{"id":15212,"date":"2012-12-08T14:38:30","date_gmt":"2012-12-08T12:38:30","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15212"},"modified":"2012-12-08T14:38:30","modified_gmt":"2012-12-08T12:38:30","slug":"xi-b-94-08-begruendung-der-nichtzulassungsbeschwerde-grundsaetzliche-bedeutung-und-divergenz-schaetzungsbescheid-ohne-vorbehalt-der-nachpruefung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-94-08-begruendung-der-nichtzulassungsbeschwerde-grundsaetzliche-bedeutung-und-divergenz-schaetzungsbescheid-ohne-vorbehalt-der-nachpruefung\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;94\/08 &#8211; Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde &#8211; Grunds&auml;tzliche Bedeutung und Divergenz &#8211; Sch&auml;tzungsbescheid ohne Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 31.3.2009, XI B 94\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde &#8211; Grunds&auml;tzliche Bedeutung und Divergenz &#8211; Sch&auml;tzungsbescheid ohne Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde ist jedenfalls unbegr&uuml;ndet. 1. Die Revision ist nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zuzulassen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Grunds&auml;tzliche Bedeutung kommt einer Rechtssache zu, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalles ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das abstrakte Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Nach &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO m&uuml;ssen in der Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde die Voraussetzungen des &sect; 115 Abs. 2 FGO dargelegt werden. Dies erfordert Ausf&uuml;hrungen dazu, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der Rechtsfrage strittig ist, und eine Auseinandersetzung mit der zu dieser Rechtsfrage vorhandenen Rechtsprechung und Literatur (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8212; vom 7. M&auml;rz 2005 II B 49\/04, BFH\/NV 2005, 1335; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 116 Rz 32).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Diesen Anforderungen gen&uuml;gt die Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat zwar die Rechtsfrage aufgeworfen, welche Rechtsfolge ein Versto&szlig; des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nach sich ziehe, wenn entgegen einer innerdienstlichen Weisung durch Verwaltungsvorschrift ein Steuerverwaltungsakt nicht unter den Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gestellt werde, dieser Steuerverwaltungsakt formell bestandskr&auml;ftig werde und bis zum gesetzlichen Wegfall des Vorbehalts gem&auml;&szlig; &sect; 164 Abs. 4 der Abgabenordnung (AO) noch eine entsprechende Steuererkl&auml;rung bzw. ein &Auml;nderungsantrag erfolge. Eine Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung dieser konkreten Rechtsfrage ist jedoch unterblieben. Insbesondere hat der Kl&auml;ger nicht im Einzelnen erl&auml;utert, welche Gr&uuml;nde daf&uuml;r sprechen, die Rechtsfrage anders zu beantworten als dies das Finanzgericht (FG) im Streitfall getan hat. Er hat auch nicht dargelegt, warum eine ermessensfehlerhaft unterlassene Beif&uuml;gung eines Vorbehalts der Nachpr&uuml;fung trotz der M&ouml;glichkeit des Steuerpflichtigen, gegen den Sch&auml;tzungsbescheid Einspruch einzulegen, nach Eintritt der formellen Bestandskraft zu einer &Auml;nderung des Bescheids f&uuml;hren soll. Dazu h&auml;tte schon deswegen Anlass bestanden, weil der Kl&auml;ger nach seiner Einlassung hierzu keine Literaturmeinungen gefunden hat. Allein das Fehlen einer h&ouml;chstrichterlichen Entscheidung zu der aufgeworfenen Rechtsfrage begr&uuml;ndet noch keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (vgl. BFH-Beschluss vom 18. April 2005 II B 98\/04, BFH\/NV 2005, 1310). Das FG Baden-W&uuml;rttemberg ist jedenfalls &#8211;ebenso wie das FG in der angefochtenen Entscheidung&#8211; davon ausgegangen, dass ein wegen Nichtabgabe der Jahressteuerkl&auml;rung gesch&auml;tzter Umsatzsteuerbescheid nicht unwirksam und nichtig ist, wenn das FA den Sch&auml;tzungsbescheid nicht unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung erlassen hat (vgl. Urteil vom 1. M&auml;rz 2001&nbsp;&nbsp;3 K 125\/98, juris).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die vom Kl&auml;ger behauptete Divergenz i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 2. Alternative FGO liegt nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das angefochtene Urteil weicht nicht von der Entscheidung des BFH vom 23. April 1991 VIII R 61\/87 (BFHE 164, 422, BStBl II 1991, 752) ab. Der Kl&auml;ger hat insoweit zwar einen abstrakten Rechtssatz des BFH herausgearbeitet. Abgesehen davon, dass der Entscheidung des BFH ein nicht vergleichbarer Sachverhalt &#8211;der Ansatz der Gewerbesteuerr&uuml;ckstellung nach der sog. 9\/10-Methode&#8211; zugrunde lag, ist kein abstrakter Rechtssatz des FG ersichtlich, der zu dem vom Kl&auml;ger zitierten Rechtssatz des BFH im Widerspruch steht. Denn das FG ist davon ausgegangen, dass das FA bei weisungsgem&auml;&szlig;er Ermessensaus&uuml;bung die Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr 2000 unter den Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung h&auml;tte stellen m&uuml;ssen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Soweit der Kl&auml;ger r&uuml;gt, das FG habe die weitere Korrekturm&ouml;glichkeit des &sect; 130 Abs. 1 AO &uuml;bersehen, ist darauf hinzuweisen, dass diese Vorschrift auf die &Auml;nderung von Umsatzsteuerbescheiden keine Anwendung findet (&sect; 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. d AO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die R&uuml;ge, das FG habe die analoge Anwendung des &sect; 839 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs i.V.m. Art. 34 des Grundgesetzes verkannt, kann eine Zulassung der Revision wegen Divergenz nicht begr&uuml;nden. Denn der Kl&auml;ger macht insoweit einen materiell-rechtlichen Fehler geltend, der die Zulassung der Revision nicht rechtfertigt (vgl. BFH-Beschluss vom 1. April 2008 IX B 257\/07, BFH\/NV 2008, 1331, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Ein Verfahrensfehler i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3, &sect; 119 Nr. 6 FGO liegt nicht vor. Das FG musste im angefochtenen Urteil nicht &uuml;ber einen Folgenbeseitigungsanspruch des Kl&auml;gers gem&auml;&szlig; &sect; 100 Abs. 1 S&auml;tze 2 und 3 FGO entscheiden. Ausweislich des Protokolls &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung fehlt es an einem diesbez&uuml;glichen Antrag des Kl&auml;gers.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 31.3.2009, XI B 94\/08 Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde &#8211; Grunds&auml;tzliche Bedeutung und Divergenz &#8211; Sch&auml;tzungsbescheid ohne Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde ist jedenfalls unbegr&uuml;ndet. 1. Die Revision ist nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zuzulassen. 2&nbsp; a) Grunds&auml;tzliche Bedeutung kommt &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-94-08-begruendung-der-nichtzulassungsbeschwerde-grundsaetzliche-bedeutung-und-divergenz-schaetzungsbescheid-ohne-vorbehalt-der-nachpruefung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;B&nbsp;94\/08 &#8211; Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde &#8211; Grunds&auml;tzliche Bedeutung und Divergenz &#8211; Sch&auml;tzungsbescheid ohne Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-15212","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15212","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15212"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15212\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15212"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15212"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15212"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}