{"id":15241,"date":"2012-12-20T02:48:13","date_gmt":"2012-12-20T00:48:13","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15241"},"modified":"2012-12-20T02:48:13","modified_gmt":"2012-12-20T00:48:13","slug":"vii-b-11-09-zoll-festsetzung-der-einfuhrabgaben-gegen-gesamtschuldner-ermessen-inanspruchnahme-des-letzten-verbliebenen-gesamtschuldners-darlegung-einer-divergenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-11-09-zoll-festsetzung-der-einfuhrabgaben-gegen-gesamtschuldner-ermessen-inanspruchnahme-des-letzten-verbliebenen-gesamtschuldners-darlegung-einer-divergenz\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;11\/09 &#8211; Zoll &#8211; Festsetzung der Einfuhrabgaben gegen Gesamtschuldner &#8211; Ermessen &#8211; Inanspruchnahme des letzten verbliebenen Gesamtschuldners &#8211; Darlegung einer Divergenz"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.9.2009, VII B 11\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Zoll &#8211; Festsetzung der Einfuhrabgaben gegen Gesamtschuldner &#8211; Ermessen &#8211; Inanspruchnahme des letzten verbliebenen Gesamtschuldners &#8211; Darlegung einer Divergenz<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Anl&auml;sslich der Ausreise des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) im Mai 2001 aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft in die Schweiz, bei der er auf einem PKW-Anh&auml;nger ein auf seinen Arbeitgeber (Fa. I) zugelassenes Kraftfahrzeug mit sich f&uuml;hrte, stellte sich im Rahmen der Ausreisekontrolle heraus, dass dieses Kraftfahrzeug im Oktober 2000 schon einmal in die Schweiz zu einer dort ans&auml;ssigen Vertragswerkstatt verbracht worden war, wo es im Rahmen einer Inspektion zum Teil repariert, zum Teil auch mit Ersatzteilen versehen worden war. Anschlie&szlig;end hatte der Kl&auml;ger das Kraftfahrzeug f&uuml;r die Fa. I aus der Schweiz abgeholt und in das Zollgebiet der Gemeinschaft verbracht, ohne eine Zollanmeldung abzugeben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) setzte deshalb die auf das Fahrzeug entfallenden Einfuhrabgaben gegen den Kl&auml;ger fest. Auf die hiergegen erhobene Klage hob das Finanzgericht (FG) den Abgabenbescheid mit der Begr&uuml;ndung auf, dass die Abgabenschuld zwar in der festgesetzten H&ouml;he entstanden sei, dass aber neben dem Kl&auml;ger auch die Fa. I als Abgabenschuldner in Betracht komme, das HZA sein insoweit bestehendes Auswahlermessen jedoch nicht ausge&uuml;bt habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Bescheid vom &#8230; Juni 2005 setzte das HZA die Einfuhrabgaben erneut gegen den Kl&auml;ger fest und begr&uuml;ndete dessen Inanspruchnahme damit, dass die Abgaben gegen die Fa. I wegen der ihr gegen&uuml;ber zwischenzeitlich abgelaufenen Festsetzungsfrist nicht festgesetzt werden k&ouml;nnten. Die hiergegen nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage wies das FG ab. Das FG blieb bei seiner mit dem vorangegangenen Urteil vertretenen Auffassung, dass hinsichtlich des vorschriftswidrig verbrachten Kraftfahrzeugs die Abgabenschuld entstanden sei und dass Abgabenschuldner sowohl der Kl&auml;ger als auch die Fa. I seien. Die Inanspruchnahme des Kl&auml;gers sei rechtm&auml;&szlig;ig, denn dass die Abgaben wegen der abgelaufenen Festsetzungsfrist nicht mehr von der Fa. I erhoben werden k&ouml;nnten, bedeute nicht, dass sie auch nicht mehr gegen den Kl&auml;ger festgesetzt werden d&uuml;rften. Dem Einwand des Kl&auml;gers, das HZA habe die gegen&uuml;ber der Fa. I abgelaufene Festsetzungsfrist zu vertreten, weil es die Einfuhrabgaben nicht vor Fristablauf gegen die Fa. I festgesetzt habe, k&ouml;nnte allenfalls dann gefolgt werden, wenn seinerzeit das urspr&uuml;ngliche Ermessen des HZA in Richtung auf eine Inanspruchnahme der Fa. I als einzige rechtm&auml;&szlig;ige Entscheidung eingeschr&auml;nkt gewesen w&auml;re. Hiervon k&ouml;nne jedoch nicht ausgegangen werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde des Kl&auml;gers, welche er auf die Zulassungsgr&uuml;nde der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache, der Fortbildung des Rechts sowie der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) st&uuml;tzt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg, weil die geltend gemachten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision z.T. nicht schl&uuml;ssig dargelegt sind, wie es &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO verlangt, jedenfalls aber nicht vorliegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Es ist nicht grunds&auml;tzlich kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, sondern durch die Rechtsprechung des Senats gekl&auml;rt, dass im Fall mehrerer Schuldner, die gem&auml;&szlig; Art. 213 des Zollkodex (ZK) gesamtschuldnerisch zur Erf&uuml;llung der Abgabenschuld verpflichtet sind, die Entscheidung, welcher Schuldner in Anspruch genommen werden soll, im pflichtgem&auml;&szlig;en Auswahlermessen der Beh&ouml;rde liegt, f&uuml;r das die allgemeinen Grunds&auml;tze des &sect; 5 der Abgabenordnung gelten. Der einzelne Abgabenschuldner kann deshalb nur aufgrund einer Ermessensentscheidung unter Beachtung des Grundsatzes der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit und der wirtschaftlichen Bedeutung der einzelnen Tatbestandsverwirklichung in Anspruch genommen werden. Die Ermessensentscheidung ist nach &sect; 102 FGO vom Gericht daraufhin zu &uuml;berpr&uuml;fen, ob der Verwaltungsakt deshalb rechtswidrig ist, weil die gesetzlichen Grenzen des Ermessens &uuml;berschritten sind oder von dem Ermessen in einer dem Zweck der Erm&auml;chtigung nicht entsprechenden Weise Gebrauch gemacht worden ist (vgl. Senatsurteil vom 2. Dezember 2003 VII R 17\/03, BFHE 204, 380, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im &Uuml;brigen hatte das HZA im Streitfall bei Erlass des Einfuhrabgabenbescheids vom &#8230; Juni 2005 keine Auswahlentscheidung zu treffen, weil hinsichtlich der Fa. I als Abgabenschuldner Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten und somit nur der Kl&auml;ger als Abgabenschuldner verblieben war. Die in diesem Zusammenhang von der Beschwerde sinngem&auml;&szlig; bezeichnete Frage, ob Einfuhrabgaben gegen einen Abgabenschuldner auch dann festgesetzt werden k&ouml;nnen, wenn die Zollbeh&ouml;rde es vers&auml;umt hat, vor Ablauf der Festsetzungsfrist eine andere als Schuldner in Betracht kommende Person in Anspruch zu nehmen, ist fraglos zu bejahen und bedarf keiner Kl&auml;rung in einem Revisionsverfahren. Ist die Einfuhrabgabenschuld &#8211;wie im Streitfall&#8211; gem&auml;&szlig; Art. 202 ZK entstanden und der Abgabenschuldner bekannt, hat die Zollbeh&ouml;rde den Abgabenbetrag buchm&auml;&szlig;ig zu erfassen und dem Schuldner mitzuteilen (Art. 218 Abs. 3, Art. 221 Abs. 1 ZK); es steht nicht in ihrem Ermessen, von der Abgabenfestsetzung abzusehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Ob es &#8211;wie die Beschwerde meint&#8211; unbillig ist, einen Abgabenschuldner in Anspruch zu nehmen, der aufgrund eines Fehlverhaltens der Zollbeh&ouml;rde als einziger von vormals mehreren in Betracht kommenden Schuldnern &quot;&uuml;brig geblieben&quot; ist, ist keine Frage der Abgabenfestsetzung, sondern eine Frage des Erlasses bzw. der Erstattung gem&auml;&szlig; Art. 239 ZK, die in einem gesonderten Verfahren zu beantworten ist, welches nach Angaben der Beschwerde im Streitfall auch bereits anh&auml;ngig ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Wie das FG zu Recht ausgef&uuml;hrt hat, lie&szlig;e sich aber von einem Fehlverhalten der Beh&ouml;rde ohnehin nur dann sprechen, wenn das Ermessen der Zollbeh&ouml;rde zu der Zeit, als die Inanspruchnahme eines anderen Abgabenschuldners noch m&ouml;glich war, dahin reduziert war, die Einfuhrabgaben allein gegen diesen Schuldner festzusetzen. Dass es sich im Streitfall so verhielt, das HZA also vor Ablauf der Festsetzungsfrist allein die Fa. I als Schuldner h&auml;tte ausw&auml;hlen d&uuml;rfen, hat das FG verneint. Kl&auml;rungsbed&uuml;rftige Rechtsfragen ergeben sich insoweit nicht; es handelt sich vielmehr um eine Entscheidung auf der Grundlage der Umst&auml;nde des Einzelfalls. Dass die Beschwerde diese Entscheidung f&uuml;r falsch h&auml;lt, rechtfertigt nicht die Zulassung der Revision.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die schl&uuml;ssige Darlegung des Zulassungsgrundes der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative FGO) in Gestalt der Divergenz erfordert, dass abstrakte Rechtss&auml;tze des vorinstanzlichen Urteils und abstrakte Rechtss&auml;tze der Divergenzentscheidung(en) des Bundesfinanzhofs (BFH) so genau bezeichnet und gegen&uuml;bergestellt werden, dass eine Abweichung erkennbar wird (BFH-Beschl&uuml;sse vom 30. M&auml;rz 1983 I B 9\/83, BFHE 138, 152, BStBl II 1983, 479, 480, m.w.N.; vom 29. Juni 1987 X B 26\/87, BFH\/NV 1988, 239). An solchen Darlegungen der Beschwerde fehlt es im Streitfall. Es ist im &Uuml;brigen auch nicht ersichtlich, dass das FG mit seiner Entscheidung, hinsichtlich der damals m&ouml;glichen Wahl zwischen mehreren Abgabenschuldnern habe keine Ermessensreduktion auf null vorgelegen, von den seitens der Beschwerde angegebenen BFH-Entscheidungen abgewichen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.9.2009, VII B 11\/09 Zoll &#8211; Festsetzung der Einfuhrabgaben gegen Gesamtschuldner &#8211; Ermessen &#8211; Inanspruchnahme des letzten verbliebenen Gesamtschuldners &#8211; Darlegung einer Divergenz Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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