwerde f&uuml;r richtig h&auml;lt, liefe aber darauf hinaus, sie gleichwohl anzuwenden, was dem Gemeinschaftsrecht eindeutig widerspr&auml;che. Unter welchen Voraussetzungen ein externes gemeinschaftliches Versandverfahren im Fall aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft ausgef&uuml;hrter Waren als beendet gilt, regelt allein die immer noch anzuwendende ZKDVO. Die Ansicht der Beschwerde, dass Vorschriften des ZK und der ZKDVO, die an den Wirtschaftsbeteiligten strengere Anforderungen stellen als entsprechende Vorschriften des MZK, gegen den Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit versto&szlig;en, ist offenkundig nicht haltbar. Im &Uuml;brigen kann die Kommission &#8211;worauf das FG zutreffend hingewiesen hat&#8211; gem&auml;&szlig; Art. 86 Abs. 7 MZK Durchf&uuml;hrungsvorschriften erlassen, weshalb &#8211;anders als die Beschwerde offenbar meint&#8211; keineswegs davon ausgegangen werden kann, dass unter der Geltung des MZK die zum Erl&ouml;schen der Abgabenschuld f&uuml;hrende Ausfuhr der im Versandverfahren bef&ouml;rderten Waren ohne &quot;besondere F&ouml;rmlichkeiten&quot; wird nachgewiesen werden k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Es ist auch nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, ob die Zollschuldentstehung f&uuml;r Waren, die aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft ausgef&uuml;hrt worden sind, unter Ber&uuml;cksichtigung des im ZK und auch im MZK zum Ausdruck kommenden sog. Wirtschaftszollgedankens als eine unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ige Folge anzusehen ist. Der Gerichtshof der Europ&auml;ischen Gemeinschaften (EuGH) hat auf Vorlage des Senats bereits entschieden, dass der wirtschaftliche Charakter der Einfuhrabgaben nicht dagegen spricht, dass der Entzug einfuhrabgabenpflichtiger Waren aus der zollamtlichen &Uuml;berwachung auch dann zur Entstehung der Zollschuld gem&auml;&szlig; Art. 203 ZK f&uuml;hrt, wenn diese anschlie&szlig;end aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft ausgef&uuml;hrt worden sind (EuGH-Urteil vom 12. Februar 2004 C-337\/01 &#8211;Hamann&#8211;, Slg. 2004, I-1791). Soweit sich die Beschwerde gegen diese Entscheidung wendet und meint, dass die M&ouml;glichkeit des Erlasses bzw. der Erstattung der Einfuhrabgaben gem&auml;&szlig; Art. 239 ZK, auf die der EuGH im vorgenannten Urteil verweist, keine angemessene Erg&auml;nzung der strengen Regeln &uuml;ber die Zollschuldentstehung sei, zeigt sie keine Gesichtspunkte auf, die den beschlie&szlig;enden Senat in einem Revisionsverfahren veranlassen m&uuml;ssten, dem EuGH die bereits entschiedene Auslegungsfrage erneut zur Vorabentscheidung vorzulegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im &Uuml;brigen wird im Fall eines nicht ordnungsgem&auml;&szlig; erledigten Versandverfahrens dem Umstand, dass die Waren aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft ausgef&uuml;hrt worden sind, unter der Geltung des ZK und der ZKDVO durchaus Rechnung getragen; allerdings verlangt Art. 365 Abs. 3 ZKDVO hierf&uuml;r einen besonderen Nachweis. Wenn die Beschwerde meint, dass die Nachweism&ouml;glichkeiten erweitert bzw. &quot;flexibel gehandhabt&quot; werden m&uuml;ssten und das FG im Streitfall die Empfangsbest&auml;tigung durch den Schiffskapit&auml;n als Nachweis h&auml;tte akzeptieren m&uuml;ssen, verlangt sie eine Auslegung des Art. 365 Abs. 3 ZKDVO, die dem Wortlaut der Vorschrift eindeutig widerspricht. Dass dem nicht gefolgt werden kann, bedarf keiner Kl&auml;rung in einem Revisionsverfahren. Es ist auch nicht unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig, sondern dient der einheitlichen Anwendung des Gemeinschaftsrechts, dass Art. 365 Abs. 3 ZKDVO nicht jede Art von Ausfuhrnachweis, sondern nur eine bestimmte Nachweisform gen&uuml;gen l&auml;sst.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.9.2009, VII B 245\/08 Keine Beendigung des gemeinschaftlichen Versandverfahrens durch Warenausfuhr &#8211; Ausfuhrnachweis Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) beantragte im Mai 2003 beim Zollamt (ZA) X die Er&ouml;ffnung f&uuml;nf externer gemeinschaftlicher Versandverfahren, um Nichtgemeinschaftswaren (Lebensmittel) an ein im &#8230; Hafen liegendes Kreuzfahrtschiff zu liefern. 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