{"id":15229,"date":"2012-12-20T03:01:44","date_gmt":"2012-12-20T01:01:44","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15229"},"modified":"2012-12-20T03:01:44","modified_gmt":"2012-12-20T01:01:44","slug":"v-b-156-08-aussetzung-der-vollziehung-auf-anschlussbeschwerde-steuerbare-entschaedigungszahlung-nach-freigabe-eines-grundstuecks-begruendet-keine-umsatzsteueransprueche-gegen-die-masse-freigabeerklaer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-156-08-aussetzung-der-vollziehung-auf-anschlussbeschwerde-steuerbare-entschaedigungszahlung-nach-freigabe-eines-grundstuecks-begruendet-keine-umsatzsteueransprueche-gegen-die-masse-freigabeerklaer\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;156\/08 &#8211; Aussetzung der Vollziehung auf Anschlussbeschwerde: Steuerbare Entsch&auml;digungszahlung nach Freigabe eines Grundst&uuml;cks begr&uuml;ndet keine Umsatzsteueranspr&uuml;che gegen die Masse &#8211; Freigabeerkl&auml;rung umfasst zuk&uuml;nftige Nutzung des Grundst&uuml;cks &#8211; Qualifizierung als Schadensersatz oder Leistungsentgelt"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.7.2009, V B 156\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Aussetzung der Vollziehung auf Anschlussbeschwerde: Steuerbare Entsch&auml;digungszahlung nach Freigabe eines Grundst&uuml;cks begr&uuml;ndet keine Umsatzsteueranspr&uuml;che gegen die Masse &#8211; Freigabeerkl&auml;rung umfasst zuk&uuml;nftige Nutzung des Grundst&uuml;cks &#8211; Qualifizierung als Schadensersatz oder Leistungsentgelt<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger, Antragsteller, Beschwerdegegner und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist Insolvenzverwalter &uuml;ber das Verm&ouml;gen der B-KG.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die B-KG hatte mit Pachtvertrag vom 30.\/31. Oktober 1991 ein im Inland gelegenes Hotel S f&uuml;r 20 Jahre an die P-GmbH verpachtet. Am 28. Juni 1995 k&uuml;ndigte die P-GmbH den Pachtvertrag mit Wirkung zum 31. Dezember 1995. Die P-GmbH entrichtete die Pacht bis einschlie&szlig;lich Oktober 1995. Mit Urteil vom 25. M&auml;rz 1997 wies das zust&auml;ndige Oberlandesgericht eine Klage der B-KG gegen die P-GmbH auf Feststellung der Unwirksamkeit der K&uuml;ndigung ab. Dagegen legte die B-KG Revision zum Bundesgerichtshof (BGH) ein. Die P-GmbH r&auml;umte das Hotel zum 30. September 1997.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das zust&auml;ndige Amtsgericht er&ouml;ffnete mit Beschluss vom 21. November 1997 das Konkursverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der B-KG und bestellte den Kl&auml;ger zum Konkursverwalter. Nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) nahm er den Rechtsstreit gegen die P-GmbH vor dem BGH auf. Mit Schreiben vom 4. Februar 1998 gab der Kl&auml;ger das Vermietungsobjekt aus dem Konkursbeschlag frei, da kein &Uuml;berschuss zu erzielen war, und beantragte die L&ouml;schung des ins Grundbuch eingetragenen Ver&auml;u&szlig;erungsverbots (Konkursvermerk). Mit Urteil vom 29. September 1999 stellte der BGH die Unwirksamkeit der K&uuml;ndigung des Pachtvertrags durch die P-GmbH fest. Daraufhin vereinbarten der Kl&auml;ger sowie die B-KG &#8211;vertreten durch den pers&ouml;nlich haftenden Gesellschafter E&#8211;, der als Kommanditist an der B-KG beteiligt war, und die P-GmbH am 1. M&auml;rz 2000 die Aufl&ouml;sung des Pachtvertrags mit Wirkung zum 29. Februar 2000. Die P-GmbH verpflichtete sich f&uuml;r den Zeitraum bis zur urspr&uuml;nglichen Vertragsbeendigung zu einer Entsch&auml;digungszahlung von insgesamt &#8230; DM. Nach der Vereinbarung wurden die Entsch&auml;digungen zzgl. Umsatzsteuer in der jeweiligen gesetzlichen H&ouml;he geschuldet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger ging davon aus, dass aufgrund der am 4. Februar 1998 erkl&auml;rten Freigabe Umsatzsteueranspr&uuml;che, die auf nachfolgende Zeitr&auml;ume entfallen, nicht gegen die Masse geltend zu machen seien. Zumindest seien die Zahlungen, die auf Zeitr&auml;ume nach dem Abschluss der Vereinbarung vom 1. M&auml;rz 2000 entfielen, nichtsteuerbarer Schadensersatz.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Demgegen&uuml;ber vertrat der Beklagte, Antragsgegner, Beschwerdef&uuml;hrer und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung die Auffassung, dass sich die Freigabe nicht auf die Entsch&auml;digungszahlungen bezogen habe und dass diesen weiter auch kein Schadensersatzcharakter zukomme. Das FA erlie&szlig; einen entsprechend ge&auml;nderten Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr 2000, gegen den der Kl&auml;ger Einspruch einlegte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Einspruchsverfahren ging das FA davon aus, dass Umsatzsteueranspr&uuml;che aufgrund von Entsch&auml;digungszahlungen f&uuml;r Zeitr&auml;ume bis zur Er&ouml;ffnung des Konkursverfahrens nicht gegen die Masse geltend zu machen seien und gab dem Einspruch des Kl&auml;gers insoweit statt. Dar&uuml;ber hinaus ging das FA wie der Kl&auml;ger davon aus, dass der Kl&auml;ger die Entsch&auml;digungszahlungen f&uuml;r den Zeitraum zwischen Verfahrenser&ouml;ffnung und der Freigabe zutreffend versteuert habe. Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers sei aber auch die Umsatzsteuer festzusetzen, die auf Entsch&auml;digungszahlungen f&uuml;r Zeitr&auml;ume nach der Freigabe entfallen. Der Einspruch des Kl&auml;gers wurde insoweit als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Hiergegen erhob der Kl&auml;ger Klage zum FG, &uuml;ber die das FG noch nicht entschieden hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG gab dem Aussetzungsantrag des Kl&auml;gers, dem das FA entgegentrat, insoweit statt, als es ernstlich zweifelhaft sei, ob die Entsch&auml;digungszahlungen f&uuml;r Zeitr&auml;ume nach dem Abschluss der Vereinbarung vom 1. M&auml;rz 2000 als steuerpflichtiges Leistungsentgelt anzusehen seien. Nicht zweifelhaft sei demgegen&uuml;ber die grunds&auml;tzliche Steuerpflicht der Masse f&uuml;r die Entsch&auml;digungszahlungen. Die Freigabeerkl&auml;rung des Kl&auml;gers vom 4. Februar 1998 habe sich nicht auf die Entsch&auml;digungszahlungen bezogen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beschluss des FG ist in &quot;Entscheidungen der Finanzgerichte&quot; (EFG) 2009, 439 ver&ouml;ffentlicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner vom FG zugelassenen Beschwerde macht das FA geltend, es sei nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) nicht ernstlich zweifelhaft, dass entgeltliche Verzichtsleistungen steuerbar und steuerpflichtig seien.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der FA beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        den Beschluss des FG aufzuheben, soweit die Vollziehung des Umsatzsteuerbescheides 2000 vom 14. Juli 2005 in der Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 20. Juli 2007 ausgesetzt wurde und den Antrag des Kl&auml;gers abzuweisen.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner nach Ablauf der Beschwerdefrist erhobenen Anschlussbeschwerde beantragt der Kl&auml;ger, die Aussetzung der Vollziehung (AdV) des Bescheides vom 14. Juli 2007 in der Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 20. Juli 2007 ohne Sicherheitsleistung ab 24. September 2007 und den Beschluss des FG aufzuheben, soweit das FG den Antrag abgelehnt hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger vertritt die Auffassung, dass aufgrund der Freigabeerkl&auml;rung vom 4. Februar 1998 keine Anspr&uuml;che gegen die Masse geltend gemacht werden k&ouml;nnten. Aufgrund der Freigabe seien das Verwaltungs- und Verwertungsrecht an dem Grundst&uuml;ck und damit auch die Rechte und Pflichten aus dem Pachtvertrag mit der P-GmbH an die B-KG zur&uuml;ckgefallen. Bei den Entsch&auml;digungszahlungen habe es sich daher um einen sog. Neuerwerb gehandelt. Dementsprechend habe die B-KG den Rechtsstreit vor dem BGH gef&uuml;hrt, dem der Kl&auml;ger nur beigetreten sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die gem&auml;&szlig; &sect; 128 Abs. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) statthafte Beschwerde des FA ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen. Die statthafte und zul&auml;ssige Anschlussbeschwerde des Kl&auml;gers ist demgegen&uuml;ber begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt zur AdV des angefochtenen Umsatzsteuerbescheides 2000 in vollem Umfang. Zwar ist das Vorliegen steuerbarer Verzichtsleistungen entgegen der Auffassung des FG nicht zweifelhaft (z.B. BFH-Beschluss vom 25. Juni 2001 V B 6\/01, BFH\/NV 2001, 1589). Ernstliche Zweifel bestehen aber insoweit, als aufgrund der vom Kl&auml;ger erkl&auml;rten Freigabe &uuml;berwiegende Gr&uuml;nde daf&uuml;r sprechen, dass Umsatzsteuer f&uuml;r Nutzungszeitr&auml;ume nach der Freigabe nicht mehr gegen die Masse festzusetzen sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Nach &sect; 69 Abs. 3 Satz 1 FGO kann das Gericht der Hauptsache die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsaktes ganz oder teilweise aussetzen. Die Aussetzung soll u.a. erfolgen, wenn ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Verwaltungsaktes bestehen (&sect; 69 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. Abs. 2 Satz 2 FGO). Ernstliche Zweifel i.S. des &sect; 69 Abs. 2 Satz 2 FGO sind zu bejahen, wenn bei summarischer Pr&uuml;fung des angefochtenen Steuerbescheides neben f&uuml;r seine Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechenden Umst&auml;nden gewichtige Gr&uuml;nde zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung der entscheidungserheblichen Rechtsfragen oder Unklarheit in der Beurteilung von Tatfragen bewirken (vgl. BFH-Beschluss vom 10. Februar 1967 III B 9\/66, BFHE 87, 447, BStBl III 1967, 182, seitdem st&auml;ndige Rechtsprechung). Die AdV setzt nicht voraus, dass die f&uuml;r die Rechtswidrigkeit sprechenden Gr&uuml;nde &uuml;berwiegen (vgl. BFH-Beschluss vom 20. Mai 1997 VIII B 108\/96, BFHE 183, 174, BFH\/NV 1997, 462, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Das FG hat zu Unrecht ernstliche Zweifel an der Steuerpflicht von Verzichtsleistungen bejaht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach der Rechtsprechung des Senats ist der entgeltliche Verzicht, eine gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit ganz oder teilweise auszu&uuml;ben, als sonstige Leistung anzusehen (BFH-Urteile vom 24. August 2006 V R 19\/05, BFHE 215, 321, BStBl II 2007, 187, unter II. 3. b aa zum Verzicht auf Rechte aus einem Planfeststellungsbeschluss; vom 7. Juli 2005 V R 34\/03, BFHE 211, 59, BStBl II 2007, 66, Leitsatz zur vorzeitigen Aufl&ouml;sung eines Beratervertrages, und vom 6. Mai 2004 V R 40\/02, BFHE 205, 535, BStBl II 2004, 854, Leitsatz zum Verzicht auf die Aus&uuml;bung des Amtes als Testamentsvollstrecker). Ein steuerbarer Verzicht liegt z.B. auch dann vor, wenn der Vermieter der Aufl&ouml;sung des Mietvertrages gegen Abfindungszahlung zustimmt und damit auf die weitere Durchf&uuml;hrung des Mietvertrages verzichtet (BFH-Beschluss vom 26. M&auml;rz 1998 XI B 73\/97, BFH\/NV 1998, 1381).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diese Rechtsprechung beruht darauf, dass der verzichtende Unternehmer eine durch seine wirtschaftliche T&auml;tigkeit erworbene Rechtsposition und die ihm zustehende rechtliche M&ouml;glichkeit, hier&uuml;ber zu disponieren, zum Gegenstand eines entgeltlichen Vertrages mit einem identifizierbaren Verbraucher macht (BFH-Urteil in BFHE 211, 59, BStBl II 2007, 66, unter II. 2. c).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Zu Unrecht ist das FG davon ausgegangen, f&uuml;r die Steuerbarkeit von Verzichtsleistungen sei entscheidungserheblich, ob der verzichtende Unternehmer seine Leistung zur Nutzung durch den Empf&auml;nger bereith&auml;lt. Dies sei im Streitfall nur bis zum 29. Februar 2000 der Fall gewesen. Soweit die Zahlungen der P-GmbH auf Zeitr&auml;ume nach Abschluss der Vergleichsvereinbarung am 29. Februar 2000 entfielen, sei das Vorliegen einer entgeltlichen Leistung ernstlich zweifelhaft. Dies widerspricht der st&auml;ndigen BFH-Rechtsprechung, nach der steuerbare Verzichtsleistungen auch insoweit vorliegen, als sich der Verzicht auf das Erbringen von Leistungen f&uuml;r Zeitr&auml;ume nach Abschluss der Verzichtsvereinbarung bezieht (vgl. BFH-Urteile in BFHE 211, 59, BStBl II 2007, 66, zum Verzicht auf eine weitere Beratert&auml;tigkeit; in BFHE 205, 535, BStBl II 2004, 854, zum Verzicht auf eine weitere Aus&uuml;bung des Amtes als Testamentsvollstrecker, und in BFH\/NV 1998, 1381, zum Verzicht auf die vertragsgem&auml;&szlig;e Fortsetzung eines Mietvertrages).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Die vom FG gegen die BFH-Rechtsprechung angef&uuml;hrten Bedenken greifen nicht durch. Insbesondere ergeben sich keine ernstlichen Zweifel daraus, dass das Bundesministerium der Finanzen (BMF) in seinem Schreiben vom 22. Mai 2008 IV B 8 &#8211; S 7100\/07\/10007, 2008\/0260780 (BStBl I 2008, 632) davon ausgeht, dass der Ausgleich f&uuml;r k&uuml;nftige Leasingraten umsatzsteuerrechtlich nicht als Leistungsentgelt, sondern als Schadensersatz anzusehen ist. Der Senat kann offenlassen, ob er sich dieser Beurteilung anschlie&szlig;t, da sie sich auf Ausgleichszahlungen bezieht, die infolge der einseitigen Aus&uuml;bung vertraglich vereinbarter K&uuml;ndigungsrechte geschuldet werden (BMF-Schreiben in BStBl I 2008, 632, unter 1.) und damit nicht auf einen vertraglich vereinbarten Verzicht auf die weitere Vertragsdurchf&uuml;hrung, um den es im Streitfall geht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das vom FG weiter f&uuml;r das Vorliegen ernstlicher Zweifel angef&uuml;hrte Urteil des FG M&uuml;nchen vom 22. November 2000&nbsp;&nbsp;3 K 476\/97 (EFG 2001, 465), nach dem eine Zahlung f&uuml;r die Aufhebung eines Beratungsvertrages kein Leistungsentgelt darstellt, steht im &Uuml;brigen nicht im Einklang mit der Rechtsprechung des Senats (vgl. BFH-Urteil in BFHE 211, 59, BStBl II 2007, 66, zur Steuerbarkeit des Verzichts auf die weitere Aus&uuml;bung einer Beratert&auml;tigkeit). Im &Uuml;brigen kommt es auf die Motive, die zur vorzeitigen Vertragsbeendigung gegen Abfindungszahlung f&uuml;hrten, nicht an. Gegenteiliges ergibt sich schlie&szlig;lich entgegen dem FG-Beschluss auch nicht aus dem BFH-Urteil vom 18. Januar 1990 V R 6\/85 (BFH\/NV 1991, 130), das sich, wie das FA zutreffend anmerkt, auf eine im Streitfall nicht gegebene Fallkonstellation bezieht. Schadensersatz liegt nach diesem Urteil dann vor, wenn kein Anspruch auf Vertragserf&uuml;llung besteht, auf den verzichtet werden k&ouml;nnte. Anders als in dem mit BFH-Urteil in BFH\/NV 1991, 130 beurteilten Fall stand im Streitfall aufgrund des BGH-Urteils das Bestehen des Mietverh&auml;ltnisses, auf dessen Durchf&uuml;hrung aufgrund der vertraglichen Vereinbarung verzichtet wurde, aber fest.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Liegen somit steuerbare Verzichtsleistungen vor, w&auml;ren diese, soweit sich der Verzicht auf eine nach &sect; 4 Nr. 12 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) steuerfreie Verpachtung bezieht, nur steuerpflichtig, wenn eine wirksame Option zur Steuerpflicht nach &sect; 9 UStG vorliegt (vgl. hierzu BFH-Urteil in BFH\/NV 1998, 1381, unter II. 2.). Hierzu hat das FG keine Feststellungen getroffen. Auf diese Frage kommt es aber im Hinblick auf die vom Kl&auml;ger erkl&auml;rte Freigabe (s. unten 3.). nicht an.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Ernstlich zweifelhaft ist jedoch, ob Entsch&auml;digungszahlungen f&uuml;r Zeitr&auml;ume nach der Freigabe Anspr&uuml;che gegen die Masse begr&uuml;nden k&ouml;nnen. Die Beschwerde des FA war zur&uuml;ckzuweisen und der Anschlussbeschwerde des Kl&auml;gers stattzugeben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Gibt der Konkursverwalter ein der Masse zugeh&ouml;riges Grundst&uuml;ck frei (vgl. hierzu BGH-Urteil vom 12. Februar 2009 IX ZB 112\/06, Neue Juristische Wochenschrift Rechtsprechungs-Report 2009, 923), bezieht sich diese Freigabe auch auf die k&uuml;nftige Mietnutzung (BGH-Urteile vom 30. Juni 1978 V ZR 153\/76, Wertpapier-Mitteilungen 1978, 986, unter II. 1., und vom 18. Februar 2004 XII ZR 196\/99, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Insolvenzrecht 2004, 340, unter II. 1. d bb).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Freigabe von Gegenst&auml;nden, die gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 1, 6 Abs. 1 der Konkursordnung zur Konkursmasse geh&ouml;ren, aus der Masse durch den Konkursverwalter an den Gemeinschuldner beendet die Massezugeh&ouml;rigkeit dieser Gegenst&auml;nde, so dass Ums&auml;tze, die mit diesen Gegenst&auml;nden ausgef&uuml;hrt werden, gegen&uuml;ber dem Gemeinschuldner und nicht gegen&uuml;ber der Masse geltend zu machen sind (vgl. BFH-Urteil vom 24. September 1987 V R 19\/82, BFH\/NV 1988, 678, unter II. a).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Nach den durch das FG getroffenen Feststellungen hat der Kl&auml;ger das von der B-KG an die P-GmbH verpachtete Grundst&uuml;ck mit Schreiben vom 4. Februar 1998 aus dem Konkursbeschlag freigegeben. Eine Einschr&auml;nkung l&auml;sst sich dem vom FG in Bezug genommenen Schreiben nicht entnehmen. Unter Ber&uuml;cksichtigung der BGH-Rechtsprechung ist davon auszugehen, dass sich diese Freigabe auch auf die k&uuml;nftige Nutzung des Grundst&uuml;cks bezog, ohne dass es dabei darauf ankommt, ob diese Nutzung aufgrund bereits zuvor abgeschlossener Vertr&auml;ge erfolgt. Daher ist im Streitfall ernstlich zweifelhaft, ob die Entsch&auml;digungszahlungen, die auf Zeitr&auml;ume nach der Freigabe entfallen und an die Stelle der zun&auml;chst vereinbarten Pachtzinszahlungen getreten sind, Umsatzsteueranspr&uuml;che zu Lasten der Masse ausl&ouml;sen k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.7.2009, V B 156\/08 Aussetzung der Vollziehung auf Anschlussbeschwerde: Steuerbare Entsch&auml;digungszahlung nach Freigabe eines Grundst&uuml;cks begr&uuml;ndet keine Umsatzsteueranspr&uuml;che gegen die Masse &#8211; Freigabeerkl&auml;rung umfasst zuk&uuml;nftige Nutzung des Grundst&uuml;cks &#8211; Qualifizierung als Schadensersatz oder Leistungsentgelt Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger, Antragsteller, Beschwerdegegner und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist Insolvenzverwalter &uuml;ber das Verm&ouml;gen der B-KG. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-156-08-aussetzung-der-vollziehung-auf-anschlussbeschwerde-steuerbare-entschaedigungszahlung-nach-freigabe-eines-grundstuecks-begruendet-keine-umsatzsteueransprueche-gegen-die-masse-freigabeerklaer\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;B&nbsp;156\/08 &#8211; Aussetzung der Vollziehung auf Anschlussbeschwerde: Steuerbare Entsch&auml;digungszahlung nach Freigabe eines Grundst&uuml;cks begr&uuml;ndet keine Umsatzsteueranspr&uuml;che gegen die Masse &#8211; Freigabeerkl&auml;rung umfasst zuk&uuml;nftige Nutzung des Grundst&uuml;cks &#8211; Qualifizierung als Schadensersatz oder Leistungsentgelt<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-15229","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15229","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15229"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15229\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15229"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15229"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15229"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}