{"id":15239,"date":"2012-12-19T16:14:40","date_gmt":"2012-12-19T14:14:40","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15239"},"modified":"2012-12-19T16:14:40","modified_gmt":"2012-12-19T14:14:40","slug":"iii-b-57-08-an-das-kind-abgezweigtes-kindergeld-ist-einkommen-des-kindes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-57-08-an-das-kind-abgezweigtes-kindergeld-ist-einkommen-des-kindes\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;57\/08 &#8211; An das Kind abgezweigtes Kindergeld ist Einkommen des Kindes"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.10.2009, III B 57\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">An das Kind abgezweigtes Kindergeld ist Einkommen des Kindes<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der zu 100 % schwerbehinderte Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) erhielt im Streitzeitraum August 2003 bis einschlie&szlig;lich M&auml;rz 2007 Hilfe zum Lebensunterhalt von der Stadt S, Fachbereich Soziales (Stadt S).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im August 2006 beantragte die Mutter des Kl&auml;gers f&uuml;r diesen Kindergeld. Im Oktober 2006 beantragte der Kl&auml;ger die Auszahlung des Kindergeldes an sich. Im Januar 2007 stellte die Stadt S einen Antrag auf Erstattung nach den &sect;&sect; 102 ff. des Zehnten Buches Sozialgesetzbuch (SGB X) i.V.m. &sect; 74 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Bescheid vom M&auml;rz 2007 entsprach die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) dem Antrag des Kl&auml;gers auf Abzweigung des Kindergeldes. Sie f&uuml;hrte aus, dem Kl&auml;ger stehe ab April 2007 ein Abzweigungsbetrag in H&ouml;he von 154 EUR monatlich aus dem Kindergeldanspruch der Mutter zu. Der Anspruch gelte dem Kl&auml;ger gegen&uuml;ber f&uuml;r den Zeitraum von August 2003 bis M&auml;rz 2007 in H&ouml;he von &#8230; EUR nach &sect; 74 Abs. 2 EStG i.V.m. &sect; 107 SGB X als erf&uuml;llt; insoweit habe die Stadt S einen Erstattungsanspruch nach &sect; 74 Abs. 2 EStG i.V.m. &sect;&sect; 103, 104 SGB X geltend gemacht, da f&uuml;r diesen Zeitraum Sozialleistungen ohne Anrechnung von Kindergeld gew&auml;hrt worden seien.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Einspruch und Klage des Kl&auml;gers blieben erfolglos.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Beschwerde begehrt der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) und zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Kindergeld sei zwar sozialhilferechtlich grunds&auml;tzlich Einkommen dessen, an den es als Leistungs- oder Abzweigungsberechtigten ausgezahlt werde. Das bedeute aber nicht, dass jedes an sich zu ber&uuml;cksichtigende Einkommen Einfluss auf die H&ouml;he der zu bewilligenden Leistungen habe. Vielmehr m&uuml;sse es sich um sog. &quot;bereites Einkommen&quot; handeln, d.h. um Einkommen, das dem Bed&uuml;rftigen auch tats&auml;chlich und nicht nur normativ zur Verf&uuml;gung stehe. Das sei hier nicht der Fall. Er, der Kl&auml;ger, habe erstmals im Oktober 2007 die Auszahlung des Kindergeldes an sich beantragt. F&uuml;r den vorangehenden Zeitraum habe ihm zwar normativ das Kindergeld zugestanden, faktisch sei es jedoch nicht zur Auszahlung gelangt. Eine Ber&uuml;cksichtigung als Einkommen des Kindergeldberechtigten entspreche daher nicht der Sach- und Rechtslage. Eine Ber&uuml;cksichtigung als Einkommen sei auch bereits vom Bundessozialgericht (BSG) mit Urteil vom 11. Dezember 2007 B 8\/9b SO 23\/06 R (BSGE 99, 262, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Familienrecht &#8211;FamRZ&#8211; 2008, 1068) verneint worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hinsichtlich der Vers&auml;umung der Frist zur Begr&uuml;ndung der Beschwerde beantragt der Kl&auml;ger Wiedereinsetzung in den vorigen Stand.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Dahinstehen kann, ob dem Kl&auml;ger hinsichtlich der vers&auml;umten Frist zur Beschwerdebegr&uuml;ndung Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gew&auml;hren ist. Denn die Beschwerde ist jedenfalls unbegr&uuml;ndet und daher durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Beschwerde ist nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2, Alternative 2 FGO) zuzulassen. Das angegriffene Urteil des Finanzgerichts weicht nicht von dem Urteil des BSG in BSGE 99, 262, FamRZ 2008, 1068 ab, denn jenes Urteil betraf einen anderen Fall. In dem der Entscheidung des BSG zugrunde liegenden Fall ging es um die Frage, ob das zugunsten der Mutter festgesetzte und an sie auch ausgezahlte Kindergeld ihr sozialhilferechtlich gleichwohl nicht als eigenes Einkommen zuzurechnen war, weil sie es an ihren in einem eigenen Haushalt lebenden vollj&auml;hrigen Sohn weitergeleitet hatte und es sich deshalb m&ouml;glicherweise nicht mehr um &quot;bereites Einkommen&quot; der Mutter handelte. Demgegen&uuml;ber war das Kindergeld im vorliegenden Fall nicht an die Mutter des Kl&auml;gers ausgezahlt worden, weil es an den Kl&auml;ger abgezweigt worden war. F&uuml;r diesen Fall einer Abzweigung an das Kind nach &sect; 74 Abs. 1 EStG ist Kindergeld auch nach der zitierten Entscheidung des BSG sozialhilferechtlich dem Kind und nicht dem Kindergeldberechtigten als eigenes Einkommen zuzurechnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Der geltend gemachte Zulassungsgrund der grunds&auml;tzlichen Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) wurde nicht in einer den Voraussetzungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO gen&uuml;genden Art und Weise dargelegt, denn es fehlt schon an der Bezeichnung einer kl&auml;rbaren Rechtsfrage. Abgesehen davon ist in der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) bereits gekl&auml;rt, dass das Kindergeld dann als Einkommen des im eigenen Haushalt lebenden, Hilfe zum Lebensunterhalt erhaltenden Kindes anzusehen ist, wenn es &#8211;wie hier&#8211; nach &sect; 74 Abs. 1 EStG an das Kind abgezweigt wird (vgl. BFH-Urteile vom 17. April 2008 III R 33\/05, BFHE 221, 47, BFH\/NV 2008, 1577, und vom 17. Juli 2008 III R 87\/06, BFH\/NV 2008, 1833).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.10.2009, III B 57\/08 An das Kind abgezweigtes Kindergeld ist Einkommen des Kindes Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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